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 Lagune

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BeitragThema: Lagune    So 27 Apr 2014, 20:10



Die Lagune, namentlich bekannt als Blue Lagoon, liegt leicht versteckt hinter einem Felspfad, der hinter dem Strand liegt. Felswege führen nach oben in ein Höhlensystem, welches sogar bis tief unter die Wasseroberfläche reicht. Doch bei steilen Klippen, fiel so mancher in den Tod.
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BeitragThema: Re: Lagune    So 26 Apr 2015, 21:00

Der dunkle Sand unter meinen Füßen, erinnerte mich ein wenig an das bodenlose Nichts. Man konnte sich nirgendwo festhalten, aber es gab auch kein Ende, auf das man sich freuen könnte. Alles, was man wusste war, dass es einem nicht gefiel. Oder? Verspürten andere Wesen bei diesem Gedanken positive Gefühle? Ich wusste es nicht; so gesehen, war es aber auch egal. Wozu brauchte ich dieses Wissen schon? Würde es sich mir irgendwann als nützlich erweisen?
Gut, andererseits war es eine Frage, ob sich überhaupt etwas von den Informationen, die ich bisher hatte, als nützlich erweisen würden. Viel war mir noch nicht bekannt. Offensichtlich nannten sie das, was auch immer diese Art Insel hier sein sollte, Glass Dome. Schwerverbrecher oder Menschen, die einfach aufgefallen waren, wurden hierhergebracht. Ob man sie rehabilitieren, oder einfach nur leiden lassen wollte...Vielleicht Beides. Oder aber es gefiel den verschiedensten Rassen wirklich hier? Noch hatte ich mit niemandem gesprochen, was aber nicht hieß, dass ich nicht schon die ein oder andere Gelegenheit für ein mehr oder weniger interessantes Gespräch gehabt hätte. Allerdings wartete ich lieber mit den Gesprächen, da momentan andere Dinge an erster Stelle standen. Zum Beispiel wäre es nicht von Nachteil, sich hier wenigstens ein bisschen orientieren zu können. Was genau es war, konnte ich nicht sagen, doch etwas merkwürdiges ging durch meinen Magen, bei dem Gedanken, sich zu verirren. Vermutlich eine Form von negativen Gefühlen.
Warum gab es so etwas wie Gefühle überhaupt? Nicht, dass diese mein Leben bisher enorm stark beeinflusst hatten, allerdings...Sie waren unnütz. Kompliziert, und in den meisten Fällen falsch.
Dasselbe belangte Lügen an, nur dass diese in jedem Fall falsch waren.
Dennoch gab es eine Sache, die ich nie wirklich begriffen hatte - Warum waren die Leute negativ eingestellt, wenn man ihnen die Wahrheit sagte, aber ebenso schlecht gelaunt, wenn man ihnen eine angenehmere Lüge auftischte, und sie es mitbekamen?
Merkwürdig, unnütz, und sinnlos. Ebenso nutzlos wie meine Fähigkeit, denn am Ende lief es doch darauf hinaus, mehr selbst weh zu tun, nicht wahr? Mit den rostigen Nägeln, die ich immer bei mir hatte. Und mit dem Panzertape klebte ich mir den Mund zu, damit niemand eventuelle Schreie hören konnte. Das Abreißen dieses Klebebandes tat zwar nicht minder weh, dennoch half es mir, irgendwelche unnötig lauten Geräusche zu unterbinden.
"Nein, hier ist niemand. Also mit dem Trainieren anfangen...Ja, ja? Gut, das kann ich machen. Hab ja eh gerade nichts Besseres zu tun."
Ein merkwürdiges Ausatmen meinerseits, und das Greifen nach einem der Nägel läuteten es ein, eine erneute Selbstverstümmelung meiner selbst. Aber das hier machte Sinn. Schließlich tat ich es nicht der Schmerzen, sondern des Kampfes Willen. Des Übens Willen.
Vermutlich hätte der Schnitt nicht so tief sein müssen, allerdings fehlte mir, wie so oft, ein gesundes Einschätzungsvermögen. Die klaffende, dünne Wunde zog sich über meinen kompletten Unterarm hinweg, doch wenigstens hatte ich nun für's Erste genügend Übungsmaterial.
Zwar brannte es, aber dennoch machte sich ein annehmbares Gefühl in mir breit, als ich die rote Substanz langsam aus meinem Arm sog. Zunächst einmal waren einfache Dinge dran, ein kleines Schuld, eine leichte Rüstung, die gerade mal meinen Brustkorb schützen konnte. Doch schon bald wurden aus diesen einfachen Dingen kompliziertere Sachen, sodass ich am Ende ein stattliches Schwert, und einen Köcher voller Pfeile und kleiner, gemeiner Shuriken hatte. Vermutlich war es auch gar keine allzu schlechte Idee gewesen, das Formen von Waffen zu hören, denn obwohl dies hier ein weniger stiller Ort war, und man nicht selten den ein oder anderen Schrei hörte, glaubte ich, Schritte hören zu können, doch da ich keine Ahnung hatte, von wo sie kommen würden, entschied ich mich schlichtweg dafür, die Augen zu schließen, und darauf zu warten, dass das Etwas, was auch immer es hier wollte, herkam.
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BeitragThema: Re: Lagune    So 26 Apr 2015, 22:26

Auf dem dunklen Sand, schritt der junge Mann langsam entlang. Die teils felsige Landschaft, erschien in der Nacht fast schon bedrohlicher, als wie am Tag. In dieser Dunkelheit erschienen die Felsen fast schon schwarz, ganz zum Vorteil des Werwolfes, denn er liebte die Farbe Schwarz – nun ja eigentlich war ja Schwarz keine Farbe oder doch? Sollte er eigentlich über etwas so sinnloses nachdenken? Gab es keine besseren Themen bei denen er seine Gehirnzellen anstrengen konnte? Es war Aussichtslos ein richtig guten Stoff zum nachdenken zu finden, so widmete Silas seine Aufmerksamkeit ganz seiner Umgebung. Seinen Blick richtete er nun gegen den Himmel, der mit Sternen besetzt war. Klare Nächte fand der 20 Jährige toll, denn man konnte wirklich alles gut sehen. Langsam richtete er seinen Kopf wieder nach vorne. Es war besser nicht ständig ´HansguckindieLuft´zu spielen und sich besser auf das Drumherum zu konzentrieren. Immerhin war es hier ja nicht unbedingt ungefährlich. Nun fiel ihm doch etwas ein, mit dem er sich bestimmt amüsieren könnte – natürlich war es nur eine kleine Angelegenheit über die er nachdenken konnte, denn grade fragte er sich, was eigentlich an den ersten Tagen geschehen war, als er hier auf dieser Insel ankam. Doch er brachte nicht mal ein Bild vor seinem inneren Augen zustande, nicht einmal an ein simples Gespräch konnte er sich erinnern. Hatte er so eines überhaupt schon einmal geführt? So wie der Blauäugige sich kannte bestimmt nicht und wenn hätte er bloß in knappen Worten oder sehr kurzen Sätzen geantwortet. Wieso war da nur nichts als Schwärze, wenn er versuchte irgendwelche Details hervorzurufen? Seitdem schien aber sein Gedächtnis, was Erinnerungen anging, allgemein auszulassen. Es würde wohl nichts bringen zu überlegen bis man grün und blau werden würde, er sollte es am besten einfach lassen.
Ob er dabei irgendetwas wie Trauer oder Wut empfand? Um es knapp zu machen: Nein! Gefühle waren für den 20 Jährigen überflüssig und machte alles anderen einfach nur schwach, die etwas empfanden. Zudem wäre es ihm auch egal, was andere für Emotionen hatten, nachdem sie auf ihn getroffen waren. Silas wäre sich nicht mal im klaren darüber, wenn er ein anderes Lebewesen verletzen würde. Selbst die Tränen des anderen würden ihn nicht berühren, der Schwarzhaarige würde diesem nur ausdruckslos zusehen, das Schluchzen anhören und er würde möglicherweise auch irgendwelche Beschimpfungen abbekommen. Ob er darauf reagieren würde? Eine gute Frage, aber wohl eher nicht, er würde es einfach ignorieren! Außerdem, warum sollte er eigentlich darauf sagen? Etwa: „Oh tut mir leid?“ Genau gesagt, interessierte es ihn nicht, was andere machten oder taten. Selbst wenn Silas einmal sprach, erkannte man an seinem Ton kein einziges Gefühl. Der junge Mann war so gut wie untauglich für die Gesellschaft. Nun würden andere auch wohl fragen, was mit Freunden sei, doch hatte er nie welche gehabt und hatte auch überlebt. Außenstehende würden dies wohl wieder traurig finden und Silas würde sich fragen, warum es so war. Freundschaft war doch nicht Überlebenswichtig und wenn er sich wirklich einmal Unterhalten wollte, reichte doch jedes X-Beliebige Wesen. Wobei es wohl eher selten passieren würde, dass er nach einem Gesprächspartner suchen würde. Nicht weit vom ihm entfernt entdeckte er eine Silhouette, um es genau zu erkennen müsste er wohl näher ran, aber irgendwie hielten ihn all seine Charaktereigenschaften davon ab.
Er machte nur noch zwei Schritte, ehe er dann stehen blieb. Von hier aus, konnte der Werwolf nicht einmal sehen, was genau diese Person dort machte. Andere würden nun vor Neugierde schon dort hingehen um sehen zu können, was genau dort gemacht wurde. Wieder ein Gefühl was der 20 Jährige nicht kannte. Nun setzte er sich langsam in den dunklen Sand. Seine glanzlosen Augen richtete er auf den Körper der anderen Person. Wenn es noch heller gewesen wäre, hätte er bestimmt in seinem Buch gelesen, dass er immer mit sich rumschleppte, doch im Moment würde er sich damit zufrieden geben müssen, jemand anderes zu beobachten.
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BeitragThema: Re: Lagune    So 26 Apr 2015, 23:06

// F I R S T - P O S T //

Die Gestalt die sich Schritt für Schritt ihren Weg suchte, war in diesem Moment alles andere als ein süßes kleines Mädchen, wie zu gegebener Zeit. Wahrscheinlich, viel sie in ihrem schwarzen Fell zur spärlich auf und war eher an ihrem Geruch zu erkennen, als an ihrem Aussehen. Herum streifende Katze, wie jene die sie im Moment verkörperte, waren keine Seltenheit – so traf man sie doch zu allen möglichen Gelegenheiten an. Bevor Shiro hier her gekommen war, hatte sie diese an jeder Ecke getroffen. In den Mülltonnen, vor der Straßen und auf etlichen Terrassen. Das Mädchen hatte sich diese Gestalt nicht Grundlos ausgesucht, so wirkte sie doch unscheinbar und alltäglich auf andere Personen und damit weniger wie eine Bedrohung. Leichtfüßig, glitt sie über den Sand, den Blick stets nach vorne gerichtet und mit sich selbst in einem inneren Konflikt. Der Instinkt der Katze verriet ihr, er wolle am liebsten dem Geruch der Wüstenmaus hinterher jagen, die hier irgendwo samt den Dünen ihr Unwesen treiben musste. Bei dem Gedanken an leckeres, saftiges, frisches Fleisch, floss der kleinen Jägerin das Wasser im Mund zusammen. Welch ein Genuss wäre jetzt solch ein kleiner, schmackhafter Snack für Zwischendurch? Doch sie weigerte sich dem Instinkt nachzugeben, würde er Schluss endlich doch nur noch stärker werden, statt sich dankbar zurück zu ziehen. Und so bemerkte die kleine, schwarze Katze, erst die Gestalt die dort im Sand saß, als sie sich dieser schon bis auf 10 oder 15 Meter genähert hatte. Erstarrt in ihrer Bewegung, sah sich Shiro weiter um. Nun hatte sich ihre Aufmerksamkeit gänzlich auf das Hier gerichtet und ihr viel auch die zweite Gestalt auf – die sie dank der guten Katzenaugen besser erkennen konnte als in Menschlicher Form. Eine junge Frau stand dort und formte irgendetwas immer wieder neu. Nur der leicht Metallische Geruch gab der Katze einen Hinweis. Allerdings konnte es sich dabei um vieles Handeln, angefangen mit einfachem Metall. Der Blick der Katze glitt wieder zu dem im Sand sitzenden Mann, dessen Blick sich auf die Frau gerichtet hatte. Er machte einen recht kühlen Eindruck auf die Katze, welche nun die Gestalt wechselte und die Form eines jungen Mädchens annahm, mit Haaren die ihr bis zum Po reichten und ihr sogar chaotisch in alle Richtungen Abstanden. Und mit Augen für welche sie schon früher immer angestarrt wurden. Es war die Menschliche Gestalt mit der das Mädchen geboren war. Immer noch Leichtfüßig, nährte sie sich dem Fremden und ein böser, eigentlich eher frecher, Gedanke kam ihr in den Sinn. Hinterhältigkeit war ihre Masche, diesbezüglich war es nicht eigenartig, dass Shiro tief Luft holte und über den fremden Mann hinweg rief „Ey du da! Der Typ hier Stalkt dich!“ in ihren Gedanken hatte es eher ausgesehen, als würde der Typ hier, die junge Frau kennen. Vielleicht war er in sie verknallt? Vielleicht traute er sich nicht ihr seine Gefühle zu sagen? Obwohl der Fremde eine gänzlich andere Ausstrahlung hatte und es nicht so recht zu Shiros ersten Überlegungen passen wollte, wusste sie aus eigener Erfahrung das nicht alles so war wie es schien und man eine Person niemals nach dem Beurteilen soll was sie scheint zu sein. Und dies bezog sich nicht nur auf die Gestalt, das Wesen einer Person, sondern allem voran auf die inneren Werte. Ein Grinsen, wie das eines kleinen Kindes, zeigte sich auf Shiros Gesicht als sie sich nun dem Mann zuwandte, der sie höchst wahrscheinlich auch schon vor ihrem Ruf gehört hatte. Sie war nun wahrscheinlich Fünf Meter von dem Fremden entfernt. Doch das Mädchen machte sich wenig sorgen das der Andere eine Gefahr darstellte. Wieso auch? Sie war eine Gutgläubige, wenn auch Abgestumpfte Person die schon vor langer Zeit ihre Skrupel ausgemerzt hatte und sich nicht viel aus Sicherheit machte. Dafür hatte sie schließlich ihre Reflexe „Es ist irgendwie unheimlich eine Frau bei Nacht zu beobachten, haben dir deine Eltern das nicht beigebracht?“ sprach das Mädchen gleichzeitig keck und besserwisserisch. Wieder einmal versuchte Shiro von ihrem naiven, kindlichem Wesen abzulenken und ihre schlechten Charakterzüge in den Vordergrund zu stellen, um den Eindruck einer selbstbewussten Person zu machen die man nicht einzuschätzen wusste. Die Arme, waren hinter ihrem Rücken, ihr Kopf leicht schief gelegt. Ihr Pony verdeckte eines ihrer Augen bei dieser Pose, doch sie wagte nicht die Strähnen aus ihrem Gesicht zu streichen. Ein süßes, unschuldiges Lächeln lag auf ihren Lippen.



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BeitragThema: Re: Lagune    Mo 27 Apr 2015, 14:54

Bisher hatte ich noch keinerlei Anzeichen wahrgenommen, dass sich die Kreatur mir näherte. Vielleicht lief sie auch einen Bogen um mich, hatte sich irgendwo niedergelassen, oder war davon geflogen? Oder aber hatte ich mich nur verhört? Auch, wenn ich mich nicht als beinahe taub bezeichnen würde, waren meine Ohren nicht zwingend meine besten Sinnesorgane. Womöglich hatte ich mir das Ganze nur eingebildet, schließlich war das doch die logischste Schlussfolgerung. Es könnte natürlich auch sein, dass, wer auch immer hier hergekommen war, einfach nicht feindselig war. Vermutlich war es egal, welcher Variante ich mehr glaubte, oder nicht, denn letzten Endes waren sie auch nur Spekulationen aufgrund spärlicher Informationen. Die falschen Wege, waren schlimmer, als gar kein Weg, weshalb es wohl besser war, einfach die Augen aufzumachen, und mit dem Trainieren fortzufahren. Sollte sich dabei die Möglichkeit ergeben, zufällig die Gestalt, die hier umherirren musste, zu erblicken, würde ich herausfinden, wer oder was hier war; vielleicht auch, was der- oder diejenige hier wollte. Wenn ich allerdings niemanden dabei sah, war es auch in Ordnung. Schließlich lag es nicht in meinem Interesse, unnötig Leute zu verfolgen. Im Augenblick gab es für mich nur einen Grund, warum ich Anderen überhaupt hinterherrennen sollte, und, dass sich dieser jemals änderte, zweifelte ich doch schon recht stark an. Wie dem auch sei, ohne mich großartig umzudrehen, öffnete ich allmählich meine Augen und spähte vorsichtig umher. Niemand. Wenn, dann war die Kreatur, die hier war, klug genug, um sich nicht zu zeigen. Klug genug, um von hinten anzugreifen. Aber, da es sich bei all diesen Gedanken nur um sinnlose Hirngespinste handelte, sollte ich der Sache einfach nicht mehr nachgehen, denn vermutlich waren es sogar zwei Wesen, die sich "zu mir gesellt" hatten. Auch, wenn das andere Wesen vermutlich weniger eine Gefahr darstellte. Wahrscheinlich eine Katze oder ein kleiner Fuchs, eine Schlange oder Ähnliches, jedenfalls etwas sehr, sehr leichtfüßiges, was kaum einen Laut von sich gegeben hatte. Oder ließen meine Ohren wirklich schon dermaßen nach?
Nein, vermutlich musste ich mich einfach nur konzentrieren, meiner Aufgabe widmen und weiter machen. Sich ablenken lassen, war doch ohnehin eine Sache, die ich an Menschen überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Zwar war es auf der einen Seite faszinierend, wie manche Lebewesen mit ihren winzig kleinen Gehirnen es schafften binnen Sekunde gefühlte hundert Male das Thema zu wechseln, oder sich von solch belanglosen Dingen wie Katzen ablenken zu lassen. Wirklich, was fanden Menschen nur an diesen kleinen, weichen Wesen. Zugegeben, ihre Eleganz und Grazie empfand auch ich als sehr angenehm, jedoch hörten hier die Vorzüge einer Katze auch schon auf. Nichtsdestotrotz, sollte ich mich auf das, was vor mir lag, oder eher, was geborgen in meinen Händen lag, konzentrieren. Jedoch währte auch dieser Versuch nicht sehr lange, da ein erneutes Geräusch mich letzten Endes doch aus meinem ruhigen, distanzierten Wesen brachte. Gut, vielleicht war das der falsche Ausdruck, um es zu beschreiben. Allerdings drehte ich mich dennoch um, da gewisse Worte, vermutlich von einem jungen Mädchen ausgesprochen, mich aufhören ließen. Jemand beobachtete mich also, nein, stalkte mich. Was meinten Menschen noch einmal, wenn sie diesen Begriff verwendeten? Stalken...Das krankhafte Verfolgen von jemandem, weil man in ihn verliebt war, oder sich an ihm rächen wollte. So, oder so ähnlich, hatte ich es schon einmal gehört. Glaubte ich...
Alles in allem, bedeutete es, dass man jemanden verfolgte und/oder beobachtete. Aber...Ich stalkte niemanden, richtig? Zwar hatte ich Menschen bereits verfolgt, dies jedoch weder krankhaft, noch aus abwegigen, oder gar schlimmen Gründen. Dennoch...
Vielleicht 50 Meter von mir entfernt, konnte ich zwei Gestalten ausmachen. Die eine Gestalt saß auf dem Boden, während die andere auf die sitzende Person zu rannte. Auch, wenn ich es bei der Dunkelheit nicht gänzlich ausmachen konnte, war die Person, die lief, vermutlich kleiner als die andere, mit Sicherheit auch kleiner, als ich. Spätestens, als die Person stehen blieb, um erneut etwas zu sagen, konnte ich sicher gehen, dass es sich bei der laufenden Person um ein Mädchen, und ihren Worten nach bei der sitzenden Person vermutlich um einen Jungen, oder einen Mann, handeln musste.
Theoretisch könnte ich die Beiden ignorieren, da sie keine Gefahr für mich darstellten. Ob man mir nun bei meinem Treiben zu sah oder nicht, war egal. Schließlich tat ich weder etwas privates, noch etwas geheimes. Dennoch hatten die Zwei meine Konzentration gestört, und bis sie nicht verschwunden waren, würde ich wohl auch nicht so leicht zu meinem eigentlichen Ziel zurück finden. Daher zögerte ich auch keine Sekunde, meine Beine in die Hand zu nehmen, und schnurstracks auf die Zwei zu zu rennen. Im Prinzip hätte ich auch laufen können, da mein Handeln allerdings sehr wahrscheinlich zu einem kurzen Dialog führen würde, wollte ich dies so schnell wie irgendmöglich hinter mich bringen. Auch, wenn mir kein ersichtlicher Grund für meine folgenden Handlungen einfiel, außer ein möglicher Überraschungseffekt, spritzte ich, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, mein blutiges Katana, welches mittlerweile von mir wieder zu seiner ursprünglichen, flüssigen Form umgewandelt worden war, in die Gesichter der Beiden. Durch die kurze Distanz von gerade mal einem halben Meter, konnte ich auch erste Gesichtsauszüge machen.
Ein junger Mann und ein kleines Mädchen, was sicher älter war, als ich vermutete (da ich bezweifelte, dass sie hier her 10-Jährige brachten)sahen mich an. Sicher wollten ihre Gesichtszüge mir etwas sagen, doch bis auf das vertraute Rot, konnte ich keine Emotionen wahrnehmen.
Ob es wohl wichtig war?
Bestimmt nicht.
"Miharu Musei. Wer seid ihr und was macht ihr hier?"
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BeitragThema: Re: Lagune    Mo 27 Apr 2015, 20:14

Ruhig, fast schon wie eine Statue saß er dort und seine Augen waren noch immer auf die Silhouette vor ihm gerichtet. Warum beobachtete der Werwolf sie eigentlich? Würde er irgendeinen Nutzen daraus ziehen können? Das einzige, was er von der dieser Weite analysieren konnte, waren die Bewegungen, die diese Gestalt ausführte. Ob es ihm jemals zu langweilig wurde, den Beobachter zu spielen? Nein, es hat auch einen Grund, warum es nie Ermüdend auf ihn wirkt: Man konnte Informationen sammeln und Reaktionen erkennen. Es war also, keine Zeitverschwendung, wie der ein oder andere immer meinte. Aber was interessierten ihn eigentlich die Meinungen von anderen? Diese waren doch genauso Unbedeutend, wie die Existenz der Sterne. Für was waren die Sterne eigentlich da? Diese konnten doch nur angestarrt werden! Mit diesen Gedanken warf er einen kurzen Blick in den Himmel, ehe er seine blauen Augen wieder nach vorne richtete. Ernsthaft: Was hatten die Sterne für einen Zweck? Für Silas war es nur eine unwichtige Dekoration im Himmel, da fand er den Mond bei weitem schon ansehnlicher und man konnte sagen, dass er diesen auch gerne stundenlang ansah. Ob man von mögen sprechen konnte? Hm..eigentlich ja schon, auch wenn man dabei auch nicht wirklich von einem Gefühl sprechen konnte. Das Einzige was er fühlen konnte, war der Sand, als der Schwarzhaarige eine Hand von diesem nahm. Doch mit eigenen Worten konnte er selbst dieses Gefühl nicht beschreiben, denn der Sand in seiner Hand war weder weich noch richtig hart. Körnig! Das war das Wort nachdem er gesucht hatte! Ohne auch nur einen Blick von der Gestalt abzuwenden, lies er den dunklen Sand, durch seine Hände rieseln.
Ein Geräusch drang an seine Ohren und dadurch wurde der Werwolf abgelenkt. Sein Gehör war äußerst fein, man konnte es fast mit dem Gehör eines Hundes vergleichen. Es näherte sich etwas, was oder wer es war, dass wusste der 20 Jährige nicht. Immerhin war er ja auch kein Hellseher, wobei dies manchmal sicher auch vom Vorteil war, dennoch verbarg sich hinter einer solchen Fähigkeit wohl auch eine sehr große negative Seite. Der jungen Mann hatte sowieso eine negative Sicht auf alles und das war immer so, egal welche Situation es noch war. Erneut drangen wieder andere Geräusche an seine Ohren, das eine war die Gestalt vor ihm, da war er sich im klaren drüber, aber das andere, kam auf ihn zu – hinter ihm. Warum sollte er wie andere jetzt in Panik verfallen? Wenn es angreifen wollte, hätte es dies sicherlich schon gemacht, zumindest war das eine Vermutung von Silas. Er rührte sich keinen einzigen Millimeter und saß weiterhin wie versteinert auf seinen Platz, auf dem Boden. Vielleicht war es für das ein oder andere Wesen ja Bewundernswert? Für andere war es wohl einfach nur dumm, denn so wäre er einfach ungeschützt und angreifbar. Nun wenn jemand einen Kampf herbeisehnt würde es so oder so passieren und man könnte nichts dagegen machen. Dank seinem guten Gehör, bemerkte er, dass die Schritte hinter ihm nun verstummten. Andere würden sich jetzt wohl umdrehen um zu sehen, wer oder was es war, ganz anders machte es der Blauäugige. Wenn es etwas wichtiges wäre, würde man ihn bestimmt ansprechen, doch schien es nicht für ihn bestimmt zu sein, denn über ihn, rief eine weibliche Stimme hinweg. Was sagte sie da? Er würde die andere anwesende Person stalken? Was war dieses Stalken noch gleich? Bedeutete es nicht, dass man jemanden immer auf Schritt und tritt verfolgte? Na ja eigentlich konnte es ihm ja egal sein, von was dieses Mädchen sprach.
Seine Augen fixierten noch immer die andere Gestalt, ehe er nun von dem Mädchen, das ihn als ´Stalker´ bezeichnete, angesprochen wurde. Es war ihrer Meinung nach unheimlich? Gut sie konnte es ja als unheimlich empfinden, für ihn war es wohl eher etwas normales. Dazu sollte er es auch noch von seinen beigebracht bekommen haben, dass es sich nicht gehörte? Beider seiner Elternteile waren doch damit beschäftigt gewesen, Vergleiche zu ziehen, ihn ´richtig´zu erziehen und zu Ohrfeigen. Der zweite Punkt war ja mächtig nach hinten los gegangen. Der dritte Punkt hatte nur bei ersten mal einen Effekt gezeigt indem er geweint hatte, doch das lies er nach der ersten bleiben, denn es half ja sowieso nichts. “...“ Wortlos drehte sich Silas kurz zu ihr um. Was hatte dies eigentlich eine fremde Person zu interessieren? Als der Werwolf seinen Kopf wieder in die andere Richtung bewegte, sah er wie die Andere auf ihn und das Mädchen zu kam. Als diese näher kam und anschließend stehen blieb, stand der junge Mann vom Boden auf und klopfte sich den restlichen Sand aus seiner Kleidung. Sie stellte sich also vor, ohne das auch nur einer nach ihrem Namen gefragt hatte? Und dann wollte sie auch noch wissen, wer er war und was er hier machte? Hatte es sie eigentlich zu interessieren? Mit seinen kalten Augen, sah er nun zu dem anderen Mädchen, das Grinste. Wie ging das eigentlich? Silas blieb lieber mal bei seinen emotionslosen Gesichtsausdruck das war besser.“...“ Erneutes schweigen seinerseits.
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BeitragThema: Re: Lagune    Mo 27 Apr 2015, 22:12

Selbstverständlich blieb das Mädchen nicht die ganze Zeit in dieser einen, bedeutungslosen Pose stehen. Wahrscheinlich würde sie sich den Nacken verrenken, oder Gleichgewichtsstörungen bekommen bei einem längeren Versuch. Und so entspannte sich Shiro und das breite Lächeln wurde schmaler, einfach ein wenig matter. In ihrem Kopf blieb ein Echo des Instinktes der Katze, dessen Gestalt sie bis eben gehabt hatte. Auch jetzt versuchte die lockende Stimme sie zur Jagd zu überreden. Gewaltsam schob Shiro diesen Instinkt in den Hintergrund und der Geruch nach Maus wurde schwächer, wenn auch nur minimal. Es war nie eine gute Sache, wenn dieser Instinkt Macht über das Bewusstsein des Mädchens hatte. An man einem Tag, war sie ohne jegliche Erinnerungen wieder zu sich gekommen, an einem Ort den sie zuvor noch nie gesehen hatte und dem Geschmack von Tunfisch im Mund. Selbst wenn Shiro sich jetzt noch an diese Momente erinnerte, schauderte es sie bei der Vorstellung, was die Fehlenden Stunden wohl geschehen sein mag – und wo sie sich wohl überall herum getrieben hatte. Auch diese Erinnerung, schob Shiro beiseite, ohne sich äußerlich etwas anmerken zu lassen. Ihr Blick richtete sich auf die Person in der Ferne die nun in ihre Richtung kam. Der junge Mann vor ihr, hatte sich nicht weiter gerührt und wirkte auch nicht sonderlich überrascht oder beschämt darüber entdeckt worden zu sein. Seine Fehlende Reaktion ließ die Gestaltwandlerin neugierig werden, doch sie hielt ausnahmsweise den Mund und beobachtete wie er sich aus seiner sitzenden Position erhob. Noch ehe die junge Frau bei ihnen war, machte Shiro ihre ersten Feststellungen. So viel ihr auf das beide Personen bei weiten Größer waren als sie selbst es war und auch beide einen sehr Kalten Gesichtsausdruck hatten. Wieder einmal musste sich Shiro ermahnen, eine Person nicht nach dem zu beurteilen wie sie aussah. Das Lächeln des Mädchens wurde wieder ein wenig breiter und ein Hauch von Spott lag darin, als sie zuhörte wie das fremde Mädchen, Miharu – sich vorstellte und dann sie und den anderen Typen Fragte wer sie waren und allem voran was sie hier suchten. Shiro für ihren Teil, hatte keinen besonderen Grund wieso ihre Schritte sie ausgerechnet an diesen Ort geführt hatten, doch das würde sie Miharu sicherlich nicht einfach so Erzählen. Wo bliebe der Spaß an einer Sache, wenn man für die Informationen nicht Schuften musste? Und auch ihren Namen würde das Mädchen nicht einfach so verraten. Obwohl die Gestaltwandlerin der Meinung war das ihr Name kaum einen Wert hatte, nicht einmal genug um damit zu Wetten, wusste sie das andere Persönlichkeit das auch anders sahen. So hob das Mädchen das Kinn ein wenig und ihr Blick wanderte zu dem Schwarzhaarigen der so wie sie selbst, stumm blieb. Ob er Taub war? Oder Stumm? Vielleicht Beides? Noch eine kleine Weile verweilte ihr Blick nachdenklich auf der Person. Doch dann zuckte sie die Schultern und drehte sich wieder zu Miharu um „Kopf oder Zahl? Wenn du richtig rätst, beantworte ich eine der beiden Fragen sogar.“ in einer fließenden Bewegung, hatte das Mädchen aus ihrem Ärmel eine Münze hervor gekramt und schnipste sie einmal in die Luft ohne sie dabei im Auge zu behalten. Als sie herunterflog, fing Shiro sie in der Luft und schloss die Faust darum. Eine gewisse Eleganz zu besitzen, dank tägliches beobachten und nachahmen von Tieren, hatte gewisse Vorteile. Unter anderem schenkte es ihr eine Gewisse, selbstbewusste Ausstrahlung die sie dank ihrer doch sehr spärlichen Körpergröße, gebrauchen konnte. Ihr Blick wechselte wieder zu der anderen Person, doch nicht um diesen zu Fragen wieso er nicht auf Miharus Frage antwortete, sondern weil er nichts auf ihre eigenen Worte erwidert hatte. Weder hatte sich der Schwarzhaarige gerechtfertigt, noch hatte er mit den Schultern gezuckt. Es war als hätte er sie einfach überhört – und das missfiel Shiro auf irgendeine Art und Weise. „Hat es dir die Sprache verschlagen, erwischt worden zu sein?“ sie lachte, wieder eher Kindlich als frech und keck. Doch weil sie nicht den Eindruck erwecken wolle als sei ihr eine Antwort wichtig, drehte sie sich wieder zu dem Mädchen um, immer noch darauf wartend eine Antwort zu erhalten auf die eben gestellte Frage. Sie schwieg nun, denn das Gefühl der Vorfreude auf Ungewissheit war etwas das sie voll und ganz auskosten wollte. Sie liebte diesen Moment, kurz vor der Enthüllung einer Entscheidung. Es war dieses Gefühl das sie so sehr liebte, der sie so Wettsüchtig gemacht hatte. Und dieses Mal, hatte sie sich sogar für eine Variante entschieden bei der sie nicht Schummelte. Informationen die ihr Selbst nichts bedeuteten, mussten nicht geschützt werden. Wieso also sollte sich Shiro für solche Nichtigkeiten ansträngen? Da war ihr der Kick der Ungewissheit doch alle Male lieber als diese, süße Gefühl des Sieges das sie ebenso gerne Auskostete. Shiro hatte die Arme immer noch hinter dem Rücken verschränkt, die restliche Haltung – wie sie in einer halb schiefen Bewegung mit einem Bein gerade stand und dem anderen eingeknickt – betonte ihre kindliche Seite. Sie hätte wohl weniger kindliche gewirkt, wenn sie diese wirren Haare zu einem Zopf gebunden hätte, doch Shiro mochte sich so wie sie war und hatte nicht vor etwas daran zu ändern.



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BeitragThema: Re: Lagune    Di 28 Apr 2015, 18:47

Was auch immer sie waren, eines konnte ich mit Sicherheit über diese Lebewesen vor mir sagen - Sie waren recht merkwürdig. Zugegeben, auch ich wurde häufig von den Menschen in meiner Umgebung entweder als seltsam oder still bezeichnet, aber das war vermutlich wieder eine andere Sache. Und selbst, wenn es die nicht war, was würde es ändern? Meine Meinung? Weshalb denn? Es war im Grunde egal, worum es sich hier nun handelte, Fakt war, dass diese zwei Wesen ungewöhnlich waren. Jedenfalls war es meine Wahrnehmung, auch wenn man sich nie auf einzelne Beobachtungen verlassen sollte. Vielleicht war es ja ganz anders, und dieses kleine Mädchen, und der junge Mann, waren in Wahrheit die gewöhnlichsten, angenehmsten und intelligentesten Wesen aller Zeiten. Seit wann spielte die äußere Wahrnehmung eigentlich eine Rolle,wenn es um die Intelligenz gewisser Personen ging? Mein Hirn schien wohl doch zunehmend benebelt zu sein. Entweder war der Schnitt in den Arm zu tief gewesen, oder die Müdigkeit ergriff langsam aber sicher Besitz von mir. Wenn ich einmal müde war, dann gab es kein Zurück mehr. Man konnte es positiv und negativ sehen, aber für mich war der Fakt, dass ich jemand, der innerhalb von drei Sekunden einschlafen konnte, war, doch eher erniedrigend. Hinzu kam auch noch, dass mir meine Mitmenschen schon mehrmals mitgeteilt hatten, dass ich allem Anschein nach im Schlaf redete. Zwar hatte ich es noch nicht überprüfen können, allerdings sollte ich es nicht riskieren, dass irgendwer auch nur das kleinste Detail bekam, was er oder sie nicht haben sollte.
Was für Kreaturen die zwei wohl nun waren? Vermutlich sollte ich sie dies auch noch fragen, obwohl ich mir von einer möglichen Antwort nicht allzu viel erhoffte. Zwar war ich ihnen so nah, dass ich einem der Beiden ohne Weiteres ins Gesicht schlagen, oder zwischen die Beine treten konnte . Aber bisher hatte ich keinen Grund, zu solch unsinniger Gewalt zu greifen. Dass ich den Kampf bevorzugte, war zwar die Wahrheit, allerdings hatte ich bisher keinen triftigen Grund, den Fremden etwas zu leide zu tun, was nicht hieß, dass es sich nicht ändern könnte.
Sowohl Menschen, als auch jede andere Form von Lebewesen, waren wechselhaft. Sprunghaft. Konnten Stimmungsschwankungen haben. Auch, wenn manche von ihnen der Meinung waren, keine Gefühle zu haben, oder diese zumindest nicht zum Vorschein bringen zu müssen. Das war auch wieder eine dieser sinnlosen Handlungen, die insbesondere Menschen gerne vollzogen, oder? Welchen Sinn hatte es, die eigenen Gefühle zu verschleiern?
Waren Gefühle und Worte nicht dazu da, um sich untereinander zu verständigen, oder waren dies auch nur weitere Dinge der Gesellschaft, die ich nicht verstehen konnte und verstehen wollte?
Es war egal, nicht? Egal, egal, und nochmals egal.
Denn die Zwei vor mir hatten geantwortet. Mehr oder weniger jedenfalls.
Der junge Mann, schien es entweder nicht für nötig zu halten, eine Antwort abzuliefern. Vielleicht war er aber auch stumm, taub, taubstumm oder er wusste einfach keine passende Antwort. Es lag schließlich im Bereich des Möglichen, dass er an einer Amnesie litt. Oder aber es war ihm einfach peinlich, dass er von mir oder dem kleinen Etwas "erwischt" worden war, was auch immer er eigentlich vermeintlich Schlimmes, für das man ihn ablehnen müsste, getan hatte.
Das Mädchen allerdings, schien tatsächlich meine Worte zu verstehen, und zusätzlich auch noch eine Stimme zu besitzen. Ihre Antwort missfiel mir allerdings ebenso, auch wenn der junge Mann nicht einmal eine gegeben hatte.
"Nein. Ich wette nicht, und bei einem Spiel, was mein Kontrahent vorschlägt, muss ich ohnehin davon ausgehen, dass du entweder durch irgendetwas bevorteiligt bist, oder einen miesen Trick anwendest. Von daher passe ich." Schwach schüttelte ich den Kopf, seufzte leise, schloss die Augen für einen Moment und öffnete sie daraufhin wieder. Warum taten manche Leute sich so unheimlich schwer damit, vernünftige Antworten zu geben? Wie auch immer, etwas anderes, als meine Fragen zu wiederholen, konnte ich ja nicht, oder?
"Also, noch einmal: Wer seid ihr, und was wollt ihr hier? Zu dieser späten Stunde ist es nicht unbedingt empfehlenswert, wenn man wie ein Kleinkind aussieht, rumzulaufen. Ich habe keine Ahnung, aber es ist im Rahmen des Möglichen, dass auf dieser Insel eventuell Bastarde rumlaufen, vielleicht auch pädophile." Auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie alt sie denn nun war, und es mich außerdem noch, weder etwas anging, noch großartig interessierte.
"Und was unseren verträumten, vermutlich ach so coolen Schweiger angeht, kann er die Sterne sicher auch von einem anderen Ort aus beobachten. Der Strand wäre beispielsweise ein wesentlich romantischer Ort, an dem man vielleicht auch das andere oder wegen mir auch eigene Geschlecht beobachten konnte, ohne dass es manche Personen als seltsam empfinden." Auch, wenn es mich bei diesem Mann nur teilweise anging, was er tat, und was nicht. Er konnte hier sein, ohne Frage, beobachten konnte er mich wegen mir auch, wenn es sein musste. Allerdings würde auch ich vermutlich nach dem Trainieren entweder in den kühlen Wellen des Meeres baden, oder vor lauter Erschöpfung auf der Stelle einschlafen. Zu wissen, dass allerdings noch eine andere Person hier war, eine Person, die wahrscheinlich sogar meiner Stärke entsprach, vielleicht sogar noch stärker war, und zu dem auch noch eine ältere Person war, die mögliches sexuelles Interesse an was auch immer haben konnte, passte mir allerdings nicht. Es rief negative Gefühle in mir hervor, die man vermutlich mit dem Wort "Abscheu" betiteln konnte, wenn man denn wollte.
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BeitragThema: Re: Lagune    Di 28 Apr 2015, 22:01

Nun richtete der junge Mann seine Augen auf das kleinere Mädchen um diese das erste mal genau anzusehen. Sie war recht klein, wenn nicht viel zu klein und sah dazu auch noch recht jung aus. Was machte ein junges Mädchen zu dieser späten Stunde noch hier draußen? Das gleiche könnte er die andere auch fragen. Diese hatte zwar größer und wirkte auch vom äußeren her viel reifer, aber es wäre für sie genauso gefährlich, wie für das kleine Exemplar. Na sein Problem war es ja sowieso nicht, wenn die Beiden in irgendeiner weise, in Gefahr kommen würden. Und falls diese sich darauf verlassen würde, dass er den Helden spielen würde, hätten sie Pech gehabt. Der Werwolf würde höchstens sich selbst Verteidigen, wenn es Sinn machen würde. Da kam seine pessimistische Seite zum Vorschein. Wäre eine Lebensbedrohliche Situation nicht Aussichtslos, dann würde er sich wohl wehren. Angenommen einer der beiden weiblichen Wesen würden ihn angreifen, würde er sich sofort wehren, denn für ihn waren es schwache Wesen, egal ob emotional oder kämpferisch gesehen. Dieses Geschlecht war doch bei weitem so, dass sie sich einen heldenhaften Beschützer suchten. Klar konnte er sich bei diesen Beiden auch täuschen, aber solange er keine Beweise dafür hatte, wie stark sie waren, war es seine Meinung. Was andere dazu sagen würden, war völlig uninteressant und sie würden es wohl auch nie erfahren, was sich der Schwarzhaarige dachte. Sicher würde Silas solche Gedanken auch nie aussprechen sonst gäbe es hier wohl einen kleinen Aufstand und auf so etwas, hatte er keine wirkliche Lust. Seinen Blick wandte er von den beiden Mädchen wieder ab und starrte einfach nur gerade aus in die Dunkelheit. Wieso sollte er sich unbedingt an diesem Gespräch beteiligen? Reichte doch wenn der Werwolf nur dabei stand oder? Zudem was sollte er schon sagen? Der junge Mann wollte seinen Namen nicht wirklich preisgeben. Seiner Ansicht nach war es auch nicht wichtig. Was die anderen davon denken mochten war ihm sonderlich egal, denn es war seine Entscheidung, was er sagte und was nicht! Die kleinere Person schlug der anderen nun ein Spiel vor, wenn sie ihren Namen erfahren wollte. Wie kindisch war das denn bitte? Entweder sie würde ihren Namen sagen oder nicht. Das bestätigte Silas nur, dass das Mädchen wohl noch nicht reif genug war.
Ein leises seufzen glitt über seine Lippen, weshalb hatte er sich eigentlich nicht schon wieder verzogen? Der Blauäugige sah nun dem kleineren Mädchen, als diese etwas zu ihm sagte. Wobei war er erwischt worden? Beim Beobachten? Was genau war daran nur so schlimm? “...“ Womöglich hätte sie wohl aus seinem Mund eine endlos lange Verteidigungsschleife erwartet, mit den Sätzen wie:“Ich hab doch gar nicht gestalkt.“ oder ähnliches. Doch konnte sich der 20 Jährige genau ausmalen worauf das hinauslaufen würde und somit blieb er wieder still. Er hatte keinen Bock darauf als Lügner dazustehen, denn in so einer Situation würde ihm das weibliche Geschlecht sowieso nichts abkaufen. Gut es machte jetzt womöglich noch mehr den Eindruck, als wäre sein schweigen ein Schuldeingeständnis, aber es konnte ihm eigentlich ja total egal sein. Das kindliche Lachen, was das Mädchen nun auch noch von sich gab, war ein weiterer Beweis für ihn, dass die Kleine wohl eher noch Kind, als in die Richtung des Erwachsenseins ging. Nun richtete sich seine Aufmerksamkeit auf die Person, die sich vorhin als Miharu vorgestellt hatte, die das Wort ergriff. Die Antwort hatte sie gut gewählt, dass musste sich der 20 Jährige eingestehen. Natürlich würde er es dem Mädchen niemals sagen, nein nicht weil er schüchtern oder sonst etwas war, sondern eher weil es nichts anging was in seinem Kopf vor ging. Nach ein kurzen Pause, fragte sie erneut wer sie waren und was sie hier wollten. Sollte Silas jetzt wirklich nachgeben und wenigsten seinen Namen verraten? Vielleicht würde sie dann mit dieser ständigen Fragerei aufhören. “Silas.“ Ein Wort, sein Name, damit schien es bestätigt zu sein, dass auch er eine Stimme hatte. Auf den Rest des gesprochenen gab er keine Reaktion. Es war einfach seine eigene Sache was er hier gerade machte und was nicht, denn er durfte sich frei bewegen und es war auch nicht IHR Platz. Mit seinem kühlen Gesichtsausdruck, starrte Miharu an. Was wollte sie mit den Sternen und Romantik? Was waren eigentlich romantische Gefühle? Nun ja, das war in diesem Moment wohl egal. “Sterne sind sinnlos.“ Ein weiterer Konversationsversuch seinerseits blieb aus. Es musste doch völlig ausreichen, was er bisher dazu beigetragen hatte.
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BeitragThema: Re: Lagune    Mi 29 Apr 2015, 15:16

Eigentlich hätte Shiro erwarten müssten eine Abfuhr zu kassieren. Schon bei früheren Gelegenheiten war dem Mädchen aufgefallen, dass mit Wetten nicht alles gewonnen war. Es gab Leute, die nichts für Spiele übrig hatten, oder die Idee ein Problem durch solch einfache Methoden zu bewerkstelligen. Das Mädchen hatte schon damals nicht gewusst wie sie mit der Situation umzugehen hatte und verschiedene Reaktionen gezeigt, angefangen von Gezicken und Gebocken bis hin zu Frustration und Aggression. Doch ein passendes Verhalten hatte es nie gegeben. Sie mochte es einfach nicht, wenn das einzige für das sie sich in ihrer Kindheit interessiert hatte, mit Füßen getreten wurde - Und da war ihr das bisschen Meinungsfreiheit das die Leute um sie herum immer wieder betonten, komplett Egal. Doch während manch anderer Miharu nun mit Missgunst gestraft hätten, zuckte die Gestaltwandlerin lediglich mit den Schultern und steckte ihre Münze wieder in die Tasche. „Dann wirst du meinen Namen leider nicht Erfahren.“, kam es kurz angebunden, doch schwankte widerwillige Akzeptanz in ihrer Stimme. Sie würde sich nun nicht Rechtfertigen und lautstark betonen dass es keine Möglichkeit gab bei einem einfachen Münzwurf zu schummeln. Wenn die Andere glaubte, ein einfaches Mädchen, wie Shiro es war, würde sie mit einem hinterlistigen Trick hereinlegen, war sie selbst Schuld – sicherlich auch Schlau, doch ihre Informationen würde sie Kostenlos nicht bekommen. Diese Meinung änderte sich auch nicht als Mikaru ihre Fragen wiederholte. Hingegen die Haltung des Mädchens, während die Andere Shiros aussehen mit ins Spiel zu bringen. Die Gestaltwandlerin schämte sich nicht für ihr kindliches Aussehen und den fehlenden Busen. Es machte ihr nichts aus Kleiner zu sein als fast alle anderen Personen an diesem Ort – in Gewisser Weise, brachte ihr dieses Aussehen sogar Vorteile ein. Unter anderem neigte man dazu sie zu Unterschätzen und weniger ernst zu nehmen. Doch als Miharu sie mit einem Kleinkind verglich, braute sich doch eine gewisse Wut in ihr auf. Äußerlich zuckte das Mädchen allerdings mit den Schultern. „Tze.“ welche andere Antwort hatte die Fremde von ihr Erwartet? Es gab Wesen die ließen sich ihre Antworten dadurch entlocken das man sie reizte. Aber obwohl Shiro ein naives Mädchen war, das durchaus ein wenig an ihrer Aufmerksamkeitspanne arbeiten musste, ließ sie sich von solchen Tricks nicht aus der Fassung bringen. Zumindest nicht allzu schnell. Für einen Augenblick wanderte ihr Blick wieder zu dem jungen Mann hinüber, der sich nun doch auch einmal zu Wort gemeldet hatte „Sieh einer an. Es kann Sprechen…“ murmelte sie mehr zu sich selbst als zu irgendjemanden Bestimmten. Und in ihrem Kopf hallten wieder die eben ausgesprochenen Worte von Miharu nach. Shiro legte die Stirn in Falten und sah von Silas, der sich eben mit eben diesem Namen vorgestellt hatte, zu Miharu und wieder zurück „Sag Mal, bist du ein Pädophiler oder ein Bastard?“ sie legte ein weiteres Mal den Kopf schief und ein leichtes Grinsen zierte ihre Lippen. Doch dann zuckte sie mit den Schultern – das dritte Mal anscheinend - und drehte sich zu Miharu „Siehst du, ist er nicht. Ich kann hier weit und breit niemanden erkennen der mir feindlich gesinnt ist..! Obwohl… Naja es wird sicherlich Wesen geben die sich Tarnen können… Und außerdem ist es dunkel, da sieht man sowieso nicht viel… also…“ murmelte sie vor sich hin, schüttelte dann aber heftig den Kopf um diese dumme Stimme aus ihren Kopf zu vertreiben die sie immer wieder verwirrte. Während sie so tat, als hätte sie die letzten Worte nicht gesagt, schaute die Gestaltwandlerin wieder auf. Doch Miharu hatte sich schon Silas zugewandt und begann nun zu Erzählen das man sich Sterne von jedem nur erdenklichen anderen Ort ansehen konnte. Shiro hielt den Mund, kam aber nicht drum herum sich zu denken, dass auch diese junge Frau einfach woanders hin konnte. Wie kam sie darauf uns nach einer Rechtfertigung zu Fragen, wenn sie selbst keine von sich geben musste? Shiro mochte Autoritäres Verhalten nicht. Es erinnerte sie daran, dass sie zu früheren Zeiten nie den Mund aufmachen durfte. Damals hatte sie auf solche Anweisungen gehört, den Blick gesenkt und das liebe, brave Mädchen gespielt. Nach den 1 ½ Jahren auf der Straße jedoch, hatte sich auch dieser Wesenszug verflüchtigt. Sie musste nicht die unterwürfige Spielen, wenn sie lernen konnte die Zügel in die Hand zu nehmen – auch wenn es den Umständen entsprechend ein wenig schwer werden würde als Gestaltwandler unter so vielen anderen Wesen. Silas Stimme riss Shiro aus den Gedanken. Irgendwo mitten in Miharus Erklärung musste sie auf Durchlauf gedrückt haben, ähnlich wie als wenn man den NPC in einem Computerspiel einfach reden ließ und zum Schluss keine Ahnung hatte welcher Quest man nun zu Folgen hatte. Und vermutlich wäre das Mädchen noch länger abwesend gewesen, wenn ihr die Stimme des jungen Mannes nicht noch so Fremd wäre. Sie sah hinauf zum Himmel, und musterte die vielen kleinen, weißen Punkte die man auch Sterne nannte. Erneut viel ihr auf wie Sinnlos und unbedeutend ihr Name war. Man konnte jeden von ihnen Shiro nennen, und es würde zu allen besser passen als zu der Person die nun diese Gedanken verfolgte. Manchmal kam es ihr so vor, als existierten die Sterne nur um sie zu verhöhnen „Sinnlos wohl eher weniger. Aber Nervig. Das sind sie.“ sie rieb sich ihre Nase mit dem Zeigefinger, dann senkte sie ihren hoch gehobenen Blick wieder.
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BeitragThema: Re: Lagune    Do 30 Apr 2015, 00:30

CF: Stadt - Außerhalb - Unterstadt

Ein Keuchen rann aus der trockenen Kehle des Jungen hervor, als das Brennen seiner Lunge ihn zwang das Renntempo zu vermindern, ehe er mit einem leisen Hecheln zum Stehen kam. Die Augenlider niedergeschlagen, er selbst leicht vorgebeugt, grinste Fisheye in seinen flachen Atem hinein, während ein leises Lachen in seiner Kehle ruhte und nur darauf wartete in die Welt zu flöten. „Heh ~“ Seine Mundwinkel zuckten auseinander, während der kleine Jungen sich mit einem langgedehnten Seufzen aufrichtete, mit wild klopfendem Herzen die Augen gänzlich schloss und seine Finger in der lockeren Kleidung vergrub. Von Berry war weit und breit kein Schatten zu sehen. Anscheinend hatte Jaden also das Rennen gewonnen!!
Der Kopf des Jungen schwirrte, fast schon meinte er, dass es genauso gut eine Vibration sein könnte die gerade sein Gehirn zum Zirkulieren zwang und er war nicht so dumm zu glauben, dass es lediglich das Rennen und seine körperliche Erschöpfung war die seinen Kreislauf dazu anregte seinem Körper die lustigsten Symptome zu verpassen. Mit Pupillen die so geweitet waren, als wären schwarze Tintenflecke in die Pfützen aus dem radioaktiv gemischter, leuchtender, blauer Farbe getropft, schlug er die Augen erneut auf. Vom Meer wehte eine angenehme, kühle Brise zu ihm herüber, kitzelte über seine warme, vor Blut kochender Haut. Die Wellen schlugen gleichmäßig im sanften Rollen über den Sand der Küste, schäumten fast schon stechend weiß, verglichen damit wie pechschwarz die Lagune bei Nacht eigentlich war. Der Junge hatte alle Lichter der Stadt hinter sich gelassen und die mickrige Quelle der Sterne konnte nur spärlich erleuchten, was sich für Gestalten hier wohl aufhielten. Ein, zwei Herzschläge regte er sich nicht, sog nur die tief die Luft ein in seine gequälten, sowieso schon missbrauchten Lungen, pumpte den Sauerstoff in seinen Körper wie ein Ertrinkender, ehe er die langen Klavierspielerhände in die Taschen seiner Jacke wandern ließ und sich mit sanften Schritten in Bewegung setzte. Klar wollte Jaden auf Berry warten – immerhin war es ihr Plan gewesen gemeinsam einen Ort mit viel Wasser zu finden, aber es würde nicht schaden, schon vor seiner Ankunft Armir aufzusammeln, denn es war gar auszumalen wie… dreckig er sein müsste nach zwei Wochen im Sand. Es war Jaden so verdammt unklar, wie er ihn einfach hatte vergessen können, aber nachdem die Quarantäne ausgebrochen war und sie dazu verdammt waren in ihren Zimmern zu bleiben, hatten der arme kleine Clown auch nicht die geringste Chance gehabt sein geschätztes Erinnerungsstück irgendwie wiederzuerlangen.

Also – erinner dich, wo hattest ihn abgelegt? Die Erkenntnis, nicht einmal das mehr zu wissen, ließ sein Herz in genau jener Sekunde gleich ein paar Zentimeter tiefer sacken. Jaden schluckte. Die schwarze, latexanmaßende Maske juckte eng geschmiegt an seinem Hals, sodass er instinktiv ihren kühle Oberfläche befühlte, mit seinen Fingerkuppen die Zahnreihen nachzog. Seine Schritte waren schlendernd, fast schon als würde er einen Spaziergang machen, während er versuchte den Abend an dem er Armir zurückgelassen hatte nach und nach zu rekonstruieren. Es war ihm klar gewesen, dass Yuna und er zum Ende, bevor sie die Lagune verließen, zusammen am Wasser gesessen hatten, mit ein paar Boxen, welche ihre Ohren mit sanften Bässen massierten und zwei Bierflaschen. Sein Blick glitt zu Boden, während er kurz prüfend gegen das kaum sichtbare, runde Glas einer kleinen Flasche im nassen Sand trat und die restliche Umgebung abscannte. Hier lag kein Arm und es wäre Jaden mit Sicherheit aufgefallen, wenn dieser hier irgendwo vergraben worden wäre – immerhin verband die Beiden eine Art persönliches Band! Und anders als für andere Menschen war für ihn jeder Gegenstand, jedes Objekt es genauso wert geliebt und geschätzt zu werden wie irgendein Wesen was meinte sich als lebendig markieren zu müssen. Immerhin war Armir auch lebendig !- gewesen… auf irgendeine Weise bestimmt. Die Tatsache, dass er nicht einmal ein Leichenteil war, sondern er einer lebendigen Person angehört hatte, machte ihn in Jaden’s Augen zu einem akzeptablen zu respektierenden Individuum. Jedoch, war jener heiß ersehnte Freund nirgendwo zu entdecken und langsam machte die Abwesenheit den weißhaarigen Jungen zunehmends nervöser. Er spürte es an den Zucken seiner Fingerkuppen, die leicht verschwitzt über den weichen Stoff seiner ausgefüllten Taschen rieben und die Box, angeschlossen an seinem Handy befühlten. Wo war er verdammt?!

Jaden wollte durchatmen, ja er wollte ganz ruhig bleiben … es war ja nicht schlimm oder? Fuck, wem wollte er was vormachen, natürlich war es schlimm! Immerhin könnte Armir sonst etwas zugestoßen sein! Doch in dem Moment, wo sich schon die wildesten Fantasien wuchernd in seinem ratternden, zugedröhnten Gehirn versuchten anzunisten, entdeckte er ihn. Aber ehe das erleichternde Seufzen befreiend über seine Lippen quellen konnte, erspähte er das kleine Dreimanngrüppchen, die sich in unmittelbarer Nähe vor der kaum sichtbaren, aus dem Sand hervorragenden Hand aufgestellt hatten, wo vor wenigen Wochen noch ein Lagerfeuer knisterte und leichtsinnige Jugendliche Alkoholflaschen in Massen leerten. Ohne es unterdrücken zu können, brodelte eine Wut in seinem Körper, verursacht von der Angst um seinen geliebten Gegenstand, welcher so dicht und sicherlich vollkommen verängstigt von Fremden (waren es überhaupt Fremde?) umringt war. „WER VON EUCH HAT IHN ENTFÜHRT?!“ Rief er vom Wasser herüber, die Augen wie auf die drei gerichtet wie Laserpointer. Und da er ja nicht unterschätzt werden wollte… oder noch viel schlimmer sie ihn angriffen, musste er sich erst einmal kurz Respekt verschaffen. „Äh… SCHWUCHTELN!“ Stolz pulsierte in seiner Brust, denn er hatte das Wort erst vor wenigen Minuten, so circa vor einer Viertelstunde, das erste Mal gehört und wenn man einmal das Jaden-Duden-Bedeutungswörterbuch aufschlagen würde, so würde folgende Definition finden.

Schwuchteln = Abwertende Bezeichnung für ein Pärchen oder eine Gruppierung normal befreundeter und/oder sich liebender, enger Befreundeter, welche sich in unmittelbarer Nähe aufhalten, oder sich berühren.

Nun, er konnte natürlich nicht wissen, dass keine der Personen je ein solches Buch besitzen würde, denn es war tief zwischen seinen abgestorbenen Hirnzellen versteckt in der grauen Masse, aber er war sicher, dass sie die Bedeutung sicherlich schon kannten und er es ihnen deshalb nicht definieren musste. Tief sog er die Luft in die dafür vorgesehene Röhre und begann gemächlich auf die Gruppe zuzugehen. Sein Herzschlag begann sich wieder zu versammeln, langsam einen ruhigeren Takt anzunehmen, denn jetzt wo er wusste, dass sich Armir fast schon in Sicherheit befand, gab es keinen Grund zu Aufregung mehr. Angst hatte der Clown keine, denn immerhin hatte er sich bevor er zur Gruppe gegangen war den Respekt verschafft, der nötig war, damit sie ihn wohl in Ruhe ließen und zur Not, konnte er Armir immernoch dazu benutzen Respektschellen zu verteilen. – So hatte es jedenfalls sein Vater damals genannt und immerhin musste das ja für irgendwas gut sein, oder? Während er sich ihnen also näherte, die weißen Locken hüpfend kringelnd mit jedem starken Schritt, begann sich ein Lächeln auf seinen Lippen abzuzeichnen, zuckte und mutierte zu einem perfiden, verworfenen Grinsen, was im Kontrast zu den vor Freude leuchtenden, hellen Augen mit den riesigen Tellern stand. Es waren insgesamt zwei Mädchen und ein Junge, welcher als einziger auf dem Boden saß und Jaden das Gesicht zugewandt hatte. Sie waren alle beste Freunde, dass sah er sofort und auch die Stimmung schien so heiter zu sein wie die Sonne eines Frühlingsmorgens. Er war schon ein wenig neidisch – er wäre auch voll gern mit seinen besten Freunden unterwegs, denn dann könnte er mit seinen Freunden und diesen Freunde neue Freundschaften schließen und sie würde eine riesige Bande bilden, mit einem dicken, pumpenden Band der Freundschaft. Aber obwohl Unhöflichkeit kein Wort war, dass in Jadens Duden-Bedeutungswörterbuch vorhanden war, so wusste auch er, dass es fast schon ein kleines Verbrechen war die Magie der freundschaftlichen Stimmung hier zu zerreißen.

Beflügelt schlug sein Herz ein paar Schläge schnell hintereinander, ehe er bei ihnen ankam und seine Augen nur flüchtig über die Wesen huschen ließ. Eines der Mädchen wirkte nahezu kindlich – niedlich und zuckersüss wie der Erdbeerlolli in seiner Hosentasche, welcher rosa verpackt darauf wartete verspeist zu werden. Das Andere wirkte porzellan und puppenhaft, mit rotem Haar das wie Muskelmasse gefärbt war und ihre Haut umso heller färbte. Der Junge war… Jaden starrte ihn kurz, um eine passende Beschreibung zu finden, für den Fall dass Berry später fragen würde, wie sie denn ausgesehen hätten. Sollte er dies tun, so würde Jaden antworten: Der Junge sah aus wie Rauch, nicht wirklich in der Form zu beschreiben und… so distanziert, dass man wie ein Eindringling vorkam. Einzig die hellen Augen waren wie der Winter, zum Erfrieren (recht) schön (geeignet). Nun, für tiefergehende Beschreibungen hatte der Junge keine Zeit, also wandte er fröstelnd den Blick auf Armir, hockte sich nieder und zog jenen so vorsichtig aus dem Sand, so liebevoll, als wäre es ein lang vermisster Schatz. Kaum berührte seine Haut die abgestorbene, begann jene sich regen, nicht in der Form, dass der Arm lebendig werden würde - viel mehr begann die Muskelmasse sich für den Hauch von weniger als drei Sekunden zu verformen und zu deformieren, als würden dicke Würmer das Innere bewohnen und sich aufgeschreckt aus ihrem Schlaf anfangen zu bewegen. Doch als es wäre es nur ein Glimp, war er im nächsten Moment wieder so tot, wie zuvor. Mit dem Unterschied, dass der Sand, welcher sich an der Abrissstelle angesammelt hatte, vollkommen verschwunden war. Der Duft seines Bruders klebte süss an dem getrockneten Blut.

Mit dem Arm in der Hand erhob der kleine Clown sich, blickte überglücklich grinsend zu den Freunden zurück, wie um seine Glücksgefühle der ganzen Welt zu demonstrieren, ehe die Grübchen vverschwanden und seine Augen von Gesicht zu Gesicht huschten. Hatten sie etwas gesagt? Um ehrlich zu sein war er so im Schimmer des Augenblicks gefangen gewesen, dass er nicht einmal etwas gehört hatte. Unschlüssig was er antworten sollte, hätten sie etwas gesagt, hob er den Arm, schwenkte ihn kurz nach Außen, als würde er sie mit einem Winken begrüßen wollen, während sein Kopf sich in eine Schräglage wandte. In seinem Gesicht stand eine Frage geschrieben: War das jetzt richtig… als Reaktion? „Fishie.“ Sagte er kurz seinen Namen mit melodischem, hellen Tenor, welcher so jung wirkte wie das Clownsgesicht selbst. Fishie, von Fisheye - wobei wohl klar war, woher der Name rühmte. Er lächelte sprunghaft für einen Moment, ließ den Arm sinken. „Ich… überlass euch dann mal… euren…“ Mal wieder musste er kurz überlegen, die Gehirnmasse zur Bewegung zwingen. „anderen… Entführungsdingens-intrigen?“ Jap, das sollte reichen. Zufrieden mit sich zwang ein Grinsen die Mundwinkel zum Harlekinlächeln, während er sich leise räuspernd wieder in Bewegung setzte und sie hinter sich ließ. Er hätte eigentlich schon die Lust verspürt, auch sie zu seinen neuen Freunden zu machen, allerdings… hatte er schon seinen letzten neuen Freund – Berry – irgendwo auf der Strecke verloren und ebenso wie Armir, musste auch er wohl aufgesammelt werden.

TBC: -> Stadt - Außerhalb - Wasserweg
(Ich wäre ja geblieben, aber ich hab das Wochenende zum Posten gar keine Zeit und würde nur unnötig Wartezeit hervorrufen o - o)


Denn wie einsam kann man sein, wenn dich keiner versteht, keiner so denkt wie du und keiner deine Träume erlebt.

Der Schrei des Hasses ist am lautesten gegen Fremde und jene Einsamkeit am grausamsten im Haufen der Menschen


Zuletzt von Jaden am Di 12 Mai 2015, 16:35 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Lagune    Fr 01 Mai 2015, 21:30

Oh, die zwei redeten sogar weiter? Das war wohl etwas, was manche Leute als erstaunlich bezeichneten. Wenn die Menschen sich änderten, um dem anderen etwas entgegen zu kommen, oder zumindest nicht ganz so nutzlos zu sein. Andere jedoch, welchen ich mich wohl eher anschließen würde, nannten es feige. Sicher, es war angenehm, dass sie auch Worte walten ließen, ohne dass meine Fähigkeit sie erst dazu zwingen musste. Nicht, dass ich sofort davon ausging, dass sie ohne weiteres, von meinen Waffen eingeschüchtert, reden würden. Nein, vermutlich gehörten die Beiden eher zu der Sorte von Wesen, die lieber kämpften, anstatt sich zu ergeben und einen Fluchtversuch zu starten. Selbst, wenn sie wussten, dass es sie umbringen würde, würden sie weiter kämpfen. Warum waren manche Leute nur so stur? Starben lieber, anstatt ein bisschen von sich preis zu geben? Davon abgesehen, konnte ich, bei der momentanen Dunkelheit, eh nur schwer ausmachen, ob sie logen, oder nicht.
Sobald ich allerdings sicher gehen konnte, dass das, was sie von sich gaben, nicht der Wahrheit entsprach, würden sie von mir bestraft werden. Nicht wahr?
Es war schließlich sinnlos, zu lügen, insbesondere in dieser Situation. Was war bitte so schwer daran, ein paar einfache Worte zu finden? Den eigenen Namen, und einen simplen Grund, warum man denn hier war, zu erzählen? Mit dem Namen dieser Personen, konnte ich für's Erste sowieso nichts anfangen. Und ob sie nun hier waren, weil sie Langeweile hatten, ein ruhiges Plätzchen brauchten, oder einfach alleine sein wollten, war doch auch keine große Sache. Wenn sie hier trainieren wollten, war es schließlich auch in Ordnung. Ich wollte doch einfach nur einen kleinen, fadenscheinigen Hintergrund von den Personen, die hier waren. Das Ganze konnte doch nicht so schwer sein, oder?
Es erzeugte in den Menschen, das irreale, falsche, aber dennoch vorhandene Gefühl von vermeintlicher Vertrautheit, wenn sie einen Menschen (oder um was auch immer es sich denn nun bei den vor mir Stehenden handelte) beim Namen rufen konnten.
Allerdings regte ich mich wohl ohne Grund auf, denn zumindest der erwachsener scheinende, junge Mann, hatte geantwortet, wenn auch er sich, wie wohl immer, zurückhielt. Scheinbar war dieser "Silas" kein Mensch großer Worte, aber das musste er auch nicht sein. Schließlich war ich auch niemand, der mehr sprach, als es ihm selbst in den Kram passte. Leute, die mehr redeten, als sie nachdachten, waren einfach unerträglich. In den meisten Situationen ,jedenfalls, denn waren sie vermutlich ein besserer Zeitvertreib, als die stillen, wortlosen Denker, die es nicht mal auf die Reihe bekamen, ein wenig über sich selbst zu erzählen. Natürlich zählte ich selbst zu diesen Menschen, erklärte niemandem unnötigerweise meine halbe Lebensgeschichte. Jedoch waren diese Menschen praktisch, wenn ich beispielsweise Untersuchungen anstellte, oder Informationen über die Gesellschaft und ihre Konventionen brauchte.
Nicht,dass ich mich ihnen beugen würde, jedenfalls nicht komplett, aber vermutlich war es nicht verkehrt, denn dadurch könnte ich vertrauter vorkommen, und weniger "wie ein Roboter", wie man mich schon das ein oder andere Mal liebevoll bezeichnet hatte.
Und Sterne empfanden wir also als sinnlos? Höchst interessant. Mehr oder weniger, so hatten Sterne doch einen Sinn, nicht? Das kleine Mädchen, welches ihren Namen anscheinend nicht nennen konnte (entweder war sie stur oder hatte ihn vielleicht sogar vergessen), beschwerte sich währenddessen über meinen gut gemeinten Ratschlag und fügte außerdem hinzu, dass Sterne nicht sinnlos, aber nervig seien. Seltsam, worüber manche Lebewesen sich aufregten.

Während wir sprachen, entging mir nicht, wie kurzzeitig ein anderer junger Mann auf uns aufmerksam geworden war. Viel Beachtung hatte ich ihm nicht geschenkt, einfach, weil er viel zu schnell dafür gewesen war, als dass ich mich von den anderen beiden Gestalten abgewandt hätte. Dennoch hatte ich heraushören können, dass er männlich war, seinen Worten zu urteilen nach, wohl auch noch ziemlich kindlicher Natur. Er schrie herum, bezeichnete uns als Schwuchteln (was hieß das noch einmal, laut den Menschen? Es war auf jeden Fall etwas Negatives, nicht?) und faselte irgendetwas von Entführungen. Ein seltsamer junger Mann, mit dem ich mich sicher auch noch irgendwann unterhalten würde. Schließlich kam er mir relativ interessant vor, auch wenn etwas kindisch. Aber solche Leute gab es eben auch, nicht war? Wie das kleine Mädchen, war auch er vermutlich eine sture, aufgeweckte und scherzende Persönlichkeit, während "Silas" wohl eher der wortkarge Typ war. Ähnelte ein wenig mir, was? "Sterne sind weder sinnlos noch nervig...Die Sonne beispielsweise ist ein Stern ohne den wir nicht auskommen würden...Aber das ist Ansichtssache.", fing ich murmelnd an, hauptsächlich, weil es eher dazu diente, dass sie mich wahrnahmen, als dass sie wirklich meine Worte verstanden. Ob ihr Blick sich in der kurzen Zeit dem Jungen zugewandt hatte, konnte ich nicht genau ausmachen, weshalb ich mit leisen Worten anfing, um sie mehr oder weniger sanft und höflich auf mich aufmerksam zu machen. "Also haben wir Silas und ein kleines Mädchen, was längst im Bett sein müsste und mir seinen Namen nicht verraten will, weshalb es sich mit einer Reihe Spitznamen, die allesamt dem Mädchen nicht passen werden, zufrieden geben muss." Sicher würde ich sie früher oder später in Rage versetzen, ob nun beabsichtigt oder nicht, sei dahin gestellt. "Ich könnte vermutlich meine Fragen sooft wie ich will, wiederholen und würde irgendwann vielleicht sogar, einfach, weil es euch Beiden auf die Nerven geht, entweder Antworten , einen Kampf, oder euer Verschwinden als Resultat erhalten. Da ich allerdings nicht das Bedürfnis verspüre, unnötig viel zu reden, schlage ich vor, dass niemand sich an einem anderen vergreift, und wir uns alle verhältnismäßig ruhig verhalten. In Ordnung?" Ich konnte mir vorstellen, dass der junge Mann, wenn auch nicht begeistert, ohne Weiteres zustimmen würde. Das kleine Mädchen, "der Winzling", würde mit dieser Lösung vermutlich weniger zufrieden sein, wenn auch ich dies nicht mit Sicherheit sagen konnte. Ihr kindliches Gemüt allerdings, würde wohl weder Ruhe noch Langeweile zulassen, weshalb es gut möglich war, dass dies noch eine lange Nacht werden würde...
Notfalls musste ich eben verschwinden, und nach einem neuen Platz suchen. Oder schlafen gehen...
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BeitragThema: Re: Lagune    Sa 02 Mai 2015, 18:07

Für das noch Namenslose Mädchen hatte der junge Mann bereits eine weitere Bezeichnung als kindisch gefunden und wenn man diese beiden Wörter zusammen benutzte, ergab es: kindischer Dickkopf. Konnte sich das Mädchen denn nicht wie eine normale Person verhalten und einfach ihren Namen preisgeben, nachdem Miharu ihre Wette abgelehnt hatte? Selbst der Werwolf hatte seinen gesagt, obwohl das bei ihm nicht unbedingt üblich war. Seine Ansicht war eben die, dass es andere eigentlich nichts anging, mit welchen Namen man ihn rief. Nun sollte er sich besser auf die beiden Mädchen konzentrieren, man konnte ja nie wissen auf was dieses Treffen noch hinauslaufen würde, vor allem wenn die Kleine weiterhin dabei bleiben würde, ihren Namen nicht zu sagen oder weiterhin irgendwelche Spiele spielen wollte. Der 20 Jährige würde sich ganz klar im Hintergrund halten. Immerhin war es ja nicht seine Angelegenheit wenn es zu einem Zickenkrieg kommen würde. Ob er dies wohl amüsant finden würde? So genau war sich der Schwarzhaarige nicht sicher. Jedenfalls würde er sich nicht einmischen, selbst wenn ihn eine der Beiden damit reinziehen würden. Einen Augenblick lang wandte er seine Augen dem dunklen Sand zu. Dieser schien ihn mehr zu interessieren als die beiden Personen. Zugegeben war die Begeisterung für den Sand groß, denn was interessierten ihn schon andere Existenzen, außer vielleicht Pflanzen? Diese waren doch auch in gewissermaßen Lebewesen und diese Anteilnahme am Leben reicht doch, oder etwa nicht? Noch bevor Silas weiter darüber nachdenken konnte, drang das Gemurmel von der Unbekannten, dank seines guten Gehörs, an seine Ohren. Ihrer Meinung nach war er also ein “Es“? War es ihr denn nicht klar, dass der Werwolf männlich war?
Klar hätte er darauf auch irgendetwas sagen können, doch blieben seine Lippen versiegelt. Was hätte er auch für einen Kommentar dazu abgeben können? Eigentlich konnte es ihm doch egal sein, wenn das Mädchen ihn für männlich, weiblich oder sonst irgendwas hielt. Kurz darauf folgte eine Frage der kleinen Person, die er etwas komisch fand, denn er war weder ein Pädophiler noch ein Bastard. Doch bevor Silas auch ein einziges Wort dazu äußern konnte, sprach sie auch schon weiter und wandte sich Miharu zu. Nun ja sie schien es zumindest kapiert zu haben, dass er keins von Beiden war. Das hatte sich wohl erledigt ohne groß irgendetwas dazu zu sagen, war ja praktisch, wenn man eine Person hatte die gerne und viel sprach, auch wenn es auf andere nervig wirken mochte. Ihm war es einfach egal, wie so oft. Der Schwarzhaarige wurde abgelenkt, als eine fremde Stimme etwas rief, die nun auch die Aufmerksamkeit des Blauäugigen bekam und er seinen Kopf in die Richtung, aus die diese stammte. In diesem Abstand konnte er nur eine Silhouette erkennen und dem Klang der Stimme nach musste es ein männliches Wesen sein. Was bitte sollten sie entführt haben? Was genau meinte der Fremde? Wer oder was war dieses “Ihn“? Kurz blickte er zu den beiden Mädchen. Hatten diese etwa Dreck am stecken? Ein anderer würde in dieser Situation wohl etwas Verwirrt oder Fragend aus der Wäsche gucken, ganz anders als der 20 Jährige, dessen Gesichtsausdruck immer noch der gleiche war. Dann kam von dem Unbekannten auch noch das Wort “Schwuchteln“ hinterher. War ihm etwa nichts besseres eingefallen? Es gab doch bei weitem bessere Wörter oder wollte er seine Unsicherheit damit verstecken? Nun man würde es ja sehen, wenn er näher kam. Ein Wesen mehr oder weniger würde nun auch nichts mehr ausmachen. Zumal er sowieso seine Gleichgültigkeit raus hängen lies.
Silas beobachtete den Fremden genau, als dieser nun bei ihnen ankam. Es entging ihm keine einzige Bewegung. Zuerst schien er die drei, wenn auch nur kurz an zu schauen, ehe er sich dann hinkniete und einen Arm aus dem Sand zog. Der Junge hatte ernsthaft nach einem abgetrennten Körperteil gesucht? Es war krank in seinen Augen, aber ehrlich gesagt – hätte er diesen Arm gesehen bevor der Fremde gekommen war gesehen, wäre dieser wohl nicht mehr an dieser Stelle gelegen. Ein leises knurrendes Geräusch entwich aus seinem Mund. Ob er dem Unbekannten Angst machen wollte oder war es eher der Ärger auf sich selbst? Vielleicht aber hatte es auch gar nichts zu bedeuten – wer wusste es schon! Vielmehr fragte sich der Schwarzhaarige, was jemand mit einem abgetrennten Arm wollte. Mit diesem konnte man doch gar nichts mehr anfangen und irgendwann würde dieser doch sowieso nur noch aus Knochen bestehen oder? Nach einer wirklichen Antwort suchte er nicht in seinen Gedanken, denn es war nicht sein Problem. Seine blauen Augen waren noch immer auf den Unbekannten gerichtet, der sich nun wieder erhob und sichtlich froh darüber war, dieses Körperteil wieder gefunden zu haben. Was war das nur für ein komischer Kauz und was wollte er nun mit Fishie? War das etwa sein Name? Es erinnerte ihn einfach an Essen – eben an Fisch. Aber er bekam keinen wirklichen Hunger darauf, vielen anderen wäre es wohl so ergangen. Ob sein Erinnerungsvermögen mithalten könnte, sich Miharu´s Namen, sowohl den des Jungen merken konnte? Geschweige denn das Aussehen, aller Personen, die er je treffen würde? Was ihm auffiel, der Junge schien zu glauben, dass sie diesen Arm, der ihm anscheinen so wichtig war, entführt hatten? Nun wenn er der Meinung war! Vielleicht sollten die drei ja wirklich irgendwelche Entführungen planen. Wobei er hier lieber so wenig, wie möglich Probleme machte. Kurz sah der Schwarzhaarige Fishie noch hinterher. Kurz danach wandte sich der Blauäugige wieder an die beiden Mädchen. Wie konnte man eigentlich nur so viel reden? Musste wohl am Geschlecht liegen. War es denn nicht immer so, dass Frauen mehr sprachen, als Männer? Gut er wollte jetzt nicht unbedingt sagen, dass es bei seinem eigenen Geschlecht keine solchen “Vielredner“ gab. Und um ehrlich zu sein, bekam der junge Mann nur noch mit, dass Miharu irgendwas von „keiner vergreift sich am anderen.“ oder so etwas sagte. Wieso sagte sie grade so etwas, wenn er nicht mal die Lust danach verspürte irgendwie einen Kampf herauf zu beschwören? Der junge Mann drehte seinen Kopf nun in die Richtung des Himmels. Hätte er dazu etwas sagen sollen, so in der Art: „Ich tu doch nichts?“ Eventuell hätte dies Miharu oder aber auch das andere Mädchen erwartet.
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BeitragThema: Re: Lagune    So 03 Mai 2015, 11:37

CF: Stadt - Außerhalb - Unterstadt

Seinen Blick immer an Fisheyes Rücken haftend, lief Kaoru schwer atmend und keuchend hinter diesem her. Laufen war eben nun wirklich nicht seine Stärke, nein, diese äußerte sich in seinen, wie er selbst immer so gerne sagte, "Swimming Skills". Dabei handelte es sich eigentlich um nichts anderes als die englische Übersetzung für Schwimmfähigkeiten. Trotzdem übte die englische Bezeichnung mehr Anziehung auf ihn aus, zumal sich in dieser Bezeichnung eine Alliteration versteckte - oder anders gesagt zwei oder mehr Wörter, die mit dem selben Buchstaben anfangen. Man könnte es auch als einen Halben Zungenbrecher bezeichnen, aber das Wort Alliteration hatte sich bereits in irgendeiner Ecke seines Kopfes festgenagt, auch wenn sein Kopf rund war und ja eigentlich keine Ecken hatte. Doch dieser schien im Moment nich ganz so bei der Sache zu sein, wie sonst, denn der Junge hatte bereits an die 10 Passanten angerempelt, denen er allerdings nicht solche Wörter wie "Schwuchtel" zuwarf, stattdessen entschuldigte er sich.

Irgendwann bemerkte Kaoru, dass er Jaden verloren hatte und blieb stehen - Sinn machte es eh keinen mehr weiter zu laufen. Wie ein kleines Kind, dass sich im Supermarkt verirrt hatte, stand er da und blickte umher. Er hatte keine Ahnung wo er war. Es scbien nicht sonderlich zivilisiert hier, weshalb er sich sicher war, dass es nicht mehr weit sein konnte. Zögernd nahm er genau an dem Ort, an dem er war die Sitzposition des Schneidersitzes ein und schloss die Augen. Wie ein meditietender Buddhist konzentrierte er sich voll und ganz auf seine Sinne. Sehen konnte er nichts. Dafür aber hörte er Meeresrauschen und vernahm etwas salziges in der Luft. Zweifellos deuteten diese Anzeichen darauf hin, dass die Lagune gleich um die Ecke sein musste. Den Blick starr nach vorne gerichtet, begann er zu laufen.

Nach einer Weile erreichte der Junge einen Ort, der einer Lagune ähnelte, aber von Jaden war keine Spur zu sehen. Allmählich fragte Kaoru sich, ob Jaden ihn nur verarscht hatte. Sicherlich würde es ihm nichts ausmachen, wenn dies der Fall wäre, schließlich war er nicht der Typ Mensch, der sich gern unter Menschen aufhielt, geschweige denn Freunde brauchte, nein, am liebsten hatte das Meerwesen seine Ruhe vor anderen Wesen. So konnte er einfach er selbst sein, ohne, dass es jemanden stören würden oder jemand es bemerken würde.

Der Boden unter seinen Füßen wurde uneben und weicher. Dunkler Sand zog sich unter seinen Füßen hinweg, umringt von Meereswasser und schwarzen, bedrohlich wirkenden Felsen. Eine seichte Brise wehte dem Jungen ins Gesicht, ließ dabei Sandkörner gegen seinen Körper rieseln. Der Geruch in der Luft wurde salziger, das Meeresrauschen lauter. Zweifellos befand er sich an dem Ort, den er gesucht und nun gefunden hatte. Die Umgebung wirkte eine recht einladende Anziehungskraft auf den 16-jährigen aus und er machte es sich zum Ziel hier die nächsten Minuten oder Stunden zu verbringen.
Leider wurde dieses Glück einen so perferkten Ort gefunden zu haben davon getrübt, dass er im Hintergrund einige schwarze Umrisse erkannte. Soweit er es erkennen konnte waren es drei Personen, Fisheye aber nicht unter ihnen, tatsächlich war er verschwunden. Naja, wenigstens konnte er erkennen, dass er nicht unter ihnen war, sonst hätte er nämlich näher rangehen müssen. Man könnte beinahe sagen er hätte perferkte Augen. Jemand der eben unter Wasser klar sehen konnte, konnte es zu Lande umso besser. Die drei Silhouetten ignorierend, ging der Junge auf das Wasser hinzu und ließ sich vor ihm in dem düstren Sand nieder. Mit der Hand griff er einen Haufen Sand auf und ließ ihn über seine Beine und Schuhe rieseln. Seinen Blick ließ er dabei starr auf die mit Sand bedeckte Oberfläche gerichtet. Es verstrichen einige Sekunden bevor er seine Netzhaut dann mit den düsteren Lichtstrahlen der schwarzblauen Wellen beehrte. Kaoru streckte die Hand aus und schloss seine Augen, erneut. Aus dem Wasser kam eine Kugel, bestehend aus Wasser, hervor und schwebte zu ihm, bevor ein Zucken seiner Augenlider es augenblicklich zum gefrieren brachte. Kaoru öffnete seine Augen und betrachtete sein Werk, welches er mittlerweile hat zu Boden sinken lassen. Er nahm den Eishaufen in die Hand und tastete dessen Oberfläche ab. Sie war glatt und glitschig, so wie Eis eben war. Doch statt dieses Souvenir zu behalten, warf er es in die Tiefen des Meeres. Mit einem recht lauten Platschen drang es in seinesgleichen ein und spritzte Wasser bis an Land, genauer gesagt bis auf seinen Schöpfer. Dieser stand sofort auf und stürzte sich in die kalten Fluten. Seine Beine verschwanden und eine güldne Flosse erschien an Stelle seiner Gliedmaßen.

Kaoru tauchte mitten in den Wellen auf und hoffte, dass die drei Gestalten, die sich immernoch am Rande des Meeres angestrengt unterhielten, ihn nicht bemerkt hatten, geschweige denn ihn fragen würden, warum er um diese Uhrzeit und bei dieser Kälte, die ihm mal nebenbei gesagt gut tat, im Meer schwimmen war.


Zuletzt von Kaoru am Mi 06 Mai 2015, 17:10 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Lagune    So 03 Mai 2015, 15:04

Die Stimme des Katzeninstinktes wurde immer schwächer, ebenso aber auch die erhöhten Sinneseindrücke die Shiro nun bekam. Sie schob diese Feststellung Beiseite, denn welchen Sinn hatte es sich dieser Tatsache jedes Mal aufs Neue Bewusst zu werden? Kaum das sie den Kopf gesenkt hatte um den Blick von dem Himmel abzuwenden, der voll mit Sternen war, hörte das Mädchen eine ihr unbekannte Stimme. Verwirrt über die Wortwahl die Diese getroffen hatte, wandte sie dem Fremden ihre Aufmerksamkeit zu – auch wenn sie nicht mehr sagen konnte, als das es ein Junge war der etwas vom Boden aufhob. Die Umrisse der Person wurden deutlicher, doch ihr Blick blieb an den grün-blauen Augen hängen die selbst in der Nacht zu leuchten schienen. Shiro legte den Kopf schief und ignorierte die ihr vor die Augen fallenden Strähnen ihres langen Haares. Hob der Fremde da gerade einen… einen Arm auf? Unsicher, wieso hier auf dem Boden einfach so ein Körperteil herum lag, wandte sie ihren Blick auf den Boden und sah sich suchend um. Doch in all dem Sand konnte das Mädchen keine weiteren Leichenteile entdecken und so beruhigte sich ihr erhöhter Herzschlag fast sofort und sie setzte sich lieber mit der Frage auseinander, wieso der Fremde sie alle drei Schwuchteln genannt hatte, wenn zwei von ihnen doch Frauen waren und damit überhaupt nicht solche sein konnten? Aus einem ihr unbegreiflichen Grund, brachte sie die Beleidigung aber zum Lachen. Vielleicht war es die Absurdität von Jemandem Beleidigt zu werden der einen Arm in den Händen hielt? Auch das der Fremde gleich darauf seinen Namen sagte, wollte nicht ganz passen. Shiro Atmete ein oder zwei Mal tief ein und aus um den Lachanfall zu dämmen und so wieder Luft zu bekommen. Wieder wandte sie dem Fremden ihren Blick zu – Fishie. Sie würde versuchen sich diesen Namen zu Merken. Schon alleine weile sich der Junge gleich darauf verabschiedete, fest davon überzeugt das sie Schuld daran waren das… Ja, woran sollten Shiro und die anderen Beiden eigentlich Schuld sein? Was sollten sie entführt haben? Während sich Fishie umdrehte und verschwand, lag ihr Blick noch einen Moment lang auf ihm und bei dem Gedanken an den Arm, lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken. Sie konnte und wollte einfach nicht verstehen woher dieses Ding nur her gekommen war und welchem Toten er wohl gehören musste. Sicher war nur, das Shiro nun noch mehr auf ihre Umgebung achten würde als ohnehin schon. Vielleicht lagen an diesem Ort, oder auch an anderen Orten hier auf Glass Dome noch mehr Arme. Eventuell auch Beine und Köpfe. Sie nahm sich vor, erst in Panik auszubrechen, wenn diese Vermutung bestätigt worden war und hoffte gleichzeitig das es nur ein dummes Hirngespinst war das ihr in den Gedanken herumgeisterte, auf der Suche nach einem Ort zum Niederlassen – ähnlich wie ein Poltergeist. Doch das tat nicht zur Sache. Blinzelnd, wandte sich Shiro wieder ihren anderen beiden Gesprächspartnern zu, die nicht sonderlich viel von dieser kleinen Störung zu halten schienen. Ob sie ihn vielleicht Absichtlich ignoriert hatten? Es war durchaus im Bereich des Möglichen das einer von den Beiden ihn gekannt hatte. Eventuell war auch daher der Ausdruck „Entführer“ gekommen! Ob die Beiden irgendetwas Verbotenes Getan hatten? Shiro beschloss auch in diesem Sinne vorsichtiger zu sein, auch wenn sie ahnte dass sie es sowieso wieder vergessen würde. Automatisch sah das Mädchen zu Miharu als diese wieder das Wort aufnahm und nun ihre Meinung Bezüglich der Sterne abgab. Das sie dabei sowohl Silas, als auch Shiros Aussage verneinte, wunderte das Mädchen nicht im Geringsten und so zuckte sie nur desinteressiert mit den Schultern. Auch das Miharu beschloss ihr einfach irgendwelche Spitznamen aufzubrummen, tat sie mit einem einfachen „Mach halt wie du willst.“ ab. Es gab nicht viele Beleidigungen mit denen man Shiro ernsthaft zu nahe treten konnte. Sie hatte sich mit ihrem kindlichen Körperbau abgefunden, ebenso mit ihrer mickrigen Größe und ihrem Lollita ähnlichen aussehen. Auch war sie sich ihrer skrupellosen Lügen und ihrer häufig heraussteckenden Rücksichtslosigkeit äußerst Bewusst und schämte sich reichlich wenig dafür. Der einzige Punkt. Wäre wahrscheinlich ihr kleines Geheimnis, bei dem Shiro selbst dann rot anlief, wenn sie nur daran dachte – so wie in diesem Moment. Kopfschüttelnd, versuchte das Mädchen den Gedanken beiseite zu schieben und Räusperte sich, um von ihrer neu ersonnenen Röte abzulenken. Wahrscheinlich konnte man sie in der Dunkelheit gar nicht ausmachen, doch Shiro beschloss auf Nummer sicher zu gehen – denn sie hatte keine Ahnung was für Wesen vor ihr standen. Ein Vampir beispielsweise, konnte hier wahrscheinlich besser sehen, als sie in Katzengestalt. Und auch anderer Wesen, zum Beispiel Tiermenschen, hatten verbessere Instinkte soweit Shiro wusste. Natürlich konnte ihr auf Theorie basierendes Wissen auch vollkommender Blödsinn sein. Wer wusste das schon? Wieder meldete sich Miharu zu Wort und dieses Mal, schenkte Shiro ihr sogar ein Lächeln, wenn es auch weniger freundlich oder süß, als vielmehr frech zu sein schien „Wo würde denn da der Spaß bleiben? Eine kleine Rauferei hat noch Niemand etwas geschadet! Und hier gibt es so eine große, freie Fläche, das es doch eine Verschwendung wäre Lieb und Nett zueinander zu sein“ sie zog einen Schmollmund und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. In Wirklichkeit konnte auch Shiro gerne auf eine Zankerei verzichten – sie interessierte sich viel mehr für Auseinandersetzungen bei denen man sich nicht Arme und Beine, oder sogar das Genick brechen konnte. Das wenige Gewicht das sie besaß, war ebenfalls Grund genug auf eine Auseinandersetzung zu verzichten. Obwohl… Wenn Shiro es darauf anlegte, konnte sie auch einfach die Gestalt Wechseln. Unaufgefordert traten Bilder in ihr Sichtfeld, die sie ein weiteres Mal an die vielen Gräueltaten erinnerte die sie begannen hatte. Man konnte sich darüber streiten ob das Motiv „Überleben“ einen, oder sogar mehrere Morde Rechtfertigte. Shiro hatten sie jedenfalls gelehrt das man mit „Unschuld“ und „Freundlichkeit“ nicht durch das Leben kommen konnte wenn man anders war als die Anderen. Sie schüttelte den Kopf um ihre Gedanken beiseite zu schieben. Es war sehr Vorteilhaft gut Bluffen zu können, so hörten sich nämlich auch ihre Worte an als würde sie diese ernst meinen. Und wer weiß? Vielleicht meinte die kleine Masochistin ihre Worte in irgendeiner Art und Weise – in irgendeinem Punkt sogar so wie sie sie sagte. „Aber Gut. Verhalten wir uns alle ‚verhältnismäßig ruhig‘. Soll mir Recht sein“ Shiro seufzte dramatisch, als wäre sie einer großem Bitte nachgekommen und wäre so gnädig gewesen dieser zuzustimmen. Doch dann lachte sie erneut. Es war einfach verdammt schwer auf arrogant und Zickig zu machen, wenn es doch so bescheuert war auch nur zu versuchen diese Ansichten zu verkörpern. Ein breites Grinsen lag wieder auf ihren Lippen und nahm ihr damit die komplette Ernsthaftigkeit von eben „Ich denke es macht sowieso viel mehr Spaß richtige Spiele zu spielen als zu Kämpfen. Ist doch auch irgendwie nachvollziehbar – weniger Blut und mehr Köpfchen! Haha!“ sie hatte die Hände irgendwann während ihrer Rede wieder hinter den Rücken genommen . Jetzt drehte sie sich zu Silas und rückte ihm noch ein wenig mehr auf die Pelle. Sie hatte bisher noch keinen Schritt zurück gemacht und es wunderte und amüsierte sie gleichzeitig, dass es dem Anderen überhaupt nichts auszumachen schien. „Was meinst du, hast du nicht Lust auf ein kleines Spiel? Oder bist du auch ein Spießer?“ womit sie unschuldig auf Miharu deutete, die ihre Anfrage vorhin schon abgelehnt hatte. Aus dem Augenwinkel, glaubte Shiro eine Gestalt ins Wasser gehen zu sehen, doch sie verwarf diesen Gedanken gleich wieder. Vollkommen ausgeschlossen dass es Leute gab die in dieser Dunkelheit und dazu auch noch bei diesem Wellengang und diesen Temperaturen ins Wasser gehen würden. Und wenn es doch so war, erklärte es auf eine schräge Art und Weise auch mögliche Leichenteile die hier sein könnten. Wer sich traute jetzt noch ins Wasser zu gehen… Nun, Shiro würde es nicht wundern wenn solchen Leuten etwas zustieß. Doch darum ging es jetzt gerade auch gar nicht und so wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder Silas zu, von dem sie noch eine Antwort erwartete. Ein Teil von ihr ahnte das so jemand Wortkarges wie der Schwarzhaarige, wahrscheinlich verneinen würde, sie vielleicht sogar einfach ignorierte. Der andere Teil in ihr, griff nach Jeden Strohhalmen, da es immer sein konnte eines besseren Belehrt zu werden. Von Shiro würde man wohl auch nicht erwarten das sie 16 Jahre alt war – übrigens auch der Grund wieso sie Miharu nicht korrigiert hatte als diese der Meinung war sie sei ein „kleines Mädchen das schon längst im Bett liegen sollte“ – und trotzdem war sie es. Man erwartete auch nicht zwischen vielen Menschen ein ganz anderes Wesen zu finden und dennoch erging das wohl recht vielen Leuten die hier lebten so. Man sollte niemals so tun als würde man wissen wie eine Frage ausgehen würde, nur weil man den Charakter einer Person erahnen konnte. Schon Seltsam das ausgerechnet Shiro solch eine Lebensweisheit kannte. Sie würde es für sich behalten, um auch ja den Eindruck ihrer Selbst zu bewahren. Und ganz nach diesem Prinzip, wurde ihr Grinsen auch breiter und kindlicher, gar verspielter. Die stellte sich auf einen Bein und ging auf die Zehenspitzen um etwas größer zu wirken – immerhin musste sie zu Silas ziemlich hochgucken. „Also?“ schnurrte sie zuckersüß.


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BeitragThema: Re: Lagune    Mo 04 Mai 2015, 21:05

Wie lange sich dieses Gespräch wohl noch hinziehen mochte? Natürlich, an sich, konnte man es nicht einmal als solches bezeichnen. Es waren nur ein paar Leute, die sich nicht kannten, von denen 2 Namen bekannt waren, und die so taten, als würden sie irgendwie miteinander reden, aber am Ende doch nur ein paar Worte fallen ließen. Momentan war ich eher der gesprächige Part dieser Konstellation, obwohl es nicht üblich war, dass ich diese Rolle einnahm. Vielleicht wirkte sich diese Müdigkeit doch unvorteilhaft auf mich aus. Ob es wohl besser war, wenn ich dies irgendwie zu verhindern wusste? Die Frage war nur wie, denn konnte ich mich zu dieser Zeit vermutlich nicht mehr auf meinen Verstand verlassen. Eigentlich müsste ich auch längst schlafen, doch da meine Kräfte in letzter Zeit etwas geschwächelt hatten, musste ich letzten Endes doch herkommen, um mich auf Trab zu halten.Als Schwächling hatte man es hier bestimmt nicht leicht, auch wenn es an sich keine Rolle spielte, ob man nun körperlich überlegen war, oder nicht. Letzten Endes brauchte es einen starken Geist und einen kühnen Kopf. Der stärkste Körper könnte selbst die schwächsten Foltern nicht ertragen, wenn sein Besitzer eine instabile Psyche besaß. Ebenso konnten willensstarke Menschen mit einem festen Ziel und einem großen Willen, durchaus Meilensteine hinter sich legen, jegliche Folter, die ihren Körper nicht vollends ruinierte ertragen, und insgesamt einfach besser durch's Leben springen, als andere, auch wenn sie täglich von den stärkeren penetriert wurden. Manchmal war es schon lustig, wie der Verstand arbeitete, was?
Allerdings zeigten sich auch Tücken und Nachteile des menschlichen Gehirnes, wie etwa meine Müdigkeit, oder die Kopfschmerzen und das Schwindelgefühl, was langsam, aber allmählich begann, meinen Kopf zu infizieren. Warum? Vielleicht war es doch zu viel Blut gewesen. Ob nun zu viel, oder zu wenig, dies hatte ich noch nie wirklich einschätzen können, weshalb ich schon das ein oder andere, hauptsächlich körperliche, Problem hatte.
Was half noch einmal gegen Müdigkeit, abgesehen von Schlaf? Einschlafen konnte ich hier wohl kaum, das war klar. Zwei Fremde, vielleicht sogar noch mehr, wer wusste schon, ob dieser seltsame junge Mann, oder andere Wesen, nicht noch auftauchen würden, waren hier, und in Gegenwart Fremder würde ich sicher nicht schlafen. In Ordnung, ich hatte hier und da in Gegenwart jener, die sich als "Forscher" ausgegeben hatten, geschlafen, aber...Das war etwas anderes, oder?
War es überhaupt etwas anderes? Diese Menschen waren fremd gewesen, doch mit etwas Höflichkeit, gespielter Freude und Gehorsam, aber auch einigen Überraschungsmomenten, war ich mit ihnen ausgekommen, mehr oder weniger jedenfalls. Großes Leid hatte man mir noch nicht angetan, bisher waren sie lediglich auf meine Stärke fixiert.
Aber die Stärke zählte nicht, richtig? Nicht für mich. Sie war ein wesentlicher Bestandteil meines Überlebens, aber an sich war es nicht wichtig. Nur, wenn jemand darauf aus war, mir weh zu tun, war es entscheidend. Denn dann musste ich stark sein, musste mich verteidigen. Musste Größe beweisen, auch wenn die eigentliche Größe tief in meinem Kopf ist, nicht wahr?
Schwach seufzte ich, schüttelte den Kopf. Ich musste einfach aufhören, meine Aufmerksamkeit der Umgebung zu widmen, richtig? Ich musste mich den Personen, nicht ihren Worten, widmen, musste auf kleine Details und Marotten achten, die mir vielleicht später nützlich sein konnten. Wer weiß, vielleicht kam ich sogar soweit, dass ich mit diesen Wesen ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen konnte? Oder wenigstens eine positive Auswirkung, sollte ich schon erzielen können. Denn, wer einen mochte, der half einem, falls es mal schwierig wurde. Das würde zwar auch bedeuten, dass ich diesen Menschen helfen müsste, sollten sie einmal meine Hilfe brauchen, allerdings...Würde ich dies schaffen, oder?
Meine Müdigkeit...Ich brauchte einfach etwas gegen meine Müdigkeit, bevor mein Verstand endgültig ruiniert war. Zwar waren es keine abwegigen Gedanken, die ich bis eben noch hatte, allerdings...War ich mir ihnen sicher, wenn ich sie auch in einem verhältnismäßig wachen Zustand hatte. Die naheliegendste Lösung, wach zu werden...Sekunde, war da nicht das eiskalte Wasser, nur einige Meter entfernt?
War nicht sogar eine Silhouette in dem Wasser zu sehen, etwas weiter hinten? Was das wohl sein mochte? Ein Mensch, ein Wal (Nicht persönlich nehmen, Kaoru :D), oder irgendeine außergewöhnliche Rasse? Oder auch nur eine Einbildung? Nein, es erschien real, jedoch konnte ich nicht einschätzen, inwiefern es eine Bedrohung darstellte. Der junge Mann neben mir, schwieg das kleine Mädchen, was immer noch redete, auf hohem Niveau an. Zwar amüsierte sie das Ganze, jedoch musste es auch ihr nach und nach öde werden, oder?
Vielleicht war er, Silas, ja auch müde, und wollte deshalb nicht reden. Oder er hatte einfach nichts zu sagen, war schüchtern, vielleicht mochte er uns auch einfach nur nicht. Das kleine Mädchen wurde immer gelangweilter, ihre Mundwinkel gingen sogar schon etwas nach unten. Fast sah es so aus, als wollte sie sich schon dem Gehen zu wenden, allerdings achtete ich nicht weiter auf sie, denn es interessierten mich einige andere Dinge viel mehr:
Was war da im Wasser?
Würde das Wasser mich wecken?
War der junge Mann müde, wenn ja, würde es ihn wecken?
Wäre er sauer, wenn ich ihn in die Wellen schubsen würde (gehen wir davon aus, dass ich es schaffen würde)?
Und würde das Etwas im Wasser uns angreifen, wenn es bemerkte, dass wir, beziehungsweise ich, uns näherten, oder würde es verschwinden, uns ansprechen, oder gar nichts tun?
All diese Fragen, würde man mit einer simplen, simplen Tat beantworten können.
Und da ich nun mal ein Mensch war, der es zutiefst verabscheute, offene Fragen unbeantwortet zu lassen, würde ich dafür sorgen,Antworten zu bekommen, nicht wahr?
Ohne auch nur irgendetwas zu sagen, packte ich, ob nun grob, oder sanft, konnte ich nicht sagen, den Arm des jungen Mannes, welcher mir behaarter, als für einen Mann gewöhnlich, erschien, und zog ihn hinter mir her. Ich bemerkte, wie er sich unter dem Griff wand, weder brutal, noch zimperlich, vermutlich war er einfach nur darauf bedacht, aus dem Griff zu kommen, ob er mir dabei nun aus Versehen weh tat, oder nicht, schien egal zu sein. Aber es war egal, denn die Antworten auf das Rätsel waren entscheidend, nicht?
Davon abgesehen, hatten sich meine Fingernägel leicht in seinen Arm, welcher schwach blutete, gekrallt, um ihn somit etwas länger und besser festzuhalten. Sollte er deshalb ernsthafte Schmerzen oder Verletzungen haben, würde ich mich vermutlich entschuldigen. Aber vorerst war das hier wichtig, nicht?
Schneller, als ich es selbst realisiert hatte, landeten nun auch schon der schweigsame Kerl, der vermutlich irgendeine tierische Gestalt war, und ich, im Salzwasser. Es waren weder besonders hohe noch tiefe Wellen, allerdings würden einige Schritte voraus, bei den heftigen Strömungen, vielleicht dafür sorgen, dass das Meer einen von uns davon trug, und aufgrund der nassen Klamotten ertrinken ließ.
"Hey, du da hinten, du...Mit der Flosse?" War dort eben wirklich eine Flosse gewesen, oder drehte ich nun völlig durch? Allerdings sorgte die, beinahe zu erfrischende, Kälte dafür, dass alles in meinem Kopf schärfer wurde, und schneller lief.
"Was machst du da? Ein Selbstmord geht eigentlich anders."
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BeitragThema: Re: Lagune    Di 05 Mai 2015, 20:02

Zugegeben war Silas etwas überrascht, als das kleinere Mädchen von beiden damit einverstanden war, sich ruhig zu Verhalten. Ihm kam es eigentlich ganz recht. Lärm war nicht gerade gut für sein gutes Gehör und mochte diesen daher auch nicht. Vielleicht wäre er sogar durchgedreht und hätte sich in eine wild gewordene Bestie verwandelt. Ob er sich hinterher Schuldig fühlen würde? - Wohl eher nicht! Immerhin wären die beiden Anwesenden Schuld gewesen. Und so wie er die Beiden einschätze würden diese eventuell auch zum Gegenschlag ausholen. Andere mochten es wahrscheinlich als unfair ansehen, wenn Zwei gegen Einen antreten würden, doch er selbst wäre dazu bereit es so anzunehmen wie es kam. Auch wenn es für ihn böse ausging. Doch wie ihm die Situation erschien, kam es nicht soweit. Ob er es schade fand? Nun mit seiner passiven Einstellung gegenüber allem und jedem, war dem nicht so. Wieso gab es nicht eine Welt in der nur er allein existierte? Fernab von diesen redegewandten Wesen, die meist nicht wussten, wann es der richtige Zeitpunkt war den Mund zu halten. Seine Laune schien noch tiefer zu sinken als es sonst der Fall war. Zumindest war es seine Meinung, er war sich einfach nicht sicher ob es wirklich Abstufungen von seinen Launen gab. Denn er fühlte sich immer gleich, er war eben eine ziemlich emotional abgestumpfte Person, die ehrlich gesagt seit sehr langer Zeit weder etwas fühlt noch irgendetwas Gefühlsmäßiges richtig zuordnen kann. Den Jungen mit dem Arm hatte er schon längst wieder aus seinen Gedanken verbannt. Und selbst seine Gedanken wurden von der Namenslosen gestört, als diese ihn fragte ob er wohl nicht mit ihr ein Spiel spielen wollte oder ob er auch ein Spießer war. Wieso war sie denn so verrückt nach Spielen? War die Kleine etwa Spielsüchtig? Der Werwolf blickte auf das Mädchen hinab – ja sie war eben klein.
“Wenn es ein Jagdspiel ist..“ Etwas anderes konnte man von dem jungen Mann nicht erwarten. Vor allem, wenn das Mädchen schon ein Spiel spielen wollte, dann müsste dies ganz nach seinem Kopf gehen. Allen voran die Regeln. Mal sehen, was er denn gerne für Regeln hätte. So etwas wie, keiner bekam einen Vorsprung und am Ende durfte er sie eventuell fressen? Doch wenn er genau darüber nachdachte, hatte er eigentlich keine Lust darauf, hinter irgendetwas herzulaufen. Zudem glaubte er sowieso nicht, dass sich die Namenlose darauf ein lies, dies hoffte der Schwarzhaarige zumindest. Nun ja er würde es sehen, was ihre Reaktion auf den Vorschlag war. Silas würde nichts mehr dazu sagen. Außerdem war es ja noch nicht sicher ob der Werwolf überhaupt irgendetwas ausführen würde. Immerhin schätzte er sie noch so ein, dass sie sowieso ständig fragen würde. Trotzdem konnte man nicht davon sprechen, dass der junge Mann genervt war, er kam sich dabei eher vor, als würde eine CD ständig festhängen und immer dieselbe Stelle abspielte. Dann hörte der Blauäugige irgendetwas im Wasser. Vielleicht war es irgendeine weitere unnötige Existenz, wie z. B. ein einfacher Fisch. Nun es war eigentlich nicht von belangen, was sich da im Meer befand. Miharu schien da allerdings anderer Meinung zu sein. Das andere Mädchen ignorierend wurde der Schwarzhaarige von der Anderen am Arm gepackt. Was bitte fiel Miharu nur ein? Ihn einfach ohne jegliche Erlaubnis, die sowieso niemand bekommen würde, anzufassen? Silas war in diesem Moment so Perplex, dass es nur noch für ein lautes Knurr Geräusch, dass zwischen seinen Lippen hervorkam, reichte.
Er wurde so von dem Mädchen überrannt mit dieser Aktion, dass er nicht mehr daran dachte sich zu wehren. Es ging einfach viel zu schnell, denn jetzt wurde er auch noch hinter ihr her gezogen. Kurz warf er mit seinen stechend Blauen Augen, einen Blick zurück zu dem kleineren Mädchen. Wäre er ein normaler junger Mann, ohne einen schwierigen Charakter, so hätte er wahrscheinlich um Hilfe gebettelt. Kurz darauf schien er es endlich begriffen zu haben und versuchte sich aus Miharu´s Griff zu befreien ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass er sie verletzen könnte. Es wäre ihre eigene Schuld, denn er wollte ja eigentlich nicht mitgehen. Es interessierte ihn einfach nicht, was da im Wasser vor sich ging. Es war doch jedem selber überlassen, was er macht. Kurz darauf spürte der 20 Jährige die Fingernägel der Person in seiner Haut, die ihn immer noch mitzog. Ein lautes und deutliches Knurren entwich seiner Kehle. Wollte sie ihn jetzt wirklich dazu bringen, sich zu verwandeln und das gegen seinen Willen? Bevor Silas einen weiteren Gedanken daran verschwenden konnte, landete er im Salzwasser. Es war einfach nur kalt und der Werwolf würde hier auch so schnell wie möglich raus gehen. Miharu konnte ja gerne noch alleine im Wasser Plantschen. Doch er riskierte einen Blick, in die Richtung, in die das Mädchen anfing zu sprechen und dort sah er eine Flosse. Um ehrlich zu sein konnte es alles mögliche sein. Vom Fisch bis zu irgendeinem Wesen. Und wie auch zuvor stellte Miharu wieder irgendwelche Fragen. War es nicht egal, was er oder sie dort machte? Was kümmerte es eigentlich andere, wenn jemand schwimmen ging? Das Wasser war eiskalt, dass spürte der Werwolf an seinen Körper. Wahrscheinlich war es auch noch so eiskalt, wie er selbst es war.
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BeitragThema: Re: Lagune    Mi 06 Mai 2015, 17:05

Warum musste das auch immer ausgerechnet ihm passieren? Warum musste es immer er sein, der die Aufmerksamkeit anderer auf sich zog, ohne dass er es gewollt hatte, geschweige denn er es nötig hatte? Als wäre das Leben nicht schon schwer genug, wenn man permanent Wasser meiden müsste, nein, so musste er sich noch mitten in der nächtlichen Öffentlichkeit, die zugegebenermaßen eigentlich nur aus drei Köpfen bestand, verwandeln. Kaoru hätte sich in dem Moment selbst die Flosse ins Gesicht klatschen können, aber für den Augenblick ließ er es, sonst würde er erst ja die Aufmerksamkeit der drei Wesen dort hinten am Horizont auf sich lenken. Doch diese schienen sich - für den Moment zumindest - angeregt zu unterhalten und nicht auf ihre Umgebung zu achten. Nein, sie achteten nicht auf die kargen Felsen und Steinblöcke zwischen denen der Wind in Form einer gespenstigen Melodie pfiff oder auf die schwarzen Wellen des Meeres, die sich immer wieder gierig auf den kühlen Sand warfen und danach wieder abzogen. Naja, es konnte eben nicht jeder eine Vorliebe für die Natur entwickeln, so wie unser halber Fisch. Vermutlich lag es in seinen Genen - wer wusste das schon? Die Wissenschaftler, ja, die könnten es ihm bestimmt sagen, aber warum sollte er Menschen, die er nicht leiden konnte, um einen Gefallen bitten? Das ist als würde man nach einer Biene schlagen und danach darum betteln, dass sie einen stechen würde. Kurz gesagt, es ist etwas, dass niemand tun würde, zumindest nicht bei klarem Verstand. Aber auf dieser Insel gab es nichts, dass jemanden dazu bringen könnte nicht bei klarem Verstand zu sein, glaubte der Junge. Alles was er auf dem Gebiet kannte waren Drogen, aber die gab es hier gewiss nicht, wie auch? Sie wuchsen hier nicht und außer den Gefangen, die vorher ausgiebig überprüft wurden, hätte sie niemand hierher schmuggeln können. Vermutlich wären die meisten auch zu inkompetent dazu gewesen, wir reden hier schließlich von Gefangenen, die Straftaten begangen haben und sich erwischen haben lassen. Inkompetenter kann man doch nicht sein, oder?

Sich immer noch mit den drei Silhouetten dort drüben beschäftigend, war der 16-jährige selbst zu inkompetent gewesen, um mal auf die Idee zu kommen, sich zurück zu verwandeln, ohne dass es auch nur die kleinste Mücke jucken würde. Ja, das konnte er. Es war vielleicht nicht die einfachste Sache sich hier im Meereswasser auf der Stelle zurück zu verwandeln, aber etwas anderes würde Kaoru wohl nicht übrig bleiben, wenn er sich vor ihnen schützen müsste, sofern dies nötig wäre. Es war eigentlich recht überraschend, dass er sich so viel mit den drei Wesen beschäftigte. Sich gesellschaftlich zu verhalten gehörte nämlich eigentlich nicht zu seinen Stärken. Es war nun mal eben auch etwas, dass in seinen Genen lag... Und es ist nun mal leider unmöglich seine Gene beziehungsweise seine DNS zu verändern, lediglich sie zu klonen war derzeit noch möglich, aber mehr auch nicht. Dabei war das eine, seiner Meinung nach, unsinnige Sache. Was würde einem ein Duplikat von sich selbst schon bringen? Sicherlich könnte man viele Menschen verarschen oder derartiges, aber sowas wäre ihm zu kindlich. Außerdem würde man sich damit wieder nur in den Mittelpunkt stellen. Eine seltsame Überlegung zog sein Hirn in ihren Bann. Ob es überhaupt möglich war, sich so zu verhalten, dass man nicht allerlei Blicke von Fremden oder Bekannten in Anspruch nahm. Schließlich würdigt man schon allein wenn man durch die Stadt geht fast jeden, der einem entgegen kommt, eines Blickes. Und wenn einem nur eine Person oder eine Gruppe Personen über den Weg läuft bleibt der eigene Blick ausschließlich an ihnen haften. So auch Kaorus. Der Junge wandte seinen Blick kein einziges Mal von seinen Mitmenschen ab, bekam aber auch nicht alles mit, was sie taten. Ein schrecklicher Fehler, wie er schon bald zugeben würde.

Nach einer Weile bemerkte Kaoru, dass dort nur noch eine Gestalt am Horizont war. Aber wo waren die anderen beiden? Im Meer? Nein, wie auch. In den Bergen? Doch bevor er weitere Vermutungen anstellen konnte, bemerkte er, dass sie um den Strand herum auf ihn zu kamen. Er geriet in Panik. Hatten sie ihn tatsächlich entdeckt? Aber wie? Er war doch leise gewesen? Doch viel wichtiger schien jetzt die Frage wie er das schlimmste verhindern könnte. Kaoru überlegte nicht lange und schloss seine Augen, konzentrierte seine volle Energie auf die Schwanzflosse. "Verdammt jetzt verschwinde endlich!", fluchte er so leise wie möglich, aber sie wollte ihm nicht gehorchen. Ob die zwei Fremden inzwischen vor ihm standen, oder noch auf dem Weg waren, war ihm egal, hauptsache das hier würde jetzt funktionieren. Noch einmal lenkte er seine ganze Konzentration und Energie zu seinem Unter"körper" und versuchte das störende Teil zu entfernen. Nach einer kleinen Weile teilte sich dieser Teil seines Körpers wieder entzwei, nahm einen cremigen Hautfarbeton an und befreite sich von allerlei Schuppen. Sofort trennte er seine Lider voneinander und bemerkte, dass die zwei Wesen nur noch zwei Meter von ihm waren. Eines, das weibliche von ihnen, sprach ihn erst an, stellte ihm dann eine Frage. Ein Zurück schien es nicht mehr zu geben, weshalb er sich auf das gefährliche Spiel einließ. "Ich wäre wohl ein ganz schön dämlicher Fisch, wenn ich versuchen würde zu ertrinken", entgegnete er und hob dabei eine Augenbraue an und verschrenkte die Arme vor der Brust. Kaoru ging drei Schritte auf die Personen zu und stand nun auf selber Höhe wie sie. Erst jetzt konnte er die beiden genauer betrachten. Der männliche von beiden hatte dunkle Haare, in denen sich der Glanz des Mondes widerspiegelte. Sie dagegen rote. Man könnte meinen sie wären ein Paar, hätte er nicht diese kleine Wunde am Arm, die eindeutig Spuren ihrer Fingernägel aufwies.
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BeitragThema: Re: Lagune    Mi 06 Mai 2015, 20:46

Immer noch auf Zehenspitzen und mit diesem Zuckersüßen Lächeln, wartete Shiro auf eine Antwort von Seitens Silas. Dabei dachte sie immer wieder an ihr selbst kreiertes Kartenspiel. Vielleicht würde sie doch noch irgendwann an diesem Abend auf den Genuss kommen es aus zu probieren. Vielleicht würde sie es aber auch wieder weg werfen und sich ein neues kreieren – kommt Zeit kommt Rat, oder wie man es so schön nennt. Mit der Zeit vielen einem Meist neue Verbesserungen ein und es gab genug Gelegenheiten diese ein zu integrieren. Das Mädchen ermahnte sich ihre Gedanken nicht wieder in so falsche Richtungen wandern zu lassen, schließlich wartete sie immer noch auf eine Antwort des schweigsamen, jungen Mannes der aussah als würde er ihre Frage mit einem „Nein“ oder einem einfachen schweigen beantworten. Und tatsächlich setzte der Schwarzhaarige nun dazu an einige Worte zu sprechen – vielleicht sogar mehr als bisher. Die Gestaltwandlerin sollte sich nicht irren und ihr Grinsen wurde breiter als Silas mehr sprach als nur zwei einfache, kurze Wörter. Sie musste ebenfalls zugeben, dass es sie überraschte eine Zustimmung zu bekommen, auch wenn es nicht um die Art Spiel ging die Shiro vorzuschlagen sich vorgenommen hatte, so hatte man ihre Frage nicht gleich abgelehnt oder als kindisch abgestempelt. In Gedanke, notierte sich das Mädchen einen großen Smiley für diesen Kerl. Dabei ahnte sie Das viel weniger freundliche Gedanken hinter seiner Antwort steckten. „Also Fangen?“ fragte sie zuckersüß, immer noch in derselben Haltung und immer noch sehr nahe bei dem jungen Mann. Ihr konnten irgendwelche Zwielichtes Gedanken einerlei sein, da sich das Mädchen mehr als sicher war schneller zu sein als der Andere hier. Doch soweit sollte es gar nicht kommen. Ohne das Shiro es erwartet hätte, packte Miharu ihren Spielpartner bei seinem Handgelenk und zog ihn mit sich. „Oh? Es ist aber Feige weg zu rennen noch bevor wir die Regeln ausgemacht haben! Hahaha!“ rief sie kichernd hinterher, wissend das Silas reichlich wenig Schuld daran hatte nun weggezerrt zu werden. Ohne zu wissen welche Gründe Miharu dafür hatte, zuckte Shiro mit den Schultern. Sie beobachtete die Beiden noch einen Augenblick – als sie dann in das Wasser sprangen, brach Shiro in schallendes Gelächter aus. Wie dumm konnte man nur sein jetzt noch ein Bad zu nehmen? Es war ja nicht so als wäre das Gewässer sicher und warm. Wieder dachte das Mädchen an diesen einen Jungen – Fishie. Viel mehr an den Arm den er aufgehoben hatte. Ob es eine Person gewesen war die in diesen Gewässern ertrunken war? Das Schmunzeln wich nicht von ihrem Gesicht. Stattdessen zuckte sie einfach nur unmerklich mit den Schultern. Sie hätte wahrscheinlich sowieso keinen allzu großen Spaß mit diesen Beiden gehabt. Einer Person schweigsam, die andere Streng – so war der erste Eindruck gewesen den sie von den Beiden bekommen hatte. Ein andermal, würden sie sich sicher noch einmal Unterhalten und wer weiß? Vielleicht würde es dann mehr Spaß machen? Shiro kramte wieder ihre Münze heraus, drehte sie in der Hand herum und warf sie in die Luft, ehe sie diese wieder Fing und das Szenario einige Male wiederholte. Während dessen drehte sie sich um und starrte in die Richtung in der – ihres Wissens nach – die Stadt lag. Äußerst lange war die Gestaltwandlerin noch nicht hier, so dass sie sich da noch nicht sehr sicher war. Ob woanders mehr los war? Noch einmal warf die Kleine einen Blick in Richtung des Wassers, dann steckte sie die Münze in ihre Hosentasche und wandte sich Endgültig ab. Während sie eine neue Richtung anpeilte, wuchsen Katzenohren aus ihrem Kopf, ihr wuchs ein Schweif und ihr Körper Schrumpfte. Haare begannen zu wachsen und ersetzten die Klamotten. Auch ihre Sicht wurde schärfer, die Geräusche klarer. Sie hörte eine fremde Stimme sprechen. Vielleicht war noch eine weitere Person im Wasser außer Silas und Miharu? – ihre Hände wurden zu Pfoten, ihr wuchsen Schnurrhaare…. Schluss endlich hatte sie wieder die Gestalt einer weißen Katze angenommen. Ein wenig holprig, setzte sie eine Pfote vor die Andere, dann gewann sie wieder ihre natürliche Eleganz und Leichtfüßigkeit. Mit gesenktem Kopf und leisen Schritten, verließ sie Dieses Gebiet. Doch sie merkte sich ebenfalls das Silas ihr noch eine Runde Fangen schuldete!

tbc.: Die Unterstadt



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BeitragThema: Re: Lagune    Do 07 Mai 2015, 13:40

Immerhin, das kalte Wasser bewirkte etwas. Das Blut schoss nur gerade so durch meine Adern, was ein recht glücklicher Zufall war, da ich dadurch immerhin nicht erfror. Wenn ich mich etwas bemühte, erlaubten meine Kräfte es mir glücklicherweise, die Temperatur meines Blutes etwas zu erhöhen, sodass ich nicht gänzlich zum Eisblock wurde. Beinahe wäre ich hingefallen, der Sand war einfach nur schlammig und schwer, als ob es Treibsand wäre. Gab es Meere, auf deren Grund Treibsand lauerte? Aber warum sollte es so etwas geben? Und wer wäre so dämlich, in einem dieser Meere baden oder schwimmen zu gehen? Schließlich passierte es doch schnell, dass man, in relativ seichten Gebieten, den Boden berührte. Aber, da es sich hierbei um kein "Treibsandmeer" handelte, war es wohl vorerst nicht mein Problem. Allerdings konnte es sich jederzeit ändern, nicht wahr? Die Welt drehte sich viel zu schnell, als dass es auch nur einen Tag gab, an dem sich nichts änderte. Es war merkwürdig, und auf eine gewisse Weise beunruhigend. Andererseits jedoch war es auch aufmunternd, denn so konnte man sicher sein, dass sich all die schlechten Gedanken und all die Probleme, die man vielleicht hatte, irgendwann einfach verflüchtigen würden. Natürlich war es eine Frage der Zeit, allerdings war die Zeit nichts, das Ewig währte. Irgendwann war sie abgelaufen, für jeden von uns. Ob es wohl einen Ort, irgendwo auf der Welt gab, an dem man die einem Menschen noch verbliebene Zeit in Sanduhren aufbewahrte, und langsam herunterfallen ließ? Wenn ja, wie viel Zeit hatte ich noch? Waren die Uhren durch irgendetwas zu beeinflussen; konnte man sie umdrehen oder schütteln? Konnte man sie zerstören, und wenn ja, was passierte dann? Starb der Besitzer der Uhr dann, oder lebte er ewig? Konnte man die Uhren öffnen, und Sand hinzuschütten, oder herausnehmen?
Fragen, die eigentlich belanglos waren und in meinem Kopf herum spukten, waren lästig. Im Prinzip waren es keine belanglosen Fragen, allerdings hatte ich nicht die Möglichkeit, die Antworten auf diese Fragen zu finden. Schließlich war ich hier, in Glass Dome, eingesperrt. Wieso also sollte ich mich dann noch mit ihnen beschäftigen, wenn es zu eh nichts führte? Spekulationen waren schlimmer, als überhaupt keine Gedanken, denn ein einziger falscher Gedanke konnte dafür sorgen, dass man auf dem falschen Weg war. Und von dem falschen Weg wieder wegzukommen, war äußerst schwierig, in jeder nur erdenklichen Situation. Unter Umständen, konnte der falsche Weg auch fatal enden, mit Tod, Verletzten und so weiter. Es gab schließlich genügend Katastrophen, die passieren konnten, nicht wahr?
Es war wohl besser, wenn ich mich einfach wieder auf meine Umgebung konzentrierte. Wie sah es eigentlich mit Silas aus? War er inzwischen auch wach geworden, oder war er einfach nur ein nicht sehr gesprächiger Mensch? Vermutlich Letzteres, denn ich konnte keine große Aufmerksamkeitsveränderung in seinem Gesicht erkennen. Zwar fiel es mir ohnehin etwas schwer, die Eindrücke, die ich von Menschen aus meiner Umgebung wahrnahm, richtig zuzuordnen und zu verstehen, doch war dieser Mann sicherlich auch für andere, die vielleicht keine Schwierigkeiten hatten, Gefühlszustände und Gedanken anderer zu lesen, eine Herausforderung. Allerdings war meinem feinen Gehör das wiederholte, lauter werdende Knurren nicht entgangen, was er von sich gegeben hatte, während ich ihn ins Wasser geschleift hatte. Vielleicht hatte er auch kurz gezittert, so genau wusste ich es nicht, allerdings vermutete ich, dass auch für ihn das Wasser eine unangenehme Temperatur besaß. Wenn nicht, dann hatte er entweder eine gestörte Temperaturwahrnehmung, oder er gehörte irgendeiner Spezies an, die resistent gegen Kälte war. Welcher Rasse gehörten sie überhaupt an, die beiden Jungen, und das kleine Mädchen, was inzwischen verschwunden war? Vielleicht waren sie gar nicht in ihrer momentanen Gestalt hier, schließlich könnten sie Gestaltenwandler sein, oder? Jedoch lag ein leichter Geruch von Hund, nein, Wolf in der Luft, ebenso eine salzige, leicht fischige Brise, was allerdings genauso gut vom Meer stammen konnte. Im Salzwasser schwammen schließlich Fische, nicht wahr? Gab es überhaupt Wesen, die sich in einen Fisch verwandeln konnten? Und wenn ja, wo lebten sie? Auf dem Land, im Wasser, auf beiden Ebenen? So viele Fragen, die vielleicht sogar eine Antwort finden könnten.
Der junge Mann, der bis eben noch den Anschein gemacht hatte, als würde er sich ertrinken wollen (oder er wollte tatsächlich ein nächtliches Bad nehmen, was ihn allerdings bei diesen Temperaturen auch umbringen würde), fing an zu sprechen, wenn auch anfangs sehr leise. Er erzählte was von einem Fisch. War das ein Witz, oder war er ein...Fisch? Aber er hatte doch eine menschenähnliche Gestalt angenommen. Wieso dann erzählte er etwas von Fischen? War er fasziniert von ihnen, oder war er eines dieser Wesen, die sich in Tiere verwandeln konnten? Oder eine Hybride? Oder gab es, wie bei den Werwölfen, eine extra Klasse, die sich nur in Fische verwandeln konnte?
Wenn ja, dann erschien sie in meinen Augen sinnlos. Nicht, dass ich etwas gegen den Fremden oder Fische persée hatte, es war einfach nur...Eine relativ nutzlose Fähigkeit. Sicher, das Atmen unter Wasser, und die ganzen Flossen, die beim Schwimmen hilfreich waren, hatten sicherlich etwas, allerdings...Wie wollten diese Wesen bitte schön kämpfen, wenn sie an Land waren?
Eine Frage, die ich dem Jungen durchaus stellen könnte. Schließlich musste er doch über seine eigenen Fähigkeiten Bescheid wissen, nicht wahr? Warum allerdings der Schwarzhaarige, Silas, noch im Wasser war, und welcher Rasse er angehören könnte, war wieder eine ganz andere Frage.
"Ob du dämlich bist, oder nicht, kann ich nicht sagen. Schließlich habe ich keine Informationen über deine Intelligenz." Und woher hätte ich wissen können, dass es etwas wie Fische gab? Wie auch immer, es war nicht weiter relevant. Wer Fragen stellte, hatte eine größere Chance darauf, Antworten zu bekommen, nicht wahr? "Aber es ist gut, zumindest für dich, dass du nicht vorhast, zu sterben. Schließlich sterben schon genügend Menschen ohne dein Zutun. Würdest du mir allerdings einen Gefallen tun, und mir verraten, wie du heißt? Ich bin Miharu, Miharu Musei." Ob ich Silas kurz vorstellen sollte, wusste ich nicht. Aber, wenn er es wollte, würde er es sicherlich auch alleine schaffen, nicht wahr?
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BeitragThema: Re: Lagune    Do 07 Mai 2015, 21:31

Kurz warf er nochmals einen Blick zurück, doch das Mädchen was vorhin noch dort stand, war verschwunden. Es war ihm irgendwie klar gewesen, dass diese den Beiden nicht folgen würde, denn wer bitteschön ging schon gerne in eiskaltes Wasser und dazu auch noch Nachts? Selbst ihm war das Meer unangenehm – vor allem die Nässe die Wasser so mit sich brachte. Die bereits durchnässte Kleidung, klebte an seinem Körper. Er mochte es einfach nicht. Der 20 Jährige war keine der Personen die gerne im Wasser spielten – so wie Miharu anscheinend. War es denn möglich, dass wirklich jemand freiwillig, aus heiterem Himmel los stürmte um im Meer zu landen? Klar es gab die ein oder anderen Wesen, die das Wasser brauchten, nun er war keines davon. Seine blauen Augen richtete er nun in die Richtung der Gestalt. Es musste dieser ja viel Spaß machen herum zu plantschen. Pure Zeitverschwendung! Man könnte bei weitem bessere Dinge machen, wie zum Beispiel andere Leute beobachten – Nein nicht Stalken, sondern einfach nur betrachten, denn so konnte man sich Teilweise gute Informationen sammeln. Ein Schauer von Kälte überkam seinem Körper und lies diesen dadurch kurz erzittern. Ungemütlich! Aber dennoch hatte er sich der Werwolf bis jetzt noch nicht von der Stelle bewegt, was sich allerdings auch schnell ändern konnte. Dazu würde er jetzt wohl, wie ein nasser Hund riechen – aber das ganze war ja nicht seine Schuld! So mussten die Anderen, die sich zur Zeit in seinem Umfeld befanden, damit leben. Auch wenn es noch so unangenehm riechen mochte, es interessierte ihn kein bisschen. Wieso sollte es auch? Hätte sich der Schwarzhaarige vorhin aus den Fängen des Mädchen befreien können, wäre er sicherlich nicht in diesem nassen Element gelandet, dass durch den dunklen Himmel schwarz erschien, bis auf die Spiegelung des Mondes.
Wie automatisch wandte er seine Aufmerksamkeit dem Mond zu. Vielleicht mochte es daran liegen, dass er ein Werwolf war, aber Silas fand den Himmelskörper faszinierend – man konnte fast schon sagen, dass er eine Anziehungskraft für den Blauäugigen hatte. Würde ja nur noch fehlen, dass er anfing zu heulen. Jedoch konnte er dies unterdrücken. Allerdings war es nicht wegen den anderen, die sich hier befanden, denn es wäre ihm egal gewesen ob sich diese dadurch gestört gefühlt hätten – vielmehr hatte der junge Mann darauf keine wirkliche Lust. Klar gab es auch Nächte in denen er, eher etwas unkontrolliert, den Mond mit seiner Stimme anbetete. Wie dem auch sei, es war im Moment nicht von Interesse. Dennoch blieben seine Augen auf den Mond gerichtet. Silas war in diesem Augenblick der Meinung, dass keine Gefahr von den anderen Beiden ausging. Es war aber trotzdem nicht sicher, ob die Anwesenden keinen Kampf miteinander anfangen. Warum machte er sich darüber jetzt eigentlich Gedanken? Der 20 Jährige schielte nur kurz rüber. Das andere Wesen, das sich durch seine Stimme als Junge herausstellte, schien Probleme zu haben irgendetwas loszuwerden und um ehrlich zu sein, wusste Silas nicht, was es genau war. War aber auch nicht sein Problem. Hatte er überhaupt irgendwelche Probleme? Nun ja auch wenn es so wäre, würde er diese wohl nicht beseitigen. Die nächste Aussage des Jungen war, dass er wohl dämlich wäre, wenn er als Fisch versuchen würde zu ertrinken. Das Wort Fisch brachte ihn wieder auf den Jungen mit dem Arm, der sich Fishi nannte. War dieser etwa auch ein Wasserwesen? Zumindest würde dann wohl der Name perfekt passen. Irgendwie waren es zu viele fischige Wörter an einem Abend. Im Allgemeinen war es zu viel gesprochenes innerhalb der letzten Augenblicke.
Endlich wandte er seinen Blick vom Mond ab und wandte diesen den beiden Personen zu. In diesem Moment bekam er auch den Kommentar von Miharu mit. Sie schien das zu sagen, was ihr gerade im Kopf herumschwirrte. Das war ihm auch schon zuvor aufgefallen. Ob er solche Menschen mochte? Das konnte man jetzt nicht sagen, genauso wenig wie man sagen konnte, dass er dies schätze. Manche dieser Kommentare, die sie von sich gab, waren allerdings auch etwas unnötig. Da war er wieder bei dem Thema sprechen gelandet. Sie gab einfach zu viel von sich. Danach folgte wieder die Frage wegen dem Namen. Für ihn war es einfach Neugierde, denn wenn jemand erwähnen wollte wie er heißt, dann würde dieser sich wohl ebenfalls von Anfang an vorstellen. Immerhin machte sie dies auch so. “Zu neugierig.“ Die zwei einzigen Wörter die nun aus seinem Munde kamen. Anschließend herrschte wieder Stille seinerseits. Silas würde sich wohl nicht vorstellen, er musste ja nicht jedem seinen Namen preisgeben. Es reichte doch schon, wenn die Namenlose und Miharu diesen wussten. Selbst wenn der noch fremde Junge fragen würde, wäre er wohl weiterhin schweigsam was seinem Namen anging. Mit seinem gesamten Körper wandte sich der junge Mann nun in die Richtung des Strandes. Wäre es nicht vom Vorteil, dass Salzwasser nun zu verlassen? “Wir gehen jetzt aus dem Wasser raus!“ Es klang bestimmend, eher fast schon wie ein Befehl. Auch wenn es ihm eigentlich egal war, ob die anderen Zwei noch weiter im Wasser herumlungern würden. Der Werwolf jedenfalls ging nun, mit etwas angestrengten Schritte in die Richtung den Strandes.
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BeitragThema: Re: Lagune    Fr 08 Mai 2015, 17:06

Die Tatsache, dass sie immer noch im Meereswasser standen, erfreute Kaoru nicht sonderlich, nein, im Gegenteil, schließlich musste der arme Kerl sich jetzt durchgehend darauf konzentrieren, dem Ruf des Meeres, sowie dem Ruf des Wasser zu entgehen. Es gehörte schließlich nicht zu seinen einfachsten Fähigkeiten das Erscheinen seines Fischschwanzes zu verhindern, schließlich erscheint dieser durch die Berührung mit Wasser. Da konnte es nur von Vorteil sein, wenn man kälteresistent war, denn die eiskalten Temperaturen, die die Wellen an Land spülten, schienen seinen beiden Gegenübern ganz schön zu schaffen zu machen. Naja, der Schwarzhaarige konnte das nicht so recht beurteilen, schließlich fühlte er eine Kälte, stattdessen kam ihm das Wasser lauwarm vor. Ein seltsamer Gedanke, wenn man mal bedachte, dass er so gesehen keine Kälte spüren konnte. Vermutlich wäre das eine rein intuitive Sache, wenn er sich vor Kälte schützen müsste, sie aber nicht wahrnehmen konnte. Da fragt man sich schon, wie das überhaupt funktioniert, dass man Kälte und Wärme fühlen konnte. Und was war bei Kaoru anders, dass er es nicht konnte? Hatte er eine andere Haut als andere Menschen? Oder hatte er das Gehirn eines Fisches? Oder war es doch etwas ganz anderes? Er selbst wusste es jedenfalls nicht. Wie sollte er auch? Er hätte sich ja wohl kaum selbst sezieren können. Allein der Gedanke daran, ließ das, was er unmittelbar vor seinem Treffen mit Fishie zu sich genommen hatte, nahezu aufsteigen, wie ein Geysir, der nur darauf wartete alles rauszulassen, was er zu bieten hatte. Allerdings wäre das bei den zwei Fremden sicherlich nicht so gut angekommen, wie alles andere, was er selbst ihnen hätte bieten können, so wie ein einfaches "Hallo" oder ähnliches. Aber das schien auch nicht weiter wichtig, denn die zwei Fremden würden sicherlich nicht lange auf sich warten lassen, was weitere Gesprächsfetzen betraf.

Als hätte das Mädchen die Gedanken des Jungen lesen können, begann sie etwas von Intelligenz zu faseln, was nicht sonderlich im Zentrum meiner Aufmerksamkeit Platz fand. Allerdings, die Tatsache, dass sie dem ihr vollkommen fremden Jungen ihren Namen offenbarte, überraschte ihn dann doch sehr. Was war mit den Menschen hier in Glass Dome los, dass sie sich immer direkt vorstellten und versuchten eine rein platonische Bindung zu einem völlig Fremden Menschen einzugehen. Schließlich hätte er genauso gut ein gnadenloser Killer, Vergewaltiger oder Drogendealer sein können, wenn nicht noch die ganze Palette. Vertrauen war hier anscheinend etwas, auf das man keinen sonderlichen Wert legte. Eine recht seltsame Art und Weise zu leben, wenn man sich mal in Erinnerung rief, dass mindestens jeder Vierte Bewohner von Glass Dome durch eine Straftat hierher gelangte, sei sie auch noch so klein.
"Berry. Das sollte für dich für's erste reichen", entgegnete Kaoru kurz und knapp. Es war eine geniale, nahezu ausgezeichnete Idee den Spitznamen zu verwenden, den Jaden ihm vor etwa einer halben Stunde gegeben hatte; vorausgesetzt er ist nicht auch hier vorbeigekommen und hat ihn erwähnt. Aber warum sollte er das auch tun? Es würde keinen Sinn ergeben, denn selbst wenn er hier gewesen wäre, so hatte er doch recht wenig Zeit sich mit den drei Unbekannten zu unterhalten und ein tiefer führendes Gespräch zu führen. Apropos drei! Die letzte unbekannte Silhouette schien in dem leichten Nebel der Nacht verschwunden zu sein. Aber ob das wirklich so war...schließlich konnte man nie Wissen. Diese enthielt weit mehr Gefahren als manch einer glaubte. Aber Kaoru wusste, dass es anders war. So war er zum Beispiel der erste Mensch, beziehungsweise das erste Wesen, welches diesen merkwürdigen Feststoff entdeckte, der unter Wasser wuchs und der ihn überhaupt hierher gebracht hatte.

Kurz nachdem der Junge Miharu seinen "unechten" Namen verraten hatte, hielt der andere es für nötig einen Kommentar bezüglich Miharus Frage zu äußern. Diese hingegen schien ihn zu ignorieren und auch Kaoru machte sich nicht viel daraus, schließlich juckte es ihn kaum. Erst in diesem Moment betrachtete Kaoru den jungen Mann, der wohl um die 19-21 Jahre hinter sich hatte, genauer. Seine Arme hatte einen beträchtlichen Haarwuchs, seine Augen waren wie die seinen blau und seine Haare dunkel. Er hatte recht auffallend männliche Gesichtszüge und seine Lippen waren schmal. Seine Stimme war tief und rau, kratzte schon fast ein bisschen, so wie es bei den meisten Männern war. Um es kurz zu machen, jeder der ihn nicht auf den ersten Blick für einen Vertreter der männlichen Art halten würde, war entweder taubstumm oder er hatte einfach eine Intelligenz, die geringer als die aller Sandkörner hier an der Lagune war.
Kurz darauf beehrte er Miharu und Kaoru ein weiteres Mal mit seiner tiefen Stimme, indem er den Vorschlag äußerte sich aus dem Wasser zu entfernen, wobei es eher wie ein Befehl seinerseits klang. Kaoru mochte es ganz und gar nicht sich Befehle von anderen geben zu lassen, aber da es ihm - erstaunlicherweise - sehr recht war das Wasser zu verlassen, tat er es dem immer noch fremden Mann gleich und setzte seine Schuhe wieder auf die trockenen Sandkörner, welche unter diesen zurückwichen und ein leises Geräusch von sich gaben. Kaoru richtete seinen Blick daraufhin wieder auf Miahru und den Fremden und räusperte sich kurz: "Also...darf man fragen, was ihr hier so spät noch treibt?"
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BeitragThema: Re: Lagune    So 10 Mai 2015, 18:53

Also waren wir nur noch zu dritt, richtig? Okay. Ein "wir" gab es wohl nicht, aber es war mir recht. Schließlich kannte ich diese Personen nicht, ja, wusste nicht einmal ob das, was sie mir verrieten, der Wahrheit entsprach, oder nicht. Wie sollte ich auch den Namen einer Person, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, prüfen? Das einzige, was mir bleiben würde, wäre zu sehen, ob es hier in Glass Dome andere Leute gab, die diese Personen vielleicht kannten, und mir somit bestätigen konnten, ob es nun ihre echten Namen waren, oder nicht. Aber auch hier gab es das Problem, dass ich von niemandem wusste, ob er die Wahrheit sprach. Am besten wäre es natürlich, irgendwelche Akten der Beiden vorliegen zu haben, um ihre Daten einfach zu überprüfen. Jedoch würde man mich nicht so einfach solch "vertrauliches" Material durchsehen lassen, dabei war ich mir so gut wie sicher. Die Menschen sahen es nicht als sehr schön an, wenn andere einfach über sie existierende Fakten lesen konnten. Aber was war so schlimm daran, von anderen wie ein offenes Buch gelesen werden zu können? Im Prinzip, hatte eine Person selten etwas zu verbergen, und wenn sie doch einen Grund dazu hatte, dann war dieser zumeist, dass es sich um etwas illegales handelte. Gut, manche hatten auch einfach nur ihre Körper zu verbergen, was ich nachvollziehen konnte. Ich war auch nicht unbedingt Verfechter der freien Körperkultur, allerdings...Sollte man es wirklich gesetzlich erlauben, dass manche Menschen einfach verpflichtet waren, gewisse Daten über sie wahrheitsgemäß preis zugeben. Und sollte man sich weigern, so erhängte man einfach die Lügner. Was war an dem System denn schwer, oder gar auszusetzen? Sicher, von der einen Seite, konnte man es als moralisch verwerflich ansehen. Von der anderen allerdings, und auf dieser stand ich nun mal, war es dadurch einfach leichter, Leute kennenzulernen, und falls sie von irgendwelchen Problemen besessen waren, ihnen vielleicht mit denen zu helfen. Aber das verstand ja niemand. Das war ja abartig. Verrückt.
Schließlich war ich abnormal, nicht wahr? Es hatte mir nie jemand ins Gesicht gesagt, aber sie hatten es sich immer alle gedacht. Es war kein Geheimnis, und hätte jemand nach ihrer Meinung gefragt, hätten sie sicherlich auch ehrlich ihren Hass gegenüber mir gestanden, aber...War es wichtig? Ob Menschen mein Handeln nun als richtig oder falsch ansahen...War es wichtig? Eine Frage, die ich mir schon lange stellte, und mit der ich noch keinen Schritt weiter gekommen war. Auch jetzt, würde ich dies vermutlich nicht schaffen, weshalb ich mich, leise seufzend, wieder meiner Umgebung widmete.
Wir gehen jetzt aus dem Wasser raus. Seit wann sprach er denn im Plural? Hatte er irgendjemanden in seinem Kopf, mit dem er sprach? War er psychisch gestört? Oder sprach er damit tatsächlich alle Anwesenden an? Mir war er nicht unbedingt wie jemand vorgekommen, der sich um andere Leute scherte. Aber gut, man sollte ein Buch nicht nach seinem Cover beurteilen, nicht wahr? Im Grunde konnte ich überhaupt nichts über diese Personen hier aussagen. Selbst ihr Aussehen könnte ein anderes sein, als von mir wahrgenommen, und auch ihre Rasse konnte ich nur grob schätzen. (Wobei ich vermutete, dass der Junge, der von sich behauptete, kein dämlicher Fisch zu sein, wohl auch ein Fischjunge war.) Was den anderen allerdings anging, so konnte ich nur schätzen, aber der Behaarung auf seinen Armen, dem häufigen, unmenschlichen Knurren, und dem etwas faulen Geruch zu urteilen, handelte es sich bei ihm vermutlich um eine Art Hund; vielleicht auch einen Werwolf.
Deren Schwäche war...Silber, nicht wahr? Zu schade, dass Blut keines enthielt. Zwar war ich nicht zwingend auf einen Kampf aus, allerdings...Wäre es von Vorteil, nicht? Da scheinbar auch der Fisch, mit dem albernen Namen, Berry, sich dazu entschied, aus dem Wasser zu steigen, folgte ich den beiden Männern nach draußen. War das nun Gruppenzwang, weil ich ebenfalls nach draußen gegangen war? Nein, wir waren keine Gruppe. Oder? Vielleicht handelte es sich auch nur um meinen gesunden Verstand, der langsam zurückkehrte und ebenfalls der Ansicht war, dass das Wasser doch etwas kalt war. Deshalb war es auch in Ordnung, aus dem Wasser zu gehen, nicht wahr?
Viel änderte sich allerdings nicht, außer, dass ich beinahe hingefallen wäre. Meine Kleidung war nach wie vor durchnässte, weshalb mir auch ziemlich kalt war. Es wäre wohl wärmer, die Kleidung zu wechseln, aber ich hatte nichts mit. Natürlich könnte ich mir ein Blutgewand zusammen weben, was reichen sollte, bis ich in meinem Reich angekommen war, allerdings war jetzt wohl kaum der Zeitpunkt dazu, oder? Davon ganz abgesehen, dass ich nicht unbedingt allein hier war. Wie schon gesagt, fragen, konnte man mich alles, und ich würde auf alles entweder wahrheitsgemäß antworten, oder eine gute Begründung liefern, warum ich die Antwort für mich behielt. Mein Körper jedoch, war etwas, was bislang nur mich, und niemanden sonst etwas anging.
Also...Darf man fragen, was ihr hier so spät noch treibt?
Es war keine ungewöhnliche Frage. Auch ich hatte sie bereits gestellt, dem potentiellen Werwolf , und dem kleinen, unreifen Mädchen. Allerdings hatte ich nie wirklich eine Antwort erhalten. Ob ich wohl von "Berry" eine erhalten würde, wenn ich antwortete?
"Dasselbe würde ich von den Herren auch gerne wissen....", setzte ich an. Meine Socken streifte ich nebenbei ab, denn meine Füße mussten nicht zwingend gefrieren. Wäre schließlich nicht ganz so vorteilhaft, sollte ich wegrennen müssen. Richtig?
"Nichts Besonderes...", fügte ich nach einer Weile zu, "Ich wollte lediglich etwas an meinem Kampfstil arbeiten. Dieser Ort hier, hat sich als relativ passend dafür herausgestellt, da ich dachte, dass es recht abgelegen und ruhig ist. Auf die Uhr, habe ich nur mit halbem Auge geachtet, schließlich ist die Tageszeit bei den meisten Vorhaben ja egal, nicht? Und...was machst du hier,wenn ich fragen darf? Dasselbe gilt für dich...Silas."
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BeitragThema: Re: Lagune    Di 12 Mai 2015, 19:49

Hatte der Werwolf gerade eben das Wort “Wir“ gesagt? Es war das erste mal in seinem Leben, dass dies gesagt hatte, doch es hatte keine besondere Bedeutung für ihn. Was die anderen davon hielten, ging ihm am Allerwertesten vorbei. Konnte man mit einem “Wir“ nicht auch etwas anderes meinen, als andere Leute in seiner nähe? Es konnte doch sein, dass man damit alles mögliche meinte. Jedenfalls hatte er keinen Nerv über dieses Wort und dessen Bedeutung weiter nachzudenken. Genauso wenig, wie manche damit wohl Gemeinschaft in Verbindung brachten. Allein schon Begriff “Gemeinschaft“ brachte ihn zum würgen, allerdings wäre es bei weitem schlimmer, wenn noch einer der Anwesenden darüber sprechen würde. Mal ganz davon abgesehen, war er froh, dass er sich nicht zwischen total sozialen Wesen befand, die sich ständig an einen anderen klammerten. Es reichte ihm noch von vorhin, als ihn Miharu plötzlich am Arm gepackt hatte und ihn mitgezogen hatte. Bei der Erinnerung daran, lief ihn ein eiskalter Schauer über dem Rücken. Vielleicht hätte er doch seine animalische Seite zum Vorschein bringen sollen, auch wenn das Mädchen es als Bedrohung angesehen hätte. Doch wäre es ihr eventuell dadurch erst bewusst geworden, dass Silas es nicht mochte, wenn man ihn einfach so anfasste und abgesehen davon würde er es auch nie wollen. Egal wer es auch wäre, der Werwolf würde es immer ablehnen. Endlich kam er am Strand an – er war einmal kurz noch im Wasser stehen geblieben um über das Gesprochene, was aus seinem Munde kam, nachzudenken. Silas war froh, als er nun seine Füße in trockenen Sand setzte. Er war froh darüber, dass er endlich das kühle Wasser hinter sich gelassen hatte. Die anderen schienen seinem “Befehl“ zu folgen. Sollte der Werwolf jetzt so etwas wie Freude oder Stolz empfinden? Was waren die Gefühle überhaupt? Wie konnte man Freude oder Stolz überhaupt definieren? Mit diesen Dingen im Kopf, lies er sich nun im Sand nieder.
Miharu und Berry ignorierte im Moment. Sollten die Beiden doch zusammen ein Gespräch führen. Der junge Mann hingegen, griff erst einmal in seine Manteltasche, wo sich sein Buch befand. Nass. Das war wohl ein Ausdruck, der ganz passend war. Nun holte er es heraus um es sich genauer anzusehen und fragte sich, ob es wohl noch zu retten wäre, denn es tropfte nur noch. Sein Blick erhärtete sich nur noch mehr und so schielte er kurz zu dem Mädchen hinüber. Würde für sie wohl nicht gut ausgehen, wenn er es nicht mehr retten konnte. Man konnte fast schon sagen, dass der Gegenstand wichtig für ihn war, aber auch nur, weil er sich für Pflanzen interessierte. Man konnte fast schon sagen, dass er sie mochte – ganz im Gegenteil zu Personen oder besser gesagt eine weitere unnötige Existenz, genau wie es die Sterne waren. Silas wandte sich seinem Buch wieder zu und blätterte dies durch. Die nächsten tage würde er wohl versuchen es wieder zu trocknen, wobei er keine große Hoffnung hatte – und da brach sein pessimistisches Denken wieder aus. Andere würden jetzt wohl sagen: “Komm du kannst dir ja ein neues kaufen.“ - doch genau das wollte der Werwolf nicht. So ein gutes Buch, mit allen möglichen Informationen, Schilderungen und Verwendungszweck. Es war einfach so, dass er einfach kein neues wollte. Eine andere Existenz würde jetzt wohl seufzen, er dagegen, starrte den Gegenstand nur an, ehe er diesen dann wieder zurück in seine Manteltasche packte.
Erst jetzt fiel ihm auf, wie sich die Kälte an seiner Haut fest biss. War ja fast noch schlimmer als zuvor im Wasser. Seine Kleidung klebte nur noch so an ihm. Unangenehm. Nass & kalt. Am liebsten hätte er sich hier und sofort von seinen Klamotten befreit, jedoch wollte er es nicht machen, solange andere ihn noch sehen konnten. So zog der 20 Jährige nur seine Schuhe aus, ehe er diese leicht schief legte und daraus etwas Wasser lief. Wie toll es nur war, wenn man völlig durchnässt war – pure Ironie. Im Augenblick musste er wohl oder übel damit klar kommen. Nun hörte er, wie der Junge eine Frage stellte. Wieder dachte er sich, was es andere anging, was er hier machte. Er brauchte es ihnen nicht zu sagen, immerhin konnte er doch machen was er wollte oder? Rechenschaft musste er nicht ablegen, vor allem nicht bei zwei Fremden Wesen. Zudem verband er es mit Neugierde. Danach war es eine Zeitlang wieder ruhig, ehe dann Miharu anfing zu sprechen. Jetzt wollte sie wieder das gleiche wissen, was sie auch schon zuvor gefragt hatte. War sein Schweigen vorhin etwa nicht klar genug gewesen? War es ihr nicht bewusst, dass es so viel wie: “Geht dich nichts an!“ hieß? Wenn sie es nicht verstand, so musste er es ihr wohl sagen und es war ihm egal, wie sie oder Berry darauf reagieren würden. “Es geht euch nichts an, was ich hier mache!“ Seine Stimme klang dabei etwas monoton. Während er nun seine Schuhe wieder anzog, warf er kurz einen Blick zu den anderen. Mehr musste er wohl dazu nicht mehr sagen, zumal es sowieso nicht so sein Ding war noch einen Kommentar dazu abzugeben. Und wenn der Werwolf ehrlich zu sich selbst war, sollte er von hier verschwinden, bevor er sich wirklich noch in seine animalische Hülle verwandelte. Wortlos stand der junge Mann auf, würdigte jedoch die anderen keines Blickes und entfernte sich ohne jegliche Verabschiedung von ihnen.

Tbc → Lichtung im Wald


Zuletzt von Silas am Di 12 Mai 2015, 23:05 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Lagune    Di 12 Mai 2015, 21:38

Eine Zeit lang verging, die sich für Kaoru ganz nebenbei wie eine Ewigkeit anfühlte, und die drei Wesen standen immer noch da; durchnässt bis zu den Knien, der Wind blies ihnen durch die Haare, der Sand unter ihren Schuhen zurückweichend. Kühle Meeresluft und feuchte Beine waren nun wirklich keine gute Kombination, wobei, dem Jungen machte es nichts auch, Kälte war er gewohnt. Sie gehörte eben zu seinem Leben, so wie das Atmen zum Leben anderer gehörte. Genau genommen war der Schwarzhaarige durch und durch kalt. Er war eiskalt, wie der Schnee in der Antarktis oder das Wasser ganz tief am Meeresgrund des Pazifiks. Ja, in sowas kannte er sich aus. Wie oft hatte er sich wohl schon dahin verzogen; und das aus gutem Grund. Dort war man einfach frei. Frei von der menschlichen Oberflächlichkeit und des menschlichen Strebens nach Glück. Sozusagen, das Leben im Meer war etwas ganz anderes wie an Land. Dort konnte man einfach man selbst sein, ohne dass es jemanden stören würde. Und wen sollte es schon stören? Die Fische? Nein, die wissen ja nicht mal, was es heißt man selbst zu sein, schließlich liegt es nicht in ihrer Natur sich zu verstellen und sich als jemand ganz anderes auszugeben. Aber unter den Menschen, da war es normal. Ja, man konnte schon fast sagen, dass es unter ihnen beliebt war. Eigentlich, ist es doch vollkommen unmöglich man selbst zu sein, schließlich gibt es immer etwas, dass einen von anderen unterscheidet. Nun gut, das bedeutete nichts anderes, als dass jeder Mensch einzigartig, ein Individuum, ist. Trotzdem, man muss sich ja nicht grundsätzlich unterscheiden, es gibt viele, die dieselben Interesse haben, und weniger, die andere Interesse haben, zu denen man wohl sagen würde „Tötet es, bevor es Eier legt“. So etwas wie normal sein, dass gab hier über dem Meeresspiegel nicht. Aber warum sollte er sich auch darum Gedanken machen? Schließlich lebte er ja nur zeitweise hier, ganz zu schweigen von den anderen beiden, die übrigens immer noch nicht auf seine Frage geantwortet hatten. Stattdessen hatte sich der Typ auf den schwarzen Sand gesetzt und es sah aus, als wolle dieser ihn verschlucken oder in sich aufnehmen. Naja, stören würde es wahrscheinlich niemand und auffallen auch nicht. Jedenfalls, nahm er ein Buch hervor, dass tropfte, als wäre es ein Wasserfall. Aufgrund seines missgünstigen Blickes, der zwischen Miharu und seinen Buch switchte, konnte man erkennen, dass ihm das Buch wohl wichtig war. Vielleicht war es eine Art Tagebuch oder so... Oder einfach irgendein Notizblock...? Kaoru jedenfalls wusste es nicht, aber wirklich verwunderlich war das schließlich nicht. Der Kerl war ein einziges Mysterium, vermutlich einer dieser Kerle zu denen jede zweite Frau sagen würde „Mysterium Mann“, wenn ihn den überhaupt irgendein weibliches Wesen ansprechen würde, denn schon allein der Geruch war etwas, naja, anders.

Sich wieder mehr Miharu zuwendend, kratzte er sich am Hinterkopf. „Das würde ich von den Herren auch gern wissen.“ Schön, wenn sie unbedingt wollte, viel zu verlieren hatte er ja nicht mehr. Aber der Junge hatte nicht mal den Hauch einer Chance ihr eine Antwort zu geben, denn augenblicklich hatte sie ihre Antwort dazu beigetragen. So. Silas war also sein Name. Hm, passte zu ihm. Nicht zu lang, nicht zu kurz, recht einfach gehalten, nur halt etwas unbekannt, genau wie er; das reinste Mysterium. Trotzdem, auf seinen Namen einzugehen, nein, das hatte Kaoru nicht nötig. Warum also sollte er nicht der Rothaarigen eine Antwort geben. Aber offensichtlich hatten die zwei Spaß daran sich alleine zu unterhalten und das war auch gut so, eigentlich hatte er keinen Bedarf sich zu unterhalten. „Es geht euch nichts an, was ich hier mache!“ Naja, wenn er unbedingt Spaß daran hatte, direkt auszuflippen, Kaoru würde ihn nicht aufhalten: „Also auch wenn ich ihr gesagt habe, galt meine Frage doch nur ihr, kein Grund sich aufzuregen zu.. Und zu dir, ich habe jemanden gesucht. Er nennt sich Fisheye oder Fishie oder irgendwas mit Fischen halt. Habt ihr ihn eigentlich gesehen?“ Genau, das war der perfekte Vorwand um endlich hier von diesen Spinnern wegzukommen. Silas dachte sich wohl dasselbe, denn er zog augenblicklich seine Schuhe an, stand auf und verschwand in den dunklen Schatten der Felsen. Aber Kaoru achtete darauf nicht sonderlich, er wollte ja genauso wie Silas hier wegkommen. Jedenfalls, dass sie Jaden gesehen haben könnten, war gar nicht mal so unwahrscheinlich, denn offensichtlich war das hier der Ort, an dem ihr kleines Wettrennen sein Ziel finden sollte. Andererseits, woher sollten sie wissen, wo er hingegangen war, auch wenn er hier gewesen war? Egal, wie man es drehte und wendete, einen vernünftigen Grund fand er nicht, um hier wegzukommen, auch wenn die beiden ihn langsam in den Wahnsinn trieben. Vermutlich hatte sich die dritte Gestalt aus diesem Grund verzogen. Wenn sie nur wüsste, wie gut Kaoru sie verstehen konnte. Ja, lange würde er es hier nicht mehr aushalten, weshalb er seine vorherige Frage einfach in den Hintergrund rückte. „Ach, weißt du, eigentlich ist es mir egal, wo er hin ist, ich muss jedenfalls auch los. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder, also bis dann!“ Kaoru versuchte möglichst nett zu wirken, schließlich war gerade im Begriff einfach abzuhauen und sie alleine zu lassen. Zwar wusste er, dass es nicht die netteste Art war, im Gegenteil, er selbst fand es von sich gemein Aber was hätte er auch tun sollen? Schließlich war die Lagune nicht der perfekte Ort um allein zu sein, aber weiter hinten am Strand, da sollte jetzt wohl niemand mehr sein. Kaoru drehte sich noch ein letztes Mal zu Miharu um, ehe er zwischen den dunklen Wellen verschwand und zum Strand schwamm, der weit hinter den Felsen lag und eben am einfachsten durch das Wasser zu erreichen war.

tbc: Der Wald – Herz des Waldes


Zuletzt von Kaoru am Fr 19 Jun 2015, 22:35 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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