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 Zerstörter Stadtteil

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BeitragThema: Zerstörter Stadtteil   Mi 14 Mai 2014, 21:18




Wenn man sich durch den Schrottplatz kämpft kommt man nach hier: einen zerstörten und fast unbewohnten Teil der Stadt, der so zugerichtet wurde, als man flüchtige Insassen suchte und gegen sie kämpfte. Noch immer brennt hier das ein oder andere Feuer und glüht so manches Holzscheit.


Zuletzt von GM am So 05 Jul 2015, 11:51 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Mi 27 Mai 2015, 15:29

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Grau – das war alles, was der Dunkelhaarige in diesem abgelegenen Teil von Glass City sehen konnte. Ob zerfallene, verkohlte Häuser, die man nahezu als Ruinen bezeichnen könnte, oder schwarze Asche, die sich unter den Füßen des jungen Mannes zwischen jenen Häusern bis zum Horizont erstreckte, oder aber der graue Nebel, der sich um die vielen zerbrochenen Fenster schlängelte und beinahe den Blick auf die eigene Hand verhinderte; kurz, ein Ort der Abgeschiedenheit, der Ruhe und der Einsamkeit. Der perfekte Ort für jeden, der all diese Dinge in sich verkörpert und sein Leben nach ihnen richtet; mit anderen Worten der perfekte Ort für Skyler. Nur die ein oder andere Flamme, die über die mit Ruß bedeckten Häuser und den Asphalt herfiel, brachte ein bisschen Leben in diesen zerstörten Teil der Stadt; ebenso die Glut, die sich zwischen zahlreichen verbrannten Gegenständen durch den verstaubten Straßenboden fraß. Nicht zuletzt der Lärm, der von dem Rausch der nächtlich belebten Straßen Glass Citys herdröhnte, gab den Rest dazu, auch wenn dieser längst kein Lärm mehr war, sondern eher der Lautstärke eines lauten und hastigen Flüsterns glich, das durch das Pfeifen des getrübten Windes unterstützt wurde. Dieser jedoch verharrte auch ab und zu in seiner Nebelschwadengestalt und strich über alles, das sich ihm auch nur halbwegs auslieferte.

Skyler zitterte und ein Schauder überflog sein Gesicht: der Wind hatte seine Nackenhaare gekitzelt und blies obendrauf noch durch seine schwarz-braunen Kopfhaare, die so standen, als hätte gerade ein Wirbelsturm durch sie gefegt und aus ihren Wurzeln gerissen. Seine Haut hatte einen blassweißen Farbton angenommen, der dem des Mondes glich, welcher sein strahlendes Licht auf die dunkle Fasade niederregnen ließ und den sternenklaren Himmel in ein schimmerndes Dunkelblau einhüllte. Die Sichel des Mondes stand bereits so tief, dass die gähnenden Schatten, der abgebrannten Häuser wie Giganten wirkten. Zudem hatten sie äußerst gewinkelte Formen, in der so mancher mit ein bisschen Fantasie den ein oder anderen Gegenstand beziehungsweise das ein oder andere Lebewesen erkannt hätte. Aber der Junge machte sich nichts aus den Schatten, nein, vor ihnen fürchtete er sich nicht, denn für ihn stellten sie keine Gefahr dar, waren sie doch wie er, denn sie richten sich bezüglich ihrer Form und Größe immer nach dem, was sie bestrahlt und strecken sich doch in die entgegengesetzte Richtung ihrer Lichtquelle. Für manchen möchten diese Worte nur ein Synonym für eines von den vielen Gesetzen der Physik sein, aber für Skyler waren sie lebendige Worte – Worte, die ihn beschrieben.
Ein weiteres Mal hielt der Wind, bedeckt von einem Netz aus Rauch und Qualm, es für nötig gegen den Körper des Achtzehnjährigen zu blasen. Es wehte ihm eiskalt den Rücken hinab und sein Körper erstarrte ein weiteres Mal in einem unregelmäßigen Zittern. „So kalt...“, entfuhr es ihm mit gedämpfter Stimme, die zwischen den einzelnen Ruinen widerhallte. Auch wenn es Sommer war, nachts ist es zu jeder Jahreszeit kühl, aber für gewöhnlich ist es in Sommernächten nie so kalt wie es an jenem Tag war. „Liegt bestimmt an diesem Ort...alles andere würde mich auch wundern.“ Ein zweites Mal ertönte und hallte die kratzige Stimme des Dunkelhaarigen wider, nur diesmal in seinem Kopf, abgetrennt von der Außenwelt und nur für ihn hörbar. Verwirrt blickte sich der Junge um und begutachtete misstrauisch die grauen Backsteine, die sich gegenseitig stützten und sich vor ihm zu einem Haus empor streckten. „Irgendwie ist es komisch hier. Ob ich umdrehen sollte? Andererseits, würde ich dann überhaupt noch den Weg finden? Alles sieht so gleich. Überall dieselbe Leere und Leblosigkeit, keine Menschenseele. Und überall dasselbe Grau und...“ Ein Knacksen ertönte hinter ihm und er drehte sich – die Angst ins Gesicht geschrieben – um, doch alles was sich dem Blickfeld Skylers zeigte, war eine große rot leuchtende Flamme, die sich über den Schutt der Asche erstreckte. Es machte den Anschein, als wollte sie ihn darauf hinweisen, dass er sie in seiner kleinen Aufzählung vergessen hatte, als wäre sie ein Niemand – so wie er. „Ist ja gut, du brauchst ja nicht gleich beleidigt zu sein“, meinte er, drehte sich dabei um und ging auf die mit diesen Worten immer kleiner werdende Flamme zu und richtete seinen Blick auf ihre Brandzunge. „Kein Grund hitzig zu werden – Moment, dass ist es...hitzig werden...“ Den Schmutz, der sich nun in den Fasern seiner ohnehin schon grauen Hose absetzen würde, ignorierend, nahm er im Schneidersitz mit zwei Metern Abstand zu besagter Flamme Platz. Es verstrichen einige Sekunden in denen er, die Augenlider fest aufeinander pressend, sich auf seine Hände konzentrierte, bis sie Feuer fingen, wie ein Haus voller Benzin, das man gerade angezündet hatte. Es hatte schon durchaus Vorteile, wenn man halbwegs feuerresistent war und selbst welches erzeugen konnte. Ohne auf seine Umgebung zu achten, saß Skyler dort mitten in der Asche, mitten in der reinsten grauen Einöde und starrte seine Hände an, die sich von selbst aufwärmten. Und als hätte vorherige Flamme erkannt, dass sie nicht mehr gebraucht wird, erlosch sie vor seinen Augen und ein Brandfleck war alles, was nach ihrem Tod noch übrig war, so wie ein Mensch auf dem Papier ewig existiert, existierte auch jener Brandfleck ewig. Vermutlich hatte sie ihrem Leben zu schnell ein Ende gesetzt, denn der Wind versuchte beinahe alles, um Skylers Flammen auszublasen, was ihm anfangs auch gelang. Bald wurde daraus ein richtiger Kampf und der junge Mann hatte Mühe sein Feuer anzuhalten, aber nach einer Zeit hatte er es dann doch wortwörtlich fest im Griff. Mit dem Wissen, dass ihn nun nichts und niemand mehr stören würde, legte er sich auf dem Rücken zwischen die mit Ruß befleckten und verbrannten Holzbretter, richtete dabei seinen Blick gen Himmel und beobachtete die klaren Sterne, wie sie funkeln und blitzten, als wäre sie eine Kamera. Aufgrund seiner grauen Kleidung verschmolz Skyler mit der Landschaft und wurde Eins mit ihr, für manchen nahezu unsichtbar.


Zuletzt von Skyler am Sa 20 Jun 2015, 13:33 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Mi 27 Mai 2015, 16:43

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Der Geruch war penetrant, ekelhaft, anwidernd. Er brannte dem Luchsmädchen in den Nasenlöchern, schmerzte unheimlich stark, wie das ungewollte Atmen Unterwasser. Und doch verließ sie den zerstörten Teil der Stadt in Glass Dome nicht. Sie wanderte weiter umher, die dreckigen, zusammengebrochenen Gebäude betrachtend, hoffend, einen gemütlichen Ort zum Entspannen finden, an dem sie weiter Transformation trainieren konnte. Die Augen auf ein orange glühendes Stück Holz fixiert, welches nur wenige Meter vor ihr lag, kniete sie sich davor. Hashs Fingerspitzen fuhren über den Boden, die dreckige Erde zu ihren Füßen, nahm eine kleine Menge und zerrieb sie. Wie Asche löste sie sich auf, brachte keinen Widerstand, und blies mit dem Wind davon, wie ein Seele, die die Erde verließ. Einmal waren hier mehr Leute gewesen, vielleicht sogar Kinder, wer weiß. Vielleicht haben sie sogar ein paar amüsierte Tage gehabt. Aber diese waren nun vorbei. Obwohl, konnte man hier eine schöne Zeit haben? War es vor ihrem Ankommen auch so, wie es jetzt ist? Oder hatten die Leute früher ein besseres Leben hier? "Nein." Hash stritt die Aussage ab. In ihrem Kopf wollte eine solche Überlegung keinen Sinn machen. Ihr Ohr zuckte bei einem Knacken hinter ihr, aber sie ignorierte es weiterhin. Warum sollte auch Jemand hier herumlungern? Wie sie sich täuschte... Aber darüber dachte die Attentäterin nicht nach, wobei es ihr mit ihrem Rang eigentlich hätte Wichtig sein sollen.
Die schwarz Gekleidete streckte ihre Beine wieder durch und setzte ihren Weg fort, immer wieder anhaltend, um das ein oder andere Stück Holz anzustarren. Warum wusste sie selbst nicht, es faszinierte sie nur. All dieser Dreck, diese Überreste, waren mal ein stolzer Stadtteil gewesen. Und nun war dieser fort, in Stücke gerissen, als hätte man ein kleines Kind ein Papier zerreißen lassen. Schrecklich, wenn man darüber nachdachte.
Hash justierte ihre Maske, setzte die Gummibänder neu um ihre Ohrmuschel. Die Maske hatte nehmen dem Unterdrücken der Gespräche einen weiteren Vorteil, wie sie nun merkte. Sie hielt den Staub der Luft aus ihrer Nase. Ihre Arme fielen wieder zu ihren Seiten, als sie eine Anhöhe hinaufging und auf der anderen Seite hinabschaute. Mehr Dreck, mehr Beton, mehr zerstörte Dinge. Was hatte sie erwartet? Ein kleiner Seufzer floh über ihre Lippen, das Geräusch durch den Stoff gedämpft und den abgedeckten Teil durch ihren Atem warmhaltend. Die dreckigen Hände schob sie in ihre Manteltaschen, darauf folgend ihre Augentropfen aus der einen zog. Mit der Freien schob sie ihr Haar beiseite bevor sie das kleine Plastikfläschchen hob und die Öffnung über ihrem blinden Auge positionierte. Wie sie es hasste, ihr blindes Auge zu tropfen. An sich brachte es dem Tier sowieso nichts, aber das Gefühl, dass ihr Auge austrocknet, fand sie nicht unbedingt angenehmer. Die Flasche wegpackend schüttelte sie kurz den Kopf und fuhr ihre Hand durch ihr Haar. Ob es für andere hier dunkler war? Immerhin war ihr Augenlicht erhellt, sie erkannte alles. Alles war für sie fast so hell wie tagsüber. Ob andere damit Probleme hatten, war ihr nicht bekannt. Es war ihr im Allgemeinen sowieso egal, wie andere die Welt empfanden.
Etwas jedoch krallte sich die Aufmerksamkeit des Luchses. Eine Flamme, die in der Entfernung etwas heller leuchtete, als die anderen. Warum? Hatte Jemand das Licht erzeugt, war sie doch nicht allein? Den nächsten Stein packend, der wie eine Klinge funktionieren konnte, und diesen in ihre Manteltasche verstauend, schritt sie langsam und geduckt auf die Flamme zu. Als ihre Füße sie an einem breiten Stein vorbeileiteten, sah sie tatsächlich den Herrscher über das knisternde Feuer. Ein Lebewesen, welches, selbst für sie, schwer zu erkennen war. Sie ließ sich hinter dem schützenden Trümmer auf den Boden sinken, hob den Kopf und atmete tief, aber stumm, die Luft durch die Nase ein, schloss dabei das Auge. Tatsächlich - sie konnte den Geruch erkennen. Ein Tierwesen, eines, dass sie nur einmal gerochen hatte, aber nie gesehen hatte. Etwas Misstrauen und Vorsicht blieb trotz der Neugierde noch immer. Sie konnte sich verteidigen, sie würde sich verteidigen, wenn es denn überhaupt nötig war. Ein weiteres Spähen hinter den Stein zeigte ihr, dass das Tierwesen auf dem Rücken lag, die Flamme in der einen Hand und der Blick auf den dunkleren Himmel gerichtet. Stumm betrachtete sie das männliche Geschöpf, Interesse wollte sich in ihrem aufleuchtenden Auge zeigen. Aber nein, Hash rutschte mehr hinter das graue Gestein und lehnte den Kopf an, eine Pfote auf der Manteltasche mit der "Waffe" liegend. "Ich werde warten, bis er verschwindet, dann kann ich üben."
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Mi 27 Mai 2015, 18:59

Den Blick fest am endlosen Himmelszelt heftend, lag der halbe Fuchs zwischen Holz und Asche versteckt auf dem abgekühlten Straßenboden, welcher übersaht war von Rissen, als hätte man ihn mit einem Hammer vergewaltigt und solchen Spaß daran gehabt, dass man nicht mehr hätte aufhören können. Immer wieder glitten die rauen Hände des Jungen über den abermals rauen Asphalt, ohne dass er ebenso wie sie in brennenden Flammen aufging und dieser trostlosen Gegend ein endgültiges Ende setzte, damit sie nicht mehr von etlichen Narben verunstaltet wurde. Jedes Mal rieselten feine Steinchen zwischen den Finger des Dunkelhaarigen hindurch, als wollten sie nicht in seiner Hand eingeschlossen werden. Diese einzigartige, vielleicht auch unnötige, Prozedur widerholte er so oft, dass er vergaß mit zu zählen. Mit jeder einzelnen Bewegung bildete sein Brustkorb einen regelmäßigen Takt, sein Atem hatte sich beruhigt. Quellende Rauchwolken bildeten sich über den einzelnen brennden Holz- und Metallstückchen und versperrten ihm die Sicht wie ein grauer Schleier. „Hmpf. Na gut, dann eben nicht“, grunzte er und erhob sich aus dem dunklen Schutt, bestehend aus Grau. Sand rieselte seine Schultern hinab, vereinzelte Staubkörner hefteten sich an seine Haare, als wollten sie sie nie wieder loslassen. Skyler bemerkte diese jedoch und strich sich mit einer der brennenden Hände durch die Haare. Sie verbrannten nicht, nur die feinen Staubpartikel verkohlten unter dem Einfluss seiner Hand. Ein weiteres Mal erkundete er mit seinen dunkelbrauen Haaren die Umgebung, doch es hatte sich nichts verändert, wie auch, er war ja alleine hier, zumindest dachte er das. „Und was soll ich deiner Meinung nach jetzt machen?“, fragte der Dunkelhaarige in die Leere des Nebels. Eine Antwort erhielt er nicht. „Wieso soll ich mich umsehen? Hier ist doch niemand, außer mir dem Feuer und diesen Gebäuden“, begann er, verstummte einige Sekunden, fuhr dann fort, „Ob ich mir sicher bin? Ja, natürlich bin ich das, schließlich weiß ich es besser als du.“ Mit einem Mal erloschen seine Hände, aber sein Augen fixierten immer noch denselben Punkt an. „Schön, ich hab mich vielleicht schon das ein oder andere Mal getäuscht, aber das heißt nicht, dass – weißt du was? Ich geb's auf! Wenn du unbedingt willst, dann vergewissere ich mich eben, dass ich alleine bin.“ Erneut schloss der Junge die Augen und konzentrierte sich voll und ganz darauf seine Tiergestalt anzunehmen. Der Vorgang nahm ungefähr zehn Sekunden in Anspruch. Zunächst färbten sich all seine Haare blau, dann wuchs überall ein dichtes Fell an schimmernden blauen Haaren, die wild und in jede erdenkliche Richtung abstanden. Und mit einem Satz nahm sein Körper die Form eines Fuchses an und seine Klamotten rissen. „Elendes Gestrüpp!“, fluchte er und fummelte sich die restlichen Kleidungsstücke vom Leib. Vollkommen von der einengenden Natur des Menschen befreit, konnte der Fuchs die Freiheit eines Tieres genießen. Ohne sich auch nur ansatzweise von der Stelle zu rühren, streckte er seinen feuchte Nase an den Schutt, der die Straße bekleidete und witterte etwas. Sofort streckte er seinen Kopf in die Luft und seine Ohren richteten sich auf. „Wer bist du?“, fragte er sich in Gedanken in der Hoffnung, dass der oder die andere ihn hören würde, auch wenn es unmöglich ist. „Immer schön der Nase nach“, befahl er sich, folgte dabei der Spur, die mit jedem Schritt immer deulicher wurde und ihm immer mehr Details über sich offenbarte. „So, ein Mensch bist du also. Nein Moment, ein Tier. Halt quatsch du bist ein – du bist wie ich. Naja, nicht ganz, du magst vielleicht zur Hälfte Tier sein, aber du bist nicht zur Hälfte Fuchs, aber ein ähnliches Tier...ein...ein...Luchs, ja! Nicht nur dass, auch noch ein weiblicher!“ Skyler bewegte sich nun auf einen großen Stein zu, der am Rande einer Kreuzung stand. „Jetzt krieg ich dich du...du...Luchs, du!“ Ein letztes Mal kommunizierte er über Gedanken mit dem Luchsmädchen. Ohne die geringste Vorstellung darüber, wie jene Person reagiere würde, umrundete er den Stein und musterte das Geschöpf. Sie hatte helles, ja fast silbernes Haar, dass an der einen Seite fast vollkommen abgeschnitten war, auf der rechten Seite allerdings einen Pony hatte, der ihr rechtes Auge verdeckte. Zudem fanden sich auf dem Kopf des Mädchens Luchsohren, von denen das linke allerdings aussah, als hätte es jemand abgerissen. Nicht zuletzt trug sie schwarze Kleidung. „Ich bin nicht unbedingt auf einen Kampf aus“, begann der Fuchsjunge, „Also, Freund oder Feind?“


Zuletzt von Skyler am Sa 20 Jun 2015, 13:36 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Mi 27 Mai 2015, 19:57

Ruhig blieb Hash sitzen, achtete auf ihre Atmung, führte jene Technik durch, die sie in er Ausbildung zur Attentäterin gelernt hatte. Sie zog die Beine näher an ihren Körper und rastete ihr Kinn auf ihren Knien, das Ohr gespitzt und den Mund leicht geöffnet, jedoch war ihr Auge erneut geschlossen. Somit konzentrierte sie sich voll und ganz auf die Umgebung und konnte jedes Geräusch vernehmen. Sie hörte das sanfte Kratzen über den Boden, welches das andere Tierwesen anscheinend Schuld war, hörte die Flamme leiste Knistern und wie sie kleine Dinge verbrannte, als ihr Besitzer anscheinend diese durch den Dreck zog, so war es zumindest zu hören. Als der Luchs eine weitere Lunge voll Luft nahm, um herauszufinden, welches Tier in ihrer Gegenwart war, fiel es ihr schlussendlich auf. "Fuchs!", wollte sie ausrufen, hielt sich aber davon ab. Füchse gruppierte sie meistens mit etwas, was hinterhältig war, was jeden Moment ausnutzte, jemanden auszunehmen. "Traue niemals einem Fuchs. Hinterhältige Bastarde." Dann hörte sie ein Gespräch. Ein Gespräch, dass er anscheinend mit sich selbst führte, immer wieder warf er leere Worte in die Luft, wartete auf eine Antwort, die er aber nicht bekam. Das musste er doch wissen, oder nicht? War er paranoid? Hatte er irgendwelche Störungen? Oder wollte er herauszögern, dass das Mädchen ihm antwortete? Wenn er das meinte, läge er falsch. Fragen bauten sich im Kopf der Attentäterin auf, als sie einen schnellen Blick um dein Stein herum wagte.
Ihre Hand, die eben noch ruhig auf der Manteltasche lag, ballte sich zu einer Faust, ihr Ohr zuckte, als sie sah, wie sich der "Fuchsmensch." aufsetzte. Mit zusammengekniffenem Auge starrte sie, wie der Luchs, der sie war, als würde sie eine Maus für die Jagd fixieren. Sein Haar, es färbte sich in ein wunderschönes blau, welche Farbe dann auch über seinen kompletten Körper zog und ihn einhüllte wie ein Kokon. Seine Klamotten riss er sich vom Körper, zeigte seine wahre Form. Ein...blauer Fuchs? Überrascht war Hash nicht wirklich, immerhin waren hier ebenfalls Dämonen und etliche andere Wesen unterwegs, aber anders war es trotz allem. So schnell wie sie umgeblickt hatte, ließ sie sich wieder zur Seite rutschen und senkte ihren Blick auf den Boden. Hash senkte ihren Atem, versuchte, so wenige Geräusche wie möglich zu machen, als sie langsam den Stein aus dem Mantel zog. Die Präsenz des Tiermenschen brachte Unbehagen auf, welches hart wie ein Beton in ihrem Magen lag, nicht wieder verschwinden wollte. Der Griff um die Waffe festigte sich, die Schritte wurden lauter, kamen näher. Das sanfte Geräusch von einer schnuppernden Nase, die sanften Tritte der Pfoten. Hash selbst blendete alles aus, diese Geräusche waren alles, was in ihr Ohr drang. "Geh einfach an mir vorbei. Dann haben wir alle keine Probleme. Ignorier' mich.", murrte sie innerlich, aber ihr Wunsch wurde ihr anscheinend nicht erfüllt. Was hatte sie auch anderes erwartet, sie saß in der Falle. Hätte sie sich nur einen anderen Platz zum Trainieren gesucht, wäre sie nicht in dieser brenzligen Lage. Wer weiß, wie dieser Fuchs reagiert? Ob er aggressiv ist-
Aus ihrem Augenwinkel sah sie es, das blaue, helle Fell in der Dunkelheit. Das Tier starrte ihr entgegen mit aufmerksamen Augen.
Hash rollte rückwärts zurück, nachdem sie einen Moment in genau diesen Augen gefangen war, zuckte zusammen, als sie ihre Waffe zu fest umschlang. Dann stand sie auf und übertürmte das Tier um Weites, trotz allem konnte sie ihre Aufmerksamkeit nicht fallen lassen. Mit genauso ruhigem Blick starrte sie ihn an, den blauen Fuchs mit Feuermagie. Eine Fähigkeit, die sie nie erlernt hatte und hätte haben wollen. Sie brauchte keine Magie, um sich zu verteidigen. Sie vertraute auf ihre pure Geschicklichkeit. Ihr gelbes Auge kniff sich zusammen, unter ihrer Maske öffnete sie den Mund für ein bedrohliches Knurren, ihr Ohr klappte zurück und presste sich an ihren Kopf. Antworten wollte sie nicht. Ihre Stimme verraten wollte sie nicht, aber ganz ohne Antwort würde sie das Gespräch nicht voran bringen können. Der Luchs presste die Zehen in die Schuhsohle und verengte die Pupille zu Schlitzen. "Ich bin auch nicht auf einen Kampf aus. Trotz allem solltest du Abstand halten.", wollte sie sagen, kürzte es aber mit der Entgegnung auf die zweite Frage ab. "Freund." Eine simple Antwort. Und doch war es eine so starke Antwort. Eine, die die Situation weniger verschärfen würde.


Zuletzt von Hash am Do 28 Mai 2015, 14:43 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Mi 27 Mai 2015, 21:04

Kaum hatte der Fuchs diese Worte gesprochen, stand das Mädchen auf und war nun mindestens viermal so groß wie er, auch wenn er ein recht großer Fuchs war. Immerhin, hätte er sich auf seine Hinterbeine gestellt, wäre es Skyler vielleicht möglich die Unbekannte in Sachen Körpergröße zu übertrumpfen. Selbst in seiner menschlichen Gestalt wäre er schätzungsweise gerade mal fünf Zentimeter größer als sie, wenn nicht sogar gleich groß. Nur gut, dass Größe nicht immer auch gleich Stärke ist, auch wenn dieses Wesen hier nicht so aussah, als würde sie zu den schwächsten ihrer Art gehören, im Gegenteil, sie wirkte wie eine echte Kämpferin auf den Jungen, zumal Luchse genau wie Füchse Jagdtiere sind. Der Fuchs machte sich schon bereit seine Krallen auszufahren, würde sie nicht mit ihm kooperieren in Sachen Kampfvermeidung. Erst jetzt, als sich ihre silbernen Luchsohren einklappten, fiel ihm die dunkle Maske auf, die sich auf ihren Lippen befand. Sie trug eine Aufschrift in Form heller Buchstaben, die „GAME OVER“ lautete. Im Vergleich zu ihrer blassen Haut, wurde die Maske besonders betont, vermutlich Absicht, weshalb der halbe Fuchs sich fragte, warum sie ihm nicht aufgefallen sei. Sich vollkommen auf diesen Gedanken konzentrierend, vergaß er, dass sie ihm noch zwei Antworten schuldig war. „Freund“, offenbarte sie ihm zum ersten Mal ihre Stimme. Man konnte eindeutig hören, dass es sich um eine weibliche Stimme handelte, die nicht zu hoch und nicht zu tief war, sondern eher zwischen normal und tief schwankte. Sie passte zu ihr, zu ihrem Aussehen und zu ihrer Art auf andere zu reagieren. „Wenn du glaubst ein Freund ein zu sein...“, murmelte er etwas unverständlich, aber immer noch so, dass man es hören konnte. Für einen kurzen Augenblick überlegte er sich in einen Menschen zurückzuverwandeln, doch dann bemerkte der Fuchsjunge erst, dass er nichts anhatte, beziehungsweise anhaben würde. „Warte hier!“, befahl er ihr in der Hoffnung, dass sie nicht weggehen würde, während er sich seinem kleinen Problem widmen würde. Ohne jegliche Antworten zu erwarten, drehte sich der blau behaarte Fuchs um, sammelte seine Kleider auf und trat in eins der verschütteten Häuser, welches so aussah, als würde es jeden Augenblick über ihm einstürzen.

Zwei, vielleicht auch drei Minuten, hatte sich der Zeiger auf seiner Armbanduhr bewegt, die zwischen den vielen Klamotten lag, bis er wieder aus dem verstaubten Gebäude heraustrat. Nun war Skyler wieder Skyler in menschlichem Fleisch und Blut hatte dunkles Haar, Fuchsohren und einen menschlichen Körper. Lediglich seine Kleidungsstücke, die er nach der Verwandlung wieder angezogen hatte, waren zerrissen, doch das war nicht weiter schlimm, da die Risse so winzig waren, dass man nur sehr wenig von seinem Oberkörper und seinen Beinen sehen konnte, nur das, was die engen Risse boten und das war wirklich herzlich weg. Seinen Blick wandte er nun wieder jenem Stein zu, um zu überprüfen, ob sie auf ihn gewartet hatte. Wider seiner Erwartung stand sie immer noch dar, schien stumm in die Leere zu gucken und nichts zu tun. „Hätte man mit mir gewettet, hätte ich gesagt, dass du gehen würdest“, sprach er direkt und schaute wieder in ihr zart gelb leuchtendes Auge. Wie der Fuchsjunge es sich gedacht hatte, war er nun kaum größer als sie und befand sich daher fast auf gleicher Augenhöhe mit ihr. „Also, darf man fragen was dich um diese Uhrzeit...“, er warf einen Blick auf seine Armbanduhr, hielt sie anschließend ihr unter Nase, „...hierher treibt, hm?“ Vielleicht eine zu direkte Frage, aber davon hatte der Junge keine Ahnung. Alles was er von ihr wollte war einen Antwort auf seine Frage, nicht mehr nicht weniger. Um diese Tatsache zu bekräftigen legte er den Kopf schief, dass sich seine Fuchsohren nach hinten streckten war eher eine ganz normale Körperreaktion. Skyler fragte sich, ob sie wohl auch solche Merkmale hatte, welche Farbe ihr Fell hatte und wie sie allgemein in ihrer Tiergestalt aussah. Immer mehr fragen sammelten sich im Bezug auf dieses Thema in seinem Kopf an, doch er schaffte es sie sorgfältig zu ordnen und der Sache einfach auf den Grund zu gehen. Um das Vertrauen zwischen den beiden zu stärken, tat er so, als wüsste er nichts. „Mhm, also wenn du nur ein Mensch wärst, dann wärst du schon längst weggelaufen. Wärst du ein Dämon, hättest du mich wohl schon längst angegriffen. Würdest du den Engeln angehören, dann wärest du wahrscheinlich überfreundlich und durchgehend quietschvergnügt, daher tippe ich auf jemanden wie mich – ein Tierwesen. Die Frage ist welches. Du kannst es mir verraten...aber wenn nicht, dann finde ich das schon selbst raus.“ Seine Stimme kratzte an den grauen Hauswänden und hatte einen leicht bedrohlichen Unterton angenommen, dabei sollte dies keine Drohung sein, denn Skyler war nun mal einfach neugierig, was sie davon halten würde, interessierte den Fuchsjungen aber nicht.


Zuletzt von Skyler am Sa 20 Jun 2015, 13:37 bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Do 28 Mai 2015, 14:42

Vorerst herrschte Stille, nur das Knacken des Feuers war weiterhin ein Hintergrundgeräusch. Es fühlte sich fast merkwürdig an, wieder zu sprechen. Eine Weile war es her gewesen, seit sie dass letzte Mal etwas gesagt hatte. Und nun stand sie hier, von einem einfachen Fuchs dazu gezwungen, Worte zu wechseln. Sie schaute das Tier nur ruhig an, blinzelte dabei kaum. Ihre Wimpern warfen lange Schatten über ihre Wangen, als Hash den Blick kurz zur Seite wandte, um sich auf eine Flamme konzentrierte. Solange das Tier nicht antwortete, musste sich auch nicht starren. Eine Gefahr schien der Fuchs bisher nämlich nicht zu sein. Den Stein ließ sie währenddessen auf den Boden fallen. Würde er angreifen, hätte sie ihre Hände als Waffe, sie brauchte den Stein dafür nicht.
"Wenn du glaubst ein Freund zu sein..." Kurz zuckte ihr Ohr, als es sich wieder aufstellte, dann blickte ihr gelbes Auge wieder wie fixiert auf das blaue Fell. In die Augen starrte sie nicht, diese waren wie endlose Meere, wie die, die um Glass Dome waren. Gefährlich, zu riskant, zu viel Augenkontakt zu üben. Er befahl ihr, Stehen zu bleiben, der Grund war ihr vorerst unbekannt. Er sagte lediglich diese Worte, bevor er wegging. Worauf sie dann wartete? Ebenfalls unbekannt. "Was glaubt er nur, wer er ist? Meint, er könne mich rumkommandieren?" Hash fauchte innerlich und kniff die Augenbrauen zusammen, als er in dem nächsten Haus verschwand. Ihr war egal, was er tat, aber sie wartete. Ihre Art war es nicht unbedingt, aber sie war interessiert an dem Tiermenschen. Er hatte sie nicht angegriffen oder beleidigt, gehänselt, oder war aufdringlich. Er hatte sie einfach angesprochen. Sonst hielten die anderen Wesen glücklicherweise Abstand von ihr, aber diesmal schien es nicht so zu ein. Dieser Tiermensch war anders. Er wirkte ziemlich tiefgründig, so wie er mit seinen Augen in die Nacht geblickt hatte. Wartend. Hatte er auf etwas gewartet? Oder war er nur angezogen von der Nacht? Vielleicht, vielleicht nicht. Aber wer wusste schon, was in seinem Kopf abgegangen war, als er da lag, einfach im Dreck und ausharrend, aufmerksam, fixiert, entspannt, vielleicht sogar beruhigt. Der Luchs seufzte kurz. Das ein Wesen sie interessierte war keine Sache, die oft vorkam. Ihr Blick richtete sich wieder auf das Haus, in dem der blauhaarige Fuchs verschwunden war, als sie abwartete und mit ihren Fingern knackte. Obwohl es nur wenige Sekunden waren, seitdem er verschwunden war, wurde sie kurzzeitig ungeduldig, drückte ihren Daumen etwas zu fest auf ihr Gelenk und zuckte kurz zusammen, als Schmerz durch ihren Zeigefinger zog.
Dann trat er wieder aus dem Haus, gelassen, enspannt, menschlich. Und wieder starrte sie. Starrte mit ihrem gelben Auge, ließ es über seinen Körper gleiten. Dunkles Haar fiel in sein Gesicht, Fuchsohren zeigten sich. Unter seiner leicht gerissenen Kleidung verbarg sich ein scheinbar schlanker Körper. Mädchen, die nicht wie Hash waren, würden vermutlich über den Fuchs herfallen. Aber sie selbst wandte den Blick wieder ab und übte wieder Geduld, als er gemütlich auf sie zuschritt. Er stand nun vor ihr, schien auf gleicher Augenhöhe zu sein. Oder war er größer? Selbst wenn, der Unterschied war nicht enorm. Wie auch? Für ein weibliches Wesen war sie recht groß. Nicht, dass es sie störte. So hatte sie die Chance, anderen Leuten einfacher in die Augen zu blicken oder sie gar niederzublicken. Alles hatte so seine Vor- und Nachteile, aber für sie wies dies nur einen Vorteil auf.
Ihr Gegenüber fragte, was sie trieb, hielt ihr fast provokant die Uhr unter die Nase. Nun, so viel zu dem Thema, er wäre nicht aufdringlich. Es war schroff, fast unverträglich, dass er so nah stand und das Gelenk so nah an ihr Gesicht hielt. Bevor Hash aber die Möglichkeit auf eine Antwort hatte, führte er die Frage weiter. Redete fast endlos, bis er wieder still wurde und auf eine Antwort wartete. "Ist das nicht offensichtlich?" Ihr Ohr zuckte genervt, bevor sie es wieder nach hinten drückte, dieses Mal aber nicht in einer aggressiven Weise, sondern eher einer gestressten. Kurz saugte sie die Luft ein und atmete sie rasch wieder aus, um sich zu beruhigen und stellte das Ohr wieder gerade. Eine ihrer Hände fuhr durch ihr Haar, während die andere in ihrer Manteltasche verschwand. "Luchs.", sagte das Mädchen einfach, "Wollte trainieren. Dann warst du schon hier." Immerhin war die Sache mit dem Luchs kein Wirkliches Geheimnis und was sie trainieren wollte, behielt sie für sich. Schwächen ausreden war keine gute Idee. Insbesondere, wenn man einem möglichen Gegner Gegenüberstand. Während sie sprach, hatte sie seinen Arm gefasst und wieder hinunter zu seiner Seite gedrückt. "Und du? Starrst einfach nur in die Nacht?"
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Do 28 Mai 2015, 15:51

Wenige Sekunden, in denen man nur den ruhigen Lärm der Stadt und das Knistern einzelner Funken vernahm, verstrichen mitsamt des Windes, wie der graue, fast schwarze, Sand, der sich unter den Füßen der beiden Wesen fand. In diesen wenigen Sekunden beobachtete der Junge aufmerksam sein Gegenüber. Sie wirkte nervös und ungeduldig, wie ein kleines Kind, dem man eine Süßigkeit versprochen hatte. Immer wieder huschten ihre Augen nach rechts und nach links, dann wieder auf Skyler und es machte den Anschein, als wollte sie in jede erdenkliche Richtung schauen, nur nicht auf den Fuchsjungen. „Tze. So viel zum Thema ich sei verstört, die da sieht nicht besser aus“, spottete er in Gedanken über sie, auch wenn letzteres an ihn selbst gerichtet war. Vermutlich wollte er nur einen Grund finden, den er jedem vorlegen könnte, der ihn für paranoid und gestört erklären würde – war er so gesehen ja auch. Allerdings wollte er selbst das nicht immer wahrhaben, stritt es ab, wann immer es ging, auch wenn ihm irgendwo selbst bewusst war, dass es so ist. Dazu kommt noch, dass er meist mit jener unsichtbaren Person darüber diskutierte, doch sie selbst war ja nur ein Grund mehr, um ihn als verstört zu bezeichnen. Im Endeffekt würde ihn also jeder für verrückt halten, das Luchsmädchen erst recht. Diese hingegen ließ immer noch mit einer Antwort auf sich warten. „Vielleicht spricht sie ja nicht viel...“, überlegte er und hob nachdenklich die linke Braue und blickte stumm über ihre Schultern hinweg auf die nicht sonderlich soliden Bauwerke, die sich hinter ihr türmten. Vollkommen in seinen Gedanken versunken, realisierte der Junge erst nach einigen Sekunden, dass sie ihm geantwortet hatte. „Luchs“, schallte ihre Stimme ein letztes schwaches Mal zwischen den engen und zerstörten Gassen von Glass City wider. Hintendran hängte sie noch ein: „Wollte trainieren. Dann warst du schon hier.“ Skyler überraschte es nicht, dass sie ein Luchs war, schließlich wusste er es ja, was er seiner ausgezeichneten Spürnase zu verdanken hatte. Der Geruch von Luchs war ihm nur zu unbekannt. In seiner Zeit in Kanada, traf er mal ein Tierwesen, das halb Luchs war. Ebenso wie seine Gesprächspartnerin war sie weiblich, um die vierzehn Jahre alt, während er ein Alter von fünfzehn vorwies. Ihre Beziehung zueinander sollte man jedoch am besten als Bekanntschaft deuten, denn für Freundschaft waren sie sich zu fremd, um als Fremde abgestempelt zu werden, kannten sie sich zu gut. Jedoch tut das hier nichts zur Sache, darum entschied er sich nach einer Weile zu antworten, doch hielt sie es für angebracht ihm ein weiteres Mal zuvorzukommen und die Worte aus dem Mund zu saugen. „Und du? Starrst einfach nur in die Nacht?“, erkundigte sich die Fremde. Dabei nahm sie seinen Arm zwischen ihre Finger und drückte diesen zurück an seinen eigentlichen Platz, schließlich hielt er ihn noch immer mit seiner Uhr unter ihre blasse Nase. Ihre Hand war glatt und kalt, so wie Eis. Im Grunde genommen war sie das Gegenteil zu seiner, diese nämlich war rau und von vorheriger Flamme immer noch warm. Doch das war nicht wichtig, wichtig wäre seine Antwort. Dennoch, er sagte nichts dazu, ließ es einfach geschehen. Stattdessen ließ er ihre Frage in seinem Kopf Revue passieren, hatte er diese durch die Berührung doch glatt vergessen. „Schon möglich. Allerdings wollte ich dabei alleine sein, vielleicht auch hier schlafen, aber du hast meine Pläne durchkreuzt. Und du hast mich beobachtet.“ Der Fuchsjunge ging bei diesen Worten gar nicht mehr auf ihre erste Antwort bezüglich seiner Frage ein, konzentrierte sich stattdessen auf die wesentlichen Themen ihres Gespräches. Wenn man es den überhaupt als Gespräch einordnen konnte, immerhin redete sie kaum und man sah deutlich, dass sie ihre Sätze möglichst kurz hielt. Auch wenn es ihn nichts anging, wollte er doch mehr darüber wissen, denn es gehörte nun mal zu seiner Art, dass er sehr direkt ist und nicht davor scheut persönliche Fragen zu stellen. Ob diese nun alte Wunden aufreißen würde, war ihm gleich. Nur eine Antwort interessierte ihn, wie es seit Anbeginn ihrer Unterhaltung war. „Gibt es einen Grund dafür, dass du so wenig wie möglich sprichst?“, stellte er seine Frage in den Raum, der sich zwischen die beiden stellte. „Nicht, dass es mich stört, aber ich finde das einfach ein bisschen seltsam, schließlich siehst du so aus, als würdest du nie reden“, fuhr er fort, fixierte dabei ihr Auge an, das wie eine Straßenlaterne in die Nacht hineinleuchtete. Das allerdings hatte nur den Grund, dass er versuchen wollte in diesem zu lesen, um mehr über das fremde Wesen zu erfahren, schließlich schien sie nicht sehr gesprächig zu sein. Zudem hatte sie eine sehr misstrauische Art und würde bestimmt nicht viel über sich preisgeben. Die einzige Hoffnung, die Skyler blieb war die, dass sie ihren Mund bald auf machen würde.


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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Fr 29 Mai 2015, 21:40

Und ein weiteres Mal blieb ihr Gegenüber stumm, schaute nur, redete nicht. Und wieder fragte sich Hash, warum er solche Denkpausen brauchte. Seine Worte besser wählen können konnte er in dieser Zeit ganz einfach, aber das war anscheinend nicht worüber er nachdachte. Vielleicht ein Plan, sie dazu zu bringen, alles Mögliche zu verraten. Wusste er vielleicht, dass sie eine Attentäterin war? Würde er sein Wissen ausnutzen, oder hatte er das Mädchen verfolgt und herausgefunden, wann und wo sie am liebsten war, um sie einfacher zur Strecke zu bringen, weshalb das Treffen kein Zufall war? Er hatte vielleicht nur auf diesen einen Moment gewartet, um nun seine Waffe zu zücken und ihr mit einem einfachen Schnitt die Kehle zu durchtrennen. Niemand würde es mitkriegen, sie vermissen oder sich Sorgen machen. Fixiert auf diesen Gedanken schüttelte sie dennoch kurz den Kopf, ihr Haar wippte mit ihrer Bewegung leicht mit, den Fuchs leicht ausblendend, aber das Ohr gespitzt, um die Geräusche zu vernehmen, die er produzierte, der leichte Atem, der über seine Lippen floh und sich mit der Luft vereinigte, zum ewigen Tanz, bis sie wieder von Hash selbst oder dem Feuer gepackt und eingeatmet wurde.
Wer weiß, vielleicht war dieser Fuchs jemand, der mit seinen eigenen Händen einen Mann, einer Frau oder gar einem Kind das Genick gebrochen hat. Oder jemand, der mit einem ekelhaften Lachen ein Paar von einer Klippe gestoßen hat. Vielleicht auch jemand, der seine eigene Familie getötet hat. Niemand konnte es genau wissen, denn keiner hat die Chance, die Vergangenheit eines anderen wie ein Buch zu lesen. Und wenn, würde sie dieser Person aus dem Weg gehen. Da sie bisher aber niemanden kannte, der so agierte, nahm ihr das eine riesen Last von den Schultern.
Der Luchs richtete ihren Blick zurück auf die dunkelhaarige Figur, die vermutlich mittlerweile eine Antwort gegeben hatte, sie selbst aber nicht aufmerksam gewesen war. Anstatt ihm zu beichten, dass sie ihm nicht gelauscht hatte, Atem oder Murren war möglich zum Hören gewesen, aber die Worte, die er sagte, hatte sie vor lauter Gedankengängen nicht verstanden. Stattdessen zischte sie ein kurzes "Mhm.", bevor sie erneut ihre Finger durch ihre Haarpracht zog. Seine nächste Frage aber hörte sie. Warum sie so wenig sprach, wie nur möglich war? Für sie selbst war es eine offensichtliche Sache, immerhin brauchte sie nicht mit ihm zu reden. Sie könnte ganz simpel an ihm vorbei gehen, zurück zu ihrem Zimmer gehen und dort lässig liegen, zeichnen, was auch immer tun, anstelle Worte mit diesem Wesen zu wechseln. Als Gespräch war dies hier nämlich durch Hashs lasche Antworten nicht zu bezeichnen. Das Gespräch voran bringen war ebenfalls nicht ihre Aufgabe. Wenn er mit ihr reden wollte, sollte er reden, aber nicht allzu viel von ihr Verlangen.
Als er hinzufügte, sie sähe aus, als würde sie nie reden, zuckte kurz ihre Augenbraue. War sie so auffällig? War es so offensichtlich, dass das Tierwesen nie sprach? Nun, der Luchs an sich war ein Einzelgänger und nun, wo ihm bekannt war, dass sie Luchsblut hatte, sollte es ihm klar sein. Zudem trug sie auffällig die Maske, diese zeigt zwar ebenfalls Anzeichen, aber sie wusste nicht, dass sie so offensichtlich war und man sie simpel wie ein Buch lesen konnte. "Verdammt. Ich sollte vielleicht meine Art umdenken. Vielleicht weniger auffällig sein, weniger als vorher? Oder vielleicht einen Tag die Maske abnehmen, mit Wesen kommunizieren, Freunde machen? War dies eine Möglichkeit? Einfach mehr reden und Wesen als Freunde akzeptieren? Würde man mich denn akzeptieren?" Fragen, Fragen, Fragen. Mehr nicht. "Ich werde versuchen, länger zu antworten.", sagte sie sich immer wieder in Gedanken, als sie die Antwort im Kopf zusammenformte. "Nun, einen richtigen Grund? Nein. Zumindest würdest du es nicht verstehen." Ein Schritt auf ihre längeren Antworten näher, oder nicht? Zufrieden mit sich selbst schaute sie wieder den Fuchs aufmerksam an, drückte die Hand in die Hüfte.
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Sa 30 Mai 2015, 11:58

War es wirklich die richtige Entscheidung sie mit Fragen so sehr zu bedrängen und über sie zu urteilen? Immerhin wurde das Luchsmädchen daraufhin nur noch abweisender und brauchte noch länger, um sich ihre Antworten möglichst kurz zusammenzureimen. Irgendwie war sich Skyler selbst bewusst, dass dies doch der falsche Weg war, schließlich wusste er rein gar nichts über sie. Nun gut, wäre sie entgegen ihrer Behauptung doch ein Feind, sind Faktoren wie Name und Alter irrelevant. Da konnte man es durchaus als einen Vorteil werten, wenn man den Gegner besser kannte, als diesem überhaupt bewusst war. Außerdem müsste sie ja nicht auf seine Frage antworten, genauso gut hätte sie ihm eine Antwort in Form einer Frage stellen können und der Junge hätte es vermutlich überhaupt nicht bemerkt.
Während der Fuchsjunge also weiter rätselte, ob es nun die richtige oder die falsche Entscheidung gewesen sei, beantwortete sie seine Frage und behauptete, dass er ihren Grund nicht verstehen könnte. „Woher willst du das wissen? Du kennst mich ja nicht einmal. So wie ich dich auch nicht kenne.“ Der Dunkelhaarige versuchte sofort einen Grund zu finden, um sie dazu zu bewegen mit ihm offen zu sprechen. „Sag also nicht, dass ich es nicht verstehen könnte. Stattdessen könntest du es mir auch einfach sagen.“ Eigentlich war es ja zwecklos, sagen würde sie ja doch nichts zu ihm. Dabei konnte er das sogar ganz gut verstehen, schließlich war er ein Fremder und mit Fremden soll man ja bekanntlich nicht reden. Trotzdem, seinen Namen verraten würde er nicht, zumindest nicht ohne, dass sie danach fragte. Genauso wenig würde er nach ihrem fragen, denn sie würde nur wieder eine weitere Ausrede finden, um ihm nicht antworten zu müssen. Dabei konnte er es sich nicht einmal vorstellen, dass es Menschen gab, die so verschlossen waren. Zwar ist er selbst oft verschlossen, dafür antwortet der Junge aber, wenn man ihm eine Frage stellt. Der einzige Vorteil war, dass er daraus ihre Persönlichkeit ableiten konnte, schließlich war sie verschlossener, als er. So dachte er sich zum Beispiel, dass sie – genau wie er – keine Freunde hatte, dass sie ein zurückgezogenes Leben führt und sich aus vielem raushält. Ob es nun stimmte oder nicht, dass wusste Skyler nicht. Wie sollte er auch? Sie sagt ja nichts. Zumindest nichts brauchbares. Warum sollte er also diesmal etwas anderes erwarten?


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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   So 07 Jun 2015, 16:21

Er? Er wollte sie verstehen? Was alles passiert war? Hash verstand selbst ihre Vergangenheit kaum und trotz allem interessierte dieser Fuchs sie. Warum war er so darauf fixiert, sie mit Fragen zu bombardieren, alles zu erfahren? Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder, er musste alles über sie erfahren, im eventuellem beruflichen Sinne oder er war tatsächlich nur Neugierig, Interessiert. 'Er'. Wollte der Luchs ihr Gegenüber weiterhin so nennen? Wäre es unangebracht, Namen auszutauschen? Es würde vielleicht ein Schritt ins Positive sein, konnte aber genauso gut ihr Verderben bedeuten. Namen waren etwas heikles, ohne Namen könnte man nicht von ihr erzählen, aber mit Namen könne man sich leichter Rufen, könnte man in einer brenzligen Situation nach Jemanden schreien. Aber Fremden sollte man keine Namen sagen. Ohne aber einen zu nennen, konnte man auch keine Freunde machen. Sollte sie ihren falschen Namen sagen? Oder sollte sie vielleicht tatsächlich ihren echten Namen mitteilen, den, den sie verabscheute? Wollte sie so weit gehen? Vielleicht gibt es ja eine geringe Chance, dass sie sich mit diesem Fuchs anfreundet.
Hash kniff ihr Auge kurz zu und hielt sich die Stirn, bevor sie zu dem Entschluss kam, ihren selbst ermittelten Namen mit dem Jungen zu teilen, um von dem Thema Vergangenheit abzulenken. Ob dies genau gelingen würde, war ihr natürlich nicht bekannt. Mit einer kleinen Erfolgschance auf Ablenkung sagte sie kurz "Hash." und streckte ihre Hand dem Tierwesen entgegen, darauf wartend, dass dieser Einschlug. Eine recht schroffe Geste in ihren Augen, aber immerhin ein Schritt näher auf eine zweite Persönlichkeit. Ob er auch einschlug? Oder würde er die Geste ignorieren? Wer wusste schon, was in dem Kopf eines Fuchses abging. "Einfach positiv bleiben, aber keine Schwäche zeigen. Es ist nur ein Name, er wird wohl kaum seine (eventuell nicht vorhandene) Waffe ziehen und mir in den Hals rammen.", sagte der Luchs sich in Gedanken und zuckte kurz mit dem Ohr. Die Hand in ihrer Manteltasche ballte sich zu einer Faust zusammen, kaum merklich spannte sie ihren Arm an, der ihrem Gegenüber ausgestreckt war. Ihre Vergangenheit würde vorerst ihre Sache bleiben, sie musste ja nicht alles mit dem Tier teilen, selbst, wenn er der Einzige war, der sich mit ihr unterhielt, ohne die Augen zusammengekniffen zu haben und misstrauisch auf sie zu blicken. Jedoch konnte sich dies auch in wenigen Sekunden ändern, aber daran wollte Hash nicht denken. Hoffnung ballte sich in ihrer Brust auf, vielleicht konnte sie in ferner Zukunft tatsächlich mit diesem Fuchs über alles reden, Niemand weiß, was die Zukunft bringen könnte, niemand weiß, ob aus den beiden Tierwesen eine freundschaftliche Beziehung wachsen konnte, vielleicht würden sie auch schreckliche Feinde geben, die sich tagtäglich aggressive Blicke zuwarfen und anknurrten. Wer wusste schon, was passieren würde. Alles war noch offen, noch hatte der Fuchs keine Antwort gegeben, und diese würde entscheiden, wie es mit diesem Gespräch weitergehen würde.
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   So 07 Jun 2015, 18:44

Inzwischen hatte der Junge seinen Blick von der Fremden abgewandt und starrte stumm, ein konkretes Ziel anpeilend, über ihre rechte Schulter. Viel geändert hatte sich nichts, seit er diesen Ort erreicht hatte. Und außerdem, hier sah sowieso alles gleich aus, was hätte er also erwarten sollen? Verzweifelt knisterte die ein oder andere Flamme, die Häuser standen immer noch an derselben Stelle wie zuletzt und der Boden, der war ja sowieso grau und von Schutt und Asche bedeckt. Eine recht trostlose Gegend, die Skyler immer wieder an die Gebirge seiner Heimat erinnerte. Sie hatten relativ viel gemeinsam mit diesem Ort. Es schmerzte ihn, als er daran dachte, dass seine Eltern immer noch dort in Gefangenschaft leben müssen, wenn sie nicht schon längst frei oder tot wären. Skyler musste sich beherrschen, doch eine winzige Träne schaffte es den Weg in die uns bekannte Welt zu finden. Er versuchte es zu verbergen, doch aus irgendeinem Grund gelang es ihm diesmal nicht, obwohl es dem Fuchsjungen doch sonst keine Probleme bereite, wenn es darum ging solche Gefühle zu verbergen. Immerhin, er wischte sich die Träne mit seiner Hand schnell weg und schaute wieder in das gelblich schimmernde Auge seines Gegenübers, lächelte dabei. Ob es wohl an ihr lag? Dabei machte sie doch einen recht emotionslosen Eindruck. Warum sollte sie also in ihm das Gegenteil zum Vorschein bringen? Irgendwie war dieses Mädchen anders. Er konnte im Moment noch nicht genau feststellen, was das war, nahm sich aber vor, dieses Rätsel zu lösen. Ob sie ihm dabei eine Hilfe sein würde oder nicht, dass lag nicht in seinem Interesse. Einziges Objekt seiner Begierde war nur sie zu verstehen, der Rest war ihm wirklich egal. Allerdings machte sie den Eindruck, als würde sie sich selbst nicht einmal verstehen. Dem Dunkelhaarigen war klar, dass dies die ganze Sache schwieriger machte. Schließlich wusste er von sich selbst, dass er nicht verstand, wieso er so ist, wie er eben ist. Und das war einer der Gründe dafür, dass nur sehr wenig Leute es schafften seine harte Schale zu knacken, um den eigentlichen Menschen, der sich dahinter verbarg, kennen und verstehen zu lernen. Es würde den Jungen also nicht überraschen, wenn es bei ihr ähnlich wäre. Jedoch blieb ihm nicht die Zeit dazu, die Leere in seinem Kopf mit diesem Gedanken zu füllen, denn in diesem Moment brachte sie ein Wort über ihre Lippen, die der Junge aufgrund ihrer Maske nicht sehen konnte, das er nicht verstand. „Hash“, sagte sie. Mit allem hatte er gerechnet, nur nicht mit sowas. Verwirrt schaute er in ihr Gesicht, doch als sie ihm die Hand entgegen streckte, verstand er. Es handelte sich dabei wohl um ihren Namen oder Decknamen, schließlich lief hier fast jeder mit einem Decknamen umher. „Seltsamer Name.“ Ungläubig fiel sein Blick nun auf ihre Hand hinab. Ihre Haut war hell, fast schon weiß und irgendwie musste der Junge in diesem Moment an eine Leiche denken. Dennoch, er fasste ihre Hand, umschloss sie sanft, da er nicht unbedingt den Drang hatte sie zu zerquetschen und offenbarte der Fremden mit einem kurzen Zögern seinen Namen: „Skyler.“ Trocken ließ er dieses Wort über seine Zunge gleiten, wurde dabei mit jedem Buchstaben lauter und sicherer. Erst jetzt konnte er sich wieder auf den Handschlag konzentrieren. Hashs Hand war nach wie vor kühl und alles andere als rau. Trotzdem ließ er kurz darauf wieder von ihr ab, denn das Ganze war ihm irgendwie unangenehm. Doch dieses Gefühl hielt nicht lange an, im Gegenteil, die Handlung der letzten zwanzig Sekunden brachte ihn ein wenig zum Auftauen, sodass er seinen Blick wieder auf das Luchsmädchen richtete. „Ist dir kalt?“, fragte er also, unwissend, was sie davon halten würde oder was sie erwarten würde, würde sie mit „Ja“ antworten. Schließlich konnte er nicht wissen, ob sie auch gesehen hatte, dass seine Hand ein Feuer erzeugte, während er in seiner ganz eigenen Welt den Himmel beobachtete und sich wünschte woanders zu sein. Dabei war es ihm eigentlich egal, was sie antworten würde, denn ihn fröstelte es und so würde er, unabhängig von ihrer Antwort, ein weiteres Mal ein kleines Feuer entfachen lassen. Das allerdings erst, wenn sie ihre Antwort gegeben hätte.


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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Di 09 Jun 2015, 18:41

Als seine Haut die ihre striff, atmete sie kurz aus. Es ist ewig lange her, seitdem sie den Körper, wenn auch nur die Hand, eines anderen Wesens berührt hatte. Seine Berührung war zart, gar zögernd, als der Fuchs ihre Hand hielt und schnell wieder losließ, als sich der Name offenbarte. Skyler hieß er, ein Name, den Hash nie gehört hatte, sich in ihren Ohren aber sehr angenehm anhörte. Ein Name, der sich in ihr Hirn einbrannte, wie das Feuer in ihrer Umgebung alles mit Rauch tötete. "Skyler.", murmelte der Luchs kurz, unauffällig, leise. Der Name gefiel ihr, er war leicht, man konnte ihn schnell sagen. Die Wärme, die Skylers Hand in ihren Körper gebracht hatte, lungerte weiterhin unter ihrer Haut. Es war fast merkwürdig, extrem ungewohnt. Seit ihrer Kindheit hatte sie keinem ihren Namen genannt und nun stand sie diesem Wesen gegenüber. "Merkwürdig,", dachte sie nur, "dass ich so schnell jemandem meinen Namen nennen kann."
Das Tierwesen bettete ein weiteres Mal ihren Daumen auf ihrem Knöchel, schaute auf genau diesen herab. Ihre Hand war an ihre Seite zurückgekehrt und kurzerhand drückte sie ihren Daumen hinab, bis ein kleines Knacken gehört werden konnte und ein beruhigendes Gefühl durch ihren Arm fuhr. Ein weiteres Hand ausschütteln, dann verschwand ihre Tatze wieder in ihrer Manteltasche. "Ist dir kalt?" war die nächste Frage, die sich in ihre Ohren kämpfte. Etwas perplex blickte ihr gelbes Auge auf Skyler zurück, fixiert auf dessen Augen. Es pendelte zwischen den Beiden dunklen hin und her, bis sie ihren Blick schlussendlich auf einen Punkt genau zwischen seinen Augenbrauen hängen blieb. "Nein, nicht wirklich.", sagte sie unter einer schnellen Atmung und seufzte kurz. So kurz Hash ihn auch angesehen hatte, ihren Blick wandte sie wieder zur Seite. "Ein wenig vielleicht. Warum?" Sie fuhr ihre Zunge rasch über ihre Lippen getrockneten Lippen, der feuchte Muskel berührte derweil leicht den Stoff vor ihrem Mund. Sollte sie ihre Maske ausziehen? Oder sollte sie sie anlassen? Es passierte so selten, vielleicht war es eine Fehlentscheidung, aber es wäre höflicher. Ungewiss wohin sie genau blicken konnte, rollte ihr Auge erneut zurück zu Skyler, der mit leicht ungewissem Blick auf sie blickte, oder doch an ihr vorbei? Sicher war sie sich nicht. Nun, es verübeln würde Hash es ihm nicht, sie anstarren war, wie sie selbst bemerkte, auch keine Möglichkeit und wenn wäre sie sehr unangenehm.
Ein kurzer Windzug brachte das Mädchen dazu, kurz aufzuzucken. Wirklich warm war es hier auch nicht, der Wind war zwar leicht abgefächert durch ihre Kleidung, aber attackierte trotz allem ihren Körper. Ein weiteres Mal atmete sie aus, die Wärme ihres Atems breitete sich durch ihre Maske aus und brachte ein angenehmes Gefühl in dem unteren Teil ihres Gesichtes. Auf eine Weise war für sie das Gespräch mit Skyler noch immer sehr beißend, sie kam sich vor, als hätte sie einen Schritt ins Dunkle gemacht, könnte aber trotz allem das Licht am Ende des Weges sehen. Als hätte sie die Möglichkeit, in wenigen Schritten ihr Leben komplett zu verändern und dies nur durch ein einziges Gespräch. Wie konnte ein Wesen wie Skyler, ein simples Lebewesen, ihr Leben so sehr ändern? Und dies in dem Zeitraum von ein paar Minuten? Hash hatte sich das nie ausmalen können. Niemals. Aber trotz allem stand der Fuchs nun vor ihr, hatte ihr Fragen gestellt. "Wieso", rutschte es ihr heraus, "redest du freiwillig mit mir?" Die Worte standen nun fest zwischen den Trümmern des Stadtteiles, pendelten von Ohr zu Ohr, er hätte kaum eine Möglichkeit dieser Frage aus dem Weg zu gehen. Immerhin war es eine der wenigen Fragen, die sie bis heute gestellt hatte. Und dies war eine, die ihr extrem wichtig war. Würde er versuchen, die Frage zu ignorieren, würde Hash immer nachbohren, würde ihn zwingen, sie zu beantworten. Aber wer wusste es schon, vielleicht war er sehr offen zu diesem Thema. Vielleicht hatte er einen guten Grund, das Gespräch zu führen.
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Di 09 Jun 2015, 20:38

Einmal mehr fuhr der Junge mit seiner rauen Hand durch seine dunkle Mähne. Jedes einzelne Haar wich vor seinen Fingern zurück, so wie Schatten vor dem Licht zurückweichen. Etwas hatte einen leichten Juckreiz auf seiner Kopfhaut ausgelöst, vermutlich ein Staub- oder Aschekörnchen, die gab es ja hier wie Sand am Meer. Allerdings war es nicht die beste Idee gewesen, dieses Problem mit seiner Hand zu bewältigen, da seine Frisur nun noch wilder als zuvor stand und irgendwie an einen Hamster erinnerte. Eigentlich ja nicht weiter schlimm, nur bemerkte Skyler es nicht. Zudem achtet er nicht penibel auf sein Aussehen, es war ihm gleich, was andere – Fremde – von ihm hielten. Dabei war dieser Begriff für ihn relativ, denn er kannte ja niemanden. Niemanden, außer ihr. Dem Mädchen, das gegenüber von ihm stand, auf den Namen Hash reagierte und ihm zu vertrauen schien. Er beobachtete sie aufmerksam, versuchte alles was sie tat oder sagte genau zu analysieren. Die glatt gestrichenen Haare, die zusammen einen Pony bildeten, verdeckten immer noch ihr halbes Gesicht. Der Dunkelhaarige vermutete, dass es wohl irgendetwas gab, dass ihr Gesicht auffallen ließ, weshalb sie es für die Menschen um sich herum unsichtbar machen wollte. Doch er entschied sich dazu, sie nicht auch noch damit zu löchern, war sie doch schon bleich wie ein Schweizer Käse. Immerhin gab sie ihm eine Antwort auf seine Frage, ob ihr kalt sei. Hash verneinte es zunächst, wandte den Blick von ihm ab und starrte stumm in eine andere Richtung, die sie wohl selbst ausgewählt hatte. Der Fuchsjunge wollte gerade nachhaken, als ein weiterer Satz unter ihrer schwarzen Maske hervorkam. „Ein wenig vielleicht. Warum?“ Skyler seufzte. Hoffentlich dachte sie jetzt nicht, dass er ihr seine Jacke geben würde. Allerdings wäre das nicht besonders schlau von ihr, schließlich gab es keine Jacke, die auf seinen Schultern ruhte und ihn umschließen würde, ihn mit Wärme versorgen würde. „Weiß nicht. Deine Hand war kalt. Sie fühlte sich an wie Eis. Da dachte ich, dass dir kalt ist.“, versuchte er ihre Frage zu beantworten. Wie sie wohl damit umgehen würde? Immerhin, für ihn war sie in diesen fünf bis zehn Minuten schon mit einer Leiche, Käse und Eis zu vergleichen, eigentlich eine sehr exotische Mischung. Nur gut, dass sie nichts davon wusste. Schließlich konnte er ja nicht wissen, wie sie damit umgehen würde. Wer wusste das schon? Sie selbst vielleicht, ja. Und vielleicht würde sie so denken wie er; das zu ignorieren, was andere von einem selbst halten. Zumindest machte sie einen solchen Eindruck auf ihn, aber das ist ja so eine Sache mit dem Schein und dem Sein. Wirklich bestätigen könnte er diese Vermutung also erst, wenn er sie gut genug kannte. Falls es jemals so weit kommen würde. An ihm sollte es jedenfalls nicht liegen. Er kommt mit oder ohne Freunde gut aus. Allerdings, sympathisch war sie ihm schon, aber sie musste ja nicht denselben Eindruck von ihm haben.
Mit einer weiteren Frage ihrerseits riss sie ihn förmlich aus seinen Gedanken, zeigte ihm den Weg in die Realität. Ein wenig überrascht war er von jener Frage schon, das konnte er nicht leugnen. Dennoch, diese Frage schien ihr wichtig zu sein, denn ihr Blick war zunehmend ernst, der Blick ihres Auges messerscharf. Trotzdem, statt ihr eine direkte Antwort zu geben, drehte er den Spieß lieber um und fragte somit indirekt nach dem Grund ihres Anliegen. „Warum sollte ich nicht mit dir reden?“, entgegnete er also, hob dabei eine Augenbraue an und hatte fast denselben Blick wie sie, nur weicher, fragender. Was sie allerdings von dieser Frage halten würde, interessierte ihn nicht. Sie hatte eine Antwort bekommen, ob diese ihren Erwartungen entsprach oder nicht. „Mir ist jedenfalls kalt“,stellte er fest, kam dabei auf ihr voriges Gesprächsthema zurück. Mit diesen Worten setzte er sich vor ihr auf den Boden, gewann etwas Abstand zu ihr und nahm die Position des Schneidersitzes ein. Vorsichtig rieb er seine Handflächen aneinander, bevor eine kleine zwischen ihnen Flamme auftauchte. Diese warf er auf den Boden zwischen sich und sein gegenüber, sodass eine Art Lagerfeuer entstand. Mit seinem Blick deutete er ihr sich hinzusetzen, unwissend, was sie von Feuer hielt.


Zuletzt von Skyler am Sa 20 Jun 2015, 13:42 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Fr 12 Jun 2015, 14:09

Das gelbe Auge des Tieres musterte den Kopf des Fuchses, als er zu antworten begann. Das funkle Haar fiel in sein Gesicht, man konnte fast sagen, dass es Schatten warf, die sein Gesicht in eine noch extremere Dunkelheit stürzte, wenn man die kleinen Flammen hier denn als Lichtquelle bezeichnen durfte. "Meine Hand, kalt?" Überraschend, immerhin hat sie kaum meine Manteltasche verlassen." Hash murmelte einen schnellen Fluch und fuhr ihre anscheinend kalte Hand durch ihr Haar, wie es der Fuchs eben getan hatte. Ob es Reflex war, wusste sie nicht, da sie ihre Haare nicht gestört hatten. Als Skyler fragte, warum er nicht mit ihr reden sollte, fielen ihr enorm viele Gründe ein. Trotz allem sah er sehr freundlich aus. Sein Blick strahlte ein wenig Sorge aus, oder kam es ihr nur so vor? "Ich sehe nicht so aus, als könne man mir vertrauen, oder? Noch sehe ich nett aus oder gesprächsfreudig, aber ihm scheint-" Tausende Gründe könnten weiterhin in ihren Gedanken aufkommen, aber bevor sie antworten konnte, redete der Dunkelhaarige weiter. Ihm ist also kalt, hm. Ein eleganter Weg dem vorigen, ernsten Thema auszuweichen. Wie unhöflich.
Dann aber setzte er sich auf den Boden, einfach ohne Worte, als sei es ein komplett normales Verhalten. Als er die Handflächen aneinander rieb, zuckte ihr Ohr kurz, dann entflammte etwas leuchtendes zwischen genau diesen Händen. Eine...Flamme? Kurz darauf wurde diese von Skyler auf den Boden geworfen. Auge aufgerissen, Ohr angelegt, sprang Hash zurück, dabei fast ausrutschend, als sie ihren Fuß falsch aufsetzte. Sie hatte zwar, obwohl ihre Vergangenheit zu diesem Thema sehr tragisch war, keine Angst, aber enormen Respekt vor dem heißen Zunder. Auf circa drei Metern Abstand, wagte Hash, sich wieder zu beruhigen. Der Luchs atmete ruhig aus und ging nun gelassener zurück auf den Fuchs zu, wo sie sich ebenfalls langsam auf den Grund niederließ. Trotz allem aber hielt sie einen gewissen Sicherheitsabstand von der Wärme, konnte sie aber noch spüren, als sie ihren Körper leicht erwärmte.

//out: Sorry für den kurzen Post, Schreibblockade
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Sa 13 Jun 2015, 14:56

Nachdem die gefährliche, gelb schimmernde Flamme den Schutt der Straße für sich in Anspruch genommen hatte, sprang das Mädchen mit einem ebenso gefährlichem Gelb in den Augen mindestens zwei, vielleicht drei Meter zurück. Überrascht blickte Skyler in das leicht verzogene Gesicht des Luchsmädchens, glaubte dabei ein Fauchen ihrerseits gehört zu haben. „Ob sie wohl Angst vor Feuer hat?“, war der erste Gedanke, der sich nun in seinem Kopf breit machte, kurz darauf wieder verblasste, wie ihre Haut. Für ihn sah sie nämlich nicht wie jemand aus, der Probleme mit Feuer hatte, aber sicher war sich der Junge dabei nicht mehr. Zudem hätte nur sie die Möglichkeit Klarheit in seinen Kopf zu bringen, damit er seine Gedanken ordnen könnte. Das einzige Problem, das dabei entstand, war, dass sie ihm nur eine Antwort auf diese Frage geben würde, wenn er sie laut aussprechen würde. An sich nicht schlimm, aber so wie sie reagiert hatte, war er der Meinung, dass es besser wäre ihr noch ein wenig Zeit zu geben, bis sie sich wieder beruhigt hätte, wenn sie denn nicht weglaufen würde. Trotzdem, der Dunkelhaarige war viel zu neugierig, um auf diese Information zu verzichten. Er fixierte also mit seinem Blick ihr eines Auge, welches inzwischen nicht weniger gefährlich funkelte. Seine Augenlider nur einen engen Spalt entfernt lassend, versuchte er mehr als nur das leuchtende Gelb in ihrem zu sehen. Dazu sollte man sagen, dass dies nicht schwer für ihn war, im Gegenteil, er konnte gut in Menschen – oder Wesen – lesen, besonders in solchen, die er mochte. Was sein Gegenüber von diesem bedrohlich wirkenden Blick halten würde, war ihm, wie so vieles auch, gleich. Im Moment konzentrierte er sich nur auf ihr eines Auge, welches anscheinend mehr preisgab, als es dem Mädchen sicherlich lieb war. Immer noch in ihrer Starre verharrend, versuchte er mehr über den Gedanken, der ihn inzwischen immer mehr interessierte, herauszufinden. Hashs Auge war auf die Flamme gerichtet, schien wie eingefroren und blinzelte nicht ein einziges Mal. In diesem einen Moment, erkannte er in ihrem „Fenster zur Seele“ etwas, das wie Angst aussah, aber es war keine Angst, sondern eine Art Unterdrückung, als würde das Feuer über ihr stehen, sie beherrschen, es war... es war... „Respekt!“ Skyler musste seine Hände auf seine Lippen pressen, damit er dieses Wort nicht durch jene Straßen hallen ließ. Wie aufs Stichwort löste sie sich in diesem Moment aus ihrer Starre und schien sich zu beruhigen. Ihr Atem wurde langsamer, gleichmäßiger, ihr weit aufgerissenes Auge versteckte wieder einen größeren Teil von sich hinter ihren Lidern; ihr Körper beruhigte sich allgemein etwas. Mit einem Hauch der Vorsichtigkeit, bewegte sie sich auf die gelb flackernde Flamme zu, Schritt für Schritt, wandte dabei ihre Augen nicht von dem Feuer ab. Auf Distanz zu dem brennenden Boden bleibend, ließ sie sich auf diesem nieder. Trotz ihrer Beziehung zum Feuer, nutzte sie die Wärme, die das Feuer ihr bot. Der Fuchsjunge hatte seinen Blick während alledem kein einziges Mal von ihr abgewandt, sondern er beobachtete sie immer noch. „Du hast keine Angst vor dem Feuer, oder? Es ist etwas anderes, schätze ich...“, sprach er sie nach dem Schock an, der Meinung, dies sei der rechte Zeitpunkt, um danach zu fragen. Im selben Moment streckte er seine Hände nach der Flamme aus, die sich offensichtlich mit Hash beruhigt hatte und nun nicht mehr flackerte, sondern fast schon friedlich schlummerte. Der Junge wollte ihr zeigen, dass keinerlei Gefahr von dem Wesen, das in der Flamme schlummerte ausging. Grund dafür war wahrscheinlich nur die Tatsache, dass das Feuer ein Teil von ihm war, ein sehr wichtiger sogar. Und wie sollten sie eine Freundschaft oder etwas ähnliches aufbauen, wenn sie nicht damit umgehen konnte. Vielleicht etwas weit hergeholt, schließlich konnte Skyler nicht wissen, was sie davon hielt, ob sie überhaupt etwas mit ihm zu tun haben wollte oder ob er ihr gestohlen bleiben konnte. Und danach fragen würde er nicht, nein, für ihn war es offensichtlich und solange sie nicht dieses Thema aufgreifen würde, würde er versuchen ein Gespräch mit diesem Inhalt zu vermeiden. Damit lag es – für den Moment noch – in ihren Händen, ob sie denn irgendwann einmal Freunde wären. Zumindest solange bis Skyler nicht doch in all seiner Neugier auf dieses Thema zu sprechen käme.
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   So 21 Jun 2015, 16:01

Ihre Augen waren durchgehend auf die Flamme fixiert, die wie eine Tänzerin mit dem Wind ebbte und Funken sprühte. Es schien, als würde die Wärme zu kommunizieren, als würde sie nach Aufmerksamkeit suchen. Und doch war es lediglich eine Flamme, nicht mehr als eine angenehme Zufuhr an Wärme und eventuell eine schöne Deko. Wer wusste schon, warum Flammen so agierten, wie sie es taten. Ja, viele Wussten es, die, die Schule besuchten, aber Hash selbst kannte die Gründe dafür nicht. Und in dieser Welt schien alles auf dem Kopf zu stehen, wer konnte wissen, ob es in 20 Jahren weiterhin so sein würde, wie jetzt. Skyler schien sich auf sie zu konzentrieren, starrte sie überlegend an, tief in Gedanken versunken. Worüber er wohl nachdachte. "Ist er doch nicht so....zutraulich? Überlegt er erneut, wie er mich eventuell töten könnte? Wie er mich am besten zu Boden stoßen könnte, um mir die Luft aus den Lungen zu pressen, seine warmen Hände an meine Hand zu drücken und mich einfach zu erwürgen? Oder gar in seine Fuchsform zu wechseln und seine Zähne in mein Fleisch zu rammen?" Warum Hash diese Gedanken ein weiteres Mal in den Kopf stiegen, war dem Luchsmädchen nicht bekannt. Dann aber schlug der dunkelhaarige sich die Hand gegen den Mund, als würde er versuchen, Worten den Weg über seine Lippen zu verhindern. Verwunderung glitzerte in ihrem Auge, als sie ihn aufmerksam betrachtete, das Feuer nun komplett aus ihrem Sichtfeld verbannte. Skyler schien nicht zu realisieren, dass sie noch immer Gegenüber von ihm war und jede einzelne Bewegung beobachten konnte.
Dann aber öffnete er wieder den Mund, begann eine Frage und eine unsicherere Feststellung. Angst vor dem Feuer? Nein, diese war tatsächlich nicht anwesend. Aber konnte Hash ihm von ihrer Vergangenheit erzählen. Es würde das Gespräch erleichtern, würde dem Fuchs aber genauso auch einen privaten Einblick in ihr Leben geben. War das eine gute Idee? War das die Lösung? "Ehrfurcht, Respekt? Vielleicht ist das das richtige Wort. Ich kann dir lediglich mitteilen, dass Feuer mir nicht im Freundlichen gesinnt ist. Es ist...eine Menge passiert." Die Hand des Mädchens fuhr ein wieder durch ihr Haar, dann kratzte sie sich hinter ihrem Ohr. "Nun, aber vor solch einer schlimmen Existenz sollte man auch Respekt haben. Ungefährlich ist es immerhin sowieso nicht, nicht wahr?" Da war es, der Moment, in dem Hash nun mehr sprach, als vorher. Ihre Schale hatte sich geöffnet, sie war...freundlicher? Wie nannte man es am Besten? Vielleicht war es an sich kein Stolz, den sie tatsächlich haben sollte, aber es war ihr Wichtig. Und all dies war die Schuld des Fuchses, den sie eben noch als Feind ansah. Dieser Junge Fuchs hatte ihre komplette Meinung innerhalb von Minuten geändert. "Danke.", murmelte das Mädchen, als sie das nächste Mal leise ausgeatmet hatte. "Danke...Danke vielmals."

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Skyler
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   So 21 Jun 2015, 23:03

Nachdem sie sich offensichtlich weitgehend wieder gesammelt hatte, ließ er mit seinem Blick von ihr ab. Seine Augen richteten sich auf die brennende Substanz, die immer noch wie wild loderte, als wollte sie niemals erlöschen. Eigentlich wäre das gar nicht so schlimm, schließlich gab es an diesem Ort kaum etwas, das nicht verbrannt, angekokelt oder zu Staub zerfallen ist. Mal abgesehen von Hash und Skyler, die beide neben dem flackernden Medium saßen – einer links, einer rechts. Beide schienen das Feuer mit ihren Blicken zu beehren, hatten beide dieselbe Leere ins Gesicht geschrieben. Das Mädchen schien ruhig, nachdenkend, so viel konnte der Junge aus dem Augenwinkel sehen. Es war ihr anzumerken, dass zwischen ihr und dem Feuer etwas passiert sein musste. Wenn auch nicht deutlich, aber irgendwie ahnte er es. Klar, es gab auch Wesen, die sich grundlos vor Feuer ehrfürchteten, aber das schien hier nicht zuzutreffen, dachte er zumindest. Sie bestätigte es, kurz nachdem er sich danach erkundet hatte. Sie sagte, dass es nicht ungefährlich sei, dass eine Menge passiert sei, dass sie keine gute Beziehung zu Feuer hätte. Immer wieder ließ er sich ihre Worte durch seinen Kopf gehen, bis sie sich wie ein Brandmal dort festgesaugt hatten. „Ehrfurcht, Respekt,...freundlich gesinnt,...ungefährlich“. Irgendwie wusste er selbst nicht, warum sich diese Worte immer wieder in seinen Gedanken wiederholten. Es war, als würden sie Karussell fahren, mit der Absicht ihn zu verwirren. „Ob das Feuer wirklich gefährlich ist? Wenn ihm zu nahe kommt, vielleicht ja. Ich weiß nicht. Mir gegenüber verhält es sich nicht gefährlich, ich kann das nicht beurteilen“, setzten sich seine Gedankengänge wie von selbst fort, sodass er nicht einmal bemerkte, wie sie etwas unverständliches vor sich hinmurmelte. Es brauchte eine Weile, bis er den Weg zurück in die Realität fand, bis er das Feuer bewusst anschaute und es wieder wahrnahm. „I-Ich weiß nicht. Für mich ist es mehr ein Gehilfe als ein Feind. Ich glaube nicht, dass meine Meinung dir helfen würde. Ich kann mir schon vorstellen, dass es gefährlich ist. Wenn man ihm zu nahe kommt, ja, aber...“ Er wusste nicht, wie er diesen Satz beenden sollte. Der Fuchsjunge hätte ihr vielleicht sagen können, wer er war, wer seine Mutter war und warum er keine Probleme mit Feuer hatte? Aber ob es ihr helfen würde? Er wusste es nicht. Wie auch? Noch nie hatte er sich zuvor in einer solchen Situation wiedergefunden. Und jemandem zu erklären, warum das Feuer ihm nicht feindlich gesonnen war... Wie sollte er das anstellen? Es war einfach eine absurde Situation, wie er da saß, mit zerrissener Kleidung sich an einem von seiner Hand gemachten Feuer wärmte, gegenüber von einer Person, die nichts mit Feuer anzufangen wusste. Und mitunter fing er sich an zu fragen, warum er überhaupt all dies tat. Warum er sie gefragt hatte, ob ihr kalt sei. Warum er sich in einen Menschen zurückverwandelt hat und ein Gespräch begonnen hat. Warum er ihr seine Uhr so penetrant unter die Nase gehalten hatte, dass sie seinen Arm mit ihrer abgekühlten Hand wieder an seinen rechte Platz rückte. Viele fragen sammelten sich in seinem Kopf an. Und sie hatten eines gemein. Nämlich, dass jede Antwort von einer Person abhängig war. Und zwar der, die gegenüber von ihm saß. Hash.
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Do 25 Jun 2015, 15:46

Ihr Blick senkte sich gen Boden, von der lodernden Flamme ab. Brav saß sie auf ihren Knien, blinzelte kaum, als sie den Dreck analysierte. Die Finger ihrer rechten Hand wanderten unter den Ärmel ihres linken Armes, kratzten langsam über die helle Haut, drohten fast, die schützende Schicht zu zerstören. Dieser Fuchs, Skyler, war ihr noch immer ein Rätsel. Er saß hier, plauderte mit ihr, verwirrte sie ungemein, aber ihre Gedanken wurden an manchen Zeitpunkten doch klarer. Warum? Hatte der Dunkelhaarige doch Zugriff auf eine Art von Magie? Hash hatte niemals daran geglaubt, dass es Wesen gab, die die Möglichkeit hatten, Jemanden so zu verwirren und doch alles auf die gleiche Weise so vieles zu erklären. Ein endloser Kreis an Sprachlosigkeit, an Kognition. Der Luchs hob den Blick zurück zu dem Vulpini, dessen Blick scharf auf die Flamme fixiert war, als wäre er im Bann des Leuchtfeuers gefangen.
Erneut trennte sich das Lippenpaar ihres Gegenüber voneinander. "Ein Gehilfe.", hauchte sie, als er seinen Satz beendet hatte. Feuer war für sie ein komplettes Gegenteil von Gehilfe. Hash legte ihren Kopf schief und spitzte das Ohr, als seine Stimme leiser wurde und schlussendlich der Satz nie beendet wurde. Es war, als würde ihn etwas stören, als hätte er den Satz eigentlich beenden wollen, aber irgendetwas schien sein Hirn davon abzuhalten. Vielleicht zum Schutz, vielleicht aus Angst, vielleicht, damit er nicht zu viel verriet? War er genauso misstrauisch, wie sie es war? Oder dachte er zu viel nach, wie sie selbst auch? Er schien wie sie sich selbst von vielen Worten abzuhalten, anscheinend hatte er genau den gleichen Schutzmechanismus angelegt. Er war klug, das war etwas, was der Luchs zugab. Skyler wählte seine Worte mit Bedacht, spuckt sie nicht einfach aus, er wusste wohl, dass ein Wort zu viel etwas Schlechtes bedeuten konnte. Beeindruckend.
Ihr Blick richtete sich wieder von dem schlanken Wesen weg, war auf den Mond fixiert, der einsam am Himmelszelt leuchtete. Noch hatte er seine ganze Kraft nicht entfaltet, aber bald würde er heller leuchten als alles andere, sogar heller als die Flamme zu ihren Füßen. Ihr Blick fixierte sich auf das penetrante Lichs, ein Gähnen drang aus ihrem Mund. "Verdammt.", murmelte sie schnell, ihr Augenlid schwerer und schwerer werdend. "Nicht jetzt, nicht jetzt! Ich hab doch genug geschlafen?! Körper, komm schon!" Leicht panisch blickte sie zu dem Fuchs, der noch immer auf die Flamme blickte, anscheinend ganz abgelenkt. Rasch stand der Luchs auf, starrte auf Skyler hinab. "I-Ich...muss gehen!", zischte das Wesen schnell und ohne weitere Überlegung stürmte sie einige Meter von dem anderen Tierwesen weg, bog hinter einer Wand ab, die noch nicht zusammengebrochen oder vergammelt war. Sie rutschte zur Seite, fiel fast zu Boden, krallte sich aber noch vor dem dreckigen Fall an der Wand fest. Die schnellen Bewegungen hielten ihren Körper noch wach, aber den Weg bis auf ihr Zimmer würde sie nicht schaffen. Der helle Blick wandte sich über sie, wo der alte Holzboden war, leicht im Wind knarrend. "Hier?" Kurz spannte die Lüchsin ihren Körper an, drückte sich vom Boden ab und hatte sich mit wenig Anstrengung auf die Etage über sich gezogen, wo sie rasch nach einem windstillen Ort suchte. Attentäterin sein hatte so seine Vorteile. Eine der Ecken bot sich perfekt an, sie war dunkel, nur leucht dreckig und schien keine Insekten aufzuweisen, die Nachts meinten, sich an ihrem Körper zu schaffen zu machen. Hashs Blick huschte aus dem Fenster, die Flamme war zwar noch sichtbar, aber sie selbst vermutlich nicht; Gut so. Das Laute Gähnen, welche sie den kompletten Sprint aufgehalten hatte, zog sich jetzt aus ihrem Mund, während sie beruhigt auf die Ecke zuschritt und sich dort zu Boden fallen ließ. "Verdammter Schlaf.", war das Einzige, was ihr Körper noch von sich ließ, bevor ihr Auge zufiel, sie sich zusammenrollte und in der Traumwelt endete.

uuuughhh ich kann nicht mehr schreiben
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BeitragThema: Re: Zerstörter Stadtteil   Do 25 Jun 2015, 17:31

Mit jeder Sekunde die verging, stieg der leuchtende Mond ein Stückchen höher, während die Schatten schrumpften. Die Luft war inzwischen etwas klarer, denn der Nebel hatte sich aufgelöst, ebenso so schnell, wie er gekommen war. Allerdings roch es immer noch Feuer, Rauch und Asche, nicht zuletzt verstärkt durch die brennende Flammen, die hier überall wüteten. Angespannt saß der Dunkelhaarige in einem Meer aus Dreck, doch das schien für ihn nicht relevant. Seine Füßen waren zur Flamme hin ausgestreckt, während er sich, seinen Rücken leicht gekrümmt, mit seinen Händen abstützte; die eine ruhte auf dem abgekühlten Asphalt der Straße, die andere auf einem weichen Pulver. Asche – so vermutete er, denn er hielt es für unnötig sich deshalb umzudrehen, obwohl er letztendlich nur zu faul war. Sein Gesicht zierte einen mehr oder weniger ernsten Ausdruck, wobei das für ihn normal ist, wenn er nichts sagte oder dergleichen tat, bei dem es galt mit seinem Körper zu interagieren. Sein Atem war ruhig, seine Augen standen still, seine Ohren lauschten den nächtlichen Geräuschen, die sich in dieser Gegend aufhielten. Das Knacksen der Flamme, die ständig winzige Funken sprühte, war dabei das Allesübertönende, das Dominanteste. Ansonsten herrschte eine merkwürdige Stille. Kein einziger Motor war mehr vom Stadtzentrum zu hören, keine einzige Eule, die ihr nächtliches Lied sang, das eigentlich nur aus einem Buchstaben, einem Ton, einer Lautstärke bestand. Der Blick des Jungen hielt sich nach wie vor, an die durch seine Hände entstandene Flamme. Munter tanzte sie auf einem Stück Holz umher und schien gar nicht genug Sauerstoff zu kriegen. Ein Husten seinerseits rüttelte ihn wach, bevor sich seine Augen wieder auf das Luchsmädchen konzentrierten. Er hatte nicht bemerkt, dass sie ein Teil seiner Worte nachgesprochen hatte. Dieser Fakt war allerdings gleich, da er sowieso keine Antwort gegeben hätte, zumal weil Hash vermutlich auch keine verlangt hätte. Ihre gefährlich gelb glimmenden Augen hatten einen bestimmten Punkt am Himmel fixiert – den Mond. Seine weiße Farbe schien die ganze Insel in einen Schleier aus Mysterium und gefährlicher Stille zu hüllen. Indess begann er sich zu fragen, wie es dort oben wohl ist. Kalt? Heiß? Laut? Leise? Hell? Dunkel? Verwirrt schüttelte er den Kopf, bemerkte er erst jetzt, dass er die Antworten auf diese Fragen kannte, was keine hohe Kunst ist. Es war eigentlich das genaue Gegenteil der Erde, zumindest wenn es Tag ist. Es wird wohl kalt sein, still und dunkel, auch wenn die Sonne dem Mond oft ihr Licht lieh und ihn somit zum leuchten brachte, wie eine Lampe eines Leuchtturms, den Schiffen die Küste bestrahlte.
Nach einer Weile fixierte er wieder die Flamme, die ebenso wie ihre Augen in die Dunkelheit der Nacht hineinleuchtete. Ihre Stimme schaffte es ihn ein weiteres Mal aus seinen Gedanken zu reißen. Sie müsse gehen, erklärte sie ihm, doch der Fuchs sagte nichts dazu. Skyler hatte noch einen Moment gebraucht, um zu sich zu kommen, zu hören was sie sagte, es zu verstehen, zu interpretieren. Doch eben diesen Moment schien Hash für sich zu nutzen, ob es ihre Absicht war oder nicht. Bevor auch nur irgendein Wort über die Zunge des Dunkelhaarigen rollen konnte, war sie hinter der nächsten Ecke verschwunden, hatte ihn allein gelassen. Er war nicht angewiesen auf sie, das war ihm bewusst. Aber wenn er für kurze Zeit Gesellschaft hat und sie dann wieder verliert, fühlt er sich mist allein gelassen, so wie ein Kind, das seine Mutter im Einkaufszentrum verloren hatte. Sein Blick wechselte immer wieder zwischen dem Ort, an dem sie gesessen hatte und der Ecke, an der sie verschwunden war, hin und her, bis er sie vergessen hatte, was nicht sonderlich lange dauerte. Gähnend legte er sich auf den Rücken, verkreuzte die Arme unter seinem Nacken und betrachtete noch einmal den Himmelskörper, der in diesem Moment Licht in sein Leben brachte. Das Wärme spendende, flackernde Gebilde zu seiner Rechten brannte noch einige Sekunden, bevor es Skylers Reise in eine Welt jenseits des ihm bekannten Universums ankündigte.

tbc: (folgt)
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