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 Die Unterstadt

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BeitragThema: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySo 18 Mai 2014, 18:33

Die Unterstadt Sephirothtep9cqynfg

Die Unterstadt liegt wie ihr Name schon verrät in der Kanalisation unter GlassCity. Sie ist ein Ort der Rebellen, des schwarzen Handels und sicher kein Ort für Schwächlinge und Wissenschaftler. Denn hier ist Gewalt und Wissenschaftlerhass ein Gesetz und das schreckt selbst Wächter ab.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySa 23 Aug 2014, 20:04

First Post
Cassian streifte mit seinen Fingern ein morsches Holzbrett, das direkt an der Kanalisation liegt. Er saß auf einem Stein direkt daneben. Mal nahm er ein paar kleinere Kieselsteine, holte weit aus und beförderte sie in das schmutzige Wasser, was trotz der schallenden Klänge recht leise war. Sein schwarzes Haar fiel ihm über die Augen, sodass man sie nicht mehr erkennen konnte. Er verfiel in Gedanken. Wie lange sollte ich noch hier sitzen? Es ist unfassbar langweilig, niemand denkt auch nur daran, mit mir zu sprechen... Doch ehe er in Selbstmitleid versinken konnte, fing er sich wieder aus dem Gedanken, rappelte sich auf, nahm einen etwas größeren Stein und warf diesen so weit, dass er an die gegenüberliegende, runde Wand knallte, davon abprallte und recht hart im Wasser aufprallte. Cassian sprang auf. Vielleicht sollte er sich etwas mehr umsehen, das hätte ja nicht schaden können. Dieser Ort hier unten war so dunkel. Er hielt sich des Öfteren hier auf, unwissend, ob das legal oder illegal war, immerhin war er hier unten noch nie auf einen Angestellten von Glass Dome getroffen, keinen Wächter, keinen Lehrer... Und obwohl Cassian die Stille mochte, war er davon gelangweilt. Augenrollend lief er an der runden Wand entlang, fast schleichend.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySa 23 Aug 2014, 20:44

First Post


Ob es nun im Rausch war oder nicht, war unklar, eines stand jedoch fest: Irgendwie hatte Katha es geschafft hier hinunter zu kommen … und sich zu verirren. Um nicht gleich erkannt zu werden hatte sie ihre Kapuze weit vorgezogen, sodass ein beinahe undurchdringlicher schatten die sicht auf ihr Gesicht verdeckte. Wie sinnlos. Also ihre Jacke war auffallend und die Koksfarbene Katze, die meinte vor ihren Füßen hin und her zu springen und Radau machen zu müssen, machte das alles nicht gerade besser. Zumindest war die Fusselbürste ruhig. Der kleine Kater hatte es sich auf Khata´s Schulter bequem gemacht und lag dösend an Katha geschmiegt. Und schnurrte Laut.

Candy hatte es geschafft vor zu rennen und sich in die nächste große Pfütze zu stürzen, währen Katha die finsteren gestalten rund um den Abwasserkanal lungerten. Ein Kreischendes Fauchen das von den leeren Wänden schallte weckte die Aufmerksamkeit Khata´s. Candy stand mit allen Vieren von sich, den schweif weit in die Höh gestreckt und dem Nassen Fell in alle Richtungen gesträubt nicht weit von einer dieser gestalten. Ein Stein plumpste in das widerliche Wasser und dessen Aufprall hatte die kleine Katzendame furchtbar erschreckt. „Spinnst du irgendwie?“ Schnauzte Katha kurzerhand, ging die wenigen schritte auf Candy und diese gestalt und nahm die vor schock zitternde Katze zu sich auf den arm.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySa 23 Aug 2014, 21:26

Gerade als Cassian sich zum Gehen abwenden wollte, hörte er ein furchterregendes Fauchen. Eine Katze? Nun gut, wird ein Streuner sein. Davon sollte es hier reichlich viele geben, dachte er schulternzuckend, sich nichts weiter dabei denkend. Das änderte sich jedoch schon bald, als ihm jemand ein "Spinnst du irgendwie?" zurief - insofern er gemeint war. Er wischte sich das schwarze Haar aus dem Gesicht und erblickte ein Mädchen mit einer weit vorgezogenen Kapuze, das gerade die Katze auf den Arm genommen hatte. Wohl doch kein Streuner.
"Was denn?", meinte Cassian unbeeindruckt. "Man sollte besser auf seine Katzen aufpassen, ich dachte, das wäre ein Streuner." Er verschränkte die Arme, die Katze beobachtend. Sie war in eine Pfütze gesprungen und nun tropfte dem Mädchen das Wasser des nassen Fells ihrer Katze die Arme herunter. Sie tat ihm gar nicht leid - Cassian war noch nie ein Katzenfan gewesen. Diese kleinen Biester, die sich an den Armen festkrallen, fauchen, dich ignorieren, beißen und kratzen, wenn sie möchten - all das brauchte Cassian nicht, und so tat ihm eben auch die Katze des Mädchens nicht leid. Er ließ nun die Arme wieder runter, sie einfach baumeln, um besonders desinteressiert zu wirken. Und das war er wirklich.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySa 23 Aug 2014, 23:31

Der Junge schien desinteressiert, und meinte Katzen nicht zu mögen. „Vorsicht, ein teil von mir ist selbst eine Katze …!“ Knurrte sie und strich sich die Kapuze etwas zurück, wodurch ein teil ihres Gesichtes im schatten zu sehen war. Mikado hatte mittlerweile sein nervendes Schnurren unterbrach, sich auf Khata´s Schulter aufgerichtet und ist mit gesträubtem Fell auf den feuchten Boden gesprungen. Ein Hunde Ähnliches Knurren entrann der Kehle des kleinen Katers mit den Schokoladen und beige Farbmusterungen auf dem flauschigen Fell. Es war amüsant zu sehen wie der kleine zuerst versuchte durch sein aufgestelltes Fell größer zu wirken und den Mann, der aus der Perspektive des kleinen schon so groß wie ein Hochhaus war, ‚Bedrohlich’ anknurrte.

Ein Freches lächeln huschte über das vom Schatten geschützte Gesicht, als sie sah wie Mikado - diese kleine Fusselbürste ohne Fussel - sich daran machte dem Jungen zuerst an seiner Hose hinauf zu klettern und sich danach an sein Oberteil festkrallte. Währenddessen ist Candy´s Fell getrocknet und wieder – mehr oder weniger – Koks weiß, abgesehen von den Grauen Pfötchen, welche nicht grau sind, sondern eher in Richtung helles schwarz gehen.
Die Beiden Katzen, die eigentlich noch kitten waren, waren noch klein genug dass sie zu zweit gerade mal eine Jackentasche füllten. Die Tatsache lies zu dass die beiden - eigentlich völlig verschiedenen Geschwister – leicht mitzuführen waren. Also wanderte die kleine Klobürste kurzerhand in die Linke Jackentasche und kuschelte sich an den Musik-Player, welcher sich unglücklicherweise nicht in der Hosentasche befand. Egal. Interessanter war es dass Mikado versuchte sich auf den Kopf des Jungen zu setzen, doch das vorhaben scheiterte vorerst an der Schulter an der die kleine Fusselbürste hing. Dass der kleine es überhaupt soweit schaffte und den kurz davor war hinunter zu fallen.

(Hoffe es ist ok so)
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySo 24 Aug 2014, 08:44

Er musste sich ein Lachen verkneifen, als die junge Frau behauptete, selber zum Teil eine Katze zu sein. "Aber sicher, wir sind doch alle irgendwie Raubkatzen", sagte er, mehr um sie ein bisschen zu provozieren, wie eine Katze fauchend.
Auf ihrer Schulter bäumte sich etwas auf. Noch eine Katze? Kaum konnte Cassian seinen Gedanken beenden, da sprang das Biest mit dem Schokoladenbraunen Fell schon von ihrer Schulter und stellte sich vor Cassian auf, um ihn bedrohlich anzuknurren.
... Bis sie oder er ihn dann ansprang, um an seiner Hose hochzuklettern. Cassian schaute eest verwundert auf das kleine Tier, und ehe er etwas tat, war es schon an seiner Schulter angelangt - dort kam es aber nicht weiter. "Ach herrjeeeeee", grinste Cassian, das E besonders langgezogen. Er wusste nicht, was er jetzt mit der Katze machen sollte. Weil er ja überhaupt keine Ahnung von diesen, vom ihm "Biester" genannten Tieren hatte, nahm er es einfach unter dem Bauch und packte es runter - die Katze krallte sich dabei an seinem Arm fest, aber er schüttelte sie einfach so ab. Sie landete auf allen Pfoten, knurrte aber munter weiter. "Jetzt reg dich doch ab", meinte er abwertend zu der Katze, die das aber eher weniger interessierte.

(klar c:)
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySo 24 Aug 2014, 10:09

Katha musterte den Typen vor sich und lächelte als sie sah wie unbeholfen er versuchte Mikado los zu werden und ihn dann abwertend anknurrte. Nach einer weile grinste sie Frech und blickte kurz auf Mikado hinab. „Mit der Katze meinte ich den Tiger, der in mir schlummert!“ ein weiteres lächeln huschte über Katha´s Lippen als sie den Kopf noch etwas hob und ihre Dunkel-Grün Braunen Augen zum Vorschein Brachte. Auch wenn ihr Gesicht weiterhin im Schatten lag, waren ein paar ihrer Gesichtzüge zu sehen und die Augen leuchteten etwas wie bei Katzen, als sie den Jungen noch einmal Musterte. Wer und WAS war er?

Also wie eine Tollwütige Biene sah er zumindest nicht aus, oder lag es an dem Rest Drogen, die sie intus hatte. „Mikado kann es nicht leiden wenn man seine Schwester ärgert und dich kann er anscheinend auch nicht leiden!“ murrte sie leicht Kindisch und sah hinunter zu dem Kater. Die Koks-Katze in der Jackentasche von Katha hatte sich zumindest beruhigt und krabbelte aus dem schützendem versteck. Tollpatschig plumpste die kleine Klobürste auf den Feuchten Boden und schlidderte zu ihrem Bruder, den sie gleich fast umrannte. In Katha´s Kopf spielte sich mal wieder diese eine Szene ab, in der alles umgedreht war. Der Junge war ein Grünes Katzenbaby auf einer bunten wiese, bedroht von Regenbogenkindern die von meterhohen Bäumen hinab sprangen. Die wiese verwandelte sich plötzlich in ein Gelb-Rotes Meer aus Himbeer- und Zitronen-sirup.
Katha lächelte bei der Vorstellung dass nun dieser Junge das hilflose kleine Kätzchen war, doch da Candy sich - nachdem sie ihren Bruder fast in das Trübe Dreckswasser geschubst hatte - an die Beine des Typen schmiegte, verwarf sie den Gedanken gleich wieder „Verdammt, sie scheint dir zu verzeihen … „ murmelte Katha leicht beleidigt „ … und dich zu Mögen!“ Ein Leicht angewiderter Ausdruck huschte über die sonnst undurchdringliche Mine Katha´s und Mikado schien ihrer Meinung zu sein, denn er setzte sich neben Katha und blickte seine Schwester verwirrt und verständnislos an.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySo 24 Aug 2014, 14:55

"Tiger?" War sie etwa ein Tierwesen? Cassian versuchte, sich das Mädchen genauer zu betrachten, und erkannte einige Züge, die einem Tiger ähneln könnten. Auch, wenn er nicht viel sah. Ihre Augen verrieten alles und es war fast so, als könnte der Vampir daraus lesen. "Du kannst dich in einen Tiger verwandeln, oder?", riet Cassian, nun doch etwas interessierter.

"Sind deine Katzen ein bisschen irre?", fragte Cassian mit gerunzelter Stirn, während er die Katzen bei ihrem kleinen... Tänzchen beobachtete. Die eine schien die andere ins Wasser schubsen zu wollen, aber irgendwie hatten sie eine Verbindung zueinander - waren sie Geschwister oder so?
Ehe er sich versah, hing die eine schon an seinem Bein und schmiegte sich an ihn, mit feuchtem Fell. Seufzend ging er in die Knie und ließ die Katze an seiner Hand schnuppern. Er grinste nach der Bemerkung des Mädchens, dass die Katze ihn mögen würde - was wohl etwas dreckig aussehen musste. "Bin wohl doch kein so schlimmer Kerl", erwiderte er daraufhin, obwohl er nicht verstehen konnte, dass die Katze ihn mochte - und obwohl er jetzt eine freundliche Geste machte, konnte er Katzen immer noch nicht leiden. Nicht mal im Traum könnte er das. Interessiert schnupperte die Katze an seiner Hand, bis sie sich abwendete.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySo 24 Aug 2014, 18:41

Wie in einer Trance war Katha gerade in der Wirklichkeit gefangen, doch wie schön wäre es, wenn dieser Typ mal fühlen könnte wie beschwerlich das Leben als kleine Katze in einem Gefängnis voller verschiedener Rassen, die nur in Märchen vorkommen sollten. Man bedenke, hier sind Gestaltwandler, Gefallene, Magier, Engel, Vampire, Werwölfe und noch viele mehr, die einem kleinem Kitten schaden könnten. Verdammte Welt! Es brauchte eine weile biss Katha auf die Fragen des Typen antwortete und auch wenn diese antwort wohl von ihr zu erwarten war. „Vielleicht, ich könnte ja auch eine Gestaltwandlerin sein, oder von Dämonen Besessen!“ Ein Weiteres Lächeln zierte das in tiefen schatten gelegte Gesicht, nachdem die Junge Dame die Worte sanft und schroff zugleich hervor gab.

Mikado folgte Katha, die sich auf einen der Größeren Steine setzte und die Beiden beim Kennen lernen beobachtete. Es dauerte wieder eine weile biss sie auf die kleine Feststellung des Jungen antwortete, denn sie war mal wieder in diese Berauschende Regenbogen Welt versunken, in der Bäume aus Süßkram bestanden und Häuser aus Schokolade gegossen waren. Ein Kleines Manko hatte diese Welt dennoch und da kommen wir mal wieder zu dem Thema Drogen, von denen Katha schon vor einer ganzen weile den letzten Rest zusammengekratzt hatte. Hätten die Bullen sie auch nur 12 Stunden Später geholt, hätte sie jetzt genug um eine ganze weile auszukommen. Aber nein, die beschissene Reale Welt hatte etwas anderes mit ihr vor.

Das Kratzen von Mikado an dem Stein holte sie wieder in die Wirklichkeit zurück. „die beiden Sind Geschwister, da ist so eine Auseinandersetzung noch harmlos!“ knurrte sie kurzerhand, hielt ihre stimme jedoch gesenkt, welches gerade nicht sehr schwer war. Katha´s Laune sank stetig, auch wenn sie sich gerade noch an der ‚Ich bin Happy und spring von Turm ohne mich zu verletzen’ Laune halten konnte. „Wie ist dein Name? … Vampir?“ Die kleine Andeutung auf die Rasse den Jungen war eher eine Berauschte Vermutung, wobei sie sich nur sicher war dass er kein Werwolf sei, denn Katha war in der Annahme sie könne diese Biester auf 10 Meilen Entfernung riechen konnte, was in ihrem noch bestehendem Rausch wohl eher nicht ging.
Sie Grinste frech als Candy sich kurz von dem Typen abwandte, sich drehte und sich wieder an ihn wandte, welches er scheinbar nicht sehr mochte. Candy hatte ihre Eisblauen Augen weit aufgerissen hatte und den Jungen nach Streicheleinheiten bettelnd ansah.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyMo 25 Aug 2014, 09:35

Die junge Frau sah nachdenklich aus, sie starrte für ein paar Augenblicke einfach nur in die Luft, als wüsste sie die Antwort nicht. Cassian wartete gespannt und bekam die Antwort, als er gerade nachfragen wollte. Das Mädchen wollte ihre Identität wohl nicht zu früh preisgeben. "Von Dämonen besessen? Wirst sicher mal eine von diesen Katzenladys", scherzte Cassian, der sich nicht weiter darum kümmerte, schließlich konnte es ihm ja auch einfach egal sein und er hätte den Kater - er wusste zu dem Zeitpunkt, dass die Katze männlich war -, einfach ins Wasser werfen können, aber was hätte er schon davon gehabt. Der Vampir räusperte sich einmal.

Cassian wusste gae nicht, wie er die Katze anfassen sollte. Andererseits war das auch gar nicht sein Ziel - aber jetzt war er einmal in der Situation, also ließ er sich wieder gemütlich auf seinen Stein plumpsen und kraulte die Katze hinterm Ohr, Candy wurde sie von der jungen Frau genannt, der das anscheinend sehr gefiel.
Zu seiner Überraschung schien das Mädchen zu wissen, dass er ein Vampir war, auch, wenn das mehr wie eine Frage klang, als hätte sie es einfach erraten. "Namen sind doch unwichtig", meinte Sian zuerst, wandte sich dann jedoch kopfschüttelnd von der Katze ab. "Aber naja... Ich heiße Cassian." Um zu demonstrieren, dass er tatsächlich ein Vampir war, setzte er ein breites Grinsen auf, damit man gut seine spitzen Eckzähne sehen konnte.
"Wie ist dein Name, Tiger?", erwiderte er die Frage. Es interessierte ihn nicht wirklich, aber es schadete nicht, etwas über dieses 'Biest' zu wissen - er nannte sie eher rein aus Provokation Tiger.
Schließlich wandte Cassian sich wieder Candy zu, die ihn mit großen Augen anschaute, als sollte er sie streicheln. Er kniff die Augen zusammen. Eine richtig gierige Katze...
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyMo 25 Aug 2014, 21:56

Diese Schöne bunte Welt, weit weg von GlassDome und dem Rest der Menschheit. Die Meere waren mit Sirup gefüllt, die Bäume aus Zuckerstangen und Flauschiger Zuckerwatte und die Wiesen mit ihren Blüten bestanden aus den Herrlichen Lakritz Schnürsenkel. Folgte man den Schokokies Wegen kam man in eine Stadt, gebaut auf Mandeluntergrund. Eine schöne Welt in Kathas kopf, wo sie ihre Phantasien auslebte, wenn sie sich in der Realenwelt nicht mehr zurechtfand. Einfach die Augen schließen und das wohlige Gefühl von Nakotika in den Körper fließen lassen. In dieser Welt fühlten sich ein Bruchteil einer Sekunde wie stunden oder gar tage an, doch ehe man sich versah: BÄÄÄM

In einer Welt, wie die in der Katha sich befand, gab es zwei Sorten von Menschen: Die eine ist die Muntere – die Positiven – und die Strengen –die Negativen-. Leider gab es von der 1. Variante nur Welten wenige. Katha zählte die Positiven als ihre Freunde, als solche die ihre Macken verstanden und selber so bunt und frech waren wie sie. Oder ganz einfach: Sie tauchten mit ab in die Welt der Drogen!
Hingegen sind die Negativen Menschen die die Katha am meisten hasst und am liebsten sofort Fressen würde. Die Negativen … waren halt das Gegenteil von den Positiven: Streng, Genau, Katzenhasser und Hundeliebhaber - die letzteren beiden mit ausnahmen. Die Negativen waren auch solche die sie aus ihrer Welt hinaus in die Wirklichkeit zerrten, so wie die Bullen die sie ein Paar stunden zu Früh geholt hatten. Und davon gab es hier leider verdammt viele!

Katha wusste nicht in welche Gruppe sie den Vampir vor sich zuteilen musste. Zu einem war er Ausgefallen und zum anderen … eben so wie er reagiert. Allein schon die Tatsache dass er Katzen nicht besonders zu mögen schien. Diesmal brauchte es ein Bruchteil einer Sekunde eher sie mühsam ruhig auf seine wiederfrage antwortete. „Katha …“ ihre stimme war süß gehalten.
Sie sah ihn nicht an, sondern runter zu Mikado, der immer noch Schwierigkeiten hatte sich den Stein hinaufzuziehen. Nach einer weite half die Tiger-Dame dem kleinen den doch schon zurück in ihre Tasche, wo er sich zusammenrollte.

Mittlerweile bekam Katha dieses Bedrängte Gefühl, der Klaustrophobie sei dank. Sie rappelte sich auf und ging das kleine stück auf Cassian zu. Candy hatte er mittlerweile aufgegeben zu betteln und sich Frech auf den Schoss von dem Vampir gedrängt. „Kommt ihr mit raus oder soll ich euch kleinen turteltäubchen alleine lassen?“

Die Vorstellung dass die beiden ein Paar Wären – und somit einer der beiden anders – war schon lustig, doch da war immer noch dieses aufschäumende Engegefühl und die Tatsache dass die Nakotika nachließen.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyDi 26 Aug 2014, 17:32

Was, wenn ich sie in diesem ruhigen Moment erschrecke? Cassian war klar, dass es nun sicher falsch wäre, der Katze etwas Angst zu machen, jedoch schien sie ihm zu vertrauen und das hielt er nun nicht für einen Vorteil, weil er es jetzt schon hasste, eine Katze am Hals haben zu müssen. Etwas Spucke kam in ihm auf, zerlief ihm im Mund. Wie gerne hätte Cassian... Er stöhnte einmal kurz und rappelte sich auf. Daran durfte man gar nicht denken. Katha, so nannte sich das Mädchen vor ihm, hätte es wahrscheinlich unverzeihlich gefunden, hätte Cassian nur ein bisschen Blut von Candy 'genascht'. Es geschah nicht mehr so häufig, dass er Blut brauchte - jetzt aber, wo er das sah - und vor allem, weil es so süß roch, kam wieder der Blutdrang in ihm auf, den er gerade so zurückhalten konnte. Sich schüttelnd nahm er sie ordentlich auf den Schoß, wohin sie sich eh schon gedrängt hatte. Er musste den Drang loswerden - und wenn es nicht ginge, musste er eben trinken.

Auch, wenn er es nicht wollte, musste Cassian bei Kathas Bemerkung grinsen. Die Vorstellung war einfach zu lustig. Er nahm Candy hoch, stand selber auf, und setzte sie merkwürdigerweise ziemlich behutsam und liebevoll auf den Boden - dadurch verschwand der Blutdrang sofort wieder. Hoffentlich käme er nicht wieder, denn dann sähe Cassian ganz schön alt aus, ohne Blut, ohne die Nahrung der Vampire. Doch er wollte nicht weiter daran denken.
"Die Turteltauben sind fertig", spaßte er.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyMi 27 Aug 2014, 18:43

Katha lächelte. Wie spät war es eigentlich? Egal. Sie wusste nur dass sie aus diesem Engen stinkendem Loch heraus musste, und zwar zügig. Cassian hatte sich aufgesetzt, Candy abgelegt und ist aufgestanden. „Also gut ihr süßen, den kommt mal mit!“ Bei dem Gedanken endlich aus diesem Dreckloch heraus zukommen, auch wenn es hier vor Wissenschaftlern wohl am sichersten war, hellte sich ihre Stimmung wieder auf. Sie konnte sich ein freudiges quieken kaum verkneifen.

Candy und Mikado hatten es mittlerweile geschafft sich zusammen in eine Jackentasche zu kuscheln, wobei Mikados schwarz-brauner schweif aus der Tasche baumelte. Katha wartete nicht weiter und schlenderte den weg entlang, bis sie endlich den Ausgang entdeckte. Endlich ein licht am ende des Tunnels, aber ihr fiel auf dass ihre schöne Regenbogenlolliwelt allmählich verblasste. Und der Eingang war geschlossen, solange sie nicht an ihren Stoff kam. Irgendwo musste es doch einen geben, der ihr etwas gab, auch –wenn sie es zugeben musste und es nicht wirklich half- war Katzenminze vorerst genug. Oder zumindest dessen Geruch der sie für eine kurze zeit zuerst aufdrehte und danach still stellte. Und da sie wieder, diese Katze in ihr. Sie schnaufte und zog sich die Kapuze wieder komplett über, sodass nur noch schatten zusehen war.

TBC: Nachtclub Rebirth
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyDi 23 Dez 2014, 00:11

CF: Psychatrie Zimmer 1

Er konnte nicht anders, seine langen Finger krümmten sich. Ballten sich zu Fäusten. Das Gesicht hatte er von allen abgewandt. Von dem Doktor, der Schwester, dem Wächter und auch von Yuna. Er konnte ihre merkwürdige Aura an seiner Haut spüren. Die Hitze der negativen Gefühle brannte auf seinem Fleisch, pochte wie Säure und stach in seine Organe. Der Wächter brabbelte so vor sich hin, redete von dem Jungen als wäre er nicht einmal anwesend, den Rücken ihm genauso zugekehrt, wie der Insasse, der kerzengrade in seinem Bett saß und stillschweigend die Existenz der Welt verleugnen wollte. Denn Yuna war nicht anders. Das er niemanden an sich heranlassen will? Stimmte das? Aber er tat doch alles, um mit jedem befreundet zu sein! Er… er… war doch immer glücklich. Die Leute sollten ihn doch mögen – denn … denn… er halste ihnen keine Probleme auf. Da machte es auf einmal Klick. Der kleine Clown wusste nun was das obskure an der Situation war. Etwas stimmte hier nicht mit seiner Realität überein. Irgendetwas fiel aus dem Rahmen, was er nicht bestimmen konnte. Denn er allein hatte Yuna in diese Schwierigkeiten gebracht – er allein hatte sie in seine Probleme involviert, wie er es sonst mit keiner anderen Person getan hatte. War er wirklich so grausam, dass er ihr frisch auf Glass begonnenes Leben gleich so früh mit seinen waghalsigen Aktionen befleckte? Die Gefühle, die drückende Aura, die ihm beinahe Atem raubte, so dick hing sie in der Luft, quetschten ihn ein, zerdrückten seinen Körper. Er kauerte sich leicht zusammen, versuchte Stück für Stück die Szenarien abzuklappern, die in Yuna’s Kopf gerade wohl abliefen, das die Luft derartig die Stimmung zerschnitt. Es stimmte hier etwas nicht. Etwas war nicht mehr ok in seiner heilen Welt. War es etwa- ?!

Yuna hasste ihn.


Erschrocken riss er die Augen auf, fassungslos was er gerade erfasst hatte, während sein Kopf in ihre Richtung wirbelte, wo sie ihm ohne ihn überhaupt eines Blickes zu würdigen, den Abschiedsgruß hinterließ und schließlich dem Wächter nach draußen folgte. Wie paralysiert starrte in die schwarze Leere des Ganges, wo die roten Haarspitzen vor wenigen Sekunden noch das Einzige gewesen waren, was er von ihr hatte erblicken können. Yuna hasste ihn. Es konnte nicht anderes sein, was so überwältigend die Stimmung riss und an ihm nagte. Das sie dem Wächter folgte, obwohl sie wissen sollte, das diese ihre Feinde waren. Egal in welche Worte sie sich verpackten, sie mordeten und folterten und ihm Gegensatz zu den eingekerkerten Jugendlichen dieser Insel wurden sie nicht einmal dafür gestraft, sondern viel mehr belohnt. Wie konnte Yuna also… ihm zustimmen. Ihm folgen… und im Gegenzug… erntete Jaden nun Hass? So jedenfalls formte sich das Bild in seinem Kopf. Der Clown hatte die Show verloren. Das Publikum war am Buhen, die Scherze ein Reinfall und ein miserables, gequältes Lächeln ließ sein Lachen verebben. Er hatte Yuna keine Freude bereitet – nein… er hatte sie in die Verzweiflung getrieben, wo er ihr Hoffnung in diesem gläsernen Kasten hatte schenken wollen. Er war es einfach nicht mehr wert als Clown betitelt zu werden, wenn die Leute mit Tränen anstatt Lachen seine Präsenz verließen. Geknickt fiel sein Kinn auf seine Brust – die Wimpern niedergeschlagen und die Hände zittrig im Schoß gefaltet. Er wollte ihr sagen, das es ihm Leid tut – wirklich! Er wollte ihr nachrennen und sie anflehen, dass sie ihm verzieh, keine Lüge! Aber – er konnte es einfach nicht. Es widerstrebte seiner Natur Fehler einzugestehen und auf die Gefühle anderer Menschen einzugehen. Er wusste ja nicht einmal wie das geht…. Und in diesem Moment fühlte er sich so schrecklich hilflos. Wie ein Entenküken, getrennt von Mutter und Familie. Alleingelassen ohne eine Aussicht auf was er jetzt tun könnte. Ohne Menschen, mit denen er Kontakt haben durfte, mit denen er reden und Reaktionen erhoffen konnte war er ein niemand. Er wollte keine Angst mehr davor allein zu sein – aber die Furcht überrollte ihn hinterhältig wie Serienmörder, dessen Opfer immer dieselbe Person war, um diese tausend Tode sterben zu lassen. Jaden schluckte.

Die restlichen Minuten, die Jaden dort in diesem kahlen, weißen und für ihn ach so trostlosen Zimmer verbrachte verschwammen schließlich in seiner Erinnerung. Letztendlich fand er sich vor die Tür gesetzt wie einen Hund vor dem Institut wieder. Noch immer trug er den bitteren Geschmack seines eigenen Erbrochenen auf der Zunge, vermischt mit dem sauren, metallenen Beigeschmack alten Blutes das in seinem Hals langsam trocknete. Entmutigt und erschöpft strich er sich kurz über die schweißgebadete Stirn, tastete dann tiefer an das ledrige Latex-masken-teil was sich provokant um seinen Hals schmiegte. Schwach zog er daran. Ein, zweimal, doch als es selbst beim stärkeren Ziehen nicht nachließ, ließ er es einfach bleiben. So oder so war sein Leben gerade unfassbar. Wieso also nicht noch ein weiteres Mysterium zulassen? Ein Seufzen krächzte aus seinem Hals hervor, der kleine, kaum sichtbare Adamsapfel hüpfte lustig, als der Junge sich husten nach vorne beugte, erneut vom schwachen Würgereiz ergriffen. Sein Körper kapitulierte. Selbst gegen kleine Reize wehrte der gerademal siebzehnjährige sich nicht mehr. Nach einigen Minuten des einfach nach vorne in der Luft hängends, schaffte Jaden es wieder sich aufzurichten und begann seinen Weg langsam schlürfend zurück in Richtung Stadt. Wo auch Yuna und dieser Metallmann ihren Weg fortgesetzt hatten. Der Wald erschien ihm endlos, dunkel und farblos. Seine Schuhe kratzten über den Boden, schlürften, denn er hob sie nicht an. Er glich einer wandelnden Leiche, in etwa wie man sie in the Walking Dead sehen würden – oder etwa eines stark verkaterten Mannes, der nach seinem Schnapsrausch am vorherigen Abend versuchte den Weg zurück nach Hause zu finden. Doch letztendlich konnte er die schwachen Lichter der Unterkünfte aus den Baumstämmen hindurchschlüpfen sehen und atmete kurz durch. Eine kleine Welle der Erleichterung – ein schmaler Sieg. Schwach trat er durch die Vordertür, schlürfte die Treppe durch, wo die Wände noch so wunderschön bunt vom Graffitti von Yuna und ihm glänzten. Vorbei an dem demolierten Zimmer seines älteren Bruders und seines Mitbewohners, bis hin in sein eigenes. Liam war nicht da. Jaden kam das gerade nur zugute. Zittrig entledigte er sich des schwarz-weißen Hoodies, befleckt von schwarzem Blut und Erbrochenen und ließ diesen achtlos zu Boden fallen. Auch die Hose folgte, ehe er ins Bad torkelte. Kurz huschte er zum Waschbecken, wusch sich das Gesicht, putzte den bitteren Geschmack von Kotze aus seinem Mund und atmete durch. Kurz noch ging zu seinem kleinen Drogenversteck in den Kacheln im Bad, ein paar Verkaufssachen einpacken, ehe sein nächster Gang zum Kleiderschrank führte. Rasch war eine frische Hose und ein unauffälliger, komplett schwarzer Hoodie gezückt und übergezogen. Jaden achtete hierbei darauf, das der Kragen des Pullovers unbedingt die Maske die seinen Hals in Besitz nahm verdeckte. Erstaunlicherweise fühlte er sich jetzt schon viiieeel besser. Ja fast schon war es ihm, als würde die Lebensenergie langsam in ihn zurückkehren. Ein Grinsen kroch in seine Visage, ein leises Giggeln aus seiner Kehle, während ein ihm unbekanntes, aber nicht ungenehmes Kribbeln seinen Körper flutete. Wie eine Macht – eine ihm bisher verborgene Kraft, aus der er nun seine Reserven schöpfte. „upupupu…“ Leise kicherte er, als er voller Tatendrang aus dem Zimmer stürmte und aus der Unterkunft zurück in die klare Nacht. In den Nachtclub wollte er nicht sofort auf der Stelle. Die Chancen waren groß, das der komische Wächter gerade am Eingang war und Jaden wollte weitere Kontrollen vorerst vermeiden. Nein – zuerst würde er etwas Stoff an den üblichen Orten loswerden, ehe er sein großes Geschäft im Nachtclub verrichtete. Wahrscheinlich würde ja auch Naomi da sein.

Endlich in der Stadt fand der Siebzehnjährige schnell seinen Weg in die dreckigen Gossen von Glasscity. Er kannte die schmutzigen Orte, die Rattennester der Kriminellen und rebellischen Untergründler. Und er kannte die Lieblingsorte seiner Kunden. Mit der Kapuze ins Gesicht gezogen, blieb er schließlich als unauffällige Gestalt an einer Wand gelehnt stehen. Einzig die Kopfhörer, türkis leuchtend, brandmarkten ihn als den nur zu gut bekannten Dealer, wie Jaden mit Stolz behaupten konnte, einer der Großticker hier. Es dauerte nicht lange und schon kam der erste Kunde, ging nur wenige Minuten später. Es wiederholte sich einige Male und so stand er dort. An der Wand. Wartend, auf das was noch geschehen würde.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyDi 23 Dez 2014, 01:33

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Es würde wohl einem Wunder gleichen, anzunehmen, dass es dieses Mal anders wäre. Stattdessen war es dasselbe wie immer. Es stellte sich nur die Frage, ob es einfache Routine für Kaoru war. Eigentlich könnte Nostalgie ein genauso guter Auslöser dafür sein. Andererseits würde sich auch Langeweile als möglicher Grund widerspiegeln. Ein Grund dafür, dass es den Jungen wieder in diese Gegend trieb. Diese Gegend, die sich auch Unterstadt nennt. Man möchte dabei wohl eher an das Wort 'Unterwelt' denken, doch dieses bezeichnet mehr so eine Art Hölle und Teufelssitz. Die Unterstadt dagegen stellte sich als das komplette Gegenteil dar, zumindest für Kaoru. Er mochte diesen Ort. Nicht nur, weil es ein wichtiger Stützpunkt für die Rebellen war. Nein, er war abgeschieden zum Rest der Welt, wenn man es denn als Welt bezeichnen konnte in einem solchen Glaskasten zu wohnen. Dennoch, hier gab es nicht besonders viele Wesen und laut war es auch nicht. Eigentlich war diese 'Stadt' gefüllt von leeren Gedanken. Leeren Gedanken, die sich selbst gegenseitig wie schwarze Löcher aufsaugten. Es war wohl unschwer an seiner Emotionslosigkeit deutlich zu erkennen, dass seine Gedanken dasselbe Schicksal erlitten. Jedoch war der Schwarzhaarige nicht nur hier unten so emotionslos. Es lag in seiner Natur, dass er sich verhielt. Dass er so ruhig war. Dass er ein Einzelgänger war. Dass er so geheimnisvoll war. Oftmals erschien er eben als schwierige Persönlichkeit, aber daran konnte man nichts ändern, denn sie wurde zunehmend durch seine Vergangenheit geprägt. Mit ihr bildeten sich ihre deutlichen Konturen, die nach und nach mehr zu einer Form wurden und ihn zu dem machten, was er heute war. Es war ein weiterer Grund, warum er diesen Ort nicht wirklich mied. Wo sich als auch Kleinkriminelle finden. Kleinkriminelle jeglicher Art, die alle anders in ihrer Straftat waren und doch gleich in ihrem Verhalten und Dasein. Aber die meisten hier sehen sie nicht als etwas schlechtes. Viele kamen hierher, in der Hoffnung, sie würden jemanden finden, der Drogen oder Ähnliches vertickt. Würde man jedoch diese Leute außer Betracht ziehen, so war die Unterstadt im Grunde genommen genau das, was Kaoru war und wie er war. Zudem gab es hier auch Wasser. Dreckiges Kanalisationswasser. Aber auch nicht allzu dreckig um drinnen zu schwimmen. In diesem Teil der Unterstadt war es nämlich weitgehend gereinigt. Das einzige, was noch seine vorhandene, aber unsichtbare Klarheit trübte war seine braun-grüne Verfärbung, die sich tief in ihm festsetzte. Es kränkte ihn solches Wasser zu sehen. Innerlich zerfraß es seine Seele. Seine Seele, die genau wie dieses Wasser nur noch feine Spuren von Verschmutzung aufwiesen. Feine Spuren, die ihre ganze Reinheit verdeckten und die man nicht mehr entfernen konnte. Sie blieb einfach. Für immer. Das Ganze machte ihn einfach nur fertig. Es überwältigte ihn so sehr, dass er sich am Rande einer Mauer niederließ. Er hatte seine Beine angewickelt und die Hände drumherum gelegt, als hätte er Angst, sie würden weglaufen. Langsam ließ er seinen Kopf auf die Spitze seiner Beine sinken. Dabei bemerkte er nicht den Jungen mit den türkisen und auffallenden Kopfhörern, die in seine Ohren gestülpt war. Nein, dieser viel erst in sein Blickfeld, als er den Kopf wieder um wenige Grade gen Himmel richtete. Oder eigentlich Decke der Unterstadt. Jedoch schenkte er jenem Jungen keine Beachtung und ignorierte ihn, dennoch kam er ihm bekannt vor.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyMi 24 Dez 2014, 01:12

Dip.Bap.Dip.Bap. Es war das Geräusch einzelner Regentropfen welche von der Oberstadt durch die kleinen, für Menschen nicht sichtbaren Lücken nach unten in die Unterstadt tropften. Sie flossen ihren Weg durch die Rinnen, trugen den Dreck mit sich, versammelten sich schließlich in braunen Pfützen auf den Asphaltsteinen. Jede Minute, so zählte Jaden kamen mindestens zehn Neue hinzu. Manche würden es Schwachsinn nennen, seine Faszination auf solche kleinen Dinge zu beschränken, welche einen eigentlich nicht einmal wirklich im Leben weiterbrachten. Für den Jungen jedoch, welcher vorsichtig unter seiner Kapuze vorlugte, den Kopf in den Nacken gelegt, waren diese Tropfen weitaus mehr seinem Interesse würdig, als die meisten Menschen. Wasser war ein Element welches gleichzeitig so einschätzbar, aber auch ebenso unberechenbar sein konnte. Seine Mutter hatte ihm gesagt, Wasser findet immer einen Weg, und er wusste das sie damals Recht hatte. Aber er war nicht wie Wasser. Feuer auch nicht… Ein leises Seufzen huschte über seine Zunge in die Außenwelt hinaus, während er die Lider schloss. Manchmal stellte er sich vor, wie der Wind um seine Haut strich, an seinen Haaren und seinen Klamotten zerrte und seine Worte noch kilometerweit tragen würde. So auch in diesem Moment. Jedoch… war es kein Wind der seine Haut umschmeichelte. Kein Atemzug. Manchmal war es einfach so still in dieser Stadt. Fast wie ausgestorben. Die Besitzer von Glassdome warfen nur selten die Turbinen an, um künstlichen Wind zu erzeugen. Es kostete zu viel Energie und wurde wenn nur dann benutzt um unerwünschte Flugobjekte möglichst gewaltlos vom Himmel zu pflücken. Dennoch, alleine die Vorstellung wie der zarte Windhauch seine Nase kitzelte, ließ ihn innerlich grinsen. Wieso verband man eigentlich Freiheit mit einem Feld und dem Wind der durch die Gräser fegte? Wieso mit Vögeln? Wieso mit dem Meer? Es waren Fragen auf die man nicht einmal eine Antwort haben musste. Man akzeptierte sie einfach. Denn irgendwie machten diese Gedanken einen einfach glücklich. Mit noch immer dem dümmlich aussehenden Grinsen im Gesicht begann der Junge gelangweilt vor und zurück zu wippen. Es kamen einfach zu wenig Menschen vorbei, mit denen man reden könnte. Denen man Streiche spielen oder mit denen man einfach Spaß haben könnte. Normalerweise wäre er sofort zu Yuna in die Unterkunft gesprintet, hätte sie überrumpelnd zu Boden geworfen oder ihr eine Wasserbombe ins Gesicht geklatscht. Aber das war gerade einfach nicht möglich. Cupcake und Bro hatte er ebenfalls seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen, als wären sie vom Erdboden verschluckt. Es war einfach wie verhext, das immer wieder Leute einfach verschwanden.

Und es war so scheiße langweilig, einfach in der Gegend rumzustehen.

Doch dann, wie als hätte irgendein Gott zu dem Jaden nicht gebetet hatte, ihn trotzdem via superrealen Kräften erreicht, kam auf einmal eine Gestalt aus dem Schatten gestolpert. Hui, wie sein Herz anfing zu klopfen. Glühend musterten seine Augen den Neuankömmling. Irgendwas stand dem ins Gesicht geschrieben, ein Gefühl – jedoch war Jaden noch nie die Person von Mensch gewesen die deuten konnte, was andere Leute wohl gerade empfanden. Es scherte ihn aber auch nicht. Der kleine wie ein Honigkuchenpferd grinsende Clown musste sich das aufgeregte Quietschen verkneifen, was hartnäckig in seiner Kehle festsaß, als er dieses andere, höchst kuriose, nein gar ominöse Wesen sah. Augenscheinlich war es ein Junge, wie er. Kein Hüne, vielleicht in seiner Größe in etwa. Äußerlich wirkte er auch nicht gerade besonders – mit einem Gesicht was wohl viele Mädchen in seinem Alter in den Bann ziehen könnte und dichtem, dunklen Haar. In dem Punkt war er JJ’s älteren Bruder fast schon ähnlich, aber der kleine Clown spürte einfach, das die beiden einen vollkommen andere Energie ausstrahlten. Immer schneller schlug sein Herz vor Aufregung, das Grinsen gefror in seinen Gesichtszügen, das er fürchtete Muskelkater zu bekommen, wenn er es nicht bald unter Kontrolle bekommen würde. Fasziniert musterte er jegliche Bewegung des Fremden, welcher sich schließlich an einer Mauer niederließ und die Knie zum Körper zog. Einige Sekunden verstrichen. Sekunden in denen Fisheye, der kleine Clown, sehnsüchtig darauf wartete endlich angesprochen zu werden und in eine Konservation verwickelt zu werden. Ja er wartete und wartete, bis es fast unerträglich wurde. Immerhin waren schon zwei Minuten oder gar DREI vergangen und der Fremde hatte immernoch keinen Pieps von sich gegeben. Das war eine Extremsituation für Jaden. Jetzt musste er klug vorgehen. Wie fing er am Besten ein Gespräch an? Was würde der Fremde jetzt von ihm erwarten? Huff, denk nach.
Jaden dachte nach.
Stärker!
Jaden dachte stärker nach.
Noch stärker!
Jaden dachte noch stärker nach. Die Anstrengung war ihm ins Gesicht gemalt.
Doch ihm mochte einfach nichts einfallen. So starrte er den Jungen einfach an. Versuchte eine Antwort aus seinem Gesicht zu lesen. Doch das war dummerweise hinter den Knien des Jungen versteckt. Doch da! Er bewegte sich! Oh mein Gott! Augenblicklich verspannte Jaden sich, als der Fremdling den Kopf hob. Das Herz pochte und pochte. Doch der Fremde schenkte ihm immernoch keine Aufmerksamkeit. Stattdessen sah er nach oben, starrte wortlos an die Decke, weil diese ja auch so viel interessanter war als der kleine Clown an der Wand, oder?? Innerlich kochte Jaden. Es war eine Sache wenn man sich nicht kannte, jemanden nicht anzusprichen. Aber hier wurde er vollkommen ignoriert!! Entrüstet schnaubte er kurz, strich seine Kapuze zurück, sodass die weiße Wuschelmähne gut sichtbar durch die Gegend flog. Dann ging er in die Offensive. Ohne Rückhalt, ohne Vorsicht marschierte er wie ein tapferer kleiner Jadensoldat es nun einmal tun würde auf den am Straßenrand sitzenden Jungen zu. Unmittelbar vor ihm blieb er stehen, beugte sich soweit runter, das die Nasenspitzen sich fast berühren könnten. „Findest du es nicht unhöflich sich nicht vorzustellen, wenn man gerade dabei war fast ein Gespräch zu führen? Ich meine du bist doch nicht etwa so jemand der schüchtern ist oder?“ Fragend legte Jaden den Kopf schief und dann wie als hätte er die Antwort aus dem Gesicht des Fremden gelesen fing er an zufrieden zu grinsen. „Nein oder? Find ich gut. Also wo wir denn jetzt Freunde sind, findest du es ist nicht an der Zeit sich vorzustellen?“ Ein kurzes, glückliches Glucksen verließ seine Kehle, wo er sich wieder aufrichtete, wieder leicht begann auf seinen Fußspitzen zu wippen. „Ich bin Fisheye – sag mal… kennt man sich?“ Ja, jetzt wo er es laut aussprach, kam der andere ihm wirklich verdächtig bekannt vor. Aber so gut im Erinnern war Jaden dann auch nicht. Im Gegenteil, es gab so ein Mädchen, das er immer wieder vergaß und welche ihm immer wieder erzählte wer sie war. Sie hieß…. Ja wie hieß sie nochmal? Grübelnd biss er sich kurz auf die Zunge, lächelte sonst jedoch weiterhin auf den Fremden zu.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyMi 24 Dez 2014, 02:24

Weiterhin den Blick auf die Decke dieser Kanalisationsstätte gerichtet, bemerkte er nicht, wie es von oben tropfte. Anscheinend fing es an zu regnen. Zumindest draußen. Wobei das Kanalisationen eigentlich an sich haben. Diese Feuchtigkeit. Man könnte fast meinen die Decke wäre mit Stalagtiten bestückt, so sehr wie es tropfte. Dieses Tropfen machte den Jungen fast wahnsinnig. Zumal sie für ihn ziemlich gefährlich werden könnten, sobald er mit ihnen in Kontakt käme. Nicht Auszumalen, was passieren würde, wenn er sich ausgerechnet hier unten transformieren würde. Und dann auch noch im Beisein einer anderer Person! Das einzige Problem, welches sich jedoch darstellte, war, dass Kaoru erst gar nicht daran dachte. Nein, er war mit sich selbst beschäftigt. Mit seinen eigenen Gedanken. Er dachte einfach nach, stellte sich fragen und dachte wieder nach. "Ob ich wohl jemals hier rauskomme? Vermutlich nicht. Aber ich konnte doch nichts dafür, oder? Wie kann man schon ahnen, dass es Drogen gibt die im Meer wachsen. Das Meer. Kein Ort, an dem ich lieber wäre. Ein Ort, der mich glücklich macht. Kein Ort der Finsternis so wie dieser hier. Ein Ort umzingelt von endlosen Lichtreflektionen. Aber dieser Ort, die Unterstadt, sie war anders. Irgendwas war anders, auch, wenn sie auf einem Meer gebaut war. Wenn es überhaupt ein Meer ist. Vielleicht sollte ich es mal wieder testen. Nein! Wenn mich jemand sehen würde! Die Folgen wären zu fatal. Es gibt eben kein Entkommen von diesem furchtbaren Ort. Kein Entkommen..." Dieser Gedanke, diese zwei Worte, setzten sich in seinem Kopf fest. Innerlich konnt er sie genau hören. Sie schallten immer wider, die Stimme dagegen verschwamm, bis man kaum noch etwas hören konnte. Es war als würde seine Lebenskraft genauso verschwimmen. Oder sein Lebenswille. Es war nicht zu verzeichnen. Doch irgendwas plagte ihn und bedrückte ihn, aber Kaoru konnte nicht feststellen, was es war. Einzig was er wusste war, dass er hier raus musste. Nicht raus aus diesem Ort. Sondern raus aus dieser Glaskuppel. Und dann fort. Irgendwo hin, wo ihn niemand finden würde.

Plötzlich ertönte ein leises Plätschern. Es kam in regelmäßigen Abständen, als hätte es eine bestimmte Taktreihenfolge. Es war wie, als würde ein Wassertropfen in eine Pfütze fallen. Aber das hier war stärker, aber dennoch auch sanft. Es waren Schritte. Doch der Junge beachtete sie nicht, nein. Stattdessen richtete er seinen Blick wieder auf den Boden, als wäre er interessanter als die Decke, obwohl nichts der beiden interessant schien. Dann verstummte es. Schuhe fielen in das Blickfeld Kaorus'. Jemand oder etwas stand vor ihm. Überrascht hob er seinen Kopf an und konnte nur wenige Millimeter von seinem Gesicht entfernt das eines Jungen sehen. Der Junge, der eben noch an der Wand gelehnt hatte. Der Junge, der ihm so bekannt vorkam und denn er auch vermutlich kannte.
Er fing an mit Kaoru zu reden. Dieser schaute ihn ratlos an und wusste zunächst nicht, was er von ihm wollte, geschweige denn, was er antworten sollte. Dennoch versuchte er auf die Worte seines Gegenübers eine passende Antwort zu finden. "Ich denke nicht unbedingt, dass Schüchternheit etwas damit zu tun hat, ob man einen fremden Menschen anspricht. Ich spreche nämliche normalerweise niemanden an, ob bekannt oder unbekannt. Von daher ist es mehr eine Frage der Einstellung", entgegnete er und blickte dabei in das Gesicht des Fragenden, lächelte dabei für einen Bruchteil einer Sekunde, stoppte es dann aber wieder. Der Name 'Fisheye' überraschte ihn etwas. Es war sicher nicht sein richtigr Name. Aber Fisheye. Das hatte sowas an sich, besonders, wenn man selbst ein Fisch ist. "Fisheye interessant..." , murmelte er und zögerte, bevor er seinen richtigen Namen preisgab, "...ich bin Kaoru. Und dein richtiger Name lautet?" Mit diesen Worten stand auch er auf und befand sich nun fast auf gleicher Augenhöhe mit Fisheye. Dabei fragte er sich innerlich, ob es ein Fehler gewesen ist, dass er seinen Namen verraten hatte.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySa 03 Jan 2015, 21:22

Der Junge vor ihm erschien verwirrt, ja beinahe irritiert. Mit großen Augen sah er zu Jaden auf – und das war etwas ganz Neues für den Weißhaarigen, denn normalerweise war er es, der zu anderen aufsehen musste. Metaphorisch gesehen natürlich nur… denn er hatte in den letzten Jahren wirklich einiges an Länge dazugewonnen! Und schließlich öffnete der Junge ganz laaaaangsam seine Lippen und es sprudelten in gewissermaßen doch recht flüßigen Abständen kunterbunt lustige Wörter heraus wie, ‚Ich denke nicht unbedingt…‘ und auch was ganz Tolles wie zum Beispiel, ‚Ich spreche normalerweise niemanden an‘. Pfff – als wenn das stimmen würde. Ein Lächeln, es wirkte doch recht zart verzückte die Lippen von Jaden’s Gegenüber als er den Satz beendete, während der Ausdruck auf dem Gesicht des Dealers doch recht zweifelnd war. Es fiel ihm nicht leicht den Worten von dem Schwarzhaarigen Glauben zu schenken. Ich meine, jemand der nie jemanden anspricht? Müsste der dann nicht vollkommen isoliert und …. Ihr wisst schon…. Verrrüüüüüückt sein? Dennoch schwieg er, verleugnete seine Meinung hinter einer schmollenden Fassade, die Augen misstrauisch zusammengekniffen, wie als wenn er versuchte sein Gegenüber zu analysieren. Fishie war jedoch nicht gut in solchen Dingen. Ihr weiß schon, Menschen nachvollziehen und verstehen und solchen Kram. Nein, das war absolut nicht sein Kaliber. Viel mehr Spaß machte es da, ihnen den Tag zu versauen, Streiche zu spielen, sie zu beklauen oder anderweitigen Schabernack mit ihnen zu treiben. Sowas wie Ärzte und Psychologen, die die irgendwie soziale Berufe ergriffen, waren für ihn absolut nicht nachvollziehbar. Drogendealer war da eine ganz andere Sache! Man half den Leuten ihre Träume zu sehen und die Welt aus anderen Augen zu erblicken. Als ganz tollen Nebeneffekt verkürzte das auch noch die Lebenszeit, im Großen und Ganzen also eine riesige Win-WIn-Situation.

Er grinste. Hatte das eigentlich nicht einmal bemerkt. Ja sein Grinsen war ziemlich breit, vielleicht sah es sogar gruselig aus. Jaden räusperte sich, jedoch stellte dann auf einmal dieser Fremde eine gänzlich aus dem Kontext gerissene Frage, etwas beinahe Obskures. Es mochte vielleicht nicht ganz nachvollziehbar sein, aber Kaoru war bisher der Erste in ganz Glassdome der Fisheye’s Namen hinterfragte und an dessen Echtheit zweifelte. Verwirrt blinzelte Jaden, trat einen Schritt zurück, als der Junge sich aufrichtete und nun fast genauso groß war wie der kleine Clown. Dieser jedoch brauchte erst einmal eine Weile, ehe er seine Worte sammelte und zu einer Antwort ansetzte. „Ähm… Kaoru – hmmhmm. Jap das ist ein wirklich schöner Name. Japanisch oder so? Passt super zu dir wirklich…also… ich meine … unterstreicht…deine….hm… Augen…..farbe?“ Fragend, wie als ob er aus dem Gesicht wollen würde, ob seine Aussage richtig war, legte er den Kopf schief, musterte Kaoru mit dem typischen Hundewelpenfragenblick, ehe er mit einem leisen Seufzen den Kopf hängen ließ. „дерьмо́. Weißt du, das du der wirklich erste bist in 10 Jahren, der mich das fragt, Kaoru? Ist das nicht erstaunlich? Man sollte meinen, echte Namen zählen nicht mehr, sobald man diese Gefängniskuppel betritt. Ich meine… hier drinnen nicht wirklich wer du damals warst, sondern nur wer du hier bist und ich bin … wie gesagt Fisheye. Den Namen habe ich mir nicht selbst ausgesucht.“ Mit einem glorreich zurückgekehrten Grinsen hob Jaden das Kinn, streckte sich müde, stellte sich auf die Zehenspitzen eher er mit seine zuckersüßen Pirouette, sich auf dem Absatz umdrehte und ein paar Schritte nach vorne schritt. Natürlich dabei äußerst penibel darauf achtend, die Eleganz eines Kranichs beizubehalten. „Wenn es dich so brennend interessiert. Jaden. Jaden Jonathan Haytham. Oder JJ. Oder einfach nur J. Sogar Jonny oder halt Fishie wenn du magst. Die Auswahlmöglichkeiten sind riesig…. Ich für meinen Teil nenne dich….“ Kurz blieb er überlegend stehen, drehte sich erneut zu Kaoru, während die glühend türkisen Augen den Meermann prüfend musterten. „Berry. Wie Blueberry. Wegen deiner Augen.“ Wie, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, tippte Jaden sich ein, zweimal an die Schläfe ehe er verschwörerisch zwinkerte. „Also… wohin nun, Berry? Weißt du schon wo wir hingehen werden?“ IN diesem Moment, noch kurz bevor er die Worte ausgesprochen hatte, hatte Jaden also beschlossen diesen einen, ihm unbekannten Menschen zu nehmen, ihn als Freund auszusuchen und mit ihm Dinge zu tun. Hach, das Leben konnte so schön einfach sein!
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySo 04 Jan 2015, 00:06

Zugegebenermaßen hatte es Kaoru nicht sonderlich überrascht, dass sein Gegenüber sich als Fisheye vorgestellt hatte. Die meisten, seien es Menschen oder Wesen, trugen einen Spitznamen, manchmal gar als Deckname, damit man sie nicht erkannte, oder feststellen würde, dass man sich kannte. Ja. Sowas hatte er schon einmal erlebt. Nicht persönlich, sondern in Form eines Gespräches, aber es war auch nicht eines was er selbst geführt hatte, eher mitbekommen. Zwei, die sich aus ihrer Zeit vor GlassDome kannten, vielleicht sogar von selber Abstammung waren, zur selben Familie gehörten. Allein dieser Fakt war wohl der einzige, welcher in seinem Kopf haften geblieben ist und sich in seinen Gedanken, wie ein Fischlein im Wasser tümmelte. Aber es war nicht weiter schlimm, schließlich hatte es ihn zu jenem Zeitpunkt nicht interessiert. Eigentlich tut es das auch heute nicht. Warum sollte er sich auch um andere scheren? Andere würde sich genauso wenig um ihn scheren, was wiederum der Grund dafür war, glaubte er. Und warum sollte er auch an die Vergangenheit denken, sie ist unveränderbar und somit auch nicht wichtig für die Zukunft. Jedoch eines, was er dabei vegessen hatte, war die Gegenwart, das hier und jetzt. Sein Gespräch mit Fisheye, den er nur unter diesem Namen kannte, zählte dazu. Es brachte ihn überhaupt erst wieder dazu, sich auf ihn zu konzentrieren, was sich aber im ersten Moment als nicht sonderlich nützlich erwies, da der Junge mit einer Antwort auf sich warten ließ.

Fragend hob er seine rechte Augenbraue ein wenig an. Vermutlich würde es dem Anderen nicht einmal auffallen, denn auch Kaoru gehörte zu denen, die die Kunst des Eine-Augenbraue-anhebens nicht wirklich gut beherrschten, aber doch so gut, dass er sie im Gegensatz zu der anderen auf anderer Höhe positionierte - höher, logischerweise. Aber, lassen wir das beiseite, es ist ja sowieso nicht so wichtig, wichtiger war die erwartete Antwort. Doch selbst nach wenigen Sekunden rutschte immer noch kein Ton über die Lippen seines Gegenübers, der ihm seinen wahren Namen offenbaren würde. Ob ihm die Frage wohl unangenehm gewesen war. Nun ja, wie bereits gesagt benutzten viele ihren Spitzname als Deckname und das meistens, wenn sie etwas zu verbergen hatten. Dabei stellte sich nur die Frage, ob er etwas zu verbergen hatte. Lauter solche Fragen, die wohl mit dem Wörtchen 'ob' begangen flitzten in dem Kopf des 16-jährigen umher und waren kurz davor ihn selbst zu verwirren oder wieder von seiner Konversation mit Fisheye abzubringen, sodass er sich ein weiteres Mal mehr mit seinem Gedanken, als ihm beschäftigen würde, was sich aufgrund der mangelnden Antwortskraft als vorteilhaft herausstellen könnte.

Gerade, als er es aufgeben wollte und durch das Wasser abhauen wollte, fand sich nun die Stimme des Jungen in seinem Kopf wieder. Doch ihren Inhalt entsprach nicht dem, was Kaoru erwartet hätte, einem Namen. Naja, er entsprach zwar einem Namen, nämlich Kaorus, aber nicht dem von Fisheye. Stattdessen stellte er Mutmaßungen über die Herkunft seines Namens und verglich sie mit dem Körperteil, welches den wohl wichtigsten Sinn eines Menschen oder aber Wesens unterstrich. In diesem Fall handelte es sich daher nicht um ein Körperteil, sondern zwei um genau zu sein, den Augen. "Ja, der Name ist japanisch, ich habe ihn von der Frau bekommen, die mich gefunden hatte, sie war Japanerin." Bei dieser Bemerkung ging Kaoru nicht auf den letzten Teil mit den Augen ein. Vermutlich hatte der Kerl es gar nicht Ernst gemeint, was nur unschwer an seinen langen Pausen zwischen den Wörtern und dem daraus entstehenden Stottern zu erkennen war. Bevor Fisheye seine Rede weiterführte, bemerkte der Junge dessen Blick und wie er dann seinen Kopf hängen ließ, ignorierte es aber mit einem gekonnten kühlen Blick, wie er es sonst auch tat und es in jeder anderen Situation getan hätte. Was er als aller erstes hörte, brachte Kaoru ein wenig aus dem Konzept. Es war irgendein Wort in irgendeiner anderen Sprache. Angespannt dachte er nach, aber es war keine, die er kannte. Er hielt sie für eine europäische, aber wollte Fisheye nicht wegen seiner Unwissenheit hinterfragen und ihm auf die Nerven fallen. Der Rest war auch mehr oder weniger immer noch nicht das, was er sich erwünscht hatte. Zwar schweifte der Junge schon mit seiner Aussage mehr in die Richtung seines Namens, aber es ging wieder nur um Fisheye. Zusätzlich bestätigte sich damit die Vermutung eines Decknamens. Dabei nahm er den Namen Fisheye genauer unter die Lupe. Es war einfach zu erkennen, dass er aus den zwei englischen Worten Fish und Eye bestand, welche übersetzt Fischauge bedeuteten. Er blickte in die blau-grünen Augen, die sich nicht weit von den seinen entfernt fanden und erkannte sofort, wie er zu diesem Namen gekommen war. Allerdings blieb Kaoru keine Zeit mehr um sich dazu zu äußern, denn nun offenbarte sein Gegenüber ihm seinen richtign Namen. Jaden. Ja, dieser Name passte zu ihm. Kompakt, klingt nicht sonderlich unfreundlich und passte halt ganz einfach zu ihm. Dennoch, Jaden bekam von ihm keine Antwort, da er seinen Satz noch nicht beendet hatte. Jedoch lagen nur wenige Sekunden zwischen Anfang und Ende von Jadens Aussage. "Jaden, also? Gut, aber ich überlege mir noch, womit ich dich anspreche, aber ich denke eher Fisheye. Und zu Berry, naja, ich mag den Spitzname, von daher, zumal er, wie du sagst, auch zu mir passt, warum also nicht?" Kaoru nickte nur kurz und knapp und betrachtete Jaden dabei. Dieser hingegen fing nun an mit dem Meereswesen so zu reden, als wären die beiden Freunde und als würden sie sich schon ewig kennen. Normalerweise würde Kaoru ablehnen, aber in diesem Fall ließ er sich ausnahmsweise auf das Spiel ein, denn eigentlich war Jaden ein recht netter Kerl, der außerdem eine starke Persönlichkeit hatte. "Hm, also so spontan fällt mir kein Ort ein, an dem wir uns aufhalten könnten, zum Teil aus dem Grund, dass ich mich hier noch nicht so gut auskenne. Aber ein Ort, an dem es viel Wasser umher gibt, würde ich... vorziehen", stellte er als wichtiges Kriterium für diesen Ort auf. Er hoffte, dass Jaden ihn nicht fragen würde, warum er an einem Ort mit viel Wasser in der Umgebung lieber sein würde, als an einem ohne.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyDi 28 Apr 2015, 22:33

Ein Grinsen zog die Mundwinkel des silberhaarigen Jungen auseinander, während seine türkisen Augen freudig aufblitzen. Ohne Scheu ruhten sie auf seinem männlichen Gegenüber, den der kleine Clown nun auf den Namen Berry getauft hatte. Nun, Berry hatte sich mit seinem Namen erstaunlich schnell abgefunden – nicht, dass der Junge wirklich die Möglichkeit gehabt hatte, dem zu entgehen. Es hätte so oder so damit geendet, das Jaden seinen wahren Namen vergessen würde und jedes Mal, sollte er seinen neugewonnen Freund hier erneut erblicken würde wohl die fröhlich quäkende Stimme die ganze Unterstadt erhellen. „Ber-ry.“ Wiederholte Fishie langsam, ließ sich den Namen nachdenklich auf der Zunge zergehen, als wäre es eine wichtige Botschaft, die von dem Gewicht ihrer Wichtigkeit erst ermessen werden müsste. Kleine Falten hatten sich hierbei auf seiner Stirn gesammelt, während seine Mundwinkel verräterisch zuckten, als würde er gleich einen Schlaganfall erleiden. Aber es war nicht ein Herzfehler, welche seine Gesichtsmuskeln spannte sondern das fröhlich bauschende Gefühl in seiner Magengegend wieder einmal in Bruchteilen eine neue Freundschaft gewonnen zu haben. Wer sagt schon, dass Freundschaft Zeit braucht um Vertrauen aufzbauen? Nein, Jaden wusste es besser – es brauchte Sekunden und nur fünf Worte. Willst du mein Freund sein? Guuut, zugegeben, er hatte jetzt nicht gerade diese Worte benutzt, geschweige denn Koru..? Berry! Berry irgendwie um sein Einverständnis gebeten. Manchmal, da waren Freundschaften einfach ohne Worte geschlossen.

Abwartend wippte der Junge auf seinen Zehenspitzen, krümmte diese vor brodelnder Erwartung in seinen viel zu großen Turnschuhen, welche das Bild eines Clowns wohl den ganz besonderen Feinschliff verlieh, wenn Leute ihn mit einem echten Clown verglichen. Komischerweise hatte sein Gegenüber immernoch diesen leicht verblüfften, ja man konnte es als ‚WTF‘-Face / Ausdruck bezeichnen im Gesicht zu kleben, dass sich Jaden für einen Moment fragen musste, ob er sich es einfach nur einbildete oder ob das vielleicht sogar Berry glückliches Gesicht war. Denn eigentlich sollte er ziemlich glücklich sein einen Freund so schnell gewonnen zu haben! Jedoch war die Antwort welche dort zwischen den Lippen des Schwarzhaarigen herauspurzelte und in den Boden sickerte, echt verdammt seltsam. Jaden lebte seit zehn Jahren auf diesem viel zu groß geratenen Spielplatz einer Gefängnisanstalt und hier in der Unterstadt kannte er – und das konnte er mit Stolz behaupten – eigentlich ja jeden noch so verschrobenen, bunten oder merkwürdigen Kopf. Es war nicht nur eine inakzeptable Tatsache, dass er Berry hier zuvor noch nie gesehen hatte, nein diese arme, vereinsamte Seele kannte sich hier nicht einmal aus! Ungläubig starrten die radioaktiven Leuchten auf das markant weich gezeichnete Gesicht, entdeckten das kleine verräterische Zucken der Nasespitze von Blueberry, ein Zeichen, eine Geste, dass dieser bestimmt Informationen preisgeben wollte! „Berry… Berry … Berry…“ Seufzte Jaden leise, während die Melodramatik seine Stimmlage auf und abschwingen ließ, als würde er aus diesem einen Wort schon einen Song verfassen wollen. Knirschend zerrieb der Asphalt unter den türkisen Sohlen, zerknirscht wie eine alte, geärgerte Dame, die sich zähneknirschend über eine etwas knirschige Aktion von ebenso zerknirschten Jugendlichen echauffierte. Der hagere Junge tappte nach vorne, schüttelte seinen Kopf, sodass die silberweißen Locken sein kindliches Gesicht verdeckten, jedoch nicht die zum tadelnden, mitleidig verzogenen Lippen auf denen ein spitzbübisches Lächeln ruhte, welches seine kleinen Grübchen betonte. Ein letzter lange Schritt, wie ein betrunkener Storch, ehe er sich rücklings neben Kaoru an das Geländer zum Kanal lehnte, unvoreingenommen einen Arm um die Schulter von seinem kleinen Berry, der ja nun gar nicht so klein war, legte und erneut seufzte. „Berry.“ Dieses Seufzen war schwerfälliger wie das eines alten Mannes, die Luft die heiß aus Jadens Mund quoll sackte auf seine Schuhe wie eine tote Fliege.
„Berry, wir sind hier auf einer Insel, weißt du? Also.. ich liebe Wasser auch ja-" Mitten im Satz fiel dem Jungen auf, wie unecht die letzte Zeile aus seinen Lippen geklungen hatte und hastig räusperte er sich, blinzelte den Schreck auf seinen Gesichtszügen mit ein paar übereilten Wimperschlägen einfach weg. „Ich bin quasi Aquaholic ok??“ Er versuchte sich an einem begeisterten Grinsen, dass eher nach einer ‚Ich-mag-das-Geschenk-nicht-muss-mich-aber-bedanken--- Miene‘ aussah. Es war ja nicht so, dass Jaden Wasser irgendwie verabscheute, oder Schwimmen gehen…. Oder so. Aber ironischerweise, hatte der kleine Fisheye großen Respekt vor kleinen, glitschigen Fischen. Er wartete einen Moment, trommelte mit den Fingerkuppen auf den Schultern von Berry herum, als würde er versuchen durch einen bestimmten Takt eine Lösung auf sein materndes Gehirnproblem zu bekommen, aber jede Antwort die er erhielt war gähnende Leere. Aquaholic ja? Wir sind ja heute wieder ganz lustig Jaden. Für einen Moment glitten seine Gedanken zu Yuna und das Gefühl schamvoller Wut kochte in seinem Hals, rief wieder jene alte, bekannte Übelkeit zurück, welche ihn vor ein paar Stunden dazu gedrängt hatte sich direkt vor ihr zu übergeben.
Der Gefallene konnte nicht behaupten, dass dies heute sein glorreichster Tag gewesen war, aber er wäre nicht Jaden, nicht der kleine Junge, bei dem Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitäsdingens festgestellt gestellt, wenn er sich von so einem Erlebnis die Laune schmälern ließ. Natürlich wäre es eine Möglichkeit sich dem schlechten Gewissen hinzugeben und zu versuchen die Drachendame aufzuspüren, die immerhin noch frisch gepierced war! Aber der kleine Junge war… noch zu tief in seiner eigenen Scheiße von Gehirnmatsch gefangen als das er mit einem Freudensprung in Yunas Kopf springen würde und dort erstmal schön den Dreck wegkehren würde, welchen er ja verursacht hatte.

Er war feige.

Seine Gedanken drifteten zurück zur Lagune, zu dem Zeitpunkt, wo die Feier stattgefunden hatte und er seinen älteren Bruder das erste Mal seit 5 Jahren wiedergesehen hatte – es jedenfalls glaubte. Zu den Moment, wo er und Yuna sich einfach dem kindlichen Traum hingegeben hatten für einige Zeit der Realität des eisernen Gefängnisses entfliehen zu können, an einen schön Ort zu gehen – einen Ort voller Erinnerungen, Fröhlichkeit und Brocken zerbrochener Kindheit. Bis schließlich die Melodie der Spieluhr sie zurückgerissen hatte in das Graue, in das fröstelnd Kalte. Das Reale. Und mit einem Mal durchzuckte es ihn wie einen Geistesblitz! Erstens – er hatte eine wichtige Sache am Strand total vergessen. Armir, sein geliebter Armir, der den Duft von süßer Prototypen-masse an sich zu kleben hatte wie einen alten Duftbaum wurde von ihm im Sand liegen gelassen – vollkommen allein und den Launen schutzlos ausgeliefert, wie ein Babyküken das aus dem Nest gefallen war! Und zweitens… Irgendein Passant, welcher wohl einfach gerade vorbeigehen wollte, striff die beiden Jungen mit einem langen, seltsam verformten Blick, den Jaden nur anwandte wenn jemand gerade seinen letzten Lolli verspeist hätte. „Schwuchteln.“ Hörte der Jugendliche ihn nur munkeln, während die dunklen Augen abfällig über Jaden’s um Berrys Schultern gelegten Arm wanderten. Schmollend verzückte der Gefallene die Lippe, zog die Brauen zusammen und seinen neugewonnen Freund enger an sich. „Er ist mein Freund ok?“ Begannen die Worte mal wieder unüberlegt aus den Lippen des kleinen Clowns zu purzeln. „UND ICH LIEBE IHN!“ Laut, deutlich und voller Emotion rief er die dem nur kopfschüttelnden und ‚Schwuchteln‘ murmelnden Passanten hinterher, ohne dass sich Jaden auch nur im Geringsten die Bedeutung dieses Wortes vorstellen konnte. Er wurde noch nie… als Schwuchtel bezeichnet, was auch immer… das… auch sein sollte. Aber der arme Berry war bestimmt noch viel verstörter als er! Tätschelnd streichelte Jaden durch die blauschwarzen Haare seines Freundes, beschwichtigend, als wäre dieser der kleine Junge, dem die Süßigkeit auf brutale Art und Weise entrissen worden war. „Keine Sorge, ich liebe dich man – uuuund zum Ort..“ Fisheye löste den Arm nun, nur um sich übers Kinn zu streichen und seinen Kopf zu senken. Denn theoretisch war es die perfekte Gelegenheit, um sich Armir’s Wohlbefinden zu vergewissern und die Lagune hatte ja sogar Wasser und nicht nur eine Pfütze. „Lagune. Jap, definitiv Lagune.“ Er taumelte vorwärts wie ein Besoffener, denn die Reste des MDMA’S rollten giggelnd durch sein Nervensystem und beschlossen seine motorischen Fähigkeiten mal ein klein wenig auszureizen. Jaden, drehte sich nicht einmal um, es war für den Jungen fast schon selbstverständlich, dass dies jetzt hier ein Wettrennen werden würde. „Also, bereit? Auf die Plätze fertig …LOS!" Fisheye sprintete los.

Nebenbei hatte er mal komplett vergessen, dass Berry anscheinend ein Neuling auf der Insel war und sicherlich nicht wusste… wo jetzt genau die Lagune war.

TBC: Strand -> Lagune (nur kurz um Armir zu holen)


Zuletzt von Jaden am Do 30 Jul 2015, 15:24 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptySa 02 Mai 2015, 16:56

Nachdem Kaoru seinem allem Anschein nach neu gewonnenen Freundes einige Suggestionen bezüglich dem Ort, zu dem sie sich jetzt gesellen würden, gemacht hatte, richtete er seinen Blick, stumm und starr, auf den gepflasterten Boden, welcher von einigen Pfützen verziert wurde. Es schien, als würde der Junge darauf warten, dass etwas außergewöhnliches passieren würde. Normalerweise war er ja nicht so sensationsgeil, aber im Augenblick wäre es wohl das einzige, was die Minderheit an Schalwellen zwischen den beiden beseitigen könne, denn Jaden hatte noch keine Anstalten gemacht, irgendetwas zu sagen. Kaoru dachte nach. Vielleicht gefiel ihm dieser Vorschlag nicht? Vielleicht hatte er etwas gegen Wasser? Oder vielleicht hatte er Angst vor Wasser? Kaoru schüttelte kaum merklich den Kopf. Wie konnte es sein, dass es Menschen gab, die vor etwas Angst hatten, was das wichtigste Element ihres Lebens war, etwas, das sie am leben hielt, etwas ohne das sie dehydrieren würden, etwas ohne das sie nicht leben könnten? Es war ihm unbegreiflich, dass mancher nicht erkennen konnte, dass Wasser ein Freund und nicht ein Feind war, dass Wasser zuhörte und für einen wäre, wamn immer man es bräuche. Allein bei diesen Gedanken musste er sich beherrschen, nicht genau das, wovon er eben sprach aus seinen meerblauen Augen entweichrn zu lassen, so wie Luft aus einem platten Reifen entwich. Der kleine Kerl war nun mal ein Sensibelchen, auch wenn das niemamd wusste und auch niemand es wissen sollte, auch Jaden nicht. Es wäre wahrscheinlich unmöglich, dass Kaoru jemals zu einem Menschen eine solch emotionale Bindung entstehen und zulassen könnte, sodass er dieser Person alles über sich offenbaren würde, jeden einzelnen verstaubten Winkel seines einfachen Lebens. Er hatte nunmal, wie viele andere Meereslebewesen ein erkaltetes Herz. Die Chancen, dass jemand zum Schmelzen bringen könnte, sind so so groß, wie die Wärme in ihm.

Vollkommen in seinen Theorien über Menschen und ihre Beziehung zu Wasser versunken, bemerkte er nicht, wie sein Gegenüber aus heiterem Himmel ein "Berry" über die Lippen brachte. Doch dieses Berry galt anscheinend nicht ihm, sondern es war einfach so eine Art Test auf Klang und Dynamik dieses Wortes. Und das war auch gut so, wie wäre es denn angekommen, wenn sein neuer Freund ihn angesprochen hätte und er es einfach ignoriert hätte. Vermutlich hätte Jaden ihn dann angetippt und vor Schreck wäre er auf den Boden gefallen und wäre zusätlich zu einigen blutigen Schrammen auch noch mit den Wasserpfützen, die friedlich auf den gepflasterten Steinen ruhten, in Berührung gekommen. Manchmal konnte das Wasser eben auch für ihn eine Gefahr darstellen.

Es verging eine Weile, bevor Kaoru seinen Blick von dieser Gefahr abwandte und Jaden mit seinem leicht verstörten Blick würdigte. Dieset tat es ihm gleich, nur dass er ein solch fröhliches Gesicht zog und so sehr rumhampelte, dass man hätte meinen können, er wäre auf Drogen oder was auch immer man auf dieser Insel, an diesem Ort finden konnte. Ein zweites Mal bahnte sich die Stimme des Jungen mit den silbrig glänzenden Haaren zu den Ohren Kaorus, dessen Gehirn dieses Mal in der Lage die Impulse zu deuten und ihm zu signalisieren, dass er dort eben etwas gehört hatte. Doch noch bevor eine Antwort über seine trockenen Lippen huschen konnte, hatte sich Fisheye in bewegen gesetzt, sich neben ihm an das Geländer gelehnt und einen Arm um seinen Nacken gelehnt. Normalerweise hätte Kaoru seinen Kopf sofort aus dieser freundschaftlichen Geste gezogen, aber er ließ es einfach zu und sagte rein gar nichts. Lediglich die Geräusche seines Atems waren zu hören, bevor sie sich mit Jadens Antwort vermischten. Jetzt hatte er keine andere Wahl mehr und sah sich wohl oder übel gezwungen seine Stimmbänder in Schwingung zu setzen. "Ich weiß auch, dass das eine Insel ist, Fisheye. Und genauso gut weiß ich auch, dass wir hier vom Wasser eingekesselt sind, Fisheye", antwortete er, wobei seine Stimme von einer individuellen Monotonie unterstrichen war, wie es kein anderer geschafft hätte.

Und so wartete er immer noch auf einen Vorschlag Jadens, wo sie die nächsten Sekunden, Minuten, Viertelstunden, Stunden, Tage, Monate, Jahre oder was auch immer verbringen könnten, denn diese tropfende, düstere und langweilige Gegend machte ihn nur noch depressiver, als er es ohnehin schon war. Dass es hier auch Menschen gab, die einen anrempelten hatte er vergessen, aber irgendein Taugenichts, hatte ihn gerade an dieses zusätzliche Extra erinnert, indem er ihn und Fisheye beinahe über den Haufen trampelte. Der Junge machte sich nicht die Mühe sich zu beschweren oder ähnliches, während sein neuer Freund jenem Kerl etwas hinterrief, dass ihn genauso sehr zum Grinsen brachte, wie die Beleidigung, die er eben noch über sich ergehen lassen musste. Er hatte ganz genau verstanden, was Jaden meinte, auch wenn dieser es ihm Sekunden später erklärte und gleich darauf endlich zum entscheidenen Punkt kam.

"Lagune klingt gut, hauptsache wir kommen hier weg", gab er schon etwas weniger deprimiert von sich und ließ sogar ein Lächeln zu, welches nicht künstlich war, auch wenn er keine Ahnung hatte, wo die Lagune lag und wie es da so auch. Aber das war auch nicht relevant, denn sofort forderte Fisheye ihn zu einem Wettrennen heraus, welches er nicht einmal ablehnen konnte, denn sein Freund war schon losgelaufen. Trotz dessen Vorsprung lief er los und versuchte ihm wenigstens zu folgen, was sich als schwerer herausstellte, wie Fisheye zum Freund zu gewinnen und damit verdammt schwer war.

TBC: Strand - Lagune
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyDi 05 Mai 2015, 20:33

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Unter meinen Füßen knackte und knirschte die Dose, als ich aus versehen auf sie trat. Leicht erschrocken zog ich meinen Fuß zurück, musste dann jedoch schmunzeln. Nicht darüber, dass ich gerade eine Dose zertreten hatte, sondern darüber, dass ich mich dermaßen darüber erschreckte. Es war doch bloß eine blöde Blechdose gewesen, nicht der Arm eines Menschen. Es musste wohl an der Anspannung liegen, die mich bereits die ganze Zeit steif wie ein Stock gehen ließ und mir bei jedem kleinsten Geräusch fast einen Herzinfarkt brachte, dabei war ich eigentlich kein schreckhafter Mensch, eine Eigenschaft die ich zum Bedauern meiner Freundinnen besaß. Oder eher meiner ehemaligen Freundinnen? Sicherlich wollten sie nichts mehr mit mir zu tun haben sobald ich aus dieser Anstalt raus war, wenn ich denn jemals wieder raus kam. Eigentlich war ich ja nicht so pessimistisch, aber ich hatte da dieses dumpfe Gefühl in meinem Magen, dass das hier anders laufen würde als ich erwartet hatte.
Ich fuhr mir mit allen Fingern durch mein langes, rosanes Haar mit den hellblauen Spitzen, das schon so oft für Aufsehen gesorgt hatte und seufzte mit geschlossenen Augen in den Himmel hinein als würde er meinen Gedanken lauschen und mich verstehen. Ich starrte nun in den Himmel nur um festzustellen, dass mein vermeintlicher Himmel eigentlich eine schmutzige und morsche Decke war, bei der überall der weiße, beziehungsweise eher graue, Putz abblätterte und die Ziegelsteine darunter preisgab. Ich fasste mir an die Stirn, so als hätte ich Kopfschmerzen, doch nicht mal meine Pseudo-Kopfschmerzen, die ich oft vorgab zu haben, quälten mich in diesem Moment. Ich konnte einfach nicht fassen, dass ich gerade wirklich gedacht hatte unter freiem Himmel zu stehen, wobei ich mich doch in die Unterstadt begeben hatte, gerade weil es hier keinen freien Himmel gab. Ich hatte keine Lust mehr auf meine schrecklich positive Einstellung mit der man hier eh nur schräg angehen wurde, doch es war irgendwie ein Teil von mir. Mein gesamtes Leben lang hatte ich immer nur das Gute gesehen, das Gute in der Welt, den Menschen, das Gute in allen Situationen und viele hatten mir gesagt, dass sie mich um diese Gabe beneiden würde. Gabe? Gabe?! Dass ich nicht lache! Es ist viel mehr eine Qual, denn du wirst nicht ernst genommen. Immer als kindisch und naiv abgestempelt und darauf habe ich keine Lust mehr!
Wütend kickte ich die Dose, die ich gerade eben noch platt getrampelt hatte, weg und knurrte die Luft an, als würde so diese Charaktereigenschaft einfach wieder verschwinden. Ich entschied mich dazu, einfach weiter zu gehen um so meinem Ärger etwas Luft zu machen und mich endlich wieder zu beruhigen, denn genau das hatte ich gerade mehr als nötig.
Die Unterstadt wäre in den Augen der meisten wohl nicht unbedingt der beste Ort um ein kleinen Spaziergang zu machen, immerhin war es die Kanalisation von GlassCity. Hier standen Hass und Raufereien an der Tagesordnung, was selbst die Wissenschaftler und die Wächter davon abhielt diesen Ort zu besuchen, weswegen sich auch viele Rebellen hier aufhielten. Die Atmosphäre war auch nicht unbedingt die schönste, überall liefen Ratten umher und so viel Müll wie es hier gab hatte ich bisher nur auf einer Müllkippe gesehen. Doch mich störte das alles nicht, ganz im Gegenteil, dieser Ort beruhigte mich irgendwie. Denn er zeigte genau diese negative Seite, die ich gerne sehen würde. An diesem Ort war alles zu finden was eine negative Aura hatte; Hass, Streit, Gier, Angst, Müll und so weiter. Die Menschen, die sich hier aufhielten, hatten jede menge schlechte Erfahrungen in ihrem Leben gemacht und die harte, die negative Seite, kennen gelernt. Einige hier waren auch in tiefe Depressionen verfallen, bei ihnen konnte man die negative Aura geradezu spüren. Vielleicht würde ich hier endlich lernen, was die negative Seite der Welt war und sie endlich erkennen können.
Ich ging nun schon eine ganze Weile, ein gutes Zeitgefühl hatte ich leider noch nie gehabt und von hier aus den Himmel zu sehen war auch so gut wie unmöglich, deswegen blieb mir nichts anderes übrig als zu schätzen, dass es inzwischen auf den Abend zuging. Ob ich mich wohl mal wieder von hier wegbewegen sollte? Mich mal wieder unter Leute begeben sollte? Einerseits klang das schon verlockend, denn ich verbrachte nun schon ganz schön lange meine Zeit alleine hier, aber andererseits wollte ich auch gerne noch etwas für mich bleiben. Deswegen setzte ich mich auf einen Haufen Holz, der aus übereinander gestapelten morschen und gammeligen Holzplanken bestand. Gedankenverloren fuhr ich mit den Fingern über das Holz, welches bereits leicht schimmelte und als ich dies bemerkte, zog ich meine Hand schnell angewidert zurück. Ich muss echt mal mehr bei der Sache sein! Wieder entglitt ein Seufzer meinen blassen Lippen und ich meinte fast schon zu sehen, wie er als kleine Wolke vor meiner Nase aufstieg und sich dann in Luft auflöste. Man, ich hab sie echt nicht mehr alle!. Zuerst musste ich leicht lächeln, jedoch breitete sich das Lächeln schnell zu einem Grinsen aus und dann begann ich zu lachen. Und mein Lachen wurde von den Wänden zurück geworfen, das gesammte Schaubild erinnerte an einen typischen Film-Bösewicht. Ich lehnte mich gegen die Wand, die sich unmittelbar hinter mir befand und schloss die Augen um etwas zu entspannen.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyMi 06 Mai 2015, 20:09

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Gelangweilt gelangte ich durch einen unscheinbaren Tunnel, in eine der verdreckteren Gegenden dieser Stadt. Jedenfalls vermutete ich, dass sich schmutzig war, da man allein schon am Gestank erkennen konnte, wer oder was sich hier rumtrieb. All diese hässlichen, stinkenden Säcke, die mit Müll um sich warfen und sich wie die Bekloppten prügelten...Auf der einen Seite, amüsierten mich diese Leute, da ihre Armseligkeit doch für ein paar Minuten unterhaltsam war; auf der anderen Seite jedoch, waren sie auch einfach nur Gesindel, ein dämliches, hinterländisches Pack, was es nicht einmal schaffte, Seife und Wasser zu verwenden. Fürchterlich, dass es tatsächlich solche Wesen gab, wenn man sie doch eigentlich ausrotten müsste. So jemand,hatte es einfach nicht verdient, zu leben. Allerdings gefiel mir wiederum ihre rebellische Haltung, mehr oder weniger jedenfalls, denn ich hasste es, wenn jemand meinte, mir Vorschriften machen zu können, und dann nicht einmal ansatzweise an meine Stärke herankam. Es war einfach dämlich, dämlich und verabscheuungswürdig. Genau wie all diese Schlampen, die sich mit Sicherheit hier rumtrieben. Auch wenn es ein lustiger, und sicher auch schöner Zeitvertreib war, diese zu triezen und zu penetrieren, verlor es doch irgendwann an Reiz,zumindest, wenn man immer denselben Frauen ausgesetzt war. Nicht, dass es mich wunderte, dennoch war es etwas schade, dass sich so wenige Vertreter des weiblichen Geschlechtes hier befanden. Jedenfalls vermutete ich es, denn, konnte ich genau sagen, wer von ihnen ein Mann war, und wer nicht? Schließlich war es gut möglich, dass irgendwelche flachbrüstigen Mädchen sich als Jungen verkleideten, weil sie meinten, dass sie so besser durch's Leben kämen. Armselig, aber wenn sie unbedingt wollten, dass man dachte, dass sie einen Penis hatten...Wieso dann auch nicht. Konnte mir egal sein, auch wenn es dumm war. Ich fragte mich, ob sie hier sein würde. Sie, die in allem Schuld war, mehr oder weniger jedenfalls. Aber bestimmt war sie es nicht, wieso auch. Yuko war doch schon immer ein Schisser gewesen, nicht wahr? Eine kleine, unsichere Person, die schon bei einer einzigen, unbekannten Persönlichkeit, die sich in ihrer Nähe aufhielt, die Fassung verlor, und ein erbärmliches Wrack darstellte. Es war beschämend, und es pisste mich an, wenn ich daran dachte, dass wir zwei mehr oder weniger von derselben Art waren; uns sogar mal etwas näher als üblich gestanden hatten. Aber na gut, irgendjemand musste ja zu diesem Nervenbündel nett gewesen sein, nicht wahr? Zu dieser armseligen, kleinen Bitch, die nicht einmal sich selbst unter Kontrolle hatte. Es brachte mich zum Grinsen, ihre armselige Existenz, und das Wissen, dass ich um einiges besser als sie war. So gesehen, war ich besser als nahezu jede Existenz, egal ob hier, in diesem abwegigen Glassdome, dieser asozialen Gasse, oder wegen mir auch in der ganzen Welt. Denn ich hatte es, was sie alle wollten, was sie alle an mir beneideten, und mich deshalb als arrogant und Arschloch bezeichnet - Gutes Aussehen, Intelligenz, Geld und Macht. Vermutlich machte meine Kraft ihnen am meisten zu schaffen, da aber alles an mir so überaus perfekt war, war es eigentlich egal, was von mir sie am meisten beneideten. Denn am Ende zählte doch auch nur, dass ich eine Gottheit war, im Vergleich zu diesen kleinen, wertlosen Kakerlaken, die versuchten, ihr erbärmliches Leben neben meiner erhellenden Existenz zu führen. Sicher war es nicht leicht für sie, und ich konnte absolut verstehen, wenn manche von ihnen sich in den Tod stürzten, weil meine Perfektion sie einfach herunterzog; Allerdings war es nicht meine Schuld, dass sie solche widerwärtigen Wesen waren. Das Ganze hatten sie sich selbst zu zu schreiben, nicht wahr?
Während ich einen mir unbekannten, in Stoff gehüllten Gegenstand, vermutlich eine glückliche Habseligkeit irgendeines Penners, vor mich hinkickte und dabei dezent zerstörte, hielt ich Ausschau, nach etwas Gesellschaft. Vorzugsweise eines der liebreizenden Weibchen, auch wenn es hier unten sicher auch nur Huren und Nutten gab. Aber das war im Notfall auch okay. Schließlich war ich so gut, dass ich nicht zahlen musste, und sollten sie tatsächlich Asche verlangen, würde ich sie wohl einfach umlegen. Schließlich mussten sie für ihre Dummheiten bestraft werden, nicht wahr? Genau, erst schlief ich mit ihnen, dann brachte ich sie um und anschließend aß ich sie. Sex, ein Mord, und ein Festmahl, wenn das kein dreifaches Vergnügen war! Allerdings musste ich mir erst einmal jemanden herauspicken, der mein Opfer mimen sollte. Allerdings fiel es mir mit meinen brillant ausgeprägten Sinnen nicht sonderlich schwer, jemanden ausfindig zu machen, denn wie an jedem Ort, gab es eine Person, die mir sofort ins Auge fiel, da sie einfach nicht in die Szenerie passte. In diesem Fall, wäre dies ein rosahaariges Mädchen, mit ebenso rosanen Augen. Zugegeben, hatte sie etwas Niedliches, und es wirkte irgendwie so, als wäre ihr kalt, aber im Endeffekt schien sie das perfekte Opfer zu sein. Relativ hübsch, zumindest würde es genügen, vermutlich auch nicht sehr stark, und ihrer weich aussehenden Haut nach zu urteilen, vermutlich auch recht schmackhaft.
Schloss sie sogar die Augen, um es mir noch einfacher zu machen? Naaaah, vielleicht sollte ich vorerst mal den "Gentleman" spielen, denn es sah mir nicht so aus, als ob dieses kleine, süße, sicher auch verweichlichte Wesen Ahnung von dieser Welt hier hatte. Sicher hatte sie sich hierher verlaufen, und in dem Fall, könnte ich doch so freundlich sein, und sie zurück zur Oberfläche führen, nicht wahr? Immerhin könnte ich es ihr versprechen. Wenn ich sie dann nachher umbrachte, konnte sie dagegen auch nichts mehr tun.
"Hey", sprach ich sanft, zwinkerte ihr zu, da sie meine Stimme sofort wahrgenommen, und auch noch gleich darauf reagiert hatte. Sah sie ängstlich aus? Nein, vielleicht war sie höchstens erschrocken. "hast du dich verlaufen, Süße?" Mittlerweile stand ich neben ihr, vermutlich viel zu nah, aber es war nicht wichtig, oder? Mein Arm hatte sich jedenfalls um ihre schmale Taille geschlungen, während ich mein Becken leicht zu ihr drehte. "Wenn du möchtest, kann ich dir helfen, nach Hause zu kommen...", raunte ich leise und verführerisch in ihr Ohr.
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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyMi 06 Mai 2015, 21:47

cf.: Lagune

Manchmal lief Shiro durch die Straßen und ließ ihren Blick einfach durch die Gegend schweifen. Vor allem in Gestalt einer Katze konnte man dies Gut, ohne von irgendeiner Gestalt dumm angemacht zu werden. Während ihre Schritte sie vorwärts transportierten, senkte sie den Kopf und spannte all ihre Muskeln an. Es roch nicht sonderlich angenehm an diesen Ort. Viel zu stark nach Drogen, nach Angst und Schweiß für ihren Geschmack und es war wohl auch keine sehr schlaue Entscheidung gewesen ausgerechnet in die Unterstadt zu gehen, welche doch selbst von den Wächtern Glass Domes gemieden wurde. Abgeschattet von dem toten Winkel eines Hauses, wechselte die weiße Katze noch einmal ihre Gestalt. Sie streckte sich, ließ ihre Glieder knacken, und konzentrierte sich darauf das Fell, die Katzenohren, den schweif und die Schnurrhaare zu entfernen so dass sie zum Schluss wieder in ihrer ursprünglichen Gestalt auf dem Weg stand. Sie nahm die Glieder wieder herunter und strich sich eine Strähne hinter das linke Ohr, die sie damit trollte, einfach wieder in ihre Ausgangsposition zurück zu Fallen. Doch das beachtete Shiro schon gar nicht mehr. Neugierig, die Hände in die Taschen gesteckt, sah sie sich um und versuchte gar nicht erst ihren Aufgeweckten, Neugierigen Blick zu verschleiern. In einer Geste der Nachdenklichkeit biss sie sich auf die Unterlippe. Ein leises Japsen war zu vernehmen, während sie zusammenzuckte und feststellte dass sie vergessen hatte ihre Zähne wieder zurück zu verändern. Der pochende Schmerz in ihrer Unterlippe, sorgte für einen warmen Schauer der dem Mädchen über den Rücken lief. Doch während Shiro dies bemerkte, lief das Mädchen knallrot an. Ein leises Räuspern sollte ihre Röte Überdecken und das erste Mal seit langer Zeit, war die Kleine froh niemanden in ihrer Nähe gehabt zu haben der das hätte sehen können. Jetzt setzte sie sich wieder in Bewegung, stellte immer wieder ein Bein vor das Andere, und blickte sich abermals um. Shiro war noch nie hier Unten gewesen. Das lag vor allem daran das überall in Glass Dome etwas Interessantes passieren konnte. Ob nun an der Lagune, in der Stadt, in der Schule – es gab selten Orte an denen man sich langweilen musste. Doch während ihres Rundgangs, hatte sie nichts Interessantes Gefunden und auch keine Lust gehabt wieder zurück zu Miharu und Silas zu gehen. Sie war sich unsicher was langweiliger gewesen wäre: weiter durch den Ort zu streifen in Gestalt einer Katze, oder bei diesen Beiden herum zu hängen. Obwohl… wenn sie zurück gelaufen wäre, hätte sich Silas vielleicht dazu überreden lassen doch noch Fangen zu spielen. Eine Partie, war er ihr in jedem Falle noch Schuldig und daran würde sie ihn zu angebrachter Zeit erinnern. Kopfschüttelnd lief das Mädchen weiter, die Blicke der Gaffer ignorierend die es sich hier gemütlich gemacht hatten. Schlussendlich hatte sich Shiro jedenfalls dazu entschieden einfach Mal diesen Ort einen Besuch abzustatten. Sie liebte den Nervenkitzel, sie liebte alles was Neu war – und sie liebte alles was nicht Langweilig war. Dies hier schien der Ideale Platz für diese Kriterien. Dass irgendjemand sich für sie interessieren könnte war sowieso ausgeschlossen – zumindest wenn sie wirklich einen so kindlichen Körper hatte wie Miharu es gesagt hatte. Bei dem Gedanken biss die Gestaltwandlerin die Zähne zusammen. Shiro wusste das sie nicht die Größte war und auch das sie nicht den weiblichsten Körper besaß, doch nie und nimmer sah sie wie eine zehn Jährige aus, oder etwa doch? Sie hob den Blick, ließ ihn umher schweifen und beobachtete die Leute um sie herum. Nur hin und wieder erwiderte jemand ihren Blick. Doch schnell wurde ihr dies zu Langweilig und so achtete sie lieber wieder auf den Weg vor sich. Einige Sekunden lang gelang es ihr, ganz ohne irgendwelche Gedanken zu laufen, dann erinnerte sie sich an die Lolis und Bonbons die sie in ihrer Tasche hatte und kramte eilig einen der Lutscher heraus. Mit Erdbeergeschmack. Sie wickelte die süße Nacherei aus und konzentrierte sich dabei auf das hartnäckige Papier das sich einfach nicht vom Stiel lösen wollte. Ihre Augen verengten sich und sie wurde langsamer. Doch letztlich gelang ihr ihr vorhaben. Zufrieden, steckte sie sich die Kalorienbombe in den Mund und ließ das Papier auf den Boden fallen. An einem Ort wie diesen war dies wohl selbstverständlich und sie hatte keinen Grund eine Ausnahme dazustellen. Ein breites Grinsen klebte in Shiros Gesicht und ihre Schritte wurden wieder schneller. Der Geschmack von Zucker, Süßstoffen und anderen Chemischen Produkten breitete sich in ihrem Mund auf doch während andere Personen dies verabscheut hätten und die Nase gerümpft hätten, genoss Shiro es. Mittlerweile war sie ein ganzes Stück weit gelaufen, das Stück Weg in Gestalt einer Katze nicht mitgerechnet. Dies als Grund nehmend, hielt das Mädchen an und verlagerte ihr Gewicht auf das rechte Bein. Nicht weit von ihr stand ein Mädchen mit rosa Haaren und ebensolchen Augen. Sie konnte nicht viel älter sein als Shiro es war und trotzdem lehnte sie an der Wand lehnte und starrte verträumt vor sich hinstarrte. Eine zweite Person hatte sich eben zu ihr Gesellt. Diese Person war ein Junge mit schwarzen Haaren der ihr wirklich sehr nah rückte. Nachdenklich starrte Shiro diese Beiden an und die Neugierde machte sich wieder einmal bemerkbar. Schulterzuckend, ermahnte sie sich nicht irgendwelche Leute zu stören solange sie nicht wusste ob diese einen Lustigeren Charakter hatten als die Zwei an der Lagune. Und so wandte sie sich wieder ihrem süßen Loli zu, berauscht von diesem himmlischen, kräftigen Aroma. Sie ging weiter, kramte ihre Münze aus der Tasche und warf diese in die Luft um die daraufhin wieder auf zu fangen. Eine Weile ging das auch gut, dann verschluckte sie sich – was wohl auch nur Shiro schaffte bei einer Süßigkeit wie einem Loli – und warf die Münze zu weit. Nachdem sie mit Husten fertig war, wandte sie sich in die Richtung um in der ihre Münze gelandet war. Verdammt, sie musste irgendwo bei diesen beiden Fremden liegen. Weiterhin mit ihrem Loli beschäftigt, ging sie auf die Beiden zu und fixierte auch schon die Münze neben dem linken Fuß des Mädchens. Wag es bloß nicht weg zu rollen..." murmelte Shiro. Denn wie es schien stand die Münde auf der Kante und konnte jeden Augenblick weiter rollen.



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BeitragThema: Re: Die Unterstadt   Die Unterstadt EmptyFr 08 Mai 2015, 19:51

Plötzlich sprach mich jemand an, weswegen ich die Augen leicht genervt öffnete, wer wollte denn jetzt etwas von mir? Ich begutachtete den jungen Mann, der sich vor mir aufgebaut hatte, misstrauisch und mit zusammengekniffenen Augen. Es war ein relativ großer und leicht muskulöser junger Mann mit pechschwarzem, kurzem Haar und kleinen Augen die mich interessiert betrachteten. Was will der denn? Der denkt doch hoffentlich nicht, dass ich eine dieser widerlichen Huren bin, die hier überall rum hängen!, ging es mir durch den Kopf als ich seinen Blick sah. "Hast du dich verlaufen, Süße? Wenn du möchtest, kann ich dir helfen, nach Hause zu kommen...", raunte er mir ins Ohr, dabei hatte seine Stimme einen verführerischen Unterton bekommen und er war mir immer näher gekommen, zu nahe. Mir gefiel die Situation nicht, jedoch ließ ich mich so einfach nicht um den Finger wickeln. Auch wenn ich so aussah, besonders zart besaitet war ich nicht. Ich starrte ihm fest in die Augen und erwiderte seinen brennenden Blick starr. "Nein habe ich nicht und ich brauche keine Hilfe, danke", zischte ich mit einem stechenden Blick und bedrohenden Unterton und spürte bereits wie sich meine Zunge zu teilen begann, mein Körper bereitete sich auf die Verwandlung in eine Schlange vor. Es war ein Naturinstinkt von mir mich in Gefahr-Situationen automatisch zu verwandeln. Nun, Lust ihn als Kobra, der Königin der Schlangen, zu würgen um ihn etwas Respekt beizubringen hatte ich in der Tat, doch ich entschied mich dagegen. Sollte er mir wirklich zu Nahe kommen, sowohl körperlich als auch mental, hatte ich mit meiner Kraft noch ein Ass im Ärmel, welches ich besser nicht zu früh ausspielte. Ich wollte mich schon erheben und ihn weg drücken als plötzlich etwas gegen meinen Fuß prallte. Eine kleine Münze war mir gegen die Fußspitze gerollt und die Besitzerin dieser stand nun ebenfalls vor mir und starrte auf das kleine Stück Metall. "Wag es bloß nicht weg zu rollen", murmelte sie. Verwirrt hob ich die Münze auf und hielt sie ihr hin. "Ähm hier, deine Münze", sagte ich noch immer etwas konfus. Das Mädchen war seltsam. Sie hatte langes, pinkes Haar und rötliche Augen womit sie mir in gewisser Weise vom Aussehen her ähnelte, allerdings fiel ihr dichtes Haar wild umher, während meines zu zwei hohen Zöpfen gebunden war. Außerdem waren meine Augen eher rosa als rot.
Ich wand meinen Blick wieder von ihrem Gesicht ab und starrte kurz die dreckige Münze an. Sie schien nicht besonders viel wert zu sein, zurück haben konnte das Mädchen sie trotzdem. Dem jungen Mann warf ich immer wieder Blicke zu um sicherzugehen, dass er mir nicht noch näher gekommen war.
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