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Herzlich Willkommen in Glass Dome. (:
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Wenn du Lust hast sieh dich gerne einmal genauer um;
doch einmal eingewiesen gibt es kein Entkommen mehr -
sei dir darüber im klaren!
Im Moment wird im Forum selbst alles ein wenig umgemodelt, aber keine Sorge, das RPG ist und bleibt aktiv.
Übrigens haben wir Kekse.
Liebe Grüße, das Admin Team; Limlim (Liam) & Lexipuh (Alex)
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»Plot 3 - Die Endzeit

xx 3 Wochen nach der verhängnisvollen Nacht, ist wieder etwas Ruhe in Glassdome eingekehrt und das Institut will die Schüler an die Schule heranführen.

Uhrzeit: Später Nachmittag - Früher Abend (17-19 Uhr)
Wetter: stark bewölkt, kaum sonnig (23-24°C)
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 Herz des Waldes

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AutorNachricht
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GM
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BeitragThema: Herz des Waldes   So 05 Jul 2015, 11:54



So tief im Wald, ist es beinahe eine Form der Unmöglichkeit hier alleine herauszufinden. Das dichte Blätterdach verhindert das Fliegen und beinahe alles sieht gleich aus.
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Acelya
Gast

BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Sa 29 Aug 2015, 20:51

<<< Gang Schule Erdgeschoss

Im gleichmäßigen Takt bewegten sich ihre kraftvollen Beine nach vorn. Mit jedem Schritt gruben sich ihre Klauen in den erdigen Boden, schießen sich wieder ab und hinterliesen unverkennbare Pfotenabdrücke. Ihr Atem ging tief, ruhig. Keinerlei Anstrengung war ihr anzukennen, keine Panik wie sie es eben noch verspürt hatte. Ihr Herz schlug kräftig gegen ihre Brust, lies immer noch ihren gesamten Körper vibrieren. Der Wind pfiff ihr um die zurück gelegten Ohren, nahm ihr den feinen Gehörsinn.
Ihr Maul war leicht geöffnet, lies die warme tiefe Stimme zusammen mit ihren kräftigen Atemzügen vernehmen. Sie fühlte sich wie im Rausch wärend Mensch und Wolf in ihr aufeinander trafen, einander beinahe schon umwarben, sich einig wurden. Es gab ihr Kraft.

Kein Mensch hätte in diesem Moment mit ihr Schritt halten können. Weder was Geschwindigkeit noch Ausdauer betraf. Kein normaler Hund könnte sie in einer Hetzjagt noch einholen. Es war als würde sie erst jetzt, erst in diesem Tempo, erst in diesem wahnwitzigen Lauf, ihr wares Ich entfalten. Als bestünde ihre Seele aus nichts anderem als dem Lauf.
Acelya war immer schon davon gelaufen. Waren es nun ihre Pflichten oder Konfrontationen. Es machte schon Sinn wenn man so wollte. Sie war keine Person die sich einfach zu irgendwelchen Kämpfen hinreißen lies. Sie war die Ruhe in Person, der Fels in der Brandung. Ihre innere Ruhe war über alles und jeden erhaben. Oder? Der Kampf gegen den fremden Wolf war ihr noch gut im Gedächtnis. Ja sie erinnerte sich daran als wäre es gestern gewesen. Aber das damals war nicht sie. Sie selbst hatte nicht gekämpft. Es war ein andere Wolf als der der hier nun über das Gelände hetzte.

Fast war sie im Wald angekommen, die Blätter der Bäumer winkten sie bereits einladend heran, wollten ihr scheinbar Schutz bieten. Oder zumindest eine Heimat.
Mit einem gewaltigen Sprung setzte sie über einen Felsen hinweg der ihr den Weg versperrte, doch nun wollte ihr das Glück nicht mehr hold sein. Nicht in diesem Moment. Zwei Personen, sie konnte nicht sagen ob es Schüler waren, standen genau in ihrer Landebahn. Sie konnte ihren Flugkurs nicht mehr ändern, und für Verzögerungen hatte sie keine Zeit. Notgedrungen rammte sie einem ihre Pfote direkt ins Gesicht, stieß in dadurch zu Boden. Sie hielt nicht an um nach zu sehen, sein Geschrei aber konnte sie selbst durch den Wind hin vernehmen der im pfeifenden Ton um ihre Ohren jagte. Vermutlich hatte sie ihm die Nase gebrochen. Sie würde ihn später aufsuchen, sich bei ihm entschuldigen.
Wobei... gab es überhaupt ein später? Wurde sie eigentlich noch verfolgt?
Als die Baumreihen ihre Gestalt verschlangen und das Blätterdach sich schützend über sie legte, wagte Ace das erste mal einen Blick nach hinten. Sie konnte die Vertrautheit dieses Waldes wittern, hier ganz in der Nähe verbarg sich "ihr Revier" zusammen mit dem Haufen an Knochen die sie über die letzten Wochen angesammelt hatte. Hier war kein Ort um sich vor jemanden zu verstecken.
Schnell hatten ihre Augen den Weg abgesucht von dem sie gerade kam, bis auf den zwei jungen Männern von denen einer immer noch fluchend am Boden rollte, konnte sie niemanden erkennen. Die Chance irgendeine Witterung aufzunehmen war ebenso nicht gegeben, sie es war die gejagt wurde. Keine Spur von Mercer. Hatte er es aufgegeben? Hatte er überhaupt angefangen?
Nein sie würde nicht anhalten. Nicht bevor sie sich sicher fühlte. Nicht bevor sie nicht tief im Inneren des Waldes Schutz gefunden hatte. Da wo sie vor allen Blicken verborgen war.
Als sie ihre Augen wieder nach vorne richtete, auf den Weg der vor ihr lag, weiteten sie sich vor Schreck. Wie aus dem nichts war ein umgefallener Baumstamm vor ihrer Nase aufgetaucht. Es war keine Zeit mehr ordentlich darüber hinweg zu springen. So setzte sie dagegen auf ihre gegenwärtige Geschwindigkeit, hoffte dass diese ausreichte, und lies sich allein dadurch über den Stamm fliegen. Mit ihren Händen, oder eher Klauen, voran flog sie förmlich darüber hinweg. Unpassend für diese Form, kam sie auf allen Vieren auf, machte so einen, zwei Laufsprünge ehe sie sich wieder auf zwei Beine aufrichten konnte.
Sie erkannte auch diesen Ort wieder, hier hatte sie sich den Kampf mit dem fremden Wolf geliefert. Der Baumstamm lag dort weil sie selbst dagegen geschleudert wurde. Er hatte ihrem Gewicht, oder vielleicht auch der Stärkte des Grauen nicht standgehalten.
Selbst der Boden erzählte noch davon. Aufgerissen an mehreren Stellen von viel zu großen Wolfspfoten, die sich in ihn hinein gegraben hatten.
Ace meinte beinahe das Knurren der kämpfenden Monster hören zu können, erzählt von dieser kleinen Lichtung hier.
Sie biss die Zähne zusammen und beschleunigte noch ein wenig. Hier war kein Ort an dem sie sich gerne aufhielt. Er weckte Erinnerungen die besser verborgen blieben.
Als die Bäume wieder begannen dichter aneinander zu stehen schlug sie einen Hacken. Abermals blickte sie nach hinten. Ihre Nackenhaare waren aufgestellt, ihre Lefzen zu einem leichten, kaum merklichen Knurren verzogen. Ihr ganzer Rücken kribbelte. Es fühlte sich an als ob Mercer direkt hinter ihr war. Zum ersten mal seit sie das Schulgebäude überhastet verlassen hatte, verfluchte sie ihre Flucht. Ihre Unfähigkeit ihn zu hören oder zu wittern. Ja nicht einmal zu wissen ob er sie wirklich jagte, oder ob alles nur Einbildung war.

Abermals zwang sie sich schneller zu werden. Sie hasste dieses Gefühl. Sie musste laufen, einfach nur laufen.
In einem Atemzug jedoch schien die Zeit still zu stehen. Ihre Augen weiteten sich, neben ihr lag der Knochenhaufen. Sie wollte diesen Ort doch meiden! Hatte sie ihn unbewusst aufgesucht?
Der Druck in ihrer Brust kam schlagartig wieder zurück wärend die gelblichen Gebeine im Dickicht hinter ihr verschwanden. Nein, sie musste weiter, sie musste es bekämpfen!
...
Musste sie das wirklich? Etwas in Ace fühlte dass sie nicht schnell genug war, und dass der große Wolf entkommen konnte. Wollte sie das Risiko eingehen? Ein Risiko wo sie noch nicht einmal wusste ob es das wert war?
Eine Schmerzwelle jagte durch ihren Körper, lies sie straucheln, fast stürzte sie zu Boden. Im letzten Moment noch konnte die Fähe sich wieder fangen. Ihr Takt war nun jedoch gestört. Die Schmerzen nahmen ihr die Konzentration auf den Lauf.
Zu spät sah sie den Baum vor ihrer Schnauze, stieß mit der Schulter dagegen als sie ihm ausweichen wollte. Beinahe verzweifelt kallte sie sich in sein Holz, fing ihr Gleichgewicht wieder und rannte weiter. Tiefe Kratzer waren die einzigen Zeugen von diesem Maleur.
Aber nun war sie ganz bei sich. Sie fand ihren Takt wieder und konnte sich darauf konzentrieren so schnell es ging zu laufen.

Mit aller Kraft versuchte Ace nach vorn zu kommen. Ihr ganzer Körper zog mit jedem Schritt. Sie musste schneller werden. Er war ganz nahe! Sie wusste es einfach, sie spürte seine Präsenz!
Fast schon verkrampft biss sie ihre Zähne zusammen, ihr gesammter Körper stand unter Spannung.
Jeder Schritt, sie war zu langsam!
Jeder Schritt, sie musste schneller laufen!
Unbemerkt von ihr selbst begann sie sogar zu knurren.
Es war eine Jagt. Ein Rennen um Leben und Tod. Schwäche hatte hier nichts zu suchen. Die Schwachen waren nicht als Beute!
Der Druck in ihrer Brust wurde stärker, der Drang auf vier Pfoten zu laufen und nicht auf zwei, wurde größer. Ihren Frust lies sie an den Bäumen aus.
Immer dichter drängten diese aneinander, wollten ihr den Weg versperren. Fast so als wollten sie nicht erlauben in diesen Teil des Waldes vor zu dringen.
Knurrend, aus tiefster Kehle drückte sie sich von ihnen ab, lief in einer wilden zickzack Linier weiter nach vorn. Die Bäume selbst wurden gestraft mit tiefen Kratzern in ihrer Rinde. Äste die es wagten in ihr Gesicht zu hängen wurden Teilweise einfach von ihren kräftigen Kiefern durchtrennt, bedankten sich dafür mit einem blutigen Maul ihrerseits. An ein Halten war nicht zu denken! Sie musste immer weiter!
Der Rausch der Geschwindigkeit, die trotz der Hindernisse kaum abgenommen hatte, schien besitz von der Fähe ergriffen zu haben. Ohne Zweifel hatte man nun keinerlei Probleme damit ihr zu folgen. Die dünne Schneise der Verwüstung, die sie hinterlies, mit zerkratzten Rinden und abgebrochenen Ästen sprach für sich. Vorsicht schien vergesseb. Einzig Schnelligkeit zählte nun.

[ läuft in Richtung Wald | überrennt einen Insassen und bricht ihm dabei die Nase | läuft in den Wald | übersieht fast einen Baumstamm | erkennt die Lichtung auf der sie gegen Silas gekämpft hat | will schnell von dort weg | entdeckt wenig später ihren Knochenhaufen | hat eine Schmerzwelle und stürtzt fasst | besinnt sich wieder und läuft weiter | der Wald wird dichter und sie hinterlässt eine Schneise der Verwüstung ]
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Alex
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   So 30 Aug 2015, 03:25

CF: Schule - Erdgeschoss - Gang
Chapter 3.0
Das Mädchen machte tatsächlich keinen Halt. Wahrscheinlich hatte sie nicht einmal mehr seine Rufe gehört – vernahm sie in diesem Rausch überhaupt irgendetwas? Er hatte mal von Werwölfen gehört, die am nächsten Morgen irgendwo splitterfasernackt im Wald aufwachten, zitternd und blutend und sich einen Scheiß an die letzten paar Stunden erinnern konnten. Ob die sich wohl fragten, woher der Blutgeschmack in ihrem Mund stammte und von welchem „Tier“ es wohl war? Aber Acelya war kein Werwolf. Nein – auch wenn Mercer nicht sonderlich rassenkundig war, so gab es doch bedeutsame Unterschiede zwischen Werwölfen und Tierwesen. Ihre Wolfsform, auch wenn er diese nur aus der Ferne hatte begutachten können, bewegte sich zwar auf zwei Beinen fort, war aber nicht ansatzweise so bucklig und animalisch wie die eines Werwolfes – zumal die meisten Werwölfe während ihrer Verwandlung nicht ansatzweise so viel Kontrolle aufgewiesen hätten, wie Acelya. Nein, sie war strikt einfach an der Schülerschaft vorbeigezogen, ohne sich auch nur einen kleinen Snack zu gönnen und in keine Raserei verfallen wo sie einfach in purer Zerstörungswut alles klein hackte. Die Frage war nur ob sie ein bestimmtes Ziel mit ihrem Rennen verfolgte.

Mercer schwang sich so gut es von der Lautstärkedämpfung möglich war in einem raschen Tempo durch die Kronen der Bäume. Die Mittagssonne flackerte unangenehm in seinen Pupillen und er war schlichtweg einfach dafür dankbar, dass der Wald einigermaßen genug Schatten spendete um das Licht nicht als zu unangenehm zu empfinden. Im Grunde genommen war er dem Mädchen dicht auf den Fersen. Auf dem Fußweg hätte sicherlich selbst er Probleme damit gehabt, mit ihr Schritt zu halten, aber weil er den Luftweg wählte, konnte er sie bei günstigen Ästen durchaus überholen wenn er den Drang dazu verspürt hätte. Aber noch wartete er. Seine Augen klebten auf dem rasenden Wolfs-Anthromorphen, ihre Haare zitterten hinter ihr her, wie eine hilflose zerfetzte Fahne, während sich Blätter und Äste darin verhedderten. Sie rannte vergleichsweise in etwa wie ein wütender Stier oder eine Schar aufgeschreckter Gnus in Panik. Aber war es wirklich Angst die er dort riechen konnte? Ein schlaues Mädchen wäre umgekehrt, hätte sich Schutz bei einer Lehrkraft gesucht, oder wäre an einen öffentlichen Ort geflüchtet, wie in etwa den Unterkünften. Es hätte sich in der Nähe von Personen aufgehalten, die Wächter zur Hilfe rufen könnten, sollte sie sich wirklich bedroht fühlen. Stattdessen flüchtete Acelya jedoch an einen der wenigen Orte von Glassdome wo Alex ihr wirklich physisch etwas anhaben könnte. Einen Ort der nur wenige Kameras barg – wo Leute verschwanden und teilweise nie wieder aufgefunden wurden. Aber wieso? Diese Frage ließ sich einfach nicht aus seinem Kopf verbannen. Sollte es etwa möglich sein, dass die kleine, unterkühlte Staubblondine es wirklich herausfordern wollte? Lechzte ihr Inneres ähnlich nach einem Kampf, wie sein Kind? Oder ließ sie der Rausch des Rennens nicht los und sie wollte lediglich an einen Ort, wo sie den geringfügigsten Schaden verursachen konnte?

Im Grunde war es egal. Sie als Wolf, sollte am besten wissen, dass man mit dem Wegrennen nur noch die Jagdinstinkte eines Räubers weckte. Wenn ein Mensch vor einem knurrenden Wolf stand und loslief, konnte er sich sicher sein, dass dieser ihn augenblicklich anfallen würde. Acelya hatte sich mit ihrer überhasteten Flucht aus der Aula, als sein neuestes kleines Spielzeug gebrandmarkt – auch wenn sie keine Sekunde innehielt um zu warten, dass er mit ihr spielte.. Nein, sie rannte und rannte und rannte ….. und Alex folgte ihr, wie ein Schatten der sich auf Baumspitzen wand. Die ersten Gruppen von Bäumen und verschlungenen Pfade kündigten das Waldgebiet an. Es war schon länger keine freie Fläche mehr, in der sie sich bewegten, aber hiermit bewegten sie sich förmlich auf die Pforte des verschlungenen Baumlabyrinths zu. Doch unglücklicherweise… Alex sah die Beiden weit früher, als Acelya es tat. Seine Perspektive war sogesehen auch die weit Günstigere. Er biss die Zähne zusammen, stieß sie zischend aus, noch bevor der Aufprall standfand. Die weiße Wolfsfrau setzte über einen Stein hinweg, rammte einen der beiden Jungen ihre mit Krallen besetzte Pranke in die vor Schreck aufgerissene Visage und sprintete weiter, während er von der Wucht ihres Schlages zu Boden stürzte. Der Prototyp hielt für einen Augenblick inne, bremste seine Sprünge und blieb kurz in den Baumkronen sitzen. Der Freund des Gestürzten war längst niedergekniet, packte den Arm des Verletzen und zog ihn murmelnd auf die Beine. Der arme Kerl… Er spuckte Blut, nickte ein paar Mal, doch Alex Augen waren bereits am Wandern. Hektisch – denn er durfte nicht zu viel Zeit verlieren, wenn er Acelya’s Fährte nicht versiegen lassen. Waren hier Kameras? Es war noch lichter Wald. Es war möglich, dass das eine oder andere Glasauge ihn gerade beobachtete. Hatte er eigentlich eine Wahl? Man hatte immer eine Wahl… aber es war weitaus klüger sich vor einem Kampf zu stärken. „Scheiß drauf.“

Mit der nötigen Eleganz sprang er vom Ast hinunter, wandelte in der Luft seine rechte Klauenhand zur Peitsche und kam in der Hocke auf. Noch im selben Moment holte er aus und noch ehe die Jungs sich umdrehen konnten, um zu sehen, wer da auf dem Boden aufgekommen war, zischte das Metall durch die Luft und sägte in einer Tour durch die Fersen der Beiden. Er wusste nicht was es für Rassen waren, also musste er schnell handeln, da sie noch dazu in der Überzahl waren. Mit einem Satz hechtete er nach vorn, als die Schreie erklangen und erstickte den Einen, indem er mit seinen Klauen die Kehle des Linken durchtrennte und ihn im gleichen Atemzug absorbierte. Nur wenig Blut hatte sich im Dreck verewigt. Gerade wollte er zum Zweiten übergehen – dem, dem die Nase gebrochen worden war, aber er spürte auf einmal einen heißen Stich in der Brustregion, dort wo sein Herz eigentlich hätte schlagen sollen. Verwirrt blickte Alex an sich herab, konnte einen länglichen Dolch in sich stecken sehen, ehe ein Grinsen sein Gesicht überspannte – wäre er eine andere Rasse, wie etwa ein Gestaltwandler hätte ihn das sicher umgebracht. Aber bei Dämonen, Vampiren und ja auch bei Prototypen sollte man es besser wissen. Er riss sich den Dolch aus dem Fleisch – die Wunde schloss sich fast augenblicklich, da er frisch genährt war und die Zellen noch verarbeitete – und rammte das stumpfe Ende gegen den sowieso schon zugerichteten Kopf des Jungen. Besinnungslos brach dieser in sich zusammen, wurde von Alex aufgefangen und über die Schulter gehievt. Dies war sein Fluchtweg, sollte es mit Ace doch brenzliger werden als erwartet. Er wollte ihn nicht gleich umbringen, denn eventuell würde er ihn gar nicht brauchen und die durchgeschnittenen Fersen, sollte nur verhindern, dass er wegrennen könnte. Der Prototyp nahm Anlauf und war samt Beute wieder in den Bäumen verschwunden.

Es stellte sich als einfacher als gedacht heraus, Acelya zu folgen, denn sie hinterließ …. Eine Art Brotkrumenspur für ihn. Ein winziges Present sozusagen, eine kleine, wohl eher doch nicht so kleine Schneise der Verwüstung. Zersplitterte Baumstämme, abgebrochenen Äste, tiefe Kratz und Pfotenspuren. Die Erde sah aus, als hätte man sie umgegraben. Er kam sogar an einer Lichtung vorbei, wo bereits wesentlich ältere Indizien für eine derartige Auseinandersetzung zu sehen waren. Ja, selbst ein Knochenhaufen war zu sehen und Mercer spürte, dass er ihr immer näher kam. Achtlos wie eine Puppe ließ er den Mann zu Boden fallen - immerhin würde er wissen, wo er war, wenn er ihn noch benötigte – und fixierte sich jetzt nur noch auf seine eigentliche Beute. Das Tempo des Prototypen nahm drastisch zu. Seine Muskel arbeiteten unter dem kochend heißen Fleisch, während er sich von Ast zu Ast stieß und in seiner Hetzjagd, ebenso wie sie tiefe Kerben in dem Holz hinterließ, wenn auch nicht ganz so großen Spuren hinterließ und wesentlich leiser war. Schließlich bekam er sie wieder zu Gesicht. Auch Acelya hatte einiges an Geschwindigkeit aufgebaut, bretterte wie eine Besessene durchs Unterholz, ohne Rücksicht auf ihre Umwelt oder sogar sich selbst zu nehmen… und das war Mercers Chance. Seine Pupillen waren nicht mehr zu erkennen – die Augen glühten wie flüssiges Feuer und seine Hitze schien selbst Baumstämme leicht anzusengen, wenn die kochend Klauen durch die Rinde schabten. Aber er lief wesentlich geschickter als sie, ließ sich von den Hindernissen leiten, statt sie zu durchbrechen, fand Abkürzungen und Wege seine Geschwindigkeit durch bloße angewandte Physikkenntnisse zu erhöhen. Schließlich… schließlich war der Moment gekommen, wo er das rasende Monster überholt hatte. Er ließ sich einfach fallen.

Mercer kam etwa 1 – 2 Sekunden auf dem Boden auf, bevor der Wolf an ihm vorbeizischte. Er hatte genug Abstand gewahrt, dass sie ihn nicht umrennen konnte – da sie aber nicht wusste, dass er nicht hinter ihr war, würde sie in dieser Zeit kaum wirklich den Gedankengang haben, reagieren zu können. Noch während sie an ihm vorbeirannte, holte er schon mit der Peitsche aus. 17 Meter…. So lang würde sie reichen…Seine Füße vergruben sich im Sand, als er den Körper zurücklehnte und schließlich in einer kreisenden Bewegung die Peitsche seitlich auf den Wolf zuschnellen ließ. Es gab keine Chance auszuweichen – keine Möglichkeit das dornenbesetzte Metall aufzuhalten. Mit einem Zischen gruben sich die Widerharken in ihren Bauch, rissen sie mit der Wucht seines ausgeholten Schlages von den mächtigen Pfoten und nutzten ihre Geschwindigkeit aus, sie in derselben Drehung, wie er auch schon ausgeholt hatte, wieder zurückzuschleudern, an Mercer vorbei – den Weg den sie gekommen war. Sie flog durch die Luft, er hörte den dumpfen Aufprall ihres schweren Körpers, schon als sich die Peitsche von ihrem Fleisch losgerissen hatte, eine feine, zart blutende aufgeklaffte Spur mitten über ihren Bauch hinterlassend. Das Metall zurrte zu ihm zurück, wie die Schnur eines Staubsaugers, wandelte sich augenblicklich wieder in eine riesige, messerscharfe Klauenhand. Er hätte sie töten können mit einem Schlag. Es lag am Überraschungseffekt. Hätte er statt ihrem Bauch ihre Kehle als Ziel visiert und noch härter ausgeholt, hätte die Kraft ihrer Beine sie wortwörtlich geköpft. Aber war es nicht immer so mit dem Überraschungseffekten? Würde sie ihn einmal im falschen Moment erwischen, den Bauch aufreißen und das Kind zerstören… seine Mutation, sein Anomalie – er wäre dahin. Alex stöhnte kurz leise und schmerzerfüllt. Er hatte das Gewicht ihrer Wolfsform unterschätzt, sie war weit schwerer… als in ihrer menschlichen Gestalt. Mit einem Knacken packte er sich an die rechte Schulter und renkte sie wieder in ihre alte Position. Ehe seine Augen zu dem Opfer glimmten. Der junge Mann richtete sich gerade auf, reckte sein Kinn, spreizte seine metallischen, messerförmigen Fingerglieder, wie eine Einladung. Er hatte den Kampf eingeleitet… provoziert. Wurde Zeit, dass sie ihn mit einem Gegenschlag zu einem richtigen Kampf ermutigte. Einem Schlagaustausch, einer wahren Herausforderung. Ein kleines, perfides Grinsen umspielte mit kindlicher Freude seine Mundwinkel. Die melodische, tiefe, volle Stimme vibrierte in seiner Brust. „Tanzen wir?“

Spoiler:
 

BP : Acelya (2 NPCS)
[ verfolgt Ace ;; beobachtet wie sie einen Mann zu Boden stößt & ein zweiter zu Hilfe eilt ;; durchtrennt die Fersen der beiden Personen und absorbiert eine ;; nimmt eine mit und lässt sie auf der Lichtung fallen ;; holt Ace ein, springt von den Bäumen herrunter ;; benutzt seine Peitsche um sie am Bauch zu verletzen und zurückzuschleudern ;; lädt zum Tanz ein ]


Man sagt mir nach ich wäre pervers,
... egoistisch, weltfremd, unberechenbar, eingebildet,
rücksichtslos,haltlos und maßlos...

Selbst wenn... Wer sagt das es mir nicht gefällt?


[size=9]Ich geb dir die Schuld für alles, du nimmst alles auf dich.
Ja das muss Liebe sein...
Du machst das alles für mich
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Acelya
Gast

BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Sa 31 Okt 2015, 16:31

Laufen einfach nur laufen, ohne Rücksicht auf Verluste. Wurden sie nun vom Wald getragen oder doch von ihr selbst. Ganz im Rausch der Geschwindigkeit bewegte sie sich vorwärts. Ihr Körper angetrieben, rastlos, schmerzend. Sie konnte spüren wie der Zorn in ihrem Inneren stieg. Jeder Schritt tiefer in den Wald stachelte sie weiter an. Jeder Ast der an ihrer Kleidung, ihrem Haar und ihrem Fell zog und zerrte reitzte sie weiter. Bis aufs äußerste schien er sie bringen zu wollen, in eine Form die sie nicht kontrollieren konnte. In eine Form die es nicht duldete gejagt zu werden.
Es war unnatürlich, sollte doch eigentlich Acelya selbst die Jägerin und nicht die Beute sein. In tiefen Winkeln ihres Geistes fragte sie sich bereits zum wiederholten mal warum sie denn nun eigentlich wegrannte. Sie konnte sich stellen, sie konnte Kämpfen, töten!
Einem Drang nachgebend wandte sie ihren Kopf zur Seite, richtete ihren Blick nach hinten um zu sehen wer sie da jagte wie ein aufgescheuchtes Reh. Aber alles was sie erkennen konnte war ihr eigenes Haar, ächzende Bäume die sich unter ihren Klauen zu krümmen schienen und Blätter die reihenweise zu Boden gingen als seien sie die stummen Tränen des Waldes.
Ihre Nase bebte, zuckte. Es hatte doch keinen Sinn, sie würde nichts wittern. Das Spiel war gegen die Fähe. Abermals.

Sie hatte einen Fehlerbegangen. Ihre Instinkte sagten ihr. Gerade als sie ihren Kopf wieder nach vorne richtete, stürzte er vor ihr zu Boden. Nur Sekunden später zog sie an ihm vorbei, fixierte ihn mit ihren Augen, suchte den Sinn in seinem Handeln, versuchte zu verstehen wie er vor ihr sein konnte. Wie er aus dem Blätterdach kommen konnte. Den Schatten der an ihr vorbei zischte, von ihm ausgehend bemerkte Ace kaum. Erst als es bereits zu spät war schien die Zeit wie festgefroren. Die Luft wurde ihr aus dem Körper gepresst, der Boden wurde ihr unter den Pfoten weg gezogen. Vorbei war es mit der Flucht.
Wärend sie noch erkennen konnte wie Alex erneut an ihr vorbei zog, bereitete sie sich innerlich auf einen harten Aufprall vor. Sie schloss die Augen, fürchtete den bevorstehenden Schmerz.
In einer Wolke aus Erde, Blättern und Rinde ging sie zu Boden, schürfte sich Fell und Haut an den Wurzeln und kleinen Steinen auf. Ihr Geist hatte immer noch nicht realisiert was gerade geschehen war, wieso sie nun mit solcher Geschwindigkeit über den Boden schliff, den Weg zurück den sie sich gerade bereitet hatte. Woher die plötzlichen Schmerzen überall an ihrem Leib kamen.
Es schien nicht enden zu wollen, Himmel und Erde, Bäume und Gras, sie alle wechselten willkürlich Positionen, schienen sich nicht mehr um die natürlichen Gesetze der Natur zu scheren.
Da endete es so aprubt wie es anfing. Ein Knall im inneren ihres Kopfes raubte ihr vollends den letzten Rest ihrer Besinnung, ihr Körper wurde brutal zusammengestaucht, ihre Knochen, ihr Fleisch, alles in ihr protestierte, bis es schwarz vor ihrem inneren Auge wurde und sie in sich zusammensackte.

Panisch riss sie die Augen auf, japste, keuchte und winselte nach Luft die ihre gestauchten Lungen nicht mehr aufzunehmen vermochte. Die Schmerzen in ihrem Rücken wirkten unerträglich, ihr Blick vermochte sich nicht zu klären. Sekunden lag sie so am Boden, wie ein sterbendes Tier hilflos unfähig sich zu retten.
Tief gruben sich die Klauen ihrer Vorder und Hinterpfoten in den aufgewühlten Boden auf der verzweifelten suche nach Halt, nach irgendetwas! Hauptsache die Schmerzen verschwanden!
Dann endlich gelang es ihr tiefe Atemzüge zu nehmen, ihre Lunge mit der so dringend benötigten Luft zu füllen. Wie eine Wohltat wirkte es, trug dazu bei ihre Panik etwas zu lindern und ihre Gedanken zu ordnen. Ein kleinwenig zumindest.
Hustend und zitternd am gesammten Leib richtete sich Acelya auf. Ungelenk waren ihre Bewegungen ihr Gesicht verkrampft vor Schmerz.
Fast schon verzweifelt suchten ihre Augen nach dem Grund ihrer Quahlen, doch war ihr Blick so verschwommen dass sie nur grobe umrisse und ineinander verschwimende Bäume erkannte.
Und dennoch, was der Fähe wie eine Ewigkeit vorkam, waren in Wirklichkeit nur Momente nur Sekunden die ihr Körper brauchte um sich wieder zu fangen.
Ihre Sicht klärte sich, ihre Gedanken konnten sich ordnen. Ja sie wusste nun was passiert war. Mercer hatte sie erwischt.
Ihre Glieder zitterten, verlangten danach weiter laufen zu dürfen, ihr Atem beruhigte sich langsam wieder, die Schmerzen waren immer noch da.

Hätte sie diesen Aufprall als Mensch erlitten könnte sie ihr Rückrat nun sicherlich von Einzelteilen wieder zusammensetzen. Langsam legte sich eine ihrer Pfoten auf die Wunde am Bauch und hob sich danach in Augenhöhe. Das ehemals weiße Fell war verschmutzt von Erde und Holzsplittern, ihre Handfläche jedoch war im leuchtenden Rot gefärbt. Blut...
Erneut suchte ihr Blick nach dem Verursacher ihrer jämmerlichen Situation. Dieses mal fand sie ihn. Er stand am Ende der schneiße die sie hinterlassen hatte. Sie konnte deutlich erkenne wo sie aufgekommen war, der Boden war durchpflügt wie ein Acker.
Ihre Aufmerksamkeit jedoch lag auf seinen Händen... falls man sie so nennen konnte. Alles was sie erkannte waren riesige messerähnliche Klauen. Ihr schauderte bei dem Gedanken welche Wunden diese Waffen schlagen würden. Gleichzeitig stellte sich der Fähe die Frage was um alles in der Welt Mercer war. Er wirkte so unnatürlich auf sie. Sein Anblick lies ihre Instinkte verückt spielen. Sie wollte Flüchten, sich in einer Höhle verstecken und erst wieder raus kommen sobald die Luft rein war.
Ihr geschundener Körper aber sprach eine ganz andere Sprache. Pulsierend nahm der immer noch starke Schmerz zu und wieder ab. Das heiße Blut aus ihrer Wunde versprühte einen metalischen Geruch, zeigte ihr ihre Schwäche.
Niemals würde sie ihm nun entkommen können... Ans Kämpfen war nicht zu denken. Nicht wenn ihm solche Waffen zur Seite standen, ganz zu schweigen von der Tatsache dass sie garnicht kämpfen konnte. Etwas Training hätte damals nicht geschadet... nun trug sie die Konsequenzen ihres anhaltenden Selbstmitleides.

Wie benommen legte sie ihren Kopf zurück den den Nacken, hörte ihre Knochen knacken und schloss die Augen. Es machte sie wütend so wehrlos zu sein! Ja es verzweifelte sie geradezu.
Sie konnte den Druck in ihrer Brust spüren. Sie fühlte wie sich der Wolf nach außen drängte, blind vor Wut, vor morddurst. Sie kämpfte nicht dagegen an, zu schwach war sie dazu. Oder wollte sie vielleicht gar dass der Wolf hier die Führung übernahm? Er... nein sie, die Wölfin konnte kämpfen. Konnte töten ohne mit der Wimper zu zucken. Ace hingegen... ja Ace konnte nichts wenn man es so wollte.
Ein lächeln umspielte ihre Lefzen.

"Fein..."

Augenblicklich wurde sie von der Schmerzwelle übermannt, so sehr dass es ihr die Tränen in die Augen trieb und die bisherigen Schmerzen in den Schatten stellte. Die eben noch verrenkten Knochen schoben sich ohne Gnade wieder zurück an ihren ursprünglichen Platz, begannen sich zu verformen und zu Wachsen. Die Kleidung welche ohnehin schon an ihre Grenze war zerriss augenblicklich und gab die sich frei auf den sich formenden Wolfskörper.

Schnell war das Wolfsmädchen der großen weißen Bestie gewichen. Speichel tropfte zu Boden, die Lefzen zu einem bösartigen Knurren verzogen. Selbst die Wolfsaugen erkannten die Gefahr vor ihnen, beäugten die Klauen des Feindes argwöhnisch.
Solange bis ein Ruck durch den Körper ging und die Pfoten sich in den Boden gruben. Abermals pfiff der Wind um die Wolfsohren, das tiefe grollende Knurren in der Kehle, bereit Mercer alle Glieder aus dem Leib zu reißen.
Schneller noch als bei ihrer Flucht jagte sie auf ihn zu, die blauen, stechenden Augen fixierten seine Glühenden. Bereits Meter vor ihm öffnete sich ihr Maul und sie sprang mit einem mächtigen Satz nach vorn. Die Klauen waren gefährlich, und sie waren das Ziel ihres Angriffs. Er sollte sehen wie er kämpfte sobald sie ihm sämtliche Glieder ausgerissen hatte!

[ läuft | schaut nach hinten | starrt Mercer an als sie an ihm vorbei läuft | kann von der Situation überrumpelt nicht mal ein bisschen reagieren | durchpflügt den Boden und kracht schließlch gegen einen Baum | verliert für einen Moment das Bewusstsein | kommt panisch wieder zu sich | hat schmerzen und keucht nach Luft | beruhigt sich wieder | schafft es ihre Gedanken zu ordnen | sieht sich in einer aussichtslosen Lage | wehrt sich nicht gegen die Wölfin | verwandelt sich und stürzt auf Alex zu | will ihm einen Arm ausreißen um ihm seine Klauen zu nehmen ]
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Alex
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   So 01 Nov 2015, 22:59

Chapter 3.1
Eine ganz flüchtige Sekunde, kaum ein Wimpernschlag, als Acelya’s Augen im Vorbeirennen für jenen kleinen Augenblick kurz Mercer’s Gesicht streifen konnten. Das kaum merkliche, fahle Schmunzeln in einem seiner Mundwinkel, bevor er vor ihren Augen zum ersten Mal seine Kraft demonstrierte. Sie war ebenso wie er ein rein materielles Wesen, dass hatte er gespürt. Keine Person, die sich hinter feighaften Zaubern oder Schutzwallen versteckte, sondern ihre Macht anhand roher Gewalt maß. Das liebte Alex so an den Tierwesen, an den Gestaltwandlern… Werwölfen, Vampiren. Magier rafften sich mit ihrer eigenen Konzentration in den Untergang, ohne auch nur wirklich einen Tropfen Blut opfern zu müssen. Aber die schneeweiße Wolfsdame … ihr Blut würde fließen. Überraschenderweise entkam kein markerschütternder Schrei ihrer Kehle, als seine scharfe, dornenbestückte Peitsche sich scharf und präzise in das Fleisch ihres Bauches grub, sie vom Boden pflückte wie eine zarte, hilflose Blume, rausgerissen mit all ihren Wurzeln. Wie eine leblose Puppe wirbelte sie durch die Luft, schabte ihre weiche Haut über den harten Boden, welcher zeitgleich das Fell ausriss, ohne ihr die Möglichkeit zu bieten, in seinem Haltungsvermögen Gnade zu erlangen. Das Holz knarzte, splitterte, als ihr harter Körper wuchtig in dem massiven Aufprall liegen blieb. Man konnte mit feinem Gehör noch das weiche, unangenehme Knacken ihrer Knochen vernehmen, noch ehe sie überhaupt ihre Schnauze panisch aufriss und winselte, jaulte wie ein erbärmliches Schlachttier. Die Peitsche hatte der Prototyp mitunter längst zurückgezogen, einen grobflächigen Schnitt quer über den Bauch des Mädchens hinterlassend. Blut quoll unter ihren Fingern hervor, wie es ebenso von seinen tropfte. Rhythmisch den Boden befleckend, seine Klauen leckend.

Abgesehen von den kurzen zwei Schritten, die er gemächlich in ihre Richtung setzte, machte der junge Mann jedoch keine weiteren Anstalten sie erneut anzugreifen, oder ihr zu drohen. Das schmale Lächeln, dass sich im Schatten der Kapuze als feine, dünne Linie abzeichnete, zeugte auch nicht wirklich vom wuchernden Wahnsinn eines rücksichtslosen Monsters, dass blutdürstig alles Leben vernichtete, was sich ihm auf eigene Dummheit belastet in den Weg drängte. Nein, anders als Jael, war es nicht Acelya’s Schuld die ihn zu diesem Handeln drängte, als lediglich die süsse Herausforderung die sie ihm so freizügig darbot. Ähnlich einer Hure, die ihre Beine für ihn spreizte, offenbarte sie ihm hiermit ebenfalls ihr Heiligstes. Die Seite an ihr, die mit Emotionen geradezu vollgestopft war. Zitternd, bebend – vom Schmerz vollkommen eingenommen, versuchte Acelya sich krampfhaft aufzurichten. Ihre eben noch so kraftstrotzende Hülle, gebrechlich wirkend wie ein alter, dorrer Ast, dem alles Leben schon entnommen worden war. Ihre Lunge hustete, hechelte, verbraucht und staubig, als sie sich unter schweren, keuchenden Atemzügen von allen Kräften verlassen auf die Beine hievte, die silbernen Strähnen ihrer Anthrowolfsgestalt wie ein Trauerschleier aus Spinnweben seidig in ihrem Gesicht hängend. Die dunklen, meerblauen Augen suchten blindend nach seiner Gestalt, tasteten sich über die Umgebung, striffen seinen Schatten aber immer nur flüchtig und wage. Sie musste einige Knochenbrüche erlitten haben, Prellungen, innere Blutungen und eine schwere Gehirnerschütterung hatte sie höchstwahrscheinlich auch erlitten. Aber wäre sie in ihrer menschlichen Gestalt, so wäre sie vermutlich gar nicht mehr am Leben. Aber es war nicht Mercer’s Ziel sie zu töten… nicht einmal jetzt beim Kampf. Bei ihm war es einfach die pure, aus all seinen Poren strotzende Neugierde, die sein Handeln beflügelte, das Grinsen mit jeder ihrer keuchenden Schmerzlaute verbreiterte.

Einige Sekunden schwieg sie noch, ordnete das Chaos aus Schmerzimpulsen, die wohl überall in ihren Körper explodierten. Dann, unerwartet, hob sie den Blick, spitzte die wölfische Schnauze zum perfiden, verzerrten Lächeln. „Fein.“ Ihre Kleidung platzte in der gleichen Sekunde aus allen Nährten, segelte als wertlose Fetzen auf den weichen Laubboden, während ihr Körper in nur wenigen Sekunden, begleitetet von ihrem Jaulen sich zu verformen begann. Riesige Fleischberge ballten sich unter dem dichten, rohen Fell, ihr Kiefer klappte zwei immense drohend scharfe Zahnreihen auseinander, ehe das vollendete Biest die glühenden Augen auf ihn heftete, fixierte und schließlich mit einem donnergleichen Knurren den massiven Körper in Bewegung setzte. Mit mehreren langen Sätzen war sie bei ihm angelangt, das Maul als schwarzes, tiefes Loch geöffnet.

Alex machte keine Anstalten daran zurückzuweichen – es war eine denkbar ungeschickte, brachiale Herangehensweise die Acelya dort vertrat, indem sie direkt auf seine messerscharf gespitzten Klauen zuhechtete. Aber etwas anderes hatte er von dieser puren, animalischen Seite – ihr Allerheiligstes, vor ihm bloßgestellt – auch nicht erwartet. In der letzten Sekunde ging er leicht in die Hocke, riss den linken Arm hoch, um ihren Biss damit abzufangen, während die Klauen in seiner Rechten weiter scherenartig wuchsen, wucherten, bis sie weit über seine Knie reichten. Heißer, dumpfer Schmerz jagte sein kaum noch intakt zu nennendes Nervensystem, als ihre Fänge sich in seine Muskeln gruben, auf Metall stießen. Kaum jedoch hatte sie sich ihm verbissen, begann sie schon zu zerren, riss an ihm, zerrte an den Sehnen, dem Fleisch. Er spürte wie seine Haut an der Schulter leicht riss, wie sein Arm schmatzend in ihrem Maul verschwand. Seine Zähne hatte er mittlerweile auch schon blutig durch seine Lippe gegraben – aber er wollte auch nur ganz sicher gehen, dass die Wölfin jetzt auch fest genug biss. Innerhalb zwei Herzschlägen kurz nach ihrem Biss begann sich auf einmal sein Arm zu verformen, wurde breiter, dicker, metallischer und fester. Mit einem Ruck schließlich so groß, dass das ein widerwärtiges Knacken verriet, als ihr der Kiefer gesprengt wurde und die Knochen barsten. Ein schmerzerfülltes Jaulen, ein kurzes Winsen, als sie ihr blutendes Maul, mit den zerbrochenen Zähnen von ihm abwandte und die rote Suppe auf den Boden spuckte. Ein letzter mitleidiger Blick streifte die weiße Wölfin, die einst seine erste Bekannte gewesen war, dann holte er mit dem Schwertarm aus und schlug mit einem präzisen Schlag dem Mädchen den Kopf ab.

Er hatte sie nicht töten wollen... wirklich... Es gab nichts was seine Tat rechtfertigte. Er besaß keinen Grund sie zu töten.

Dennoch manifestierte sich ihr nackte Körper, geköpft auf dem Boden, wurde flüchtig von seinen Fingerkuppe berührt und schließlich komplett absorbiert. Mit dem Kopf fuhr er ebenso fort. Man würde Acelya nicht finden... Er seufzte kurz leise, melancholisch. Betete, dass man den Lehrer Mr. Faiten nicht befragen würde, dass man herausfand, dass sie mit ihm als Letztes gesehen wurde. Kurz kam ihm der junge Mann ins Gedächtnis, der mit den durchgeschnittenen Fersen. Er würde noch einen Blick auf ihn werfen.

BP: Acelya
TBC: Lichtung im Wald
[ beobachtet Ace ;; sieht ihren Angriff kommen ;; lässt sie zubeißen und beinahe den Arm ausreißen ;; verwandelt den gebissenen Arm blitzschnell ins Schild ;; bricht ihr den Kiefer ;; Köpft sie ;; Absorbiert sie ]


Man sagt mir nach ich wäre pervers,
... egoistisch, weltfremd, unberechenbar, eingebildet,
rücksichtslos,haltlos und maßlos...

Selbst wenn... Wer sagt das es mir nicht gefällt?


[size=9]Ich geb dir die Schuld für alles, du nimmst alles auf dich.
Ja das muss Liebe sein...
Du machst das alles für mich
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Acelya
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Do 19 Nov 2015, 14:33

LAST POST
Tod des Charakters

Der Wind beflügelte sie, als die Wölfin geradezu mit gebleckten, weit aufgerissenen Maul auf ihn zustürmte. Die Wut, das Adrenalin bebte in ihren Körper. Es gab kaum ein Gefühl, dass sie mehr lebendig fühlen ließ. Keine Kraft auf der Welt, die sich damit vergleichbar machte. Ihre Pfoten zerfetzten den laubbedeckten Boden, als sie darüber fegte. Mit einer unmenschlichen Macht sprang sie vom Boden ab, die Muskeln gestreckt und zum Reißen angespannt. Ihre langen Zähnen gruben sich in sein merkwürdig bitter schmeckendes Fleisch, begannen zu reißen und tiefer zu bohren. Hass glimmte durch ihre hellen, meerblauen Augen zu ihm nach oben. Ein tiefes Knurren jagte durch ihre vibrierende Kehle. Der massige Körper, zu riesig für einen normalen Wolf sprang von einer Seite zu anderen, riss an dem Fleisch, hörte wie die Sehnen in seinem Arm spannten und sicherlich mit noch ein klein wenig mehr Anstrengung dann zerreißen würden. Im Augenwinkel sah sie die bedrohlichen Klauen an seinen Fingergliedern entlangwachsen, besah sich die Spiegelung der Abendsonne, die in ihrem Silber funkelten. Ihr Gesicht war zur Fratze verzerrt, als sie erneut riss, die schmerzdurchzogenen Nervenzuckungen in seinem vom Schatten überdeckten Gesicht betrachtete. Doch…. Etwas stimmte nicht. Sein Geschmack von Blut, der so faulig widerlich wie der einer Leiche schmeckte, vermischte sich, wurde immer metallischer. Auch schien der Arm in ihrem Maul immer dicker zu werden.

Dann.. passierte es. Mit einem Mal mutierte der Arm in ihrem Maul mit einer solch harten Wucht, dass er förmlich in ihrem Mund explodierte. Die unbekannte Kraft sprengte ihre Kieferknochen, zerbrach ihre Zähne augenblicklich und die scharfe Klinge schnitt gnadenlos durch das Fleisch ihrer Lefzen. Jaulend zog sie ihre Schnauze zurück, schnitt sich noch tiefer ins Fleisch bei dem Versuch, loszukommen. Der Schmerz war betäubend, pulsierte durch ihren ganzen Körper, während sie kaum in der Lage war leise zu winseln und zu jaulen. Ihr Fell hatte sich blutdurchtränkt elektrisiert aufgestellt und ihr Körper begann schwach zu zittern. Da war nichts mehr… sie schloss die Augen, tauchte hilfesuchend in die Dunkelheit. Aber sie fand nichts als unendlichen Schmerz. Es sollte aufhören verdammt! In ihren Gedanken klammerte sie sich an das Bildnis ihren Bruders. Ihres Bruders getötet von Wächtern vor ihren Augen… als sie sie während der Quarantäne fortgeführt hatten. Er lächelte ihr zu, dass wettergebräunte Gesicht von einem strahlenden Lächeln geschmückt.
Sie sackte leicht zusammen, hielt sich krampfhaft auf den Beinen. Die Bestie in ihr war noch nicht bereit aufzugeben. Sie wollte weiterkämpfen, aber Acelya unterdrückte sie mit Allem was sie hatte. Sie war müde geworden… sie wollte hier nicht sein. Nicht ohne Cyprian. Erneut winselte sie elendig, zitterte. Klammerte sich an ihren Bruder, der ihr sanft imäginär durchs Fell streichelte, flüsterte, dass alles gut werden würde. Mercer… war vergessen. Sollte er in der Hölle rösten. Ein letztes Mal umarmte sie ihr älterer Bruder, drückte sie fest an sich, befreite sie von all dem Schmerz, gab ihr die Kraft für ein letztes Lächeln, ehe sie abrupt von der Dunkelheit verschluckt wurde und zusammenbrach.

[ greift Mercer an ;; will ihn den Arm ausreißen ;; bekommt den Kiefer gebrochen, als dieser mutiert ;; sieht im Schmerzwahn ihren toten Bruder ;; stirbt ]
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Julie
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Mo 14 Dez 2015, 18:53

First and last Post

Angsterfüllt blickte ich in diese graue Welt. Ich wusste nicht wo ich war und warum ich hier war. Alles war verschwommen, meine Sicht sowie meine Erinnerungen; alles ganz blass und farblos. Verzweifelt versuchte ich mich zu erinnern, doch sogleich entbrannte in mir ein unglaublicher Schmerz. Die Dunkelheit, sie hatte die Kontrolle übernommen. Schemenhafte Bilder erschienen vor meinem inneren Auge, gepaart mit überwältigenden Gefühlen von Angst, Schmerz und Wut. Sie hatte die Gunst der Stunde genutzt um mich zu überwältigen. Wie eine Schlinge hatte sich die Dunkelheit um mich gelegt und so lange gewürgt bis ich aufgegeben hatte. Nun war ich ihrer Gefangene in meinem eigenen Körper. Ich konnte nichts dagegen tun. Jedes Aufbäumen wäre umsonst gewesen. Sie war zu stark und ich zu schwach. Geduldig hatte sie abgewartet um endlich ihrer Fessel brechen zu können. Nun hatte sie es geschafft und sie würde sich so leicht nicht mehr bezwingen lassen. Ihre Gier nach Rache und ihr Durst nach Blut mussten endlich gestillt werden. Leise begann ich zu weinen, doch es störte sie nicht. Sie war viel zu sehr mit ihrer Jagd beschäftigt. Weit blähte sie ihre Nüstern und ich spürte ihrer Triumph als sie das Erhoffte witterte, nämlich Beute. Ich wollte wegsehen, doch ich hatte keine Kontrolle über meinen Körper, er gehörte ganz ihr. So musste ich mitansehen wie sie ihre Zähne in den Hals eines Jungen grub. Seine Augen waren panisch geweitet, sein Mund zum Schreien geöffnet, doch kein Laut kam über seine Lippen. Ich schmeckte den metallischen Geschmach des Blutes und ein Gefühl des Ekes stieg in mir auf. Ich wollte würgen, doch es war mir vergönnt. Entsetzt musste ich zusehen wie sie sich weiter an dem Jungen labte und immer wieder ihre Zähne in seinen Körper grub. Ich wimmerte leise, sodass ich nicht wahrnahm wie sich jemand näherte und sie tat es auch nicht. Zu sehr war sie damit beschäftigt sich zu stärken. Dann hörten wir beiden nur noch den Schuss. Für einen kurzen Moment waren wir eins, doch dann traf mich ein kalter Schmerz, der mich mit aller Gewalt zurück in die Wirklichkeit riss. Panisch schnappte ich nach Luft, um mich herum erstrahlte die Welt in ihrer vollen Pracht und ich wusste, ich war endlich allein. Friedlich tat ich meinen letzten Atemzüge, bevor ich sanft in die Dunkelheit glitt. Doch ich hatte keine Angst mehr, denn ich hatte sie für immer besiegt.

[tötet Lucian -> wird daraufhin von einem Wächter erschossen]
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Oscar
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   So 27 Dez 2015, 16:38

First Post

»Tief sog der 18 Jährige die erfrischende Waldluft ein. Er schmeckte die süße Feuchtigkeit, welche von den Blättern ausging, und den Duft des grünen Mooses. Aus einiger Entfernung konnte er ein kleines Eichhörchen orten, welches hastig ein Fichte hinaufeilte. Doch für den Moment hatte er kein Interesse es in die Pfoten zu bekommen, nicht einmal spaßeshalber. Er wollte einzig und allein die Ruhe in diesem abgelegenen Teil des Waldes genießen und einen Moment abschalten.
Oscar saß auf dem Boden, den Blick gen Himmel gerichtet und nachdenklich die Wolkenfetzen anstarrend, welche sich ihren Weg durch das dichte Blätterdach bahnen konnten. Was wohl dahinter liegt. Seine Beine hatte der schwarzhaarige angewinkelt, die Hände auf den Knien und in ihnen ein kleiner Zeichenblock, mitsamt dem angeknabberten, hölzernen Bleistift.
Langsam wanderten die Gedanken des Jungen fort, hinaus aus dem Wald, aus der Stadt, weg von Glassdome. Verträumt dachte er an seine Familie, seine Brüder und seinen verstorbenen Onkel. Wie oft hatte er sich seit seiner Zeit in Glassdome jetzt schon gefragt was sie wohl ohne ihn täten. Ob sie ihn vermissten.
Er schüttelte den Kopf um wieder einen klaren Kopf zu bekommen und schmunzelte kurz über sich selbst bevor er seine Gedanken wieder auf sein Tuen richtete. Die Beine nun wieder ausgestreckt fuhr er sich mit der rechten Hand durch das rabenschwarze Haar um seine Stirn davon zu entledigen. Wenige Herzschläge später hing es ihm erneut ins Gesicht, was Oscar jedoch nicht weiter kümmerte. Konzentriert fuhr er mit dem Bleistift über den Skizzenblock und immer mehr und mehr Striche ließen erkennen was es wohl am Ende darstellen sollte. Immer wieder hob er den Blick und betrachtete eine dicke Kröte, welche ganz in seiner Nähe am Boden hockte und nichts weiter tat als zu atmen. »Faul wie die Sünde.« Murmelte der Schwarzhaarige vor sich hin, die blauen Augen auf das kleine Tier gerichtet und den braunen Bleistift zwischen den Zähnen, bevor er mit seiner gekonnten Arbeit fortfuhr...«
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   So 27 Dez 2015, 18:48

»Skyler





»Plot 3

»Kapitel 2.1



cf: Die Stadt – Außerhalb – Verfallene Fabrik


Jeder einzelne Schritt, den der Junge durch das Innere des Waldes setzte, wurde mit einem Ächzen des von den Bäumen hinabgeworfenen Laubes quittiert. Zusammen mit dem fernen Rauschen von Wasser, dem Kratzen der noch hängenden Blätter, welche den Wind passieren ließen und sich dabei aneinander rieben, und dem leisen Atmen des Achtzehnjährigen ergab dieses Ächzen eine gespenstige Melodie, welche nicht zuletzt durch die wenigen, den Grund erreichenden, Lichtstrahlen untermalt wurde. Trotz der hellen Tageszeit, wurde das meiste an Licht, welches die Sonne auf das Blätterdach niederprasseln ließ, von jenen Baumkronen absorbiert, sodass man nahezu im Dunkeln durch den Wald weilte. Es hatte den Anschein, als würde sich dichter Nebel zwischen den einzelnen Ästen und Stammen hindurch schlängeln, aber Skyler war eines Besseren belehrt – er kannte diesen Ort und wusste genau, wodurch die düstere Atmosphäre erzeugt wurde. Nicht ohne Grund erzählte man sich, dass die Wenigsten den Weg aus diesem kleinen Fleckchen an dicht bewachsener Natur wieder von alleine herausfänden, wenn sie sich erst einmal hierher verirrt hatten. Der Dunkelhaarige hatte diese alte Leier jedoch nie geglaubt. Warum sollte man in einem Gefängnis einen Wald existieren lassen, aus dem niemand jemals wieder herausfinden soll? Nun gut, schon allein die Tatsache, dass es überhaupt ein Forstgebiet innerhalb eines Baus gab, war schon skurril, aber ein Irrgarten wäre skurriler und bei Weitem durchaus zu viel des Guten. Natürlich gab es immer einmal ein, zwei, Personen, die zu wenig Intelligenz besaßen, um sich darüber Gedanken zu machen; jedoch hielt er es für unwahrscheinlich, dass dies bei dem Projekt der Gefängnisinsel der Fall gewesen war: Glass Dome ist eines der komplexesten und fragwürdigsten Systeme, die es seiner Meinung nach je gegeben hat. Hinter einer solchen Idee konnte nicht einfach irgendein Dahergelaufener stecken, der sich nur darauf spezialisiert hatte, nahezu misanthropische Wesen an einem Punkt auf diesem Planeten zu konzentrieren, nur um die Menschheit vor ihnen zu schützen, obwohl – und das kommt nach dazu! – die Majorität dieser Wesen keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Innerlich schüttelte der ungewollte Spion den Kopf. Er konnte nicht nachvollziehen, warum die gewöhnlichen Menschen immer gleich Angst vor etwas hatten, dass sie nicht verstehen konnten. Nur weil man etwas nicht versteht, heißt es ja nicht gleich, dass davon Gefahr ausgeht, sodass man Misstrauen hegen muss, oder? Ein Seufzer entwich seinen Lippen: ›So sind Menschen eben: Sie brauchen für alles eine Erklärung. Gibt es diese nicht, so sehen sie keinen anderen Zweck darin, als das rätselhafte, unerklärliche Phänomen zu vernichten, es zu destruieren, oder es an einen Ort zu schaffen, wo es keine Gefahr darstellen könnte – Glass Dome.‹ Die Wortwahl seiner Gedanken hatte deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er dem Ganzen zynisch gegenüberstand. – Ja, er spottete förmlich über die die Welt beherrschende, fast schon unterdrückende, Rasse.
Ein süffisantes Grinsen umspielte seine Lippen, während er, seine Gedanken immer mehr in den leeren Weiten des Walduniversums lassend, durch jenes Gebiet marschierte; und ehe er sich versah, stand er in einem flachen Bächlein. »Verdammt!«, lauthals fluchend sprang er sofort aus dem eiskalten Wasser, aber es hatte keinen Unterschied gemacht; nass waren seine Füße und die immer noch zerfetzte Hose trotz alledem. Manchmal brachte ihn seine Tollpatschigkeit schon an den Rand des Wahnsinns; besonders dann, wenn er keine Schuhe anhatte. Nachdenklich kratzte er sich am Kopf. So weit er sich erinnern konnte, musste er sie bei in der Fabrik vergessen haben. Womöglich war es in dem Moment passiert, als er sich aus Jagdinstinkt in einen Fuchs verwandelt hatte – sie sind von den Pfoten, ehemals Füßen, abgefallen. Merkwürdigerweise war es ihm gar nicht aufgefallen, dass er sie verloren hatte – wobei das bei einem zerfetzten T-Shirt, dass die Haut nur spärlich bedeckte; einer zerfetzten Hose, die nur an den unteren Hosenbeinen Schaden genommen hatten; und seinen zerwuselten Haaren nicht wirklich auffallen würde. Gemütlich, so als wäre nichts gewesen, setzte er seinen Weg fort, dabei versuchend, seine Haare zu richten, was ihm letztendlich auch gelang.

Nach einer Weile blieb er wie angewurzelt stehen, sein Blick stumm gerade aus gerichtet. Träumte er oder saß dort tatsächlich jemand auf dem Boden und zeichnete. Nun gut, alles was er in der Dunkelheit zwischen den Sträuchern hat er erkennen können, waren eine schwarze Mähne, die auf dem Haupt des Anderen thronte, sowie die bläulich leuchtenden Augen. Nun gut, ob es Augen waren, hatte er nicht erkennen können, aber die Vermutung, dass es sich um Augen handelte, lag ziemlich nahe. Dennoch: es war die reinste Rarität, wenn man an diesem gottverlassenen Ort einmal jemanden antraf, der nicht panisch umherirrte und den Ausgang suchte, der ja eigentlich in allen Richtungen lag, da Glass Dome eine Insel war. Noch seine Sache, die er nicht verstand, aber diese schien just in diesem Moment irrelevant. Langsam, nur bedingt vorsichtig, näherte er sich der Person auf etwa zwei Uhr, also fast frontal. Er wusste nicht, ob es schlauer war, in der Gestalt eines Fuchses aufzutreten, jedoch würden ihn die Kleidngsstücke, die daraufhin auf seinem Fell kleben würden, sofort verraten. Außerdem vermutete er, dass von der anderen Person keine Gefahr ausging, da er – die Distanz war mittlerweile auf eine geringe Größe geschrumpft, sodass er das Geschlecht des Anderen identifizieren konnte – recht unschuldig aussah. Nun gut, es konnte nur ein Trugbild sein, aber darüber dachte er jetzt nicht nach. Noch einmal hatte er kurz den Kopf geschüttelt, weil ihm seine Haare ins Gesicht gefallen waren, bevor er den anderen ansprach, auf etwa zwei Meter Distanz stehend, unwissend, ob dieser ihn bereits bemerkt hatte: »Was zeichnest du da? Den Wald?« Neugierig versuchte er über den Block des Schwarzhaarigen zu schielen, aber dieser war zu sehr in dessen Richtung geneigt. »Ich habe auch immer einen Block und einen Stift dabei, damit ich etwas zeichnen kann. Das heißt, die jetzige Situation als Ausnahme ansehend.« Nun ja, die eben angemerkten Materialien hatte er ja auch schlecht mit sich tragen können, wenn er seine Umhängetasche ebenso in der Fabrik mit ihrem Inhalt liegen gelassen hat. Warum musste er auch immer solche Sachen vergessen?


»Postingpartner: Oscar


»Zusammenfassung:
{geht durch den Wald → denkt über diesen nach → beschäftigt sich mit dem Verhalten der Menschen gegenüber Seinesgleichen → betritt in Gedanken einen Buch → geht mit zerrissener Kleidung und nassen Hosenbeinen barfuß weiter → trifft auf einen Jungen → nähert sich ihm → sprciht ihn bewusst an}


»Legende:
Handlung
»Sprechen«
›Denken‹
»Oscar spricht«
Ortswechsel
»Rückblende«

© by Jesko | Skyler | Pinkas | Ryze





Zuletzt von Skyler am Mi 30 Dez 2015, 13:35 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   So 27 Dez 2015, 22:58

Noch immer hatte er dort gesessen, die blauen Augen auf seine Arbeit gerichtet und erneut war er tief in Gedanken versunken. Hin zu der Kröte, welche dort so unbekümmert am Boden saß, als hätte sie keine Furcht vor all den umstehenden Gefahren. Da war er selbst, da war der Wald, mitsamt all seiner Dunkelheit und seinen Insassen. Inassen. Was für eine ironische Bezeichnung für die Lebewesen eines Waldes mitten auf einer Insel mit Gefangenen. Und er war einer von ihnen. Weil man ihn hierher gebracht hatte. Der Blick des Jungen war fest auf das braune Wesen ganz in seiner Nähe gerichtet und gerade wollte er aufstehen, um es aus der Nähe zu betrachten, als ein neuer Geruch ihn abrupt unterbrach. Ohne sich zu rühren, konzentrierte Oscar sich auf den Geruch, die großen Hände ruhig auf den Knien liegend und Bleistift und Block fest umklammert, als könnte er sie im Falle der Not als Waffe einsetzen. Sein Körper war in Alarmbereitschaft, falls nur ein winzigen Zeichen von Gefahr drohte, würde er seinem Feind im Bruchteil einer Sekunde auf vier Pfoten gegenüber stehen.
Doch der Neuankömmling gab schnell Entwarnung. Noch bevor er ihn zu Gesicht bekam, erkannte Oscar, dass es sich nicht zwangsläufig um einen Feind handeln mochte, dafür roch er viel zu sehr nach Mensch und näherte sich zu laut und zu langsam. Ein anderer Geruch vermischte sich noch mit dem des menschlichen und er wirkte nicht sonderlich angenehm. Eher wie ein Gestank. Der Achzehnjährige rümpfte unwillkürlich die Nase und schloss rasch den Mund. Fuchs.
Füchse waren nicht gerade seine Lieblingstiere. Sie hatten ihre Wurzeln bei den Wölfen und Wölfe konnte er ganz und gar nicht leiden. Neben ihrem widerlichen Gestank und dem nervtötenden Bellen, waren sie auch nur bedingt in der Lage irgendwas zu leisten. Abgesehen von diesen Tatsachen, überwog in diesem Fall der menschliche Duft, welcher ihn davon abhielt alamiert aufzuspringen oder gar zu verschwinden. Stattdessen blieb er ruhig sitzen und wartete bis er den Anderen zu Gesicht bekam.
Nur wenig später erschien er schon zwischen den kahlen Stämmen und er kam recht schnell näher. Wachsam verfolgte Oscar jeden seiner Schritte instinktiv mit den Augen. In der leichten Dämmerung, welche durch das dichte Blätterdach noch deutlich finsterer wirkte, konnte er die Statur seines Gegenübers nur schwerlich ausmachen. Dieser war inzwischen schon recht nah an seinen Sitzplatz gekommen, er schien doch sehr neugierig. Ohne jegliche Worte der Begrüßung begann er schon zu plappern. »Was zeichnest du da? Den Wald?« Oscar schmunzelte, doch bevor er sich eine passende Antwort überlegte, nahm er den Fremden erst einmal genaustens unter die Lupe. Sein schwarzes Haar ähnelte dem eigenen und auch die Größe schätze Oscar etwa auf die selbe. Mit einer raschen Bewegung erhob er sich auf die Beine und nun stand er Skyler in seiner vollen Größe gegenüber. Er war ein wenig schmaler und vielleicht ein bisschen zierlicher, seine teilweise zerrissenen Kleider ließen ihn ein wenig mitgenommen wirken. »Hey!« antwortete Oscar gelassen und grinste schief, alle Vorsicht war vergessen. Dann hob er die Hand und deutete mit einer ebenso lässigen Bewegung in Richtung der Kröte, welche Skyler wohl als Gefahr ausgemacht sich jetzt doch dazu entschieden hatte zu flüchten. Mit trägen Sprüngen machte sie sich in Richtung des Unterholzes auf.
»Eigentlich die Gute dort, aber du scheinst ihr wohl doch zu furchteinflößend, als dass sie sich trauen würde zu bleiben.« Gebannt sah er zu wie sie davon hüpfte und fuhr sich erneut durch den schwarzen Schopf, bevor er sich wieder dem anderen Jungen zuwandte. Neugierig verfolgte er seine Mimik und Gestik, gespannt was wohl als nächstes von ihm kommen würde.»Ich habe auch immer einen Block und einen Stift dabei, damit ich etwas zeichnen kann. Das heißt, die jetzige Situation als Ausnahme ansehend.« Beides noch in der linken Hand haltend fiel Oscar wieder ein, dass der fremde Junge, seine Zeichnung allen Anschein nachs selbst zu Gesicht bekommen wollte und so hielt er ihm die Skizze der dicken Kröte hin, neugierig was er wohl dazu sagen würde. Leicht zog er die Brauen hoch und wartete darauf, dass Skyler ihm die Zeichnung abnahm während er beiläufig eine Gegenfrage stellte. »Du zeichnest also auch? Interessierst du dich auch für die Kunst?« Es juckte ihm in den Fingern, die anderen Seiten des Skizzenbuchs aufzuschlagen um noch mehr Werke zu präsentieren und noch mehr Fragen zu stellen. Doch er bemühte sich es dabei zu belassen und schwieg für den Moment. Ungeduldig auf eine Antwort wartend biss er mahnend die Zähne aufeinander.
PP: Skyler

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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Mo 28 Dez 2015, 00:03

»Skyler





»Plot 3

»Kapitel 2.1



Die Augen des Dunkelhaarigen waren weiterhin starr auf die Ansammlung weißer Blätter, welchen durch einen Draht auf einem ebenso großen Stück Pappe zusammengehalten wurden, gerichtet. Neugier war nicht wirklich eine Charaktereigenschaft des Fuchsjungen, wohl aber die Impulsivität, die Paranoia und geringfügig auch die Emotionalität. Natürlich ist es reine Normalität, das jeder – ganz gleich, ob Mensch oder ein spezifisches Wesen – von allem etwas in sich trägt; manches davon ist stärker ausgeprägt, anderes weniger. Welche Eigenschaften das Verhalten eines humanen Geschöpfes beinhaltet, ist dabei wohl individuell zu betrachten: Die einen tragen bestimmte Verhaltensmuster in sich und schaffen es, jedes andere zu unterdrücken, während die anderen ihr Verhalten ständig in verschiedenen Arten und Weisen äußern. Skyler dagegen ist mehr so ein Mittelding von beidem, denn ihm ist es nur bedingt möglich, gewisse Formen des Verhaltens zu unterdrücken, weshalb sie mehr oder weniger ab und zu an die Oberfläche seiner Persönlichkeit dringen – wie die Neugier. Zwar ist er sich dessen bewusst, ignoriert es aber – warum sollte er auch darüber nachdenken, wie er sich das ein oder andere Mal verhält? Letztendlich kommt es ja nicht darauf an, was er über sein Verhalten denkt, sondern auf das, was andere davon halten. Selbstverständlich ist es günstig, nicht gerade einen schlechten Eindruck bei der ersten Begegnung mit jemandem zu machen, aber dieser hier schien allein vom äußeren Eindruck her ein recht zäher Bursche zu sein, der das bisschen Neugier noch gerade so überleben wollte. Zierlich war er, das muss an ihm lassen; aber wenn es darum ging, wer noch zierlicher war, so würde sein Gegenüber sicherlich eine gute Nominierung dafür sein. Zwar – und dabei war sich der Spion vollkommen sicher – besaß der andere recht viel Kraft, vermutlich mehr als er selbst, aber Kraft besaß er auf jeden Fall. Natürlich könnte er jetzt darüber rätseln, wie es denn nun mit der Statur des Anderen aussah, aber solange von jenem keine Gefahr ausging – warum sollte er sich dann darum kümmern?

Eine Stimme riss den Siebzehnjährigen aus seinen Gedanken, womöglich die seines Gegenübers, wie er feststellte, denn wer hätte sonst zu ihm Sprechen sollen, es sei denn er halluzinierte nicht. Skyler konnte nicht sagen, wie lange er in Gedanken versunken war, aber das war auch egal, was zählte war die Tatsache, dass er nicht einmal mitbekommen hatte, wie sich der andere aufgerichtet und in seiner vollen Größe entfaltet hatte. Sie waren nun beide in etwa auf der selben Augenhöhe, selbst ihre Körpergrößen schienen nahezu übereinzustimmen. Ein wenig hatte es ihn schon gewundert; es brachte ihn allerdings auch zum Schmunzeln. Neugierig betrachtete er den Anderen, hatte jedoch nicht genug Zeit dazu, da sich jener Junge bereits im Bezug auf seine Worte geäußert hatte: »Hey!« – eine kurze Pause seinerseits dramatisierte die Situation, indem jenes Wort noch Sekunden nach der Aussprache zwischen den kahl gewachsenen Bäumen in alle Richtungen schallte – »Eigentlich die Gute dort, aber du scheinst ihr wohl doch zu furchteinflößend, als dass sie sich trauen würde, zu bleiben.« Erst jetzt, wo der Oscar ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, war dem Dunkelhaarigen die kleine Kröte aufgefallen. ›Süß!‹, dachte er und drohte dabei, wieder vollkommen in Gedanken zu versinken, diesmal jedoch die weghüpfende Schildkröte und nicht den anderen Jungen anstarrend. Dennoch hatte er es schaffen können, sich wieder zu fangen, was recht praktisch war, denn sodann erhielt er eine Antwort auf seine zweite Bemerkung, die andere schon wieder längst aus dem Kopf streichend. »Du zeichnest also auch? Interessierst du dich auch für die Kunst?«, kommentierte der Blauäugige Skyler und hielt ihm zu allem Überfluss die Skizze hin, auf der man deutliche Konturen der eben gesichteten Kröte erkennen konnte. Den fragenden Blick Oscars hatte er dabei nicht bemerkt, war er doch zu sehr von der Zeichnung gebannt. »Hey, die sieht ja fast genauso aus wie die echte Kröte! Wow, du bist echt gut darin!« Ein wenig neidisch, vielleicht auch überrascht von der Gabe des Anderen, ließ er sich auf einem nebenstehenden großen Stein im Schneidersitz nieder. »Sag mal, was verschlägt dich eigentlich hierher? Ich habe gehört, dass kaum einer hierher kommt, weil es so schwer sein soll, hier wieder herauszufinden. Warum gehst du dieses Risiko ein?« Wieder einmal hatte die Neugierde jede andere Charaktereigenschaft des Jungen übermannt und zur Seite gedrückt. Es hatte vielleicht damit zu tun, dass Skyler schlichtweg nicht zu jenen gehörte, die sich bei einer Begegnung immer sofort vorstellen und sich höflichst begrüßen – nein, so etwas mochte er überhaupt nicht. Natürlich wäre es nicht zu ändern, wenn seine neue Bekanntschaft ihn nach dem Namen fragen würden, und er würde ihn auch nennen, aber er musste ja dennoch nicht begeistert davon sein. Wie dem auch sei, so bemerkte der Fuchsjunge, dass der Block in der Mitte aufgeschlagen, weshalb er sich zu fragen begann, ob es dahinter nicht noch irgendwelche andere Zeichnungen gab. »Hast du eigentlich noch andere Zeichnungen auf deinem Block? Du kannst sie mir ruhig zeigen; sie sind bestimmt ebenso gut geworden, wie es die Andere ist!«, versicherte er und klopfte dabei auf den Stein, den zu seiner Linken war noch Platz für eine zweite Person. Natürlich hatte er Oscar damit andeuten wollen, dass dieser sich setzen konnte. Na ja, warum sollte er es auch nicht können? Der Stein gehörte Skyler schließlich nicht.


»Postingpartner: Oscar


»Zusammenfassung:
{Beschreibung Skylers Charakter → denkt nach → wird aus Gedanken gerissen → beginnt Unterhaltung mit Oscar → sieht dessen Zeichnung → findet sie toll → setzt sich auf einen Stein → deutet Oscar an sich auch hinzusetzen → sagt dabei etwas}


»Legende:
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»Sprechen«
›Denken‹
»Oscar spricht«
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Mo 28 Dez 2015, 14:29

Obwohl Oscar es ihm angeboten hatte, schien der Fremde nicht daran interessiert, sich den Block zu nehmen um darin zu stöbern und im ersten Moment dachte er schon, dass ihm seine Zeichnung nicht gefiele, doch einen Augenblick später hellte sich Skylers Gesichtsausdruck deutlich auf.
»Hey, die sieht ja fast genauso aus wie die echte Kröte! Wow, du bist echt gut darin!«
Das war zufriedenstellend. Währe seine Rückmeldung als negative Kritik ausgefallen, würde Oscar ihn direkt als unsympathisch abstempeln. Aber das war etwas anderes. Er schenkte ihm ein dankbares Lächeln und ließ die Hand wieder sinken. Er war nicht der Typ der nach einem Kompliment direkt anfing zu prahlen und zu zeigen was er noch alles konnte, das überließ er lieber anderen. Bevor er seinen Gedankengang weiterführen konnte wurde er erneut unterbrochen. Der Fremde hatte sich auf einen Stein, ganz in der Nähe niedergelassen und sah ihn nun mit fragendem Blick an.
»Sag mal, was verschlägt dich eigentlich hierher? Ich habe gehört, dass kaum einer hierher kommt, weil es so schwer sein soll hier wieder herauszufinden. Warum gehst du dieses Risiko ein?«
 Erst jetzt fiel dem Dunkelhaarigen auf, dass Skyler seine Frage unbeantwortet gelassen hatte, was ihn jedoch nicht weiter störte, da seine nächste Frage nur Herzschläge später kam. 
»Hast du eigentlich noch ander Zeichnungen auf deinem Block? Du kannst sie mir ruhig zeigen; sie sind bestimmt ebenso gut geworden wie die andere es ist.«
Für einen normalen Menschen wäre dies vermutlich der Zeitpunkt gewesen, verlegen zu Boden zu starren und das Blut in den erröteten Wangen zu spüren, aber das empfand Oscar ganz anders. Verlegenheit war nicht wirklich sein Ding. Wieso sollte man sich denn für das Kompliment eines anderen schämen? Zudem war es doch nur gut gemeint und Verlegenheit war in diesem Sinne sicherlich ungewollt. Anstatt einer Geste der Verlegenheit, trat er also selbstbewusst einen Schritt näher und setzte sich ebenfalls auf den Stein.
Kaum dass er laufen konnte hatte man ihm beigebracht sich zu begrüßen und vorzustellen, womöglich sogar noch die Hand zu reichen. Diese Normen hatte er stets beibehalten, auch in Glassdome. Aber in diesem Moment saß er in einem dichten, womöglich auf manche sogar beängstigend wirkenden Wald, in dem die Dämmerung von Sekunde zu Sekunde überhand nahm. Zusammen mit einem fremden Jungen, der einen sehr verträumten und womöglich auch unberechenbaren Eindruck auf ihn machte. Deshalb sah der Achzehnjährige darüber hinweg und überließ es dem Anderen sich auch vorzustellen oder es zu lassen. 
»Ich bin übrigens Oscar.«
murmelte er beiläufig, den Blick auf das Notizbuch, welches er gerade umschlug um die nächste Seite preiszugeben. Er hielt es nicht für nötig, seinen Nachnamen zu nennen, vermutlich würde es den anderen weder interessieren, noch sähen sie sich nach diesem treffen jemals wieder. Dann hob er den Kopf und sah Skyler direkt an. 
»Um auf deine Fragen zurück zu kommen; ich bin oft hier. Ich bin hier weil es einer der wenigen Orte auf Glassdome ist, in der man allein sein kann ohne zu befürchten spioniert zu werden. Außer von den Tieren natürlich.«
fügte er grinsend an, hob den Blick und sah auf das Eichhörnchen, welches seinen Kopf neugierig zwischen den Ästen hervorstreckte. Es war jenes, welches er schon vorher bemerkt hatte, doch nun hatte seine Wissbegierde es näher an das Geschehen getrieben. 
»Je öfter man diese Wege geht, desto sicherer wird man sich.«
Diese knappe Auskunft sollte für den Anfang genügen, schließlich hatte Skyler ihm überhaupt keine Antwort auf die eigenen Fragen geliefert.
Mit leisem rascheln schlug er eine Zeichnung auf und schob sie dem anderen Jungen hin. Zu sehen war ein Reh, die großen schwarzen Augen auf den Betrachter gerichtet und die Ohren aufmerksam aufgestellt. Erst vor wenigen Tagen war das Bild entstanden, genau hier, im Herzen des Waldes. Auch diesmal wartete der Jugentliche auf die Reaktion von Skyler. Liebend gern hätte er dessen Zeichnungen auch gesehen. Ein Jammer dass er sie nicht dabei hat. Doch daran konnte er im Moment wohl nichts ändern.
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Mo 28 Dez 2015, 21:30

»Skyler





»Plot 3

»Kapitel 2.1



Nun, da er dem anderen angedeutet hatte, sich auch zu setzen, ließ er jegliche Spannung in seiner Hand weichen, sodass sie gemütlich neben ihm auf dem Stein Platz fand. Auffordernd schaute er den anderen dabei an – dieser jedoch blickte auf seinen Block, setzte sich erst Sekunden später in Bewegung und trat dabei relativ selbstbewusst auf. Vorsichtig ließ er seine Hand wieder zur Seite gleiten, wollte er doch dem Anderen Platz schaffen, schließlich war er es gewesen, der ihm einen Teil des Steines angeboten hatte. Die Neugier ein wenig zur Seite drängend, starrte er weiterhin auf den Block, der wiederum in den Händen des Schwarzhaarigen Platz fand. Er wollte schon nachfragen, ob er sich den Block in Ruhe ansehen könnte, ließ es jedoch bleiben, als der andere etwas zu Murmeln begann. »Ich bin übrigens Oscar«, entflohen die Klänge seiner Mundhöhle, in die Welt hinaus flüchtend. ›Oscar...‹, wiederholte er den Namen des Blauäugigen. Ein Grinsen hatte sich auf seine Lippen geschlichen, hatte er doch nur darauf gewartet, dass der Andere sich vorstellen würde. Tatsächlich machte sich Skyler jedes Mal ein Spaß daraus, zu beobachten, wie lange er sich mit einer unbekannten Person unterhalten musste, bis sie sich vorstellte oder ihn darum bat, zu sagen, mit wem sie das Vergnügen hatte. Dieser hier hatte nicht wirklich lange durchgehalten: Ein paar flüchtige Worte, die eine oder andere Frage und schon hatte er seinen Namen preisgegeben. Klar, es war nur höflich, aber es zeigte auch Überheblichkeit und Vertrauen, das auf Naivität aufbaute. Und wenn er mal so zurück dachte, so war es Jared gewesen, der seinen Namen bis zuletzt in Verschwiegenheit ruhen gelassen hatte. Jared – der Name war ihm schon lange nicht mehr im Kopf umher gespuckt, hatte er ihn doch vollkommen vergessen; und das war auch gut so gewesen. Nichts als Schmerzen hatte er ihm gebracht, auch wenn es ihm seither schwer fallen würde, etwas bestimmtes aus Liebe zu tun, ist es doch bisher Gott sei Dank nicht dazu gekommen. Natürlich gab es die Geschichten von der einen Person, der man nur begegnen müsste, und dann würde sich alles ändern, aber bisher ist ihm das noch nicht passiert, was ihn nicht sonderlich störte. Aber wie dem auch sei, so kam er nicht drum herum, sich ebenfalls vorzustellen, weshalb er mit einem matten Unterton in der ebenfalls murmelnden Stimme antwortete: »Skyler«. Und damit schien die Namensgeschichte gegessen zu sein.

Keinesfalls wider seiner Erwartung begann der Andere seine vorhin gestellte Frage zu beantworten. Offensichtlich ging der Andere mit der selben Taktik vor wie er selbst – wobei, nein; eigentlich war es eine Ähnliche. Statt sich die Wege einzuprägen, nutzte er seinen mehr oder weniger ausgezeichneten Riechsinn. Natürlich war ein solcher Sinn nutzlos, wenn man die Gerüche nicht benennen konnte, wie es bei dem von Oscar der Fall war. Skyler war sich im Klaren darüber, dass neben ihm ein Tierwesen saß, jedoch hätte er nicht sagen könnte, um welches es sich dabei handelte. Aber solange er sich sicher sein konnte, dass von dem anderen Jungen keine Gefahr ausging, war es ihm auch egal. Wäre es ein Tier, dass dem Fuchs nicht gut gesinnt ist, so hätte er bestimmt schon angegriffen. Nun gut, anzunehmen, dass der Feind sich direkt in seiner wahren Gestalt zeigen würde, war wohl naiv – den eigenen Namen direkt zu präsentieren dagegen war naiver, weshalb er wiederum annahm, dass der Schwarzhaarige sich schon längst als Tier gezeigt hätte, wenn er ihm etwas hätte tun wollen. So ignorierte er also das Ganze Verhalten rund um die Naivität und konzentrierte sich eher darauf, zu antworten, den Block in die Hand zu nehmen, ohne zu fragen. »Nun ja, tatsächlich kann es von Vorteil sein, die Wege zu kennen; ich allerdings benutze den Riechsinn. Man meint immer er wäre sinnlos, aber manchmal kann er durchaus von Nutzen sein. Was das Spionieren betrifft kann ich nur zustimmen: ich bezweifle, dass sie im Wald auch Kameras aufgestellt haben – wobei es irgendwann auch dazu kommt, wenn sie den Wald nicht gleich abholzen.« Ein schlechtes Gewissen hatte er bezüglich des Spionierens ja schon, denn er war ja ein ungewollter Spion. Allerdings hielt er es auch für unmöglich, dass sie etwas durch die teilweise unter seinen Haaren versteckten Ohren hören würden, war der kleine Ring doch an dem rechten Fuchsohr angebracht.
Vorsichtig griff er nach dem Block, schaute sich das Reh einmal genauer an. »Ich mag deine Technik. Die Striche sind ganz klar betont und doch dünn gezogen, während die Schattierungen etwas weiter in den Hintergrund wandern. Das ist gut«, bewerte er die Zeichnungen des Anderen. »Ich darf doch?«, fragte er, wartete jedoch keine Antwort mehr ab und begann weiter zu blättern. Die Technik die Oscar angewendet hat war stets die selbe gewesen – und das fand Skyler gut. Künstler, die ihre Technik ständig änderten hatten keine. Nachdem er den Block durchgeschaut hatte, dass ein oder andere Mal total erstaunt über die Zeichnungen gewesen war, was er auch in Worten zum Ausdruck gebracht hatte, legte er den Block wieder zwischen sich und den Blauäugigen auf den kalten Stein. »Du zeichnest gerne Tiere, nicht wahr? Hat das einen bestimmten Grund?«, meinte er. Tatsächlich wollte er den anderen nur dazu verleiten, ihm zu sagen, dass er selbst eines war. Er wollte wissen, was Oscar für eines war. Natürlich hätte er selbst fragen können, jedoch hielt er es für falsch mit der Tür gleich ins Haus zu fallen. Woher hätte den wissen sollen, dass Oscar ein Tierwesen war?



»Postingpartner: Oscar


»Zusammenfassung:
{legt Hand auf Stein → nimmt sie weg als Oscar sich setzen will → bemerkt, dass dieser sich vorstellt → denkt an Jared zurück → stellt sich ebenfalls beiläufig vor → hört dem Anderen zu → antwortet → fragt etwas → nimmt den Block → schaut sich die Zeichnungen an → mag diese → legt den Block wieder beiseite → fragt wieder etwas}


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»Sprechen«
›Denken‹
»Oscar spricht«
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Mo 28 Dez 2015, 22:39

Skyler. Ein paar Male sprach er den Namen in Gedanken aus während, jener dem er gehörte, schon dabei war seinen Skizzenblock gierig durchzublättern und unachtsam Seite um Seite um zu schlagen. Oscar zuckte mit dem Finger, empfand es jedoch als unhöflich ihn in seinem wissbegierigen Tuen zu unterbrechen und ließ es deshalb notgedrungen bleiben, nicht ohne ihm einen scharfen Seitenblick zu schenken, den er vermutlich nicht einmal bemerkte.
»Ja, ich...« begann er eine Antwort zu formulieren, unterbrach sich jedoch, da ihm erneut der scharfe Fuchsgeruch in die Nase stach. Jetzt, wo er neben Skyler saß roch er diesen noch viel intensiver. Seine Kleidung und sein Haar, sogar seine Haut schienen diesen Geruch an sich zu tragen. »Ich orientiere mich auch mithilfe meines Geruchssinns.« Seine Antwort fiel erneut knapper aus als gewollt und ebenso leiser. Nun war ein etwas misstrauischer Unterton zu hören und Oscar erhob sich auf die Beine und verzichtete dabei darauf seinen Block wiederzuerlangen. Mit prüfendem Blick musterte er seinen Gegenüber, während er das Gewicht auf sein linkes Bein verlagerte, um eine gelassenere Haltung einzunehmen. Zweifel schlichen sich in seine Gedanken. War er zu unvorsichtig gewesen? Vor ihm saß kein normaler Menschenjunge, soviel war sicher, schließlich war keiner hier normal. Und vermutlich würde Skyler auch keinen Fuchs als Haustier pflegen. Vielmehr ist er wohl selbst einer. Ein weiteres Mal ließ die Jungenhafte Stimme des Anderen den Schwarzgekleideten aufhorchen.»Ich mag deine Technik. Die Striche sind ganz klar betont und doch dünn gezogen, während die Schattierungen etwas weiter in den Hintergrund wandern. Das ist gut« . Wieder ein Kompliment. Aber diesmal war es anders. Es klang wie ein Lehrer, oder ein Mentor. Jemand mit viel Erfahrung. Doch anstatt ihn darauf anzusprechen lächelte er nur leicht und antwortete mit einem knappen »Danke.« Wieder ertönte das rascheln der Seiten als Skyler interessiert weiter blätterte. Das Geräusch füllte den Raum zwischen den kahlen Stämmen und schien in dem schweigenden Wald unglaublich laut. Die blauen Augen des Jungen waren auf die eifrigen Hände gerichtet, welche immer tiefer in sein Heftchen einzudringen schienen. Es störte Oscar nicht weiter, aber er hatte auch keine Lust einfach nur dazustehen und ihm zuzusehen, also trat er ein paar Schritte rückwärts wippte leicht auf und ab, sein Blick schweifte von dem Fremden hinauf zu den Baumwipfeln und zurück zu seinem schwarzen Haar. Dann wurde die Stille von einer weiteren Frage seinerseits unterbrochen.»Du zeichnest gerne Tiere, nicht wahr? Hat das einen bestimmten Grund?«.
Oscar war nicht dumm und konnte sich auch ein Schmunzeln nicht verkneifen. So leicht war das nicht. Zu oft schon hatte er sich Menschen anvertraut, die ihr Wissen dann doch nur missbraucht hatten. Wieso sollte Skyler da eine Ausnahme bilden? Naja, zumindest war er kein Mensch. So viel war klar und was er war, interessierte Oscar auch nicht weiter, denn er machte weder einen bedrohlichen, noch einen übernatürlich starken Eindruck. Wenn es im schlimmsten Falle zu einem Kampf kommen sollte, was Oscar nicht sehr lieb gewesen wäre, dann würde Skyler ihn vermutlich nur mit Gerissenheit besiegen können. Oder mit Magie, was er nicht zu befürchten wagte. Vielleicht war es überheblich zu denken, er wäre in einem Gefecht schwer zu besiegen, aber der Achzehnjährige pflegte es, seine Stärken und Schwächen zu kennen und darauf zu bauen. Doch die jetzige Situation zeugte nicht von Feindseligkeit, geschweige denn von einem Kampf, was Oscar auch durchaus als positiv empfand. »Nun« antwortete er und legte ein kurze Pause ein, um ihn ein wenig auf die Folter zu spannen, »ich interessiere mich für die Biologie und für allerlei Tiere. Die Individualität so vieler verschiedener Arten fasziniert mich doch sehr.« Vollendete er seinen Satz und genugtun breitete sich auf seinem Gesicht aus. So leicht würde er es seinem Gegenüber nicht machen und er war froh, dass er ihn durchschaut hatte bevor er erneut etwas preisgegeben hätte, was Skyler es leicht machte, fundamentale Stücke seiner Persönlichkeit zu definieren. Er kam wieder näher und beugte sich nach vorne um wenige Seiten umzuschlagen, auf der Suche nach einer ganz bestimmten. Dabei biss er sich konzentriert auf die Unterlippe und hielt notgedrungen den Atem an. Sein Kopf legte er leicht schief um die Zeichnungen nicht vollkommen falsch herum sehen zu müssen. Mit einem Mal hielt er inne und deutete auf das aufgeschlagene Blatt Papier in Skylers Schoß, während er sich wieder zu seiner vollen Größe aufrichtete. »Der Wolf zum Beispiel. Wusstest du, dass der Fuchs vom Wolf abstammt?« Oscar konnte sich ein weiteres Grinsen nicht verkneifen und zog die Augenbrauen hoch. Sein Gewissen schellte ihn, vielleicht war er nun doch zu weit gegangen, obwohl seine Bemerkung keinesfalls böse gemeint war. Vielmehr wollte er das Spielchen des anderen weiterführen und es ihm gleichtun. In der Hoffnung, er würde es nicht falsch aufnehmen legte er den Kopf minimal schief und wartete geduldig auf eine Antwort.
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Mi 30 Dez 2015, 15:01

»Skyler





»Plot 3

»Kapitel 2.1



Vollkommen gebannt von den dünnen, aus Grafit bestehenden Strichen, aufgetragen auf Papier, beachtete der Dunkelhaarige gar nicht, wie die bis auf den Namen unbekannte Person sich aufgerichtet hatte und mit den Sohlen auf dem kalten Erdboden zu wippen begann. Tatsächlich war er ein verdammt guter Zeichner – so viel stand fest, und er war sich sicher, dass Oscar selbst das auch wusste. ›Vielleicht...‹, so dachte Skyler zumindest, ›gehört er ja zu denjenigen, die einfach nur der Höflichkeit halber bescheiden sind.‹ Innerlich den Kopf schüttelnd, widerlegte er seine Vermutung. Irgendwie fand er, dass ein solches Verhalten nicht zu dem anderen Jungen passte. Zwar würde er damit nicht sagen wollen, dass dieser unhöflich sei – er zweifelte lediglich daran, dass seine Höflichkeit bis in einen solchen Bereich vordringen würde. Anzunehmen, dass er nach der kurzen Zeit und den wenigen Worten, die sie bereits gewechselt hatten, durch das Abwägen verschiedener Möglichkeiten im Bezug auf des anderen Jungen Charakterzügen etwas über sein Gegenüber in Erfahrung bringen könnte, wäre vage und töricht von ihm gewesen – zwei Eigenschaften, die ihn ganz und gar nicht auszeichneten. Aber ganz egal, wie man es drehen und wenden würde: nur Fragen hätten die Macht, seine Fragen zu beantworten.
»Danke«, hatte das andere Tierwesen nur monoton von sich gegeben. Der Fuchsjunge hatte nicht recht einschätzen können, wie er das nun interpretieren sollte. Einerseits war es ein recht kurze Reaktion dafür, dass er seine Meinung bezüglich der Zeichnungen des Schwarzhaarigen mit der Kunst an sich begründet hatte. So fragte er sich also, ob der andere überhaupt verstanden hatte, was er ihm hat sagen wollen, oder ob er doch nicht ganz so von dem, was er da offensichtlich in jeder freien Minute tat, verstand. Zugegeben ist Zeichenkunst eine Sache, die man nicht wirklich lernen kann: entweder wird es einem in die Wiege gelegt oder halt nicht. Wenn also jemand sehr gute Zeichnungen aufs Papier brachte, so hieß das nicht zwingend, dass die Person was von Kunst verstand. Natürlich könnte es auch sein, dass der Andere sein Kompliment gar nicht wertschätze, aber das würde wieder diese Sache mit der Höflichkeit infrage stellen – er hatte sich zwar bedankt, aber es war nicht sonderlich begeistert angekommen. Sichtlich verwirrt legte sich Skyler einfach darauf fest, dass er sich für seine Aussage bedankt hatte. Punkt.

Nun aber, als er sich danach erkundigt hatte, warum die meisten Zeichnungen Oscars in Form von Tieren produziert worden sind, ahnte er nicht, dass jener ihn bereits durchschaut hatte. Zwar hatte er die ganze Zeit innerlich gehofft, dass der letzte Teil seiner Frage nicht zu offensichtlich gewesen ist, war jedoch erneut verwirrt, als der Schwarzhaarige ihm antwortete: »Nun, ich interessiere mich für die Biologie und für allerlei Tiere. Die Individualität so vieler verschiedener Arten fasziniert mich doch sehr.« Die kleine Pause, die er anfangs gemacht hatte, juckte Skyler nicht wirklich; vielmehr wollte er jetzt wissen, ob Oscar einfach nicht angebissen hatte oder ob er doch herausgefunden hatte, was sein der immer noch auf dem Stein Sitzende von ihm gewollt hatte. Die Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, blieb ihm leider nicht, den schon hatte der Blauäugige den Block wieder an sich genommen und blätterte angestrengt darin herum. Mit hochgezogenen Brauen beobachtete der menschliche Fuchs ihn dabei, bis er ihm eine Zeichnung wortwörtlich unter die Nase rieb, sich kurz danach wieder aufrichtete, als würde er irgendeine Form der Macht über den Jungen demonstrieren, was Skyler nicht so recht verstand, weshalb er der Zeichnung ins Gesicht blickte. Dass es sich hier um einen Wolf handelte, hatte er auch erkannt – so viel war sicher. Die folgenden Worte ließen es ihm jedoch eiskalt den Rücken herunterlaufen, sodass er nahezu erstarrte. Doch diese Erstarrung war nicht von großer Dauer, taute er doch ebenso schnell wieder auf, um das Eis zu brechen – sei es das Eis zwischen den beiden Jungen oder jenes, das ihn umgeben hatte. Schmunzelnd stand er auf und blickte dem Anderen ein wenig erleichtert in die Augen. »Du hast mich offensichtlich durchschaut«, stellte er fest und blickte ein wenig beschämt und rot zu Boden, auf den Füßen hin und her tapsend. Ein paar Schritte zur Seite machend, um die Distanz zwischen ihnen etwas zu vergrößern, drehte er sich nach kurzer Zeit wieder zu Oscar um. »Das heißt dann auch, dass du weißt, was ich wissen will«, murmelte er, gerade so, dass der Andere es verstehen konnte. »Vor mir brauchst du keine Angst zu haben: Ich beiße nicht.«



»Postingpartner: Oscar


»Zusammenfassung:
{denkt über Oscar noch → beschäftigt sich mit der Bedeutung seiner Antwort → nimmt seine Antwort auf eine andere Frage wahr → ist zunächst verwirrt → bemerkt, dass Oscar ihn durchschaut hat → zählt eins und eins zusammen → entfernt sich → sagt etwas}


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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   So 03 Jan 2016, 13:43

Erneut breitete sich ein Hauch von Genugtun auf Oscars Gesicht aus. Sein Gegenüber erstarrte augenblicklich, kaum hatte er den Satz ausgesprochen. Zwar hatte sich seine Starre genauso schnell wieder gelöst, wie sie gekommen war, aber sie zeigte dem Dunkelhaarigen doch, dass Skyler ihn falsch eingeschätzt hatte. Er hatte mit keinem Gegenzug gerechnet und schon gar nicht mit einem der ihn selber ein wenig entblößen würde, das wurde dem Jungen klar, aber es stimmte ihn nur wenig milde. Skyler hatte ihn unterschätzt. Warum? Wegen seines Auftretens etwa? Oder seiner Wortwahl? Was auch immer es war, es missfiel ihm. Es missfiel ihm, dass der Andere ihn auf ein tieferes Niveau hinabgestuft hatte. Nun gut, besser unterschätzt als überschätzt.
Im nächsten Moment standen sie sich erneut gegenüber, der Fuchsjunge hatte sich erhoben, doch es war keine Kälte oder Feindseligkeit in seiner Stimme zu hören als er zu sprechen begann. »Du hast mich offensichtlich durchschaut«
Als nächstes sah er zu Boden. Oscar spürte den Scham seines Gegenübers, seine Verlegenheit. Da war sie schon wieder. Die altbekannte Verlegenheit. Oscar verstand sie auch in dieser Situation von grundauf nicht. Was war die Ursache für seine nervösen Schritte auf ein und der selben Stelle und das Erröten seiner Wangen? Er hatte ihm lediglich angedeutet, dass er ihn durchschaut hatte. Das müsste ihm nicht peinlich sein, schließlich hatten sie beide Andeutungen gemacht, nicht nur er. Es blieb ihm keine Zeit mehr, seinen Gedankengang über Skylers Verlegenheit fortzuführen, denn jener hob erneut die Stimme.  »Das heißt dann auch, dass du weißt, was ich wissen will. Vor mir brauchst du keine Angst zu haben: Ich beiße nicht.«
Diesmal war seine Stimme gesenkt und kaum verständlich, was trotz der scherzhaften Bemerkung, doch etwas feindseliges an sich hatte. Schließlich hatte er keinen Grund zu flüstern, außer den Tieren und den Bäumen würde sie hier niemand hören. Das war Oscar ger nicht recht. Er wollte diese anfangs so freundliche Situation nicht auf einen Kampf hinauslaufen lassen. Schließlich empfand er das Gespräch keinesfalls als negativ und das andere Tierwesen schon gar nicht. Warum also weiter diese Geheimniskrämerei? Wieso sollten sie nicht offen zueinander sein? Vielleicht ist er ein Spion! Oder noch schlimmer: ein Forscher! meldete sich sein Gewissen und Oscar runzelte die Stirn. Nun, indem er Skyler eine Antwort verwähren würde, wäre nur noch mehr Misstrauen geschaffen und das lag ganz und gar nicht in Oscars Absichten. So gab er ein Seufzen von sich und schenkte dem Fuchsjungen ein schwaches, aber freundliches Lächeln. »Was solls.« murmelte er leise vor sich hin und ließ die Augen von seinem Gegenüber, ehe er die erste Seite des Blockes aufschlug und einen Schritt auf ihn zu trat, die Hand erhoben und darauf wartend, dass er die Zeichnung des grau schattierten Panthers abnahm. »In tierischer Gestalt trete ich als schwarzer Leopard auf. Du weißt schon, groß, schwarz, gefährlich.« Fügte er an und grinste schief. Ein weiterer Versuch die angespannte Situation ein wenig zu lockern, in der Hoffnung, der Andere würde das nicht falsch deuten. Gespannt hielt er inne und betrachtete ihn mit wachsamem Auge.

Zf: denkt über Skylers Reaktion nach ;; denkt über Verlegenheit nach ;; Zweifelt an Situation ;; gibt nach ;; offenbart Skyler seine Fähigkeit.

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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Mo 04 Jan 2016, 19:53

»Skyler





»Plot 3

»Kapitel 2.1



Eine kleine Weile noch schallte die leise gewordenen Stimme durch den endlos scheinenden Wald. Ja, es war vielleicht nicht die beste Ausdrucksweise, mit der er den Anderen indirekt aufgefordert hatte, ihm doch bitte zu sagen, was für ein Tier sich hinter seinem Geruch verbarg, denn sie hatte seiner Meinung nach ein wenig schroff und zu fordernd – wobei nur Gott alleine wissen könnte, ob Oscar die Worte seines Gegenübers als Bitte oder als Befehl empfinden würde. Immerhin, es ist nicht gerade eine Seltenheit, dass Missverständnisse in irgendeiner Art und Weise auftreten – warum sollte diese Situation eine Ausnahme bilden? Nun gut, dass ihre Unterhaltung wegen einer simplen, womöglich missverstandenen Bemerkung eskalieren könnte, wagte er zu bezweifeln: Es war offensichtlich, dass keiner von ihnen Interesse an einem Kampf hätte. Außerdem könnte Skyler, wenn es denn nun so käme, das Ganze sofort aufklären. Zugegeben: Was die Tiergestalt des Anderen betraf, wäre er zwar enttäuscht, wenn der andere ihm nicht verriete, um welches Tier es sich dabei handelte, aber im schlimmsten Falle würde es ihm auch nichts ausmachen, wenn er davon keinen Peil hätte. Zwar ist es eine ziemlich angepriesene Eigenschaft, wissbegierig zu sein und mehr über alles mögliche zu wissen, aber der eine Geruch würde ihm dann auch nicht fehlen – als ob er sich auch jeden existierenden Geruch auf diesem Planeten merken könnte. Nein, so war es bei Weitem nicht und so würde es auch nie sein. Skyler wagte zu bezweifeln, dass es jemals irgendjemanden geben würde, der die Fähigkeit hätte, sich jeden erdenklichen Geruch einzuprägen und einem katalogisierten Verzeichnis zu notieren, sodass seine Essenz für immer gespeichert ist. Da würde ihm der eine Geruch also wirklich nicht fehlen, auch wenn er eventuell noch nützlich sein könnte.
Aber wie sich herausstellte, gab es Entwarnung. Tatsächlich hatte sich der Fuchsjunge wieder einmal unnötige Sorgen umsonst gemacht. Zwar wäre es dumm, sich jetzt darüber zu ärgern, denn er sollte vielmehr erleichtert sein, aber irgendwo brodelte es ganz leicht in seinem Inneren, dass er so viel Zweifel gehabt hatte. Es ist zwar keine Schande vorsichtig zu sein und sich die ein oder anderen Gedanken zu machen, aber wenn sich überall gleich Sorgen macht, lebt man irrtümlicher Weise zwar nicht physisch, dafür psychisch gefährdet. Glücklicherweise ist der noch Achtzehnjährige sich dessen bewusst, weshalb es vielleicht noch Hoffnung für ihn gäbe. Aber zurück zu Oscars Reaktion; die Bedenken jene Information, die den Anderen so brennend interessierte, preiszugeben, hatte auch dieser an Oscar ausmachen können. Es war deutlich erkennbar gewesen, wie er die Stirn gerunzelt hatte und angestrengt nachgedacht hatte – nicht zuletzt das Zögern, die erlösenden Worte endlich auszusprechen, war vorhanden gewesen. Mit einer Sache hätte man da womöglich Recht: es könnte sein, dass der Schwarzhaarige keine Informationen über sich preisgeben wollte, weil man diese als solches einfach eher für sich behielt, da sich jeglicher Feind diese zu Nutze machen könnte. Aber letztendlich schien Oscar ja doch nachgegeben zu haben, denn er seufzte einmal und zeigte Skyler dann eine andere Zeichnung, die sich auf der Spirale seines Blockes fand. Es handelte sich dabei um ein großes Tier – majestätisch, wahrhaftig und mächtig. Aber er kannte es nicht. Ja, er kannte es nicht. »Mhm, ganz ehrlich: ich habe so ein Tier noch nie gesehen. Deshalb hatte ich auch gefragt. Ich wollte den Geruch etwas Materiellem zuordnen. Und da ich jetzt weiß, wie dein Geruch aussieht, ist das okay. Aber es sieht schon interessant aus dieses Tier...ein schwarzer Leopard.« Das Grinsen, das der Andere aufgelegt hatte, war ihm nicht entgangen. Er vermutete, dass seine Selbstsicherheit davon kam, dass er die Gestalt eines solches Tieres annehmen konnte, aber Beweise hatte er nicht, weshalb es praktisch sinnlos war. Dennoch nahm sich Skyler nicht die Möglichkeit, auch einen obendrauf zu setzen: »Na ja, meine Gestalt ist, wie du bereits angemerkt hast, die eines Fuchses. Wobei es eigentlich – ich weiß nicht, ob dir das ein Begriff ist – einer Kitsune gleich zu setzen. Wenn du das Wesen nicht kennst, ist nicht schlimm – das kennt kaum einer. Zumal es sowieso eher in weiblicher Form auftritt, aber ja, manchmal kommt es halt anders. Jedenfalls ist mein Fell dementsprechend auch blau.« Keinesfalls hatte er es gesagt, weil er angeben wollte oder etwas besonderes sein wollten – nein, er wollte einfach nur die Fakten klar auf den Tisch liegen, jetzt, da Oscar auch ihm solche wichtige Informationen gegeben hatte. Dennoch war es für ihn nicht genug der Fragerei: »Aber sag mal, was kannst du denn so als Le...opard? Und warum bist du nicht als ein solcher im Wald unterwegs? Ich meine, damit würdest du bestimmt den ein oder anderen Feind abschrecken.« Tatsächlich schien sich Skyler für das anmutige Tier zu interessieren. Warum? – Gute Frage.



»Postingpartner: Oscar


»Zusammenfassung:
{zweifelt daran, dass Oscar ihm etwas sagt → fragt sich, ob seine Aussage etwas zu offensiv war → zweieflt daran → verwirft den Gedanken, als Oscar antwortet → schaut auf den Block → kennt das Tier nicht → erzählt von seiner Tiergestalt → fragt, warum Oscar nicht als Leopard unterwegs ist/was er als Leopard alles machen kann}


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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Sa 09 Jan 2016, 00:00

Oscar war sich nicht sicher, ob er diese Art von Antwort erwartet hatte. Sicherlich, ihm war klar dass der Fuchsjunge seinen Geruch nicht deuten konnte, das hatte er ja nun schon öffentlich bekannt gegeben. Aber es gab nicht viele Menschen die noch nie im Leben einen Leoparden oder einen Panther gesehen hatten, geschweige denn nicht wussten was das bedeutete. Im Zoo oder zumindest im Fernsehen hatte man ein solches Tier doch schon einmal gesehen, schließlich kannte man nicht nur einheimische Rassen.
Aber im Moment konnte er nichts daran ändern. Auch wenn Skyler noch nie ein Exemplar gesehen hatte und scheinbar nichts mit dem Begriff anfangen konnte, wusste der Dunkelhaarige doch damit umzugehen. Und er nahm es seinem Gegenüber auch nicht übel. Er wusste nicht wo er herkam oder was er erlebt hatte, genaugenommen wusste er nichts von der Vergangenheit des Jungen, ausgenommen die letzten paar Minuten, die jener mit ihm verbracht hatte. Er schien nicht dumm zu sein, im Gegenteil, es schien Oscar als hätte er ganz schön was im Köpfchen. Aber das schloss ja nicht aus, dass er nur eine kurze, ungenügende oder womöglich überhaupt keine Schullaufbahn genossen hatte. Vielleicht fehlte ihm lediglich ein kleiner Teil Allgemeinwissen, was im Jahre 2020 gar nicht so undenkbar war. Es gab so viele andere Wege, Schule stand längst nicht mehr im Mittelpunkt der Jugend.
Seine Antwort ließ Oscar ein wenig warm ums Herz werden.  »Na ja, meine Gestalt ist, wie du bereits angemerkt hast, die eines Fuchses. Wobei es eigentlich – ich weiß nicht, ob dir das ein Begriff ist – einer Kitsune gleich zu setzen. Wenn du das Wesen nicht kennst, ist nicht schlimm – das kennt kaum einer. Zumal es sowieso eher in weiblicher Form auftritt, aber ja, manchmal kommt es halt anders. Jedenfalls ist mein Fell dementsprechend auch blau.« Nein wahrlich, von diesem Wesen hatte er noch nie gehört. Er ließ es sich ein Paar mal durch den Kopf gehen und schüttelte jenen letztendlich. Zwar beschäftigte er sich mit der Biologie, aber der Begriff des Übernatürlichen war ihm gänzlich fremd, auch wenn er stets selber damit zu leben hatte und ihm natürlich auch Glauben schenkte. Schließlich erlebte er es selbst fast tagtäglich am eigenen Leibe. Was die Fellfarbe des Fuchses anging war ein erstaunter Ausdruck auf Oscars Gesicht erkennbar. Die Brauen ein wenig hochgezogen und die Stirn erneut in Falten gelegt geriet er ins Grübeln und stellte sich einen blauen Fuchs vor. Es fiel ihm nicht schwer, da es nicht viel Fantasie brauchte gedanklich nur die Fellfarbe eines altbekannten Wesens zu ändern, auch wenn die Frage nach dem Kitsune noch immer offen stand.
Er war wirklich froh darüber, dass Skyler ihm im Gegenzug auch seine Gestalt verraten hatte und sah jene Darlegung doch als Vertrauensbeweis an. Nun, wo sie so offen zueinander gesprochen hatten meinte der Fuchsjunge wohl noch immer nicht genug zu haben. Aber Oscar war es recht. Sollte er ruhig Fragen stellen, es schien ihm nicht so, als wäre der Andere interessiert daran, die Informationen gegen ihn verwenden zu wollen, sondern wegen reinem Interesse halber Fragen zu stellen. Und ob er ihm eine Antwort gewähren würde, entschied er schließlich letzten Endes selber.
»Aber sag mal, was kannst du denn so als Le...opard? Und warum bist du nicht als ein solcher im Wald unterwegs? Ich meine, damit würdest du bestimmt den ein oder anderen Feind abschrecken.« Diese Frage hatte er nicht das erste Mal gestellt bekommen. Oft schon wurde er gefragt warum er sich überhaupt in einen Menschen verwandelte, oder andersrum. Viele sahen den Panther als mutiges und starkes Wesen an, dachten aber nicht darüber nach, dass auch die menschlichen Fähigkeiten überaus wertvoll sind. »Nun,« setzte er an und überlegte kurz bevor er fortfuhr. »als Leopard bin ich groß und kräftig, womöglich furchteinflößend, gut getarnt und so leise, das nicht einmal die schärfsten Ohren mich hören könnten. Aber hier brauche ich das nicht, schließlich ist man hier immer allein. Du bildest die Ausnahme. Falls es hart auf hart kommen sollte kann ich mich schnell verwandeln. Was ist mit dir? Ich bin schließlich nicht der Einzige, der in Menschengestalt aufgekreuzt ist.«
Dass ihm jede Verwandlung womöglich weitere Schmerzen bereiten könnte, ließ er außen vor, so etwas teilte er nicht gerne mit. Während er redete schloss Oscar sein Skizzenbuch und umrundete das andere Tierwesen mit ein paar Schritten um sich erneut auf dem Stein nieder zu lassen, diesmal um einiges gelassener und die Beine weit von sich gestreckt. Die blauen Augen nunmehr auf Skyler gerichtet konnte er sich eine weiterer Frage seinerseits nicht verkneifen. »Was unterscheidet einen Kitsune von einem Fuchs?« Die Augen neugierig funkelnd, wartete er darauf, dass Skyler sich wieder zu ihm setzte, oder zumindest seine Fragen beantwortete. 


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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   So 10 Jan 2016, 15:17



»Skyler

»Plot 3

»Kapitel 2.1

Gepackt von kindlicher Neugier, musterte Skyler sein Gegenüber. Innerlich fragte er sich ständig, wie so ein Leopard aussieht, ob er gefährlich ist. Klar, eine Zeichnung hatte er allemal gesehen, aber dennoch waren es nur ein paar Striche auf einer flächigen, zweidimensionalen Ebene, die nicht viel von sich preisgaben. Zugegeben kann die Kunst an sich sehr viel aussagen – das Bild das bekanntlich mehr als 1000 Worte sagt – aber in diesem Fall war es nur eine Skizze von einem Tier. Irgendwie hatte es ihn an eine Katze erinnert; nur viel größer. Vermutlich stammt der Leopard ja von den Raubkatzen ab. Wieder machte er sich in einer der hintersten Ecken eine Notiz, später danach zu fragen. Dennoch ließ ihn dieses Tier nicht los. Die Zeichnung zeigte deutlich, dass es ein dunkles Fell hat, womöglich schwarzes Fell; die Augen dagegen blau. Ob Oscar sich selbst gezeichnet hat? Es wäre eine denkbare Möglichkeit, aber wie sollte er gleichzeitig ein Tier sein, sich dabei selbst sehen und zudem mit Pfoten zeichnen? Klar, Spiegel gab es nahezu überall, Fotos auch, aber die Zeichnung sah noch relativ neu aus und eine Handykamera hat man nicht so ohne. Zugegeben hätte sich der Fuchsjunge schon längst eines gekauft, wenn er nur genug Geld hätte. Andererseits ist es auch schon eine Weile her, dass er es gezählt hatte. Vielleicht hatte es mittlerweile die zu erreichende Summe hochgezählt? Auch hierfür machte er sich wieder eine Notiz – was für ein Chaos!
Wie dem auch sei, so lauschte er gespannt der Antwort des Anderen. Wieder einmal begann dieser seine Aussage mit einer auf die Folter spannenden Interjektion, gefolgt von einer kurzen Pause, bevor er weitersprach: »Als Leopard bin ich groß und kräftig, womöglich furchteinflößend, gut getarnt und so leise, dass nicht einmal die schärfsten Ohren mich hören könnten. Aber hier brauche ich das nicht, schließlich ist man hier immer allein. Du bildest die Ausnahme. Falls es hart auf hart kommen sollte, kann ich mich schnell verwandeln. Was ist mit dir? Ich bin schließlich nicht der Einzige, der in Menschengestalt aufgekreuzt ist.« Bestätigend nickte er, als Oscar ihn umrundet hatte und den selben Stein wie eben mit seiner Anwesenheit erfreute. »Wohl wahr; da hast du Recht mit. Allerdings ist der Grund bei mir, dass ich das menschliche Dasein lediglich bevorzuge. Als Tier wird man viel eher als eine Beute angesehen. Das heißt, wenn man ein Fuchs ist – bei einem Leoparden sieht das gewiss anders aus«, scmunzelte er. »Tatsächlich jagen viele gerne dem Fuchs hinterher. Auch wenn er als listig und schlau bezeichnet wird. Und gerade an einem solchen verlassenen Ort gehe ich ungern ein Risiko ein. Eigentlich meide ich Komplikationen permanent«, meinte er noch, ehe er sich wieder zu dem Anderen gesellte, der inzwischen bezüglich Skyler nachgehackt hatte. Dass die Kitsune ihm ein unbekanntes Wort war, wunderte ihn jedenfalls nicht. Schließlich ist es ja genau genommen ein Fabelwesen, dass der Rationalität, dem Verstand, zufolge nicht existieren sollte. Na ja, die Menschen wissen vieles nicht. Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis jemand damit Presse machen wollen würde – aber egal, hier geht es um eine Kitsune. »Nun«, begann er absichtlich, eine kurze Pause machend, »eigentlich ist es ja ein Fabelwesen und daher auch etwas komplexer, aber ich will es versuchen. Grundlegend treten sie ja weiblich auf. Sie besitzen eine Fuchsgestalt, die bis zu neun Fuchsschwänze besitzen kann – je mehr sie besitzt, desto mächtiger und älter ist sie –, während ihre menschliche Gestalt eine meist attraktive Frau ist, die Männer verführt, um Nachkommen zu zeugen. Aber, ich ehh, beschäftige mich nicht wirklich mit diesem Teil meiner Rasse. Dazu sollte man aber sagen, dass meine Mutter eine Kitsune war oder ist, mein Vater ein Tierwesen – Fuchs. Aber meine Mutter hatte sich für die Familie entschieden.« Merkwürdigerweise schien sich sein Gesicht nicht verändert zu haben. Es hatte denselben wortlosen, teilweise gut gelaunten Ausdruck wie schon die ganze Zeit aufgesetzt. Ja, er unterdrückte den Schmerz, das Gefühl, nicht zu wissen, wie es um ihren Verbleib stand. Jedenfalls hoffte er damit die Frage beantwortet zu haben, denn wenn er eines nicht wollte, dann war es Mitleid. Dann jedoch fiel ihm etwas ein, das er stets als eine wichtige Information ansah und erkundigte sich sogleich. »Warum bist du eigentlich hier? Gefangen genommenes, unfreiwilliges Forschungsobjekt? Oder...Schlimmeres?« Irgendwie schien dieses Gespräch ihn immer auf die Vergangenheit zu bringen, die mit jedem Zeitpunkt wächst. Na ja, wer würde schon nicht lieber über die Zukunft Bescheid wissen und über die Vergangenheit gar nicht im Bilde sein?

»Postingpartner: Oscar

»Zusammenfassung:
{denkt über den Leopard nach → hört die Antwort → beobachtet Oscar, wie er sich setzt → antwortet knapp → setzt sich zu Oscar → antwortet diesmal etwas länger → erinnert sich an seine Eltern → hackt weiter nach → denkt wieder an seine Vergangenheit}

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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Sa 16 Jan 2016, 23:31

Skyler setze sich wieder zu ihm und antwortete ihm sogleich auf seine Frage. Zustimmend nickte der Dunkelhaarige als er mit seinem Bericht geendet hatte. Besonders ein blauer Fuchs würde von allerlei Jägern wohl begehrt sein. Zu gerne würde Oscar den neuen Bekannten selber mal in tierischer Gestalt erleben. In seinem Kopf entstand das Bild des Anderen wie er sich in einen Fuchs verwandelte. 
Ob es genauso verlief wie bei dem Katzenjungen? Nachdenklich wanderte sein Blick hinauf zu den Baumwipfeln. Mit verengten Augen erinnerte er sich an seine ersten Verwandlungen. Allein der Gedanke daran bereitete ihm Schmerzen, doch er ließ sich nichts anmerken. Vieles hatte er auch vergessen oder zumindest verdrängt. Damals war er sehr jung gewesen und vor allem um einiges unerfahrener. Er hatte keine Ahnung gehabt was mit seinem Körper los war und er konnte nichts gegen die Verwandlung tun. Er hatte es einfach über sich ergehen lassen müssen, bis es wieder aufgehört hat. Für einen winzigen Moment wallte wieder jene Angst von damals in ihm auf, jene Panik welche ihn jedes Mal überkommen hatte, wenn er tief in seinem inneren den ersten Funken des schmerzhaften Gestaltenwechsels gespürt hatte. Kurz fröstelte es ihn, doch das Gefühl schwand genauso schnell wie es gekommen war. 
Er war so in seinen Gedanken versunken, dass er kaum merklich die Beine anwinkelte und seine großen Hände sanft auf die Knie legte. 
Wieder einmal war es die Stimme des Jungen, welche ihn aus seiner Innenwelt fortriss. »Nun, eigentlich ist es ja ein Fabelwesen und daher auch etwas komplexer, aber ich will es versuchen. Grundlegend treten sie ja weiblich auf. Sie besitzen eine Fuchsgestalt, die bis zu neun Fuchsschwänze besitzen kann – je mehr sie besitzt, desto mächtiger und älter ist sie –, während ihre menschliche Gestalt eine meist attraktive Frau ist, die Männer verführt, um Nachkommen zu zeugen. Aber, ich ehh, beschäftige mich nicht wirklich mit diesem Teil meiner Rasse. Dazu sollte man aber sagen, dass meine Mutter eine Kitsune war oder ist, mein Vater ein Tierwesen – Fuchs. Aber meine Mutter hatte sich für die Familie entschieden.«
Gebannt lauschte der 18 Jährige den Worten des Fuchsjungen, während seiner Erzählung hellte sich sein Gesicht deutlich auf und Oscar grinste bei den scherzhaften Bemerkungen die Skyler machte. Sie schienen beide ein wenig aufzutauen, die angespannte Haltung war fast vollkommen verschwunden. Zumindest war sie nicht mehr so deutlich spürbar wie noch wenige Momente zuvor. Sie saßen wieder gemeinsam auf dem Stein und plauderten, während die Zeit voranschritt und der späte Nachmittag dem Abend zu weichen schien. Solche Situation waren für das junge Tierwesen wie geschaffen, auch wenn er seine Ruhe stets genoss, fühlte er sich doch Wohl sie mit Leuten wie Skyler zu teilen. Er war ein angenehmer Zeitgenosse und interessant war er obendrein. Nicht nur seine tierische Seite, auch ihn als Person empfand Oscar als äußerst interessant und nicht einfach zu ergründen. Er war einerseits neugierig und offen, schien sich aber trotzdem viel in der eigenen Gedankenwelt aufzuhalten. Und wie sollte es auch anders kommen, war er natürlich noch nicht fertig mit der Fragerei. »Warum bist du eigentlich hier? Gefangen genommenes, unfreiwilliges Forschungsobjekt? Oder...Schlimmeres?«
Natürlich. Früher oder später hätte diese Frage wohl kommen müssen. Bei einer so wissbegierigen Person wie ihm, womöglich eher früher. Das zweite war leicht zu beantworten. »Ich bin unfreiwillig hier. Ja, mit deinen Worten, man hat mich gefangen genommen.« Dann schwieg der Dunkelhaarige. Und diesmal war es nicht nur eine Pause, welche er des Stiles wegen einlegte, diesmal musste er wirklich darüber nachdenken was er antworten sollte.
Wie weit konnte er dem fast Fremden vertrauen? Vermutlich war es albern darüber nachzudenken ob er ihm erzählen könnte was vor Glassdome passiert war, wo er ihm doch schließlich schon verraten hatte was er selber, was sein Wesen war. Die meisten hier hatten irgendetwas schlimmes getan, das war kein Geheimnis was man nicht weitererzählen sollte. Darum ging es Oscar auch vorrangig nicht einmal. Eigentlich beschäftigte es ihn mehr ob er den Anderen nicht abschrecken würde, wenn er ihm erzählte, dass er Menschen getötet hatte.
Er verstand dieses Verhalten nicht, da er selber stets darauf achtete sich ein eigenes Bild von jemandem zu machen, aber jenes Urteilen nach fremder Wertung war doch Teil der meisten Wesen. Deshalb war er auch nicht wild darauf die Vorgeschichte Skylers zu erfahren, zumindest nicht, was seinen Aufenthalt in Glassdome anging. Außer natürlich er war freiwillig hier.
»Nun, ich habe getötet. Aber es war Notwehr.« Das war zwar nicht die volle Wahrheit, aber das sollte nichts zur Sache tun. Es war ihm schwer genug gefallen sich den Vorfall überhaupt einzugestehen und jetzt jemandem davon zu erzählen, selbst wenn es nur wenige Wörter waren, kostete ihn unglaublich viel Überwindung. Er erinnerte sich an den Abend als wäre es gestern gewesen und erneut schauderte er bei einem Gedanken an seine Vergangenheit. Die Blauen Augen hatte er von dem Jungen abgelassen und starrte stattdessen auf seine Schuhe. Um wieder einen freien Kopf zu bekommen sog er die frische Waldluft hörbar tief in seine Lungen ein und wandte sich dann wieder Skyler zu. Seine Lippen wurden von einem schwachen Lächeln umspielt bevor er zur Gegenfrage ansetzte. »Und du?«

PP: Skyler


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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   So 17 Jan 2016, 17:35



»Skyler

»Plot 3

»Kapitel 2.1

Mit jeder Sekunde, die er auf dem Stein verbrachte, wurde seine Haut immer dichter; er fröstelte. Nicht nur die mehr oder weniger zerfetzten Kleidungsstücke, die er bei Gelegenheit in der Unterkunft wechselte, waren daran Schuld – nein, auch die sanft voranschreitende Verfärbung des Himmels, verursacht durch Lichtbrechung, die jenem Energie raubte, trug ihren Teil dazu bei, kündigte sie doch die Dämmerung und die damit verbundene Kälte an. Zugegeben ist es zwar Spätsommer, aber nur weil sich die Gefängnisinsel zur gegebenen Zeit ein wenig näher an dem wohl bekanntesten Feuerball befand, änderte es nichts daran, dass die Temperaturen immer noch durch andere Faktoren in den Bereich einige Grade über dem Gefrierpunkt sinken könnten. Und wenn man wie Skyler den Bereich seiner Fähigkeiten auf den Schwerpunkt Feuer, nicht zuletzt wegen seiner Rasse, verlagert, ist man meist auch empfindlicher gegenüber Kälte – doch bei ihm ist es überraschenderweise nicht so. Zwar bevorzugt der Fuchsjunge durchaus wärmeres Klima, aber gegen Kälte hatte er auch nicht wirklich was auszusetzen. Immerhin ist es besser, denn in den Tropen zu leben, wo man gar keine Jahreszeiten kennt. Und außerdem ist er so oder so gegen die Kälte abgehärtet, da seine Heimat nahe den kanadischen Inseln liegt und somit vor eisigem Klima nur so trotzt. Zudem ist es ja auch eine bisher unbekannte Insel, da ihr Eingang unter Wasser liegt und in einem fest verankerten Eisberg liegt – eine Tropenwelt aus Eis. Wie gerne würde er dorthin zurück. Aber der Weg ist und bleibt ihm verwehrt, leider.
Seufzend lauschte er der Antwort des Anderen. »Ich bin unfreiwillig hier. Ja, mit deinen Worten, man hat mich gefangen genommen.« Dieses Mal schien Oscar auf das altbekannte, auf die Folter spannende ›nun‹ zu verzichten, was dem Dunkelhaarigen gerade recht kam – sein Seufzen wurde zum Schmunzeln. Aber es war offensichtlich ähnlich wie bei dem Spion gewesen: Unfreiwillig und gefangen genommen. Zwar beantwortete das immer noch nicht die Frage, warum seine Präsenz neben ihm auf dem Stein war, aber so wichtig war das nun auch wieder nicht. Und um ehrlich zu sein, ahnte er bereits, dass er einen Nachschlag bekäme, denn es war dem Leopard deutlich anzusehen, dass er angestrengt über etwas nachdachte, sich mit etwas beschäftigte. So ließ er die Fragerei vorerst ruhen, da es seiner Meinung nach schon eine ziemlich wichtige Information war, die man nicht jedem Dahergelaufenen so leicht verriet. Zwar hatte er nicht sagen, welcher Fakt seine kleine Hemmung verursachte, aber selbst wenn es eine schwere Straftat wie Mord gewesen wäre, so hätte er keine Angst vor seinem Sitznachbar zeigt: Mörder liefen hier doch in Massen rum; der Großteil von ihnen eine an der Klatsche habend, was er bei Oscar bezweifelte. Nein, dieser hier schon ein angenehmer sozialer Genosse zu sein, weshalb er ihn auch nicht gleich als solchen verurteilte – nämlich besitzt der Fuchsjunge ein sehr gutes Urteilsvermögen, dass sich theoretisch durch nichts trüben lassen würde. Natürlich gibt es immer jemanden, für den man wenigstens geringfügig Partei ergriff, aber da sich auf dieser Insel weder ein familiäres Mitglied, noch ein Lebenspartner fand, träfe dies nicht einen Funken zu. Ja: hier war ihm niemand wichtig.
Nun aber, als er so vollkommen in Gedanken versunken die Antwort des Anderen abgewartet hatte, schien dieser tatsächlich seinen inneren Kampf mit sich selbst beendet und überwindet zu haben, einen glorreichen Sieg davontragend: »Nun, ich habe getötet. Aber es war Notwehr.« Ha, da war es wieder gewesen; dieses Wörtchen. Wieder schmunzelte er, auch wenn der Inhalt jeden anderen abschrecken würde. Aber es war Skyler egal, wie genau der Grund aussah – er hatte ihn nur wissen wollen, nicht mehr, nicht weniger. Zufrieden lächelte er, bemerkte jedoch, wie der Blauäugige den Kopf abwandte. Vermutlich war es für ihn nicht einfach gewesen, das zu sagen, denn so ein Mord – ob Absicht oder nicht – ist nichts, was sich so leicht verdauen lässt. Dennoch sagte er nichts weiter dazu, war er sich doch sicher, dass Oscar sehr bald zur Gegenfrage ansetzten würde. Und so war es auch.
»Humh, das ist kompliziert und gleichzeitig auch einfach. Es hat damit angefangen, dass ich...also...ich wurde dazu gezwungen etwas Bestimmtes zu tun, beziehungsweise hat man es mir zugefügt. Zwar kann ich im Endeffekt sagen, dass es mir sogar ein wenig gefiel und iches heutzutage gar nicht schlimm finde, ist es doch etwas, dass ich auch so tun würde, wenn die Möglichkeit bestünde, aber es war halt damals eine andere Zeit, als ich damit noch nicht umgehen konnte. Jedenfalls war dann da dieser Penner...« – er machte eine Pause und grinste, nachdem er das letzte Wort besonders betont hatte – »Ich bin ihm in einer Gasse Montreals – meiner damaligen Heimat – begegnet. Er kam auf mich zu und ich hatte Angst, er würde mir dasselbe zufügen wollen. Ich zückte mein Messer, bedrohte ihn und habe ihm sogar eine Wunde am Unterarm zugefügt. Aber am Ende hat sich herausgestellt, dass es mehr oder weniger nur eine Warnvorstellung, verursacht durch meine Paranoia, war«, meinte er, als wäre es etwas Alltägliches. Wie Oscar diese eine Sache nun interpretieren würde, war ihm egal. Würde er ihn fragen, so würde er antworten. Nicht einmal seine Sexualität offen zuzugeben, wäre für ihn ein Problem. Man konnte zwar nie wissen, ob das eigene Gegenüber homophob eingestellt war, aber das war ihm dann auch egal.
Er hatte die Worte ausklingen lassen und untermalte diese Tatsache damit, dass er sich dazu entschloss, die Position des Schneidersitzes einzunehmen. Zwar würde das den Platz, den er einnahm ausdehnen, aber ändern konnte er es nicht – so wie er auch dabei nicht verhindern konnte, dass er mit seinem Knie kurz gegen den Oberschenkel des Anderen stieß, aber es war ja auch nur für eine Millisekunde. Vorsichtig rutschte er einen Zentimeter zur Seite und quittierte sein Tun damit, dass er wieder das Wort ergriff. »Ich glaube, ich habe vergessen zu erwähnen, dass Kitsunen meist Feuer an der Spitze ihrer Schnauze und den Enden ihrer Schwänze entzünden können. Aber wegen dem Viertel Mensch, dass in mir steckt, sind es bei mir in humaner Gestalt die Hände«, meinte er beiläufig, als es ihn dank der Kälte so richtig schauderte; er führte die Bewegung von Schultern und Rücken aus, wenn es einem eiskalt den Rücken hinunter läuft.

»Postingpartner: Oscar

»Zusammenfassung:
{fröstelt dank des späten Nachmittags → vernimmt die Antwort → sagt nichts → wartet auf weitere Worte → lauscht diesen → antwortet nun selbst → setzt sich in den Schneidersitz → stößt gegen Oscars Oberschenkel → sagt darauf nichts → erwähnt erst später etwas bezüglich Kitsunen → schaudert deutlich erkennbar}

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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Mo 18 Jan 2016, 22:54

Oscar hatte anfangs wahrlich Schwierigkeiten die Stottereien und das Drumherumgerede des Anderen zu verstehen und war sich nicht so sicher was jener mit seiner Aussage meinte. Es kam ihm wie ein kleines Rätsel vor und die Verwirrung stand ihm ins Gesicht geschrieben als er Skyler mit großen Augen ansah. Doch jener gab nur ein Grinsen von sich und fuhr fort. »Ich bin ihm in einer Gasse Montreals – meiner damaligen Heimat – begegnet. Er kam auf mich zu und ich hatte Angst, er würde mir dasselbe zufügen wollen. Ich zückte mein Messer, bedrohte ihn und habe ihm sogar eine Wunde am Unterarm zugefügt. Aber am Ende hat sich herausgestellt, dass es mehr oder weniger nur eine Warnvorstellung, verursacht durch meine Paranoia, war«
Gut, das war nicht ganz so schwierig zu verstehen. Er hatte jemanden verletzt, weil er ein Trauma davongetragen hatte. Das war- nun ja, wie sollte man sagen- verständlich.
Wie gern hätte Oscar auch so etwas harmloses vollbracht. Gut, der Fuchsjunge hatte einen Unschuldigen verletzt und das vermutlich auch noch zu unrecht, bei ihm waren es Täter gewesen. Mörder. Aber das rechtfertigte noch lange nicht die Taten des 18 Jährigen. Ncihts würde das rechtfertigen können. Ein beklommenes Gefühl kam in ihm auf und er richtete seinen Blick ins leere. Wie konnte es nur soweit kommen? So oft hatte er sich diese Frage gestellt, so oft hatte er nachts wach in seinem Bett gelegen oder war durch die Straßen getigert, nur mit dieser einen Frage im Kopf. Und nie fand er eine passende Antwort. Nie fand er etwas, was es auch nur im Ansatz möglich machen würde die Frage zu beantworten.
Wäre Daniel nicht gestorben oder sein Bruder nicht am Bahnhof gewesen, hätten sie nie diesen Sommerurlaub gemacht und wären sie nie in den Wald gegangen. Aber niemand weiß was dann passiert wäre. Abgesehen davon war es nun nicht mehr zu verändern.
 Fernab von Glass Dome, weg von Skyler und raus aus dem Wald, tief in Gedanken befand sich der Schwarzhaarige und erst die Berührung seines Sitzpartners ließ ihn abrupt aufschrecken. Da waren wieder die dunklen Stämme und der stille Wald, da war wieder die Insel, das Gefängnis.
  »Ich glaube, ich habe vergessen zu erwähnen, dass Kitsunen meist Feuer an der Spitze ihrer Schnauze und den Enden ihrer Schwänze entzünden können. Aber wegen dem Viertel Mensch, dass in mir steckt, sind es bei mir in humaner Gestalt die Hände« erzählte Skyler bereits weiter, aber Oscar musste sich erst einmal wiederfinden bevor er realisierte, was der Andere ihm erzählt hatte. »W- Was?« er blinzelte und fuhr sich mit der Hand das Haar aus der Stirn, dann setzte er ein gelassenes grinsen auf und begann von neuem.
»Einen Moment, eins nach dem anderen. Also du bist hier wegen Körperverletzung. Und-« erneut unterbrach er sich, nun traf sein blauer Blick wieder genau jenen Skylers. Und dann leuchtete es ihm ein. Natürlich, wie konnte er so törricht sein! »Und du wurdest von jemandem vergewaltigt.« setzte er seinen Satz fort und obwohl das vermutlich kein schöner Teil seiner Vergangenheit war, klang es aus dem Mund des Pantherjungens doch recht ausgelassen, was aber eher daran lag, dass er Eins und Eins selbstständig zusammengezählt und sich nicht in Stottereien verloren hatte. »Das tut mir leid.« fügte er hastig an, aber diesmal klang es betroffener und er meinte es toternst. Sowas stellte er sich sehr schlimm vor. Nicht nur, dass man dabei sehr machtlos war, nein, jemand anders dürstete es nach jener Machtlosigkeit und er vergnügte sich daran. Erneut durchfuhr ihn ein Schauder.
Dann fiel ihm wieder ein, dass sein neuer Bekannter ja noch etwas erzählt hatte. »Klingt spannend! Solche spezialen Fähigkeiten habe ich leider nicht. Ich bin abegsehen von meiner Größe, stinknormal.« Es war nur ein Funken Bedauern in seiner Stimme zu hören, doch er lachte leise nachdem er sich ausgesprochen hatte. Wenigstens waren sie von dem Thema ihrer beider Vergangenheiten abgekommen und Oscar streckte sich genüsslich indem er Arme und Beine weit von sich streckte und ein angespanntes Stöhnen seinen Rumpf erbeben ließ. Dann wanderte sein Blick zu den Wolken und zurück zu Skyler, bevor er den Arm hob und auf die Uhr an seinem Handgelenk inspizierte. Alle drei Zeiger standen still, abgesehen von dem schwachen hin und her schwenken des Sekundenzeigers, welcher sich der Erdanziehungskraft beugen musste und durch die Geste in Bewegung gesetzt worden war. Kurz rätselte er, dann ließ er das Handgelenk wieder senken und starrte die mitgenommen aussehende Hose des anderen an. Zu gern hätte er ihn in Tiergestalt gesehen, aber er traute sich nicht danach zu fragen, was eigentlich gar nicht zu ihm passte. In seinem Kopf malte er sich bereits einen blauen Fuchs mit glühenden Körperteilen aus, aber so recht ließ es sich doch nicht mit dem Bild des blauäugigen Jungen vereinen.

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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Di 19 Jan 2016, 21:20



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»Plot 3

»Kapitel 2.1.8.
Ströme und Ufer

Gerade als er die Kälte aus seinem Körper entladen hatte, nahm sie ihn wieder in Besitz. Es war, als wäre er umgeben von einem elektrischen, durchgehend unter Spannung stehendem Feld, in dem die Kälte den einen Pol darstellte und Skyler selbst den Anderen – sie zogen sich gegenseitig an. Denn auch wenn es anfangs nur den Anschein hatte, sofern man es den sehen könnte, als wäre es lediglich die Kälte, die sich nach dem Fuchsjungen ausrichtete, so hatte auch er immer ein offenes Ohr für das altbekannte, der Hitze Gegenüberstehende und so oft abgewiesen Kälte. Allerdings ist die Kälte dabei nicht im Zusammenhang mit Temperaturen zu verstehen, sondern mit charakterlichen Zügen. Denn auch wenn die Paranoia, die Impulsivität und die Emotionalität sein gesamtes Sein am dominantesten kontrollieren, so gibt es immer genug Dachspalten, durch die eisiger Wind in sein Inneres eindringen könnte und das dort herrschende Kaminfeuer zum Erlöschen bringen könnte. Und so ist es die Wärme, die sich für gewöhnlich im Inneren des Dunkelhaarigen ausbreitet, von der er sich, wenn sie von außen käme, abstoßen würde. Es ist im Prinzip nichts anderes als Spannungen, die mehr oder weniger die kleinen Seiten seines Charakters formen, wie auch die größeren Seiten so stark ausgeprägt sind, dass man sie nicht einmal mehr verrücken könnte. Zugegeben ist da noch seine geistig abwesende Seite, die ihn dazu veranlasst, Gespräche mit der Luft zu führen, aber in letzter scheint es so, als wären wenigstens ihr die Wege in sein Verhalten versperrt. – Gut so. Er hatte wirklich keine Lust, wahllos damit anzufangen, sodass er den Leoparden womöglich verschrecken würde, schien er doch ein angenehmer Zeitgenosse zu sein.
Dieser schien offensichtlich den Worten des Anderen nicht ganz folgen zu können, denn es war, als würde er aus einem Tagtraum erwachen, der Eindruck nicht zuletzt durch sein Stammeln untermalt. Dem Spion machte das allerdings gar nichts aus – im Gegenteil: er fand es witzig. Als Konsequenz entfloh darauf ein kurzes Kichern seinen Lippen, alsbald Oscar schon weitersprach und das Lachen mit seiner tiefen und dennoch lauten Stimme übertönte. »Einen Moment, eins nach dem anderen. Also du bist hier wegen Körperverletzung. Und...und du wurdest von jemandem vergewaltigt!« , stellte er fest. Trotz der mehr oder weniger unerwarteten Heiterkeit in der Stimme des Anderen, musste Skyler immer noch grinsen. Ja, es war seine Absicht gewesen, dass der Blauäugige seine Worte genau richtig interpretieren würde. Und offensichtlich schien er sich dessen sicher zu sein, versicherte er doch, dass ihm das leidtat. »Ach was! Ich hab’s ja überlebt. Und außerdem war es, wie schon erwähnt, nicht so schlimm, wie man eventuell annehmen würde«, meinte er mit einem unpassend fröhlichen Gesichtsausdruck. Der Grund, warum er diesen Fakt so oft erwähnte, war jener, dass er, nachdem er seine Chance bei Ray verpatzt hatte, nicht noch einmal den gleichen Fehler begehen wollte; und die Reaktion des Anderen auf seine Worte würde ihm zeigen, an welchem Ufer er schwamm oder ob er sich in der Mitte des Flusses fortbewegte. Schade um den Leopard wäre es ja, aber Skyler zweifelte sowieso daran; schließlich ist seine Gesinnung diejenige, welche in der heutigen Gesellschaft einer Minorität entspricht – es vermutlich auch immer wird. Dennoch konnte es ja nicht falsch sein, seine Chance abzuwägen, oder?
»Klingt spannend! Solche spezialen Fähigkeiten habe ich leider nicht. Ich bin abgesehen von meiner Größe, stinknormal.«, unterbrach der Andere seine Hoffnungen, Skyler unwissend lassend, ob er sich noch einer Antwort erbarmen würde. Nun gut, in diesem Fall würde keine Antwort tatsächlich eine Antwort sein – nämliche jene, die der Dunkelhaarige ohnehin schon kommen sah. Aber er wollte nicht, dass ihre flüchtige Bekanntschaft, das Gespräch, das sie geführt hatten, darin ein Ende fände, weshalb er sich einer Antwort hingab. »Na ja, eine Verwandlung in ein großes, machtdemonstrierendes und starkes Tier kann auch so schon von Vorteil sein. Ich schätze, ich würde neben die wie eine Fliege im Vergleich zu einem Elefanten wirken.« Okay, zugegeben hatte er es damit zwar echt übertrieben, aber auf der Anderen Seite war es auch verständlich. Zwar zählten Macht, Dominanz und Größe nicht wirklich zu Eigenschaften, die ihn prägten, aber irgendwo hatte er es auch schlichtweg als lustig empfunden.
Eine kurze Weile schien Stille zu herrschen, dann entzündete sich eine kleine Flamme in der rechten Hand des Fuchsjungen – die Hand, die nicht neben Oscar ihren Platz auf dem grauen Mineral fand. Was er tun wollte war gewagt, ja. Aber es war nicht gewagter als ihn so penetrant auf etwas hinzuweisen, nur um zu erfahren, welchem Geschlecht er eher zugeneigt war. Jedenfalls ließ Skyler mit einer kleinen Wurfbewegung, die von unten durchgeführt wurde, die Flamme in das trockene Gras fallen. Sekunden verstrichen; die Flamme breitete sich nicht aus. Tatsächlich ließ er sie nur begrenzt größer werden – gerade so, dass sie ein Lagerfeuer bildete. Nicht einmal konzentrieren musste er sich, damit sie ihre Größe beibehielt. Zufrieden lächelnd, rutschte er von dem Stein runter, setzte sich in derselben Position auf den waldigen Untergrund, die Wärme genießend. Mit einem mehr oder weniger selbstbewussten Blick, schaute er zu Oscar hinauf – jetzt kam er sich wirklich wie eine Fliege vor – und zeigte diesem mit einer Geste, sich auch hinzusetzen. »Vor dem Feuer musst du keine Angst haben: es breitet sich nur aus, wenn ich es will. Aber es liegt ja nicht in meiner Absicht, dich verbrennen zu lassen – nein, das würde ich womöglich nicht auf den Apfel kriegen! Allerdings können wir bloß hoffen, dass es nich regnet...« Besorgt blickte er gen Himmel, ehe der Achtzehnjährige Oscar wieder den einladenden Blick zuwarf.

»Postingpartner: Oscar

»Zusammenfassung:
{denkt nach → bemerkt, dass Oscar nicht ganz alles mitbekam → deutet nochmal auf seine vorige Aussage hin → hofft ein paar für ihn relevante Informationen aus dem Anderen herauszubekommen → hört ihm zu → antwortet nun selbst → lässt eine Flamme in seiner rechten Hand erscheinen → wirft diese ins Gras → setzt sich an das Lagerfeuer → sagt etwas → schaut in den Himmel → blickt zu Oscar}

»Legende:
Handlung
»Sprechen«
›Denken‹
»Oscar spricht«
Ortswechsel
»Rückblende«

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Zuletzt von Skyler am Do 21 Jan 2016, 22:35 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Di 19 Jan 2016, 23:20


» Oscar «

Der Dunkelhaarige staunte nicht schlecht, als die kleine Flamme in der Hand des Anderen aufloderte und er rückte unwissend ein Stück von ihm ab, die im Feuerschein funkelnden Augen nicht von jenem Körperteil ablassend. Feuer war wirklich nicht so seins, aber dennoch war er von Skylers Kraft fasziniert, fast ein wenig neidisch.
Er liebte seine tierische Seite, ja vergötterte sie geradezu. Und er war ebenso stolz auf die erhabene Panthergestalt, aber in diesem Moment war er nur von dem tänzelnden Flämmchen gebannt, welches auf Befehl seines Erschaffers gehorsam auf dem Waldboden weiterloderte und sich dankbar ein wenig ausbreitete. Skyler rutschte hinab und der andere Junge tat es ihm wenige Herzschläge später nach, auch ohne die Bitte seinerseits registriert zu haben. 
Zu sehr war er von dem flackernden Lichtschein besessen, welcher ihre Gesichter in der anbrechenden Dämmerung glühen ließ.
»Vor dem Feuer musst du keine Angst haben: es breitet sich nur aus, wenn ich es will. Aber es liegt ja nicht in meiner Absicht, dich verbrennen zu lassen – nein, das würde ich womöglich nicht auf den Apfel kriegen! Allerdings können wir bloß hoffen, dass es nich regnet...«
Er hob den Blick und sah zu seinem Sitznachbarn, dann grinste er schief, als Antwort auf eine weitere scherzhafte Bemerkung seitens Skylers. Sein Blick war gen Himmel gerichtet und Oscar folgte jenem kurz, dann sah er wieder zu dem Feuer. Seine Gedanken schweiften zu dem Heimweg und der kommenden Nacht und mit einem Mal spürte er die Müdigkeit, welche schon jetzt in seinen Gliedern schlummerte. Aber für eine Verwandlung würde seine Energie noch reichen. Erneut war hatte sich die Stille wie ein dritter Anwesender zu ihnen gesellt und Oscar lächelte. Es war schön, diese Ruhe auch mit jemand anderem als sich selber genießen zu können, aber er war sich nicht sicher ob das andere Tierwesen ebenso empfand und er wollte das Gespräch noch nicht ausklingen lassen. So setzte er erneut an.
»Den Heimweg werde ich sicher nicht in Menschengestalt hinter mich bringen, dafür dauert er mir zu lange.« Diesmal hatte er sein Skizzenbuch gegriffen und blätterte darin herum, die Bemerkung dabei so beiläufig wie möglich betonend. Er war sich sicher, dass der Fuchsjunge das verstanden hatte. Wieder wurden seine Lippen von einem Grinsen umspielt, diesmal konnte er es sich nicht verkneifen. Wenn Skyler ihm entgegenkam, dann würde der Dunkelhaarige eine Herausforderung liebend gern annehmen. Insgeheim hoffte er jedoch, dass jener einen weiterern Themawechsel anprangerte um das zufällige Treffen noch nicht zu beenden. Er war einer der sympathischsten Personen die Oscar seit langem auf dieser elenden Insel getroffen hatte und langsam kam in ihm der ein Funken Hoffnung auf, dass sie vielleicht Freunde werden könnten.
So viele von denen hatte er hier schließlich nicht.

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BeitragThema: Re: Herz des Waldes   Mi 20 Jan 2016, 17:50



»Skyler

»Plot 3

»Kapitel 2.1.9.
(Ver)brennende Gedanken

Die Worten waren von des Waldes Tiefen verschluckt, ihr minimales Echo ebenso. Vorsichtig führte der Fuchsjunge seine von imaginären Frostbeulen übersäten Hände näher an das brennende Lodern heran, indem er sie von seinen Knien entfernt hatte. Die Wärme breitete sich nur spärlich zwischen seinen Fingern aus, konnte er doch nicht einfach mit den Fingern zwischen den aufleuchtenden Flammen hindurchfahren, ohne dass sich die Frostbeulen augenblicklich in Brandblasen verwandelt hätten. Ja, selbst wenn er es vorhin in der Hand gehalten hatte, so war es ihm verwehrt seine Prangen ein zweites, drittes, gar viertes Mal mit der Hitze in Verbindung zu bringen. Nachteile hatte es schon, jedoch spürte er das Brennen bei noch nicht unterbrochenem Hautkontakt erst recht nicht, weshalb dies die einzige Möglichkeit gewesen ist, sich wenigstens geringfügig aufzuwärmen. Zu erwarten, dass der natürlich-magische Kamin seine volle Wirkung direkt entfalten würde, wäre töricht und naiv gewesen, wäre bei einer Herdplatte beispielsweise dasselbe Phänomen zu beobachten gewesen. Zugegeben hing die Einwirkung von Außentemperaturen auf diverse Stoffe von deren Oberflächenbeschaffenheit und Zustand ab, allerdings war es auch nicht sein Ziel gewesen, seine Hand zum Schmelzen zu bringen, wäre diese doch sowieso eher verbrannt, denn geschmolzen. Demnach sollte er überhaupt froh sein, eine Wärmenergiequelle herstellen zu können – und das war er auch! Undankbarkeit ist heutzutage ja keine seltenen Begebenheit; erst recht nicht, wenn es darum ging, dass es zu Sommerzeiten zu heiß sei, zu Winterzeiten zu kalt. Recht machen konnte man es ja doch so gut wie niemandem – traurig aber wahr.

Das Knistern der Flammen vermischt mit des Leoparden Stimme riss ihn, wie es schon so oft an diesem Tag der Fall gewesen ist, aus seinen Gedanken. Unaufmerksam zu sein, passte nicht wirklich zu dem Dunkelhaarigen, weshalb er sich allmählich zu fragen begann, was heute mit ihm los war. Nun gut, eine flüchtige Freundin, von der man nicht gerade viel wusste, da man sie erst einmal getroffen hatte und sich dabei ebenso flüchtig, wie es die Bekanntschaft war, unterhalten hatte, weshalb es schon nahezu skurril war, sie als Freundin zu bezeichnen, nach drei Wochen durch puren Zufall wiederzutreffen, mit ihr geplünderte Süßigkeiten an dem Ort, wo er sich gerne aufhielt, zu verstecken und ihn ihr somit zu offenbaren; von einer mechanischer Mixtur aus Dinosaurier und Mensch angegriffen zu werden, die nichts anderes wollte, als ihn zu fressen, und mehr oder weniger die Schuld daran trug, dass das letzte Stündchen jener Freundin geschlagen hatte – das wusste er natürlich (noch) nicht –, sodass man keine andere Wahl hatte, als zu flüchten; und jetzt noch einen kleinen Plausch mit einer völlig fremden Person, die gleichzeitig sympathisch und von einem bestimmten Standpunkt aus auf derselben Wellenlänge wie man selbst zu sein schien, zu halten – das Alles konnte doch nur bedeuten, dass der Tag nicht mehr besser werden könnte. Innerlich fragte er sich wahrlich, ob ihn nicht noch irgendeine potenzielle Bekanntschaft in der Unterkunft erwarten würde; schließlich war es bereits eine Weile her gewesen, seit er sich dort das letzte Mal eingenistet hatte, verbarrikadierte er sich doch überwiegend in der Verfallenen Fabrik – dem Ort, der ihn noch einiges an Kraft kosten würde, erführe er jemals von dem Tod Hashs.
Wie dem auch sei, so rief er sich nach einigen Sekunden die Worte des Anderen möglichst parallel zu seinem Gesprochenen in das Gedächtnis, welches vor Informationen zu überquellen drohte, zurück. »Den Heimweg werde ich sicher nicht in Menschengestalt hinter mich bringen, dafür ist er mir zu lang.« Addiert zu der Tatsache, dass er sich bereits die Worte wieder hat einfallen lassen müssen, hatte es schon noch einige Sekunden in Anspruch genommen, bis er das Gesagte hat ordnungsgemäß verarbeiten können – nämlich ohne Restmüll im Kopf. Zweifellos war Oscar auf ihr Gesprächsthema von vorhin zurück gekommen: warum sie nicht jetzt schon in Tiergestalt unterwegs seien. Jedoch war diese Information nicht Jene, die ausschlaggebend für den Spion war; vielmehr der lange Heimweg. Denn sie bedeutete erstens, dass der Ort, an dem der Blauäugige sesshaft war – viel Auswahl gab es nicht, hielt er sich doch innerhalb glasiger Mauern auf –, eine relativ große Distanz zum Wald besaß, und zweitens, dass er sich zumindest innerhalb der nächsten Minuten oder Viertelstunden auf den Weg machen würde, was dem Tierwesen nur recht war, musste er sich doch andere Kleidung besorgen. Skyler kombinierte diese beiden Interpretationen seinerseits so, wie es ihm am logischsten erschien: Sein Konversationspartner wohnte offensichtlich in der Unterkunft für Schüler, genauer gesagt der für männliche Schüler, hielt man doch auch hier gerade in diesem Alter die Geschlechter getrennt. Er musste schmunzeln, denn dieser Fakt war ja nicht für jeden nur durch Nachteile bestimmt. Dennoch wollte er sich zur Sicherheit bei dem Anderen darüber erkunden, um seine Vermutung, die so schon recht nahe lag, bestätigt oder widerlegt zu bekommen.
»Du wohnst demnach also in der Unterkunft?«, meinte er, ergänzte sich jedoch selbst noch, bevor Oscar etwas hätte antworten können. »Dann sind wir nämlich womöglich Nachbarn.« Gut, es hätte auch möglich sein können, dass sie sich sogar ein Zimmer teilten, aber der Fuchsjunge bezweifelte dies. Zwar hielt er sich nicht sonderlich oft dort auch, bezweifelte er doch, dass sein Gegenüber – ihm war erst jetzt bewusst aufgefallen, dass er sich ebenfalls an das Feuer gesetzt hatte – sich irgendwo anders denn in der Unterkunft seinen wohlverdienten Schlaf spendete. Und so hätte dieser auch mit Sicherheit gewusst, wenn sein Zimmerpartner den Namen ›Skyler‹ trug und eins und eins zusammengezählt. Denn so wie er den anderen Jungen einschätzte, ist dieser nicht auf den Kopf gefallen – nein; vielmehr kam es ihm so vor, als besäße auch dieser eine intellektuelle Seite, nicht nur eine kreative. Und da er sich auch ohne Ach und Krach an der flammenden Tänzerin niedergelassen hatte, schien er das Feuer nicht so sehr wie Hash zu respektieren, dass er es permanent mied. Lustigerweise kam ihm dabei die Idee auf, wie sich wohl jemand verhalten würde, der eine Phobie vor der Luft hatte. Es war zwar eine mehr oder weniger amüsante Vorstellung, aber bevor er in schallendes Gelächter ausbräche, warf der Achtzehnjährige lieber jenen Gedanken in das Lagerfeuer vor sich, wo sein Denken viskos und nicht kämpfend ein Ende fand, verbrannte.

»Postingpartner: Oscar

»Zusammenfassung:
{hält seine Hände ans Feuer → hat kalt → will, dass ihm schneller warm wird → stellt Alternativen auf → ist erfolgslos → denkt über den Tag nach → nimmt Oscars Antwort bewusst wahr → beschäftigt sich mit dieser → antwortet → denkt weiterhin nach → unterdrückt ein Lachen → verwirft derzeitige Gedanken}

»Legende:
Handlung
»Sprechen«
›Denken‹
»Oscar spricht«
Ortswechsel
»Rückblende«

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Zuletzt von Skyler am Do 21 Jan 2016, 22:35 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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